Mit dem Zug ins Skigebiet – diese Bahnen machen es möglich

17. September 2015 - Katharina Teudt

Mal das Auto stehen lassen und mit der Bahn in den Skiurlaub reisen – das spart Nerven, Zeit und Geld. Viele attraktive Skiorte sind von Deutschland aus bestens mit dem Zug erreichbar!

Roter Zug vor weißer Bergkulisse – ein vertrautes Bild in den Alpen.

Es gibt viele gute Gründe, um mit dem Zug in den Urlaub zu reisen. Viele möchten sich das lästige Autofahren inklusive stressiger Parkplatzsuche und teurer Mautgebühren ersparen. Sparsame mit einem sehr kleinen Geldbeutel wollen sich die Kosten und Umstände einer Flug- oder Autoreise sparen und Menschen mit Flugangst sind ohnehin lieber mit dem Boden verbunden. Zugfahren hat etwas Romantisches, man kann die vorbeiziehende Landschaft betrachten und sich bei Bedarf die Füße vertreten. Auch das Gepäck ist ein wichtiger Faktor. In Gepäckfächern der Züge, die Skiregionen anfahren, sind die Stauräume großzügig bemessen. Die ganz Bequemen, welche Zusatzkosten von ca. 30 € und mehr nicht scheuen, können sich das Gepäck auch per Bahn- oder DHL-Kurier direkt in den Urlaubsort schicken lassen. Sollten Sie sich also dazu entschieden haben, mit dem Zug in den Skiurlaub zu fahren, empfehlen wir Ihnen hier einige Zugverbindungen, die Sie fast bis an den Pistenrand beliebter Skigebiete bringen.

DEUTSCHLAND

Die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg, ist ein beliebtes Skigebiet für Tagesskifahrer aus München und Umgebung. Die Deutsche Bahn bietet einen Sonderzug an, der in nur 80 Minuten von München Hauptbahnhof nach Garmisch-Partenkirchen fährt. Es ist ein Ski-Zug mit extra viel Stauraum für Skier und Snowboard, der morgens um 6:30 Uhr und 7:30 Uhr (Wochenende: 7 Uhr) abfährt. So sind die Skigäste pünktlich zum Liftstart am Garmischer Hausberg. Das Besondere an dem Angebot: Das Zugticket ist gleichzeitig die Liftkarte. Das Kombi-Angebot kostet für die Hin- und Rückfahrt in der Regionalbahn inklusive dem Skipass Garmisch Classic um die 44 €, inklusive dem Skigebiet Zugspitze um die 50 €. Die Liftpässe werden schon während der Fahrt von den freundlichen Damen der Bergbahn verteilt. Nach der Ankunft heißt es dann einfach nur aussteigen, drei Schritte gehen und direkt rein ins Skivergnügen. Auch die Bayerische Oberlandbahn, kurz BOB genannt, bringt von München aus in beliebte Erholungsgebiete wie Lenggries (Skigebiet Brauneck), Tegernsee (Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee) und Bayrischzell (Skigebiet Sudelfeld).

ITALIEN

Eine der besten Bahnverbindungen zwischen italienischen Skiregionen führt durch das Südtiroler Pustertal. Der „Ski Pustertal Express“ fährt von Brixen über Percha bis Vierschach. Dank des neuen Bahnhofs in Vierschach an der Talstation Helm ist das Skigebiet Helm-Rotwand in den Sextner Dolomiten außerdem per Zug direkt mit dem Kronplatz verbunden. Für die Fahrt von einer zur anderen Talstation braucht der Zug 40 Minuten. Am Kronplatz steigt man dann ganz entspannt vom Gleis direkt in die Gondelbahn Ried und somit in das beliebte Familienskigebiet mit 116 Pistenkilometern.

Die Talstation Vierschach am Fuße des Helm. © Sextner Dolomiten AG

ÖSTERREICH

Innsbruck und Umgebung Dank der Nähe zu den Bergen ist die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck ideal angebunden. Mit der Nordkettenbahn gelangen Wintersportler in nur 20 Minuten vom Innsbrucker Stadtteil Hungerburg direkt ins Skigebiet „Nordkette“ am Hafelekar (2.256 m). Die Bahnen fahren im 15-Minuten-Takt und sogar angeleinte Hunde dürfen mit.

In der Ski amadé, dem größten Liftverbund im Salzburger Land, gibt es gleich sieben Bahnhöfe, die Anschluss an Skiorte bieten. Allen voran steht das Gasteinertal. Hier gibt es Bahnhöfe in allen drei Talorten: Dorfgastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein werden allesamt von überregionalen Zügen bedient. Auch Bischofshofen, St. Johann, Schwarzach, Radstadt und Schladming sind mit den Zügen der ÖBB erreichbar, teilweise sogar mit Direktverbindungen von München. Zum Beispiel braucht der Eurocity von der bayerischen Landeshauptstadt nur 2,5 Stunden bis nach Bischofshofen. Direkt zum Pistenrand des Mega-Skigebiets Schladming-Dachstein geht es von München aus mit einmal Umsteigen in 3,5 Stunden.

Per Schnee-Express nach Tirol und Vorarlberg Von vielen deutschen Städten aus startet der „Schnee-Express“. Er beginnt ganz im Norden, der Startbahnhof ist Hamburg. Danach hält er in vielen deutschen Städten, darunter im Ruhrgebiet, in Köln und Mainz. In Kufstein schließlich teilt sich der Zug und bedient die beliebtesten Skiregionen im Salzburger Land, Tirol und Vorarlberg. Die eine Route führt über Innsbruck, das Ötztal, St. Anton am Arlberg und endet in Bludenz. Von Bludenz ist man in wenigen Kilometern am Bürserberg bei Boden und im Brandnertal. Die andere Strecke führt unter anderem vorbei an Kitzbühel, Fieberbrunn, Saalfelden und Zell am See – also nur Top-Skiregionen. Die Endhaltestelle des „Schnee-Express“ ist schließlich Schwarzach/St. Veit, gleich nebenan von Alpendorf, dem direkten Einstieg in die Skischaukel von Flachau-Wagrain-Alpendorf mit über 100 Pistenkilometern.

Die Bahnhöfe liegen meistens im Zentrum der oft nicht besonders großen Orte, sodass der Weg vom Bahnsteig zum Hotel oder eben zur Piste nicht mehr weit ist. Wer selbst für diese letzten Meter zu bequem ist, kann in den meisten Fällen einen Bustransfer vom Bahnhof zum Hotel buchen.

Nostalgisch durchs Zillertal Eine weitere attraktive Bahnlinie erschließt die Zillertalbahn. Wie ihr Name schon sagt, verkehrt sie zwischen den Orten im Zillertal, der Startbahnhof liegt in Jenbach, die Endstation in Mayrhofen. Dieser Zug ist nicht nur ein praktisches Transportmittel durch das beliebte Tal, sondern darüber hinaus eine echte Touristenattraktion. Denn neben den Dieseltriebwagen ziehen auch urige Dampflokomotiven die Wagen. Nostalgie-Liebhaber können damit eine Bummeltour durchs Tal unternehmen und sogar selbst einmal als Lokführer fungieren. Eine weitere Besonderheit betrifft die Fahrpreise: Sie sind nach Entfernungen in Kilometern gestaffelt, eine Fahrt bis zu 6 km kostet 2,90 €, von 7 bis 12 km Entfernung 4,40 € usw. Das Nostalgie-Erlebnis hingegen hat allerdings seinen Preis: Die Fahrten mit der Dampflok sind mit 7 € auf den ersten 10 km wesentlich teurer als die Regelzüge. Die einzelnen Entfernungen zwischen den Städten sind einer speziellen Preis-Entfernungstafel zu entnehmen.

SCHWEIZ

Die Schweiz ist ganz vorne mit dabei, wenn es um Zugreisen ins Skigebiet geht. Nahezu alle Skiorte und die noch so kleinen Bergdörfer sind öffentlich gut angebunden und erreichbar. Am bekanntesten ist die Rhätische Bahn nach Davos und Klosters. Das Unternehmen Rhätische Bahn, oder kurz RhB, bietet mehrere Strecken entlang der schönsten Bergketten der Schweiz, über Brücken und durch Bergtunnel: Der Panoramazug „Bernina Express“ startet in Chur und schlängelt sich auf der höchsten Bahnstrecke der Alpen über Davos und St. Moritz bis nach Tirano in Italien. Noch eine Spur spektakulärer ist die Strecke des „Glacier Express“, der im Netz der Rhätischen Bahn sowie in dem der Matterhorn Gotthard Bahn verkehrt. Er fährt in 8 Stunden von St. Moritz (oder alternativ mit einer regionalen Verbindung über Davos Platz nach Filisur) durch das Albulatal und die Rheinschlucht bis nach Zermatt.

Der Glacier Express am Nätschen/Andermatt. © Matterhorn Gotthard Bahn

Fahrt im rot-weißen Erlebniszug Ebenfalls in Zermatt endet die attraktive Strecke der Matterhorn Gotthard Bahn. Der rot-weiße Zug startet in Disentis (Skigebiet Disentis 3000) und fährt über wichtige Skiorte wie Andermatt-Sedrun, Fiesch und Tätsch bis nach Zermatt am Matterhorn. Da Zermatt autofrei ist, bildet die Bahn gleichzeitig die einzige wirklich praktische öffentliche Anbindung. Insgesamt legt der Zug etwa 144 km Schienenweg zurück. Am Matterhorn angekommen muss man für das letzte Wegstück zum Riffelberg und schließlich zum Gornergrat in die Gornergrat-Bahn umsteigen. Diese Zahnradbahn ist die zweithöchste Bahn Europas und fährt über 9 km Strecke zur Bergstation am Gornergrat auf 3.089 m Höhe. Waren die Ausblicke auf der Zugreise schon toll, ist der Ausblick von hier oben einfach nur noch gigantisch!

Die Gornergrat-Bahn auf Ihrem Weg zum Gipfel. © GGB – Kurt Müller
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