Exotische Skigebiete: Grönland

8. August 2013 - Nina Vogt

Dramatische Gletscher, klare, arktische Luft, Eisberge in allen Formen und Größen – die unberührte Natur Grönlands kann einem den Atem rauben. Nur knapp 19 Prozent der Fläche der größten Insel der Welt sind nicht von Eis bedeckt. Kaum vorstellbar für uns Europäer. Doch was noch weniger vorstellbar ist: In Grönland gibt es trotzdem nur wenige Skigebiete – zumindest in dem Stil, wie Europäer und Amerikaner sie kennen. Kaum moderne Liftanlagen, wenige präparierte, gar beschneite Pisten. Dafür aber schier unendliche Möglichkeiten, die unberührte Landschaft aus Eis und Schnee ohne Schnickschnack zu genießen.

 

© Jesper Regin / Visit Greenland

Es sind vor allem zwei Regionen, die mittlerweile nicht mehr nur Abenteurer nach Grönland ziehen, sondern auch Wintersportler: die Gebiete um Maniitsoq und Uummannaq. „Unebener Ort“ ist treffender Weise die Übersetzung für Maniitsoq. Das Gebiet rund um die Siedlung in West-Grönland ist ein Freerider-Paradies. Nur wenige Kilometer entfernt liegt beispielsweise das Apussuit Adventure Camp. Ein Skiresort mit direktem Zugang zum Apussuit Gletscher, auf dessen Plateau seichte Hügel zwischen 800 und 1.100 m Höhe auch Strecken für weniger erfahrene Wintersportler bieten. 250 qkm Fläche stehen Wintersportlern hier offen. Doch in dem Gebiet finden sich auch anspruchsvollere Freeride-Strecken für Skifahrer und Snowboarder – am Kangerlussuaq Gletscher zum Beispiel, den man per Schneemobil erreicht. Die besten Cross-Country-Skifahrer trainieren rund um Apussuit, aber auch das norwegische Langlauf-Team, das auf dem Gletscherplateau optimale Bedingungen vorfindet. Wer in das weite Hinterland vordringen möchte, nutzt den Helikopter. Der Vorteil beim Heliskiing: Die Gebiete liegen nicht so hoch wie in Europa oder den USA. Die Luft ist also sauerstoffhaltiger und die Puste geht den Wintersportlern garantiert nicht so schnell aus. Ebenfalls nicht weit von Apussuit entfernt liegt Kangaamiut, wo die Abfahrten bis hinunter zum Wasserufer führen.

Eines der gletscherreichsten Gebiete ist Uummannaq im Nordwesten der Insel. Skifahren gehört hier zu den normalen Fortbewegungsarten. Daher ist die Region als Heliski-Gebiet sehr beliebt. Wintersportler fahren hier teilweise auf Eisfjorden. Besonders schöne Abfahrten bietet zum Beispiel der Sernersuaq Gletscher. Heliskiing-Ausflüge auf die Gletscherzungen sind ein Erlebnis der Extraklasse.

 

© Jesper Regin / Visit Greenland

 

Wer eine derartige Weite genießen kann, der lässt sich nur ungern auf begrenzten, präparierten Pisten „einsperren“. Und so gibt es in Grönland nur wenige von dieser Sorte. Doch auch hier muss es schließlich Anfänger geben. In der Hauptstadt Nuuk und in Sisimiut finden sie kleine Reviere für die ersten Schwünge. Zwei Lifte gibt es nahe der Hauptstadt Nuuk. Hinzu kommen ein Anfänger-Skigebiet sowie ein Gebiet mit 3 Liften in Sisimiut. Im Cross Country Ski Center von Sisimiut sind die Routen zumindest markiert, wenn auch nicht präpariert. Strecken zwischen 0,5 und 7,5 km stehen hier zur Verfügung.

Sisimiut ist allerdings weniger bekannt für die Pisten, sondern für ein Sportevent, das die Teilnehmer eben doch wieder in die freie Natur führt. 3 Tage, 160 km – das Arctic Circle Race ist das härteste Langlaufrennen der Welt und führt seit 1998 jährlich in der Nähe von Sisimiut an Grönlands Westküste entlang.

Das Langlaufrennen findet im März oder April statt. Dank der Gletschergebiete dauert die Wintersportsaison in Grönland aber das ganze Jahr. In manchen Monaten sogar den ganzen Tag: Dank der Mitternachtssonne etwa ab Ende April verwandeln sich die Tiefschneehänge in natürliche Flutlichtpisten. Ein einzigartiger Anblick.

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