Kurztrip Neustift im Stubaital

5. Februar 2007 - SnowTrex

Letzte Woche war ich auf dem Stubaier Gletscher. Als die Wettervorhersage kältere Temperaturen und Schnee ankündigte, fasste ich mit ein paar Freunden den Entschluss: Wir müssen in die Berge! Am Donnerstag, 24. Januar, war es dann soweit. Nach Arbeitsende stand ich von meinem Bürostuhl auf, grinste und sagte: „Ich fahre jetzt ins Stubaital und guten Schnee gibt es sogar auch noch! Ich wünsche Euch morgen einen tollen Arbeitstag!“ Von neidischen Blicken verfolgt, verließ ich schnellstmöglich das Büro, bevor jemand auf die Idee kommt, meinen Urlaubstag zu streichen. Puh, geschafft!

Schon zwei Stunden später saß ich dann im Reisebus auf dem direkten Weg nach Neustift ins Stubaital. Die Fahrt verlief sehr ruhig, so dass ich schnell einschlief und von einem verschneiten Wochenende träumte. Als ich meine Augen am nächsten morgen wieder öffnete, bot sich das erhoffte Bild: Frischer Schnee, blauer Himmel und das unglaubliche Alpenpanorama des Stubaitals. Schnell umgezogen, 2 Brötchen gefrühstückt und schon stand ich mit meinen Freunden mit einem 3 Tages-Pass vor der Gondel. Der Freitag auf dem Gletscher war einfach perfekt. Noch während der Woche hatte es geschneit und jetzt schien die Sonne. Der Schneegott war anscheinend sehr großzügig, denn es gab zahlreiche unverspurte Pulverhänge, in die wir uns sofort stürzten, bevor jemand anderes dies tun konnte.

Blick aus der Eisjochbahn in Richtung Daunferner

Während ganz Deutschland über den vermeintlich schlechten Winter diskutierte, steckte ich mitten im Tiefschnee. Juhu, so muss es sein! Die Temperaturen lagen bei knackigen -20 Grad, doch durch die Bewegung wurde es richtig warm. Bekanntlich gibt es ja auch kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Die Schneeverhältnisse und die Alpensonne trieben einen dazu an, immer weiter zu fahren. Also fuhren wir den ganzen Tag auf den vielen Abfahrten des Gletschers herum und genossen den tollen Tag. Das Alpenpanorama und die unglaublich weite Sicht entlohnten für die kalten Temperaturen. Für unsere letzte Abfahrt wählte ich mit meinen Freunden die 10,5 km lange Talabfahrt „Wilde Grube“. Diese Abfahrt führt von der Mittelstation Gamsgarten direkt bis ins Tal an die Mutterbergalm und ist für Könner der einzig wahre Weg ins Tal. Kurz bevor es dunkel wurde, kamen wir also an der Mutterbergalm an und gingen auf direktem Wege zur Aprés-Ski Bar:

 

Hier steppte schon der Bär und ich traf auch gleich ein paar bekannte Gesichter. Wir feierten zu Songs, die jeder normale Mensch im Radio sofort wegschalten würde. Aber so ist Aprés-Ski eben. Ich blickte noch einmal auf den Berg hoch und ließ den Tag Revue passieren. Der weite Weg hatte sich gelohnt, ich hatte schon lange nicht mehr einen so herrlichen Tag erlebt.

Am Samstag standen wir extra früh auf, um den Tag komplett zu nutzen. Von unserem Wirt erfuhren wir leider, dass der Gletscher wegen Sturm und starken Windböen gesperrt sei. Also fuhren wir zur Talstation und versuchten den Skipass für diesen Tag umzutauschen. Auf Kulanz bekamen wir einen 1 Tages Gutscheinpass für das Gletschergebiet, der bis Ende 2008 gültig ist. Ich muss also bald wieder hier hin. Wer sich im Stubaital auskennt, der weiß auch, dass es hier noch andere interessante Ski-Möglichkeiten gibt. Die Elfer-Lifte bei Neustift und das Skigebiet Schlick2000. Wir machten uns also alternativ auf den Weg in das Skigebiet Schlick2000, welches oberhalb von Fulpmes liegt. Glücklicherweise war die Seilbahn geöffnet und die Gondel beförderte uns auf den Gipfel. Hier oben machte sich der Sturm bemerkbar, man konnte erahnen, was für Winde wohl über den Gletscher ziehen, der ja schließlich mit 3200 m noch 1000 m höher als Schlick2000 liegt. Aber der Tag lohnte sich. Es schneite ab und zu, der Schnee war sehr griffig, nur die Sicht ließ etwas zu wünschen übrig. Das Skigebiet Schlick ist sehr positiv hervorzuheben. Das Gebiet ist sehr abwechslungsreich, es bietet viele Tiefschneevarianten und unterschiedliche Abfahrten bis zur Talstation. Hier werde ich auf jeden Fall auch an einem sonnigen Tag noch einmal hinfahren.

Sonntags war dann das Gletschergebiet wieder offen und präsentierte sich von der herrlichsten Seite.

 

Blick vom Schaufelnieder auf den Gaißkarferner

Die Sonne brachte den Schnee zum Glitzern und die Temperaturen betrugen ca. -5 Grad. Der Sturm vom Samstag schien viele Wochenendgäste abgeschreckt zu haben, denn das Gletschergebiet war menschenleer. Wir fuhren den ganzen Tag, so dass wir fast die Zeit vergessen hätten. Leider war die Abfahrt von unserem Bus schon um 17:00 Uhr, so dass wir in unseren Snowboardklamotten bis ins Rheinland fahren mussten, da wir keine Sekunde auf dem Berg missen wollten. Nach diesem Kurztrip kann ich auf jeden Fall behaupten: Es hat sich gelohnt! Stubai, Ich komme wieder! Und das so schnell wie möglich.

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