Exotische Skigebiete – Hawaii

6. November 2008 - SnowTrex

Aus gegebenem Anlass begeben wir uns heute im Rahmen unserer Reihe „exotische Skigebiete“ auf die Insel, auf der der designierte Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, das Licht der Welt erblickt hat: Hawaii.

Skifahrerin im Bikini.

Auch wenn es überraschen mag: Unter Skifahrern ist die Traumdestination Hawaii mit seinem beiden über 4.000 m hohen Vulkanen Mauna Loa und Mauna Kea kein unbeschriebenes Blatt. Ich wollte Näheres wissen und stelle im Folgenden das Skigebiet auf dem 4.214 m hohen Mauna Kea, übersetzt „Weißer Berg“, näher vor. Für Urlauber ist Hawaii eine Ganzjahresdestination mit Temperaturen von 23° – 28°, wobei die Skisaison von Dezember bis Ende März dauert.

Das Schöne am Skifahren auf Hawaii ist sicherlich, dass man vormittags mit 360°-Rundumsicht abfahren und bereits nachmittags an einem traumhaften Pazifikstrand ausspannen kann. Vom Mauna Kea aus erreicht man die Strände der Westküste rund um Kona in zwei Stunden.

Skifahrern, die gut ausgebaute Skigebiete mit allem Drum und Dran gewohnt sind, sei vorweg gesagt, dass Hawaii nichts dergleichen bereithält, es gibt weder Lifte noch Hütten auf den unpräparierten Pisten, keinen Materialverleih und keine  Übernachtungsmöglichkeiten. Als Zufahrtsstraße zu den Abfahrten existiert lediglich ein Schotterweg, der fast bis auf den Gipfel führt und primär die sich dort befindlichen astronomischen Observatorien versorgt. Neun Nationen sind an diesen Anlagen beteiligt, die zu den weltweit größten gehören.

Zwei Probleme sind vorherrschend beim Skifahren auf Hawaii: zum einen die sehr schwierige Vorhersagbarkeit des Wetters, zum anderen die Sicherheitslage.

Laut Webseite des Hawaii Ski Clubs ist der Schneefall sehr unregelmäßig und man weiß nie genau, wie lange die Pisten befahrbar sind. Zudem wehen oft starke Winde, die das Erreichen der Pisten und das Skifahren unmöglich machen. Man benötigt entweder einen eigenen Allrad-Geländewagen und einiges an fahrerischem Können, um die „Bergstationen“ zu erreichen oder man mietet sich einen solchen Geländewagen samt Fahrer. Die Lava-Skipisten sind ebenfalls unbefestigt, es kann wegen der Lavabrocken zu Materialschäden kommen, weshalb es für dieses auch keinen Verleih gibt. Zudem werden aus Sicherheitsgründen keine Gruppenskireisen auf den Vulkan mehr angeboten, da es zu mehreren Unfällen gekommen ist. Oft wird zu schnell gefahren, sodass Lavafeldern nicht mehr ausgewichen werden kann. Da immer wieder mit dem Auto zur Piste hochgefahren werden muss, können teilweise je nach Wetterbedingungen nicht mehr als zwei bis drei Abfahrten täglich in dem etwa 100 Quadratmeilen großen Skigebiet absolviert werden.

Sofern man also in Hawaii Urlaub macht und die erwähnten Schwierigkeiten einkalkuliert, bietet sich der Mauna Kea mit seiner mondähnlichen Landschaft und seinem Panoramablick für einen spontanen Skitrip definitiv an – ein Urlaubserlebnis, von dem man noch lange erzählen kann.

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