Exotische Skigebiete – Südamerika

11. Juli 2008 - Katharina Teudt

Für unsere lockere Reihe „Exotische Skigebiete“ gehen wir heute nach Südamerika. Für uns ist das exotisch und weit weg (mit „vertauschten“ Jahreszeiten). Für gut verdienende Südamerikaner ist Wintersport jedoch gar nicht so ungewöhnlich.

Argentinien

In der argentinischen Provinz Mendoza findet man beispielsweise, eingehüllt in ein herrliches Panorama aus Bergseen und erloschenen Vulkanen, das Skigebiet Las Leñas. Auf bis zu 3400 Metern und insgesamt 27 Pisten kann man von Mitte Juni bis Mitte Oktober uneingeschränkten Skispaß erleben. Vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld. Denn für einen Vollzahler können in der Hauptsaison pro Woche umgerechnet rund 1000 Euro für Liftnutzung und Hotel anfallen.

Bis vor einigen Jahren fand in Las Leñas sogar der Ski-Weltcup statt. Darüber hinaus ist das „Sankt Moritz der Anden“ auch sehr beliebt bei Snowboardern, Freunden des Heliskiings sowie feierwütigen Aprés-Ski Liebhabern der gehobenen Preisklasse.

Etwas ganz besonderes kann man erleben, wenn man einen Ausflug nach Feuerland unternimmt.

Ausgehend von der Hauptstadt der Provinz Feuerland, Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, besteht die Auswahl zwischen 9 Skigebieten, die in maximal 36 km zu erreichen. Teilweise sind sie sogar ganzjährig geöffnet. Darunter befindet sich auch das südlichste Skigebiet der Welt mit einer Höhenlage von 195 – 1057 Metern – Cerro Castor. Ein wahrer Genuss für Naturliebhaber, denn der beliebte Skiort befindet sich inmitten des eindrucksvollen Feuerland-Nationalparks am südlichen Berghang. Diese ausgezeichnete Lage ermöglicht uneingeschränktes Schneevergnügen und die längste Wintersaison Südamerikas.

Ein modernes Liftsystem macht die 15 Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade mit insgesamt 17 Pistenkilometern leicht zugänglich.

Freunde des Außergewöhnlichen können sich von Schlittenhunden durch die eisig glitzernde Landschaft ziehen lassen, oder beim Eiswandklettern an ihre Grenzen stoßen.

Ein weiterer traditioneller Skiort in Argentinien, auf einer Höhenlage von 1050 – 2000 Metern, ist das bei Bariloche gelegene „Cerro Catedral“. Der Ort verfügt über eine sehr gute touristische Infrastruktur und ist unterteilt in zwei Skigebiete, für die jeweils ein extra Skipass benötigt wird. Besuchern stehen 27 Lifte für 47 präparierte Abfahrten mit insgesamt 70 Pistenkilometer zur Verfügung.

Hier findet jeder die für seinen Erfahrungsgrad angemessene Piste. Snowboardern bietet das Skizentrum 15 Abfahrten auf 140 Hektar zum austoben. Nach einem anstrengenden Tag im Schnee besteht die Möglichkeit, in einer der zahlreichen Lokalitäten den Abend ausklingen zu lassen, oder in der Disko nochmal richtig Spaß zu haben.

Chile

Andere Skigebiete und landschaftliche Highlights begegnen uns in Chile. Während in Europa der Sommer ausbricht, stürzen sich hier am anderen Ende der Welt leidenschaftliche Winterfans die Pisten hinunter.

Thermas de Chillán ist nicht nur ein besonders beliebtes Skigebiet in Chile, es zählt sogar zu den besten Südamerikas. In dem 1650 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Skiort besteht die Auswahl zwischen 28 Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade und einer Gesamtlänge von 35km. Darunter findet man auch die mit 13km längste Abfahrt Südamerikas „Las Tres Marias“, die einen Höhenunterschied von 1100 Metern zu verzeichnen hat.

Darüber hinaus sind insgesamt 9 Lifte im Einsatz, die sich ihren Weg durch die verschneiten Berge Thermas´bahnen. Ihr Weg führt unter anderem bis hoch an die Bergspitze der über 3000 Meter hohen Vulkane „Nevado Grande“ und „Nevado Viecho“. Von hier aus gibt es eine beeindruckende Abfahrt durch wunderschöne Urwälder.

Ein weiteres Skigebiet mit einer guten touristischen Infrastruktur ist Valle Nevado – das größte Skigebiet Chiles. Das Urlaubsziel befindet sich nur 1,5 Autostunden von der Hauptstadt Santiago entfernt. Es liegt auf einer Höhe zwischen 2860 – 3670 Metern.

Wintersportler haben die Auswahl zwischen 13 modernen Liftanlagen und insgesamt 37 km präparierter Pisten. Für Snowboarder gibt es sogar eine geprüfte Halfpipe, die regelmäßiger Pflege und Wartung unterliegt. Darüber hinaus finden Tiefschneefans zahlreiche Möglichkeiten.

Ein Abenteuer der ganz besonderen Art kann man in Portillo erleben. Das bis zu 3322 Meter hochgelegene Skigebiet verfügt über 25 Pisten und 13 Liftanlagen, unter denen sich die beiden weltweit einzigen „Va et Vient Seillifte“ (franz. für „Kommen und Gehen“) befinden.

Optisch gesehen wirkt dieser Lift wie eine Kombination aus Sessel- und Schlepplift. Diese Form des Lifttransports mag manch einem Schneeliebhaber sogar spannender erscheinen als die eigentliche Abfahrt, denn aufgrund des zügigen Tempos ist ein Vergleich zum Wasserskisport durchaus einleuchtend und ein hoher Spaßfaktor garantiert.

Also, auch in Südamerika gibt es alles, was das Wintersportlerherz begehrt! Alle, die gerne mal etwas Neues ausprobieren möchten, sind hier genau richtig!

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