Gondel Spezial: Die etwas andere Art, Seilbahn zu fahren

14. November 2012 - SnowTrex

Als vor über 100 Jahren die ersten touristischen Seilbahnen in Europa ihre Arbeit aufnahmen, war der Gedanke, der dahintersteckte, simpel, das Konstrukt dafür umso komplexer. Mit fortschrittlicher Technik wurde es möglich, innerhalb kürzester Zeit Berghöhen zu erreichen, die sonst nur schwerlich per pedes erklommen werden konnten. Die Kohlererbahn im Südtiroler Bozen ist eines dieser anfänglichen Exemplare. Sie gilt als erste Alpine Seilbahn, die für den reinen Personentransfer gedacht war.

Mit Einsetzen des Skitourismus und seiner raschen Verbreitung seit den 1950er Jahren hielt ein neuer Grundgedanke bei der Errichtung von Seilbahnen Einzug. Nun ging es schließlich nicht mehr nur darum, dass man Urlaubern das Gebirge zugänglich machte, sondern wie viele Menschen man in kürzester Zeit befördern konnte. Anstehen wollte schließlich niemand gern. Im 21. Jahrhundert gilt dies noch mehr denn je, denn Jahr für Jahr strömen Millionen Wintersportler in die weltweiten Skigebiete. Längst sind Seilbahnen Hochleistungstransportmittel geworden. Allein in der Österreichischen Zillertal Arena können 80.000 Skiurlauber per Lift befördert werden – in einer Stunde! Das Ganze geschieht dann noch mit einer Geschwindigkeit von teilweise 10 Metern pro Sekunde und mehr. Da wirken die vor einem Jahrhundert maximal erreichbaren Werte doch eher überschaubar: 24 Personen pro Stunde und eine Fahrgeschwindigkeit von 1,6 m/s schaffte beispielsweise die Kohlererbahn.

Durch Tempo oder höhere Beförderungskapazitäten können sich Liftgesellschaften heutzutage also kaum noch auszeichnen. Die einen transportieren ihre Gäste sehr schnell, die anderen eben nur schnell. Damit jedoch nicht nur das Danach, sondern auch die Fahrt an sich wieder zu einem besonderen Erlebnis wird, so wie es in den Anfangstagen einmal war, haben sich einige Betreiber ein paar extravagante Ideen einfallen lassen.

In der Schweizer Gemeinde Stans z. B. können Touristen eine besonders luftige Seilbahnfahrt erleben. Denn seit diesem Jahr fährt die „CabriO-Bahn“ auf das 1.900 m hohe Stanserhorn. Das Besondere: Sie fährt „oben ohne“. Die doppelstöckige Bahn besitzt ein offenes Oberdeck und bietet Mitfahrern so die Gelegenheit, einen windigen, aber grandiosen Panoramablick zu genießen. Das Projekt wurde für seine Innovation bereits mit dem ersten Platz des „Milestone“, einem Schweizer Tourismus-Award, prämiert.

Im Hochzillertal werden besonders Fans der Automarke BMW ihre helle Freude haben. Zwar geht es nicht im leibhaften Automobil auf den Berg hinauf, dennoch kommt in der im 7er BWM-Stil eingerichteten Gondel beinahe authentisches Feeling auf. Zwei Personen finden in der Kabine Platz und machen es sich auf besten Ledersitzen bequem. Musikalisch untermalt wird das ganze durch ein Soundsystem. Dafür, dass die „Autofahrer“ auch auf angenehme Temperaturen kommen, sorgt eine integrierte Heizung. Da heißt es nur noch: Anschnallen und volle Fahrt voraus!

Wer auf den Großen Arber im Bayerischen Wald möchte und zufällig auch noch plant, zu heiraten, der ist in der Hochzeitsgondel goldrichtig. Märchenhaft kommt die Gondel daher, die ganz im Stile einer wunderschönen Hochzeitskutsche gestaltet ist. Imposant in roten und weißen Farben leuchtet sie bereits von Weitem zukünftigen Eheleuten entgegen. Selbst an zwei Pferde, die die Kutsche ziehen, wurde gedacht. Etwas weniger pompös, aber dennoch romantisch, präsentiert sich die Kuschelgondel. In der Bergstation angekommen, findet zum krönenden Abschluss natürlich eine richtige Trauungszeremonie statt. Ganz so, wie es sich für den schönsten Tag des Lebens gehört.

Quellen: www.focus.de

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