Freeriding – nichts für Anfänger!

16. März 2011 - Katharina Teudt

Der Begriff „freeriden“ bezeichnet das Skifahren und Snowboarden abseits der markierten Pisten, das Fahren durch unberührten, unpräparierten Schnee. Bekannte Skiorte, die abwechslungsreiche Freeride-Pisten anbieten, sind Chamonix in Frankreich, Zermatt und Engelberg in der Schweiz sowie der Arlberg in Österreich.

Für viele Ski- und Snowboarder hat die Vorstellung, einen einsamen, tief verschneiten Hang elegant zu bezwingen und als erster seine Spuren im Schnee zu hinterlassen, etwas von Romantik und Abenteurertum. Dennoch sollten sich alle, die sich auf dieses Wagnis einlassen, der vielen Risiken bewusst sein und Schutzmaßnahmen treffen.

Die wichtigste Vorkehrung kann der Fahrende selber leisten: eine kritische Einschätzung seiner Fahrkünste und das bedächtige Vorgehen beim freeriden. Allseits bekannt ist die Gefahr von Lawinenabgängen auf unpräparierten Pisten. Doch auch wenn das Internet und Radiosender in den Skigebieten Lawinenwarnungen ausgeben, so kann die Lawinengefahr eines Hanges an verschiedenen Stellen durchaus unterschiedlich sein. Zusätzlich sollten auch Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Schneedecke, der Außentemperatur und der Hangneigung in Betracht gezogen werden. Zu diesem umfangreichen Thema gibt es viel gute Literatur, mit der man sich wichtiges Wissen aneignen kann.

Man sollte auf keinen Fall alleine die Hänge befahren, denn bis zur Rettung aus einer Lawine können durchaus mehrere Stunden vergehen. Mitfahrer können diese Zeitspanne stark begrenzen, was lebensrettend sein kann, da nur 50% aller Verschütteten länger als 30 Minuten unter einer Lawine überleben.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausrüstung. Dazu zählen neben den schon weit verbreiteten Protektoren ein LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuch-Gerät), eine Lawinensonde und eine Lawinenschaufel, mit welcher man schnell effektive Hilfe leisten kann. Eine weitere Schutzmöglichkeit sind die sog. Airbag-Rucksäcke. Wird an einer Reißleine gezogen, so entfalten sich Luftsäcke überhalb des Rucksacks, die ein Untergehen in den Schneemassen verhindern und ein „Schwimmen“ auf der Lawine ermöglichen sollen. Solange man als Urlauber ein Skigebiet mit freeride-Pisten besucht, sollte stets ein erfahrener Skiführer die geplanten Touren begleiten. Dessen Tipps und Hilfestellungen sind im Gefahrenfalle sicherlich mehr wert als alles angelesene Wissen.

Die vielen Sicherheits- und Gefahrenhinweise sollen den interessierten Leser dieses Blogs aber nicht vom Fahren abhalten. Skifahrer, die sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind und sich mit Informationen und Schutzmaßnahmen vorbereitet haben, werden sicherlich viele spektakuläre Abfahrten erleben.

Quellen:

de.wikipedia.org www.carving-ski.de

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