Exotische Skigebiete: Georgien

8. Mai 2014 - Nina Vogt

Wenn ein Fünftel der Fläche eines Landes mit Bergen bedeckt ist, dann liegt es nahe, dass es auch Skigebiete gibt. Und trotzdem haben wir selten Georgien auf dem Schirm, wenn wir an Skiurlaub denken. Und das ist schade. Denn Georgien mag nicht mit riesigen Resorts und Hunderten von Pistenkilometern auftrumpfen können. Dafür aber mit Unmengen von Freeride-Strecken. Zum Heliskiing muss niemand mehr unbedingt nach Kanada fliegen. Auch in Georgien gibt es zahlreiche Anbieter, die Wintersportler per Helikopter auf die teils mehr als 5.000 m hohen Gipfel des Großen und des Kleinen Kaukasus bringen. Bis zu 4 m Schneefall im Winter sorgen für optimale Bedingungen im unberührten Gelände. Ein Paradies für Freerider.

Und so ist das größte der georgischen Skigebiete, Gudauri, auch nicht nur für seine rund 50 km markierten Pisten und die 7 Lifte bekannt, sondern auch für die Freeride-Möglichkeiten im und rund um das Gebiet. Etwa 120 km von der georgischen Hauptstadt entfernt liegt Gudauri. Das Skigebiet an den Bergen Kudebi und Sadzele reicht von 1.990 m bis auf 3.006 m hinauf. Knapp mehr als die Hälfte der Strecken ist als mittelschwer gekennzeichnet. Auch einen Anfängerbereich und einen Snowpark gibt es. Das wahre Abenteuer, das beginnt allerdings abseits der Pisten. Ortsansässige Heliski-Unternehmen bringen die Wintersportler zu den besten Spots in dem Freeride-Paradies. Beliebte Gebiete sind etwa der Kasbek, Georgiens dritthöchster Berg (5.047 m), die Trusso-Schlucht, die Liachwi- und die Kasani-Schlucht, das Mepiskalo-Plateau und die Gudamakari-Schlucht.

Als „sowjetisches Davos“ bezeichnete man früher den georgischen Wintersport-Ort Bakuriani in der Nähe der Bäder-Stadt Borjomi. Am Hausberg Kochta Gora gibt es Schlepp- und Sessellifte sowie 16 Pisten für Wintersportler. Auch über eine Snowtubing-Strecke und einen Eisplatz verfügt das Resort.

Mit diesen beiden Resorts und einigen kleineren Gebieten ist die Vielfalt der Skigebiete in Georgien bereits ausgeschöpft. Bedauern werden das jedoch die wenigsten Schnee-Fanatiker. Denn wer braucht schon Pistenmarkierungen, wenn er die Freiheit im unberührten Gelände genießen kann. Sicher, das Heliskiing hat auch in Georgien seinen Preis. Mit denen etwa im fernen Kanada sind sie – auch dank der kürzeren Anreise – jedoch nicht zu vergleichen. Also: Auf ins Abenteuer an der Nahtstelle zwischen Europa und Asien!

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