Neues aus den Skigebieten 2016/2017

29. September 2016 - Katharina Teudt

Größer, schneller, aufwendiger – die Bergbahnbetriebe legen für diesen Winter in Sachen Modernisierung und Komfort wieder ordentlich vor. Besonders in Österreich gibt es einige spektakuläre Neuerungen. Die Highlights im Überblick:

Visualisierung der neuen Flexenbahn-Talstation in Alpe Rauz. Sie erschließt das neue Mega-Skigebiet am Arlberg. © Arlberger Bergbahnen AG – Flexenbahn Ski Arlberg

Ski Arlberg wird größtes Skigebiet Österreichs

Die wohl größte Neuigkeit ist der Zusammenschluss der Lifte am Arlberg. Endlich sind alle Orte am berühmten Schneeloch auf Skiern erreichbar! Dank vier neuer Lifte stehen Wintersportlern nun mehr als 300 Pistenkilometer zur Verfügung, womit das neue Skigebiet „Ski Arlberg“ den Titel des größten zusammenhängenden Skigebiets Österreichs erlangt.

Das Herzstück der Verbindung ist die neue Flexenbahn, die Lech-Zürs und Stuben/Alpe Rauz miteinander verbindet. „Perfekte Pistenpräparierung, große Schneesicherheit, eine hohe Anzahl an Pisten und Tiefschnee-Abfahrten, nicht zu vergessen die super Gastronomie – der Arlberg ist schon jetzt ein besonderes Erlebnis für jeden Skifahrer. Die Flexenbahn ist das Bindeglied zwischen all diesen einzigartigen Möglichkeiten, die am ganzen Arlberg zur Verfügung stehen“, freut sich Ing. Philipp Zangerl, Vorstand Ski Zürs AG und Geschäftsführer Stubner Fremdenverkehrs-GmbH.

Die Flexenbahn ist eine Einseil-Umlaufbahn mit 47 Kabinen für jeweils zehn Personen. Sämtliche komfortabel ausgestattete Kabinen verfügen über großflächige Panoramascheiben, die den Ausblick über das Klostertal ermöglichen. Darüber hinaus wurden drei weitere Lifte gebaut. Die Trittkopfbahn I führt von Zürs aus zur neuen Zwischenstation, von wo aus Skifahrer entweder weiter zur neuen Bergstation der Trittkopfbahn II oder mit der neuen Flexenbahn zur Alpe Rauz in Stuben fahren können. Mit der Albonabahn II kann man schließlich nach Stuben weiterfahren. Zudem lassen sich von der Alpe Rauz aus ganz bequem die Skigebiete in St. Christoph und St. Anton erkunden. Das Investitionsvolumen für alle Lifte beträgt 45 Millionen Euro.

Auch ökologische Maxime wurden durch den Bau berücksichtigt. Die Bahn entlastet zusätzlich den Verkehr durch die Flexengalerie. Zwischen Zürs und Stuben/Alpe Rauz sollen täglich 120 Busfahrten weniger notwendig sein. Dazu werden die Orte entlastet, da weniger Besucher mit dem Auto direkt in die Dörfer kommen.

>> Weitere Infos zum Ski Arlberg

Einer der ganz großen Skiverbünde liegt künftig hier: in den Kitzbüheler Alpen. © kitzalpes.com – Stefan Astner

Hochzeit der Giganten

Eine weitere „gigantische“ Neuigkeit wird Vielfahrer in Österreich freuen: Zwei der größten Skipass-Verbünde der Alpen, die Kitzbüheler Alpen AllStar Card und die Salzburg Super Ski Card, bieten künftig einen gemeinsamen Super-Skipass an. Dieser ist in sagenhaften 25 Skiregionen in Tirol und Salzburg gültig. Das bedeutet insgesamt 2.750 Pistenkilometer und über 900 Seilbahnen und Lifte sind mit nur einem Pass befahrbar! Damit kann es dieses Angebot mit Größenordnungen wie dem Dolomiti Superski in Italien aufnehmen. „Wir sind sehr glücklich, dass wir unseren Gästen künftig eines der attraktivsten Skiangebote weltweit bieten können“, freut sich Ferdinand Eder, Vorsitzender der Salzburg Super Ski Card. Mit dem Skipass ist das Skifahren an insgesamt 199 Tagen von Oktober bis Mai möglich.

>> Weitere Infos zu den Kitzbüheler Alpen

Visualisierung der Talstation der Giggijochbahn. © Bergbahnen Sölden – Obermoser arch omo zt GmbH Architektur

Rekordtransport in Sölden

Die neue Zubringerbahn zum Giggijoch in Sölden stellt einen neuen Weltrekord auf: die 10er-Kabinenbahn befördert 4.500 Personen pro Stunde ins Herz des Söldener Skigebiets. Das sind wesentlich mehr Gäste als die bisherigen 2.800 pro Stunde. Damit besitzt die Giggijochbahn die höchste Beförderungskapazität pro Stunde weltweit und ist in knapp neun Minuten auf dem Berg. Diese Leistung wird dank höherer Fahrgeschwindigkeit und kürzerer Gondelabstände erreicht. Dass die moderne Bahn auch Komfort wie WLAN in den 134 Kabinen bietet, muss da kaum noch erwähnt werden.

Auch die Stationsgebäude haben mit neuem Design und verbessertem Komfort eine Rundumerneuerung erhalten. An der Talstation beispielsweise fahren Rolltreppen und Aufzug zum Gondeleinstieg und es gibt eine Direktanbindung ans Parkhaus. Die Bergstation auf 2.283 m ist als moderner Glasbau konstruiert, wo ein 200 m langer Tunnel das Giggijoch-Restaurant mit der Station verbindet.

>> Weitere Infos zu Sölden

Die neue Eisgratbahn am Stubaier Gletscher besitzt 24 Sitzplätze pro Gondel. © Stubaier Gletscher – renderwerk.at

Längste 3S-Bahn der Alpen

Ganze 4,7 km legt die neue Eisgratbahn in zwei Sektionen zum Stubaier Gletscher zurück. Dadurch gilt sie als längste Kabinenbahn ihrer Art in den Alpen. Wem jetzt vor einer ewig langen Fahrt graut, der kann beruhigt aufatmen: Die Auffahrt auf 2.900 m Höhe dauert nur rund zehn Minuten und durch das kostenfreie WLAN, große Panoramascheiben und 24 gemütliche Sitzplätze wird die Fahrzeit angenehm verkürzt. Die Bergstation bleibt bestehen, wurde aber umfassend umgebaut und modernisiert. Die Mittelstation hingegen wurde ebenso wie die Talstation komplett neu erbaut. Letztere bietet im Tal zusätzlich 1.800 neue Parkplätze. Das Projekt verschlang insgesamt 60,6 Millionen Euro, die sich für Komfort und Modernisierung aber durchaus gelohnt haben. Die 3S-Eisgratbahn soll bereits am 22.10.2016 den Betrieb aufnehmen.

>> Weitere Infos zum Stubaier Gletscher

So sieht die Talstation der neuen Schönleitenbahn aus. © Skicircus Saalbach-Hinterglemm Leogang Fieberbrunn

Zwei neue Bahnen für Saalbach

Nach dem Zusammenschluss des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang mit dem benachbarten Fieberbrunn stehen die Zeichen im Glemmtal weiterhin auf Fortschritt. Zum einen ist die Erneuerung der Schönleitenbahn in Vorderglemm dran. Aus der Stehgondel wird eine bequeme Sitzgondel mit einer Mittelstation, die auf den Wildenkarkogel (1.910 m) fährt. Zum anderen verbindet der neue 12er-Express in Hinterglemm den Zwölferkogel mit dem Westgipfel. Rund 22 Millionen Euro ließen sich die Bergbahnen diese Modernisierung kosten. Darüber hinaus schreitet die Verbindung zur nahen Schmittenhöhe weiter voran.

>> Weitere Infos zum Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn

Schmitten knüpft ans Glemmtal an

Der erste Schritt der Skigebietsverbindung von der Schmittenhöhe zum benachbarten Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn ist getan. Die 10er-Kabinenbahn zellamseeXpress II fährt ab Dezember vom Glemmtal aus auf die Schmittenhöhe (2.000 m). Die neue Kabinenbahn startet oberhalb von Viehhofen und fährt zur Bergstation am Salersbachköpfl (1.920 m). Sie bietet einige technische Überraschungen: In sechs Gondeln ist eine Jukeboxx eingebaut, über die man via Smartphone-App seine Musik abspielen kann. Kostenloses WLAN ist natürlich ebenfalls vorhanden.

Durch den neuen Express wird eine neue, 3,3 km lange rote Abfahrt erschlossen, die früher als Skiroute nach Viehhofen hinunter führte. Der nahtlose Anschluss an Saalbach ist damit allerdings noch nicht ganz vollbracht, da die Winkelstation (Xpress Sektion 1) der Anlage im zweiten Bauschritt voraussichtlich erst zum Winter 2018 fertiggestellt wird. Doch die Wintersportler können bereits „über den Tellerrand“ der Schmitten schauen und einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie gigantisch das Skigebiet wird, wenn das letzte Verbindungsglied zwischen Schmitten und Glemmtal geschlossen sein wird.

>> Weitere Infos zu Zell am See-Kaprun

Das Zillertal wächst bald zusammen. Bis dahin sorgen Skibusse für eine perfekte Verbindung der Skigebiete. © Max Topchii – shutterstock.de

Neue Dorfbahn im Zillertal

Auch im Zillertal gibt es große Zusammenschluss-Pläne. Das Skigebiet Spieljoch soll endlich an das Hochzillertal andocken. Die Schultz-Gruppe hat jüngst die Spieljochbahn erworben und große Pläne für eine Gipfel-zu-Gipfel-Bahn, die derzeit ausgearbeitet werden. Bis wir auf Skiern nahtlos von Hochfügen bis zum Spieljoch fahren können, müssen wir uns noch etwas gedulden. Doch schon diesen Winter wird eine stündliche Skibusverbindung zwischen der Talstation Spieljoch in Fügen und Kaltenbach im Hochzillertal eingerichtet. Außerdem wurde ordentlich in die Beschneiungsanlagen investiert – schließlich sollen die Pisten von Dezember bis März schneesicher sein. Geplant sind unter anderem ein zweiter großer Speicherteich und ein Dutzend Kühltürme, die beim Beschneien helfen sollen. In 2017 soll dann eine neue Zubringerbahn nach Fügen folgen.

Das aktuelle Highlight im Zillertal ist die neue Dorfbahn in Gerlos. Ab Dezember bringt die 10er-Kabinenbahn die Gäste aus dem Hauptort der Zillertal Arena in das familienfreundliche Skigebiet. Auch die dreistöckige Talstation der Bahn kann sich sehen lassen: Sportshop, Skiverleih, ein modernes Skidepot sowie über 200 Parkplätze gehören zur Ausstattung.

>> Weitere Infos zur Zillertal Arena

Drahtseil-Attraktion & mehr in Ischgl

Eine neue Funsport-Anlage sorgt in Ischgl für Furore: der „Ischgl SkyFly“. An einem Drahtseil, etwa 50 m über dem Boden, „fliegen“ Wagemutige vom Berg ins Tal. Die moderne Zipline startet mitten im Skigebiet an der Mittelstation Sivrettabahn A1 (1.683 m) und führt über 2 km talwärts bis nach Ischgl. Dank zwei parallel verlaufender Seilspuren können zwei Personen in Tragevorrichtungen nebeneinander her schweben. Wobei eher von rasen die Rede sein sollte. Denn während der Fahrt werden bis zu 85 km/h erreicht. Die „Landung“ nach der rasanten Fahrt erfolgt auf der Dachterrasse der Talstation der 3-S Pardatschgratbahn A3 (1.376 m).

Ziplines gibt es in den Bergen viele. Doch das Besondere in Ischgl ist der integrierte Skitransport: Die Ausrüstung kommt beim Flug einfach mit. So hat man auch am Nachmittag die “Talabfahrt” ganz für sich allein und kann einfach über den Köpfen der anderen Wintersportler ins Tal gleiten. Ein Erlebnis für alle ab 10 Jahren (ab 8 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen).

Neben dieser außergewöhnlichen Neuerung hat sich auch bei den „konventionellen“ Bergbahnen in Ischgl etwas getan: an der Idalp transportiert nun eine moderne 8er-Sesselbahn auf das Flimjoch (2.752 m). Weltweit einzigartig ist ihr Stützenkonzept: Einer der Stützpfeiler der neuen Flimjochbahn dient gleichzeitig als Pfeiler der Höllbodenbahn. Auch das Pistenleitsystem im gesamten Skigebiet wird erneuert. Die Beschilderung an 100 Standorten beinhaltet den Pistenplan und ist im schwarz-roten Farblook des Ischgl-Logos gehalten.

>> Weitere Infos zu Ischgl

Großprojekt in Val d’Isere

Österreich ist nicht die einzige Skination, die aufrüstet. Frankreich hat ebenfalls einige Neuerungen zu bieten. Im Skigebiet Val d’Isere gibt es ab Winter 2016 eine neue 10er-Kabinenbahn mit Ski- und Fun-Station: Die neue „Solaise“ ist mit WLAN und beheizten Sitzen ausgestattet und soll die Transportkapazität um 40 Prozent erhöhen. Die Bahn ersetzt den bisherigen Solaise-Express, einen der am stärksten frequentierten Lifte im Skigebiet. Dieser war sogar der allererste Lift, der 1942 (in einer Vorgängerversion) in Val d’Isere in Betrieb ging. Die neue Bergstation liegt direkt neben einer neuen Kids-Area mit mehreren Zauberteppichen, einer Snowtubing-Bahn und einer Übungspiste. Eine schicke Einkehrstation rundet das Projekt ab.

>> Weitere Infos zu Val d‘Isere

Neue Kombi-Bahn in Alpe d’Huez

Im Skigebiet Alpe d’Huez wird der Signal-Sektor ausgebaut. Der neue Hauptzubringer ist die Kombi-Bahn “Signal” aus 10er-Gondeln und 8er-Sesseln, die bis zu 3.300 Personen pro Stunde transportieren kann. Außerdem kommt eine neue grüne Piste hinzu, die von der Bergstation am Signal (2.115 m) bis zur Talstation führt. Sie ist für alle Könnerstufen geeignet und bietet an einer Passage eine neue Funslope.

>> Weitere Infos zu Alpe d’Huez

>> Video zum Bau der Kombi-Bahn

Aussicht vom Skigebiet Les Sybelles auf die Aiguilles d’Arves © Gaspar Janos – shutterstock.de

Neues aus Les Sybelles

In dem Familienskigebiet rund um Saint Sorlin werden im Winter 2016 diverse neue Lifte und Pisten eröffnet. In Saint Sorlin etwa gibt es eine neue rote Piste, die vom L’Ouillon (2.431 m) und vorbei am Col de la Croix de Fer bis in den Ort auf 1.600 m führt. Außerdem soll der Ouillon-Snowpark umgestaltet werden. Hinter dem Tourismusbüro in Le Corbier soll ein gesicherter Anfängerbereich mit Schlepplift und zwei überdachten Zauberteppichen entstehen. Zwei weitere Lifte transportieren künftig vom Ort aus ins Skigebiet: der 4er-Sessel Ourson und der 6er-Sessel Voie Lactée. Sie sollen den Sybelles-Express entlasten. Im Zuge dessen soll die Crozat-Zone im unteren Bereich umgestaltet werden. Und noch eine weitere Neuigkeit, die uns alle freuen wird: Es sollen mehr Toilettenhäuschen in Les Sybelles installiert werden! Wie viele und wo genau sie zu finden sein werden, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

>> Weitere Infos zu Les Sybelles

Weitere News lesen Sie stets aktuell hier in unserem Magazin!

Print Friendly and PDF
Skiherstellung: So entsteht ein Ski

Umgangssprachlich bezeichnen wir sie gerne als „Bretter“: unsere Ski. Aber wie ...

Sicher ist sicher – Versicherungsschutz im Skiurlaub

„Mir passiert schon nichts…” – so denken viele Skiurlauber, die zusätzliche ...