Herrliche Waldabfahrten – Pistentipps für Naturliebhaber

13. August 2015 - Katharina Teudt

Das Skifahren „unterhalb der Baumgrenze“ hat seinen ganz eigenen Reiz. Waldabfahrten geben als Märchenpiste für Kinder, lange Talabfahrten für Genießer oder abwechslungsreicher Hindernislauf für Tiefschneefans ein vielseitiges Terrain ab. Wir geben einige Pistentipps.

Tief verschneite Tannenwälder machen die Piste zur Romantikabfahrt – wie hier im tschechischen Železná Ruda.

Bergplateaus mit weiten Pistenwüsten sind toll zum Carven, entbehren aber jeglicher natürlicher Vegetation. Niedriger gelegene Pisten „unterhalb der Baumgrenze“ sind oft von Bäumen gesäumt, so dass hier zum sportlichen das naturnahe Vergnügen hinzukommt. Durch den Schatten der Bäume halten sich Waldabfahrten oftmals länger frisch, bei starkem Wind oder Schneefall werden sie so sogar geschützt und nicht selten sind sie als unweigerliche „Heimatstrecke“ bis ins Tal ein schöner Abschluss eines Skitages. Ein echtes Highlight unter den bewaldeten Abfahrten liegt an der Mutterer Alm in der Olympia SkiWorld Innsbruck. Die anspruchsvolle Götzner-Abfahrt war die Ersatzabfahrt der Olympischen Spiele 1964 und 1976 und zählt zu den schönsten Pisten in Österreich. Sie führt als rote Piste von der Nockspitze hinunter nach Götzens.

Die FIS-Speedrennstrecke oberhalb der Götzner-Abfahrt bietet ein tolles Panorama

Im Freeride-Eldorado Frankreich schlägt man sich gerne mal abseits der Pisten in den Wald. Im südlichen Teil der Westalpen gibt es gleich ein ganzes Skigebiet, das den Wald schon im Namen trägt: La Forêt Blanche, zu Deutsch „der weiße Wald“. Der üppige Lärchenbestand reicht hier bis über 2.000 m Höhe, so dass das Skigebiet um die Skiorte Vars und Risoul zahlreiche von Wald gesäumte Abfahrten sowie interessante Tree-Runs für Freerider bietet. Von Bäumen gesäumte Talabfahrten gibt es auch viele in osteuropäischen Skiregionen. Im Skigebiet Klínovec (dt. Keilberg) in Tschechien beispielsweise, dessen gleichnamiger Berg an den Fichtelberg und das deutsche Oberwiesenthal grenzt, führen sechs wunderhübsche Waldabfahrten an der Nordostseite ab. Auch im Skiareal Spindlermühle im Riesengebirge lockt der Wald, hier in Form einer 4 km langen Waldpiste. Im Böhmerwald, zum Beispiel am Špičák (dt. Spitzberg) in Železná Ruda fährt man ausschließlich durch üppig beschneite Tannenwälder.

Ab durch den Märchenwald Eine etwas andere Art der Waldpiste mit Unterhaltungswert bieten kinderfreundliche Skigebiete wie zum Beispiel der Silvapark in Galtür. Hier gibt es einen Märchenwald, den die Kids auf drei Trails entdecken können. Dabei winken Frau Holle und andere Märchengestalten vom Pistenrand. Die Schneepfade führen streckenweise durch das Gehölz und auf verwunschenen Wegen vorbei an Hexen und Waldgeistern. Sogar ein Hexenhäuschen steht dort, in dem beim Hindurchfahren das schallende Lachen der Hexe erklingt. In Obertauern lehrt der Wald den Kindern regelrecht das Fürchten, denn hier führt eine waschechte Geisterpiste zwischen den Bäumen hindurch. Unterhalb der Scheidberg-Bahn beginnt der Gruselpfad, durch den bunte Waldgeister an Baumstämmen geleiten. Auf der Ski-Geisterbahn gibt es ebenfalls eine abgedunkelte Gruselhütte zu entdecken.

Die Märchenpiste in Galtür führt unter anderem durch das Hexenhaus.

Abfahrt auf Biketrails In Serfaus-Fiss-Ladis wird vor allem für Freerider das Fahren durch den Wald zum Erlebnis. Oberhalb von Fiss wurde aus wintertauglich gemachten Biketrails der„Trailpark Waldbahn“ errichtet. Wo im Sommer die Mountainbiker entlang brettern, gleiten nun im Winter die Ski- und Snowboarder hinab. Die Skitrails tragen klingende Namen wie „Strada del Sole“, „Morning Glory“ und „Milky Way“. Wer lieber auf der präparierten Piste bleibt, fährt z. B. von der Bergstation der Alpkopfbahn eine attraktive rote Waldabfahrt hinunter nach Serfaus.

Die Skitrails oberhalb von Fiss sind in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt. © Bergbahnen Serfaus-Fiss-Ladis

Bewaldete Talabfahrten Nicht nur in dem Tiroler Familienskigebiet, sondern in zahlreichen Skigebieten gibt es Talabfahrten, die schon allein aufgrund ihrer Höhenlange bewaldet sind. Die 12 km lange Piste im französischen Valfréjus zum Beispiel führt zu großen Teilen durch bewaldetes Gebiet bis zur Talstation. Zahlreiche Serpentinen und schmale Spuren durch den Wald laden zu kleinen Ausflügen ins Unterholz ein. So manch einer hat hier schon einen natürlichen Mini-Kicker genommen. Auf den längeren flachen Abschnitten kann man einfach laufen lassen und das verschneite Waldidyll betrachten.

In Valfréjus geht es auch mal Off-piste durch den Wald.

Ebenfalls 12 km lang und im unteren Teil von Bäumen gesäumt ist die Talabfahrt vom Hintertuxer Gletscher. Sie beginnt ganz oben am Gletscher, kommt am Tuxer-Fernerhaus, an der Abfahrt „Unterm Eisbruch“ und an der Sommerbergalm vorbei und verläuft schließlich als Skiroute durch den Wald bis nach Hintertux. Auch in der Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental führt die Talabfahrt nach Scheffau auf einer besonders kurvenreichen Strecke durch den Wald. Und zu guter Letzt noch eine Empfehlung, die in einer Auflistung von außergewöhnlichen Waldabfahrten nicht fehlen darf: die Trametsch an der Plose. Mit 9 km Länge gilt sie als die längste Abfahrt in Südtirol und führt zum Großteil durch den Wald. Die Strecke besitzt einen eher sportlichen Charakter, mit weiten Carving-Passagen im oberen Abschnitt und engerer Streckenführung und teilweise kniffligen steilen Stellen im unteren Bereich. Eine herrliche Abfahrt für erfahrene Skifahrer – und eine schöne Waldabfahrt obendrein!

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