Fünf Mal familiär – Der Zauber kleiner Skigebiete

23. Dezember 2014 - Katharina Teudt

Es kommt nicht immer auf die Größe an. Kleine Skigebiete sind übersichtlich, preisgünstig und vor allem familiär. Es lohnt sich also, die überschaubaren Areale von 1 bis 20 Pistenkilometern ins Urlaubs-Visier zu nehmen.

Das Wichtigste sind glückliche Kinder. © Ruhpolding Tourismus GmbH

Ein ruhiges Ortszentrum, persönliches Ambiente und gelebte Gastfreundschaft sind die Pluspunkte, die kleine Skidörfer so angenehm machen. Hier herrscht kein Trubel und doch ist es nie langweilig – im Gegenteil. Oft gibt es in kleinen Skidörfern viele Stammgäste, die sich immer wieder dort treffen. Das ist immer ein großes Hallo und viel schneller als anderswo kommt man ins Gespräch, knüpft Kontakte und macht neue Freundschaften. Viele schätzen genau diesen familiären Zusammenhalt und so kommen vor allem Eltern mit Kindern gerne in diese Skiregionen. Sie fühlen sich als Familie willkommen, lernen schnell andere Familien kennen, lassen die Kleinen gemeinsam spielen und können sich mit anderen Eltern austauschen. Hinzu kommen die feinen Nuancen im Angebot, die Mama und Papa zu schätzen wissen. Da wären zum Beispiel betreute Winterspielplätze, Kinderteller auf den Speisekarten und Wickeltische in den Hütten. Praktisch sind auch die meist kurzen Wege zwischen Unterkunft, Lifteinstieg, Skischule, Rodelhang und dem abendlichen Freizeitangebot im Ort. Alles ist zu Fuß erreichbar und vergleichsweise einfach zu finden. Auch das Freizeitprogramm ist keinesfalls einseitig. Aktivitäten wie Rodeln, Pferdeschlittenfahrten oder Schlittschuhlaufen werden meist auch in den noch so kleinen Orten angeboten. Darüber hinaus können schon schlichte Spaziergänge am Abend zum Abenteuer werden. Ist die Stadtbeleuchtung in den Bergen gering, ist der klare Sternenhimmel nachts umso besser zu sehen. Ein Highlight für kleine und große Sternensucher.

Klasse statt Masse Zu den kleinen Orten gehören auch überschaubare Skigebiete, die oft zwar nur wenige Pistenkilometer besitzen, diese jedoch exzellent präpariert sind. Denn hier wird mit Klasse anstatt Masse gepunktet und viel Wert auf die Pistenpflege gelegt, die den großen Skigebieten in nichts nachsteht. Zudem sind kleinere Skiareale gerade für Eltern ein Segen. Der Übungshang ist von überall auf der Piste gut einsehbar und etwas größere Kinder können getrost mal eine Abfahrt alleine fahren. Schließlich trifft man sich immer wieder am Pistenende, am Lifteinstieg oder kommt auf der Hütte zusammen, ohne sich groß suchen zu müssen. Attraktiv sind weniger prominente Orte auch für Familien, die ihren Geldbeutel schonen möchten. Denn weniger Pistenkilometer bedeuten auch kleinere Preise. Je nach Liftanzahl und Pistenauswahl kostet eine Tagesliftkarte mancherorts nur um die 10 €.

Kinderland am Grünberg in Obsteig © Innsbruck Tourismus

Noch ein Vorteil: In kleineren Skigebieten kommen überwiegend Familien und Genussskifahrer zusammen. Meist gibt es keinen Snowpark, wo sich junge Wilde tummeln und auch das Après-Ski am Abend fokussiert sich auf geruhsame Aktivitäten wie das Beisammensitzen am Kamin anstatt auf feuchtfröhliche Partynächte. So finden Eltern mit kleinen Kindern und Ruhesuchende genau die friedvolle Stimmung, die sie sich wünschen. Nachfolgend fünf Beispiele für kleinen aber feinen Pistenspaß in familiärem Umfeld:

Obsteig in Tirol Mitte Das kleine, feine Obsteig liegt im Bezirk Imst auf einem herrlichen Sonnenplateau. Der ganze Stolz des Ortes ist das Kinderland am Fuße des Obsteiger Hausbergs, dem Grünberg (1.497 m). Der sanfte Hang mit 1 km Abfahrt ist für die ersten Skiversuche von Kindern und Einsteigern ideal geeignet und gleichzeitig für die Eltern gut überschaubar. Eine große, flache Winterspielwiese wartet auf Skianfänger, die gleich mit fünf Zauberteppichen auf den Hang transportiert werden, um sich an den vielen bunten Hindernissen zu versuchen. Der Grünberg-Schlepplift neben der Hauptpiste führt noch etwas höher, wo eine blaue Abfahrt mit 700 m Länge für erwachsene Einsteiger und leicht fortgeschrittene Ski- und Snowboardfahrer wartet.

Trins im Gschnitztal Ruhig gelegen im Gschnitztal, einem Seitental des Wipptals, bietet Trins einen guten Mix aus Ruhe und Pistenanschluss. Trins ist nur ca. 30 Kilometer von Innsbruck entfernt und liegt somit unweit von mehreren größeren Skigebieten. Gleichzeitig ist es in dem etwas abseits gelegenen Tal ruhig. Die Besonderheit im dortigen Skigebiet sind die stufenförmig am Hang liegenden Pisten. Das macht sie besonders übersichtlich und angenehm zu fahren. Für die Kleinsten gibt es einen Rutschhügel, einen Kinderspielplatz und eine Aufwärmstube mit Betreuung.

Kinderfreundlicher Hang an der Talstation in Trins

Ruhpolding im Chiemgau Das oberbayerische Ruhpolding ist vor allem als Langlauf-Destination und für den dort alljährlich stattfindenden Biathlon-Weltcup bekannt. Doch neben Nordic-Sportlern kommen hier auch Skifahrer auf ihre Kosten. Das Skigebiet Unternberg ist mit 2,5 Pistenkilometer absolut geeignet für Familien, lernende Kinder und Genussfahrer. Trotz geringer Gebietsgröße gibt es am Unternberg von künstlicher Beschneiung und mehreren Almhütten bis Flutlicht am Abend alle Annehmlichkeiten eines großen Skigebietes. Pluspunkt des kleinen Spots ist der Tiefschneehang oberhalb der Piste. Hier können erfahrene Freerider mit einem Sessellift bis auf die Unternberg Alm fahren und sich an der 3,6 km langen Skiroute gütlich tun.

Mark Eisenstein im Böhmerwald Das tschechische Dorf Železná Ruda (dt. Markt Eisenstein) liegt auf 750 m und nur ca. 3 km von der deutschen Grenze bei Bayerisch Eisenstein entfernt. Das Skigebiet Špičák (dt. Spitzberg) gehört mit seinen 8,5 km Piste zu den Wintersport-Zentren im Böhmerwald. Die Fläche wird auch wirklich optimal genutzt. Am Fuß des Špičák (1.202 m) empfängt das Pinguinland die Skianfänger, weiter oben warten blaue und rote Pisten und sogar eine schwarze Abfahrt auf Fortgeschrittene. Außerdem kommen ein Snowpark und eine beleuchtete Piste hinzu. Pluspunkt ist die Nähe zum Skigebiet Arber gleich hinter der deutschen Grenze. Wer mit seinen Kindern eine kurze Autofahrt in Kauf nehmen möchte, gelangt nach nur 10 km zu den 15 km Abfahrt am Großen Arber.

Moderne Gondel in Bad Flinsberg © Ski & Sun Swieradow Zdroj Spa

Bad Flinsberg im Riesengebirge Der polnische Kurort Świeradów-Zdrój (dt. Bad Flinsberg) ist nicht nur für sein radonhaltiges Heilwasser bekannt, sondern auch für üppigen Schneefall und ein schönes, ruhiges Skigebiet. Die 4,6 Pistenkilometer verteilen sich auf zwei Berge und mehrere blaue und rote Pisten, die sich durch Waldschneisen gen Tal schlängeln. Neben Schleppliften dreht sich mit der Achtergondelbahn Heufuder auch eine moderne Liftanlage und dutzende Schneekanonen unterstützen den ohnehin reichlich fallenden Naturschnee. Auch das beliebte Nachtskifahren ist hier möglich. Die 2,5 km Strecke ist eine der längsten Flutlichtpisten Polens.

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