Kleiner Ort ganz groß – der 1. Solarskilift der Welt in Tenna, in der Schweiz

5. Dezember 2012 - SnowTrex

Umweltschutz ist auch in vielen Skigebieten seit längerer Zeit ein Thema. Viele Wintersportorte sind auf der Suche nach Möglichkeiten die Natur und Landschaft in der und von der sie leben aktiv zu schützen und zu erhalten.

Die einen setzen dabei auf die Bereitstellung eines gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes, um die Wintersportgebiete und Straßen vom Urlaubsverkehr zu entlasten. Die anderen versuchen ihre Urlaubsgäste bereits in den Hotels für Umweltschutz zu sensibilisieren. Ein kleines Skigebiet im Safiental in der Schweiz geht sogar noch einen Schritt weiter. Neben der Luft- und Umweltverschmutzung durch den Verkehr und die Touristen, belasten die Liftanlagen in jedem Skigebiet die Natur – unabhängig davon wie viele Besucher pro Tag sie befördern.

Tenna, ein kleines Dorf im Kanton Graubünden, installierte aus diesen Gründen im Jahr 2011 den ersten Solarskilift in den Bergen.

Die Idee zu dieser Weltneuheit, die tatsächlich ausschließlich mit Solarstrom betrieben wird, entstand aus einer Not heraus. Nach 41 Jahren Laufzeit quittierte der alte Lift den Dienst und es musste für Ersatz gesorgt werden. Die Bedingungen zur Finanzierung eines neuen Liftes durch die Genossenschaft Skilift Tenna standen jedoch auch fest – umwelt- und ressourcenschonend sollte er sein. Daher entschied man sich zu diesem weltweit einzigartigen Projekt.

Herausgekommen ist eine hochmoderne Solaranlage, die sich nicht nur selbst versorgt, sondern auch noch einen Überschuss produziert. Dank einer speziellen Seilkonstruktion folgen die einzelnen Solarmodule dem Lauf der Sonne, was eine derartige Energieproduktion möglich macht. Sollte mangels Sonnenstunden nicht ausreichend Energie erzeugt werden können, wird auf Energie aus Wasserkraft zurückgegriffen. Diese würde dann von einem externen Anbieter dazu gekauft. Auch hier bleibt das Skigebiet Tenna also seiner Überzeugung treu.

Die Überschüsse, die der Skilift erzeugt, fließen allesamt ins örtliche Elektrizitätswerk. Dies führt zu  zusätzlichen Einnahmen für die Liftbetreiber. In einer schlechten Saison mit wenig Schnee ist das Gebiet dadurch finanziell abgesichert.

Das einzige Problem, was die Produktion von Solarenergie aufwirft, ist die Frage nach der Energiespeicherung. Eine umweltfreundliche Speicherung ohne Batterien ist bislang nämlich noch nicht möglich. Allerdings ist man sich des Problems bewusst und möchte, sobald es technisch machbar ist, Abhilfe schaffen.

Das Skigebiet Tenna ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man durch zukunftsorientierte Projekte die Kosten eines Skigebietes senken bzw. die Einnahmen sogar steigern kann, gleichzeitig die Umwelt schont und zusätzlich Gäste anzieht.

Daher wäre es wünschenswert, wenn sich in Zukunft viele Skigebiete dem Beispiel des kleinen Skigebietes in der Schweiz anschließen würden.

© Solarskilift.ch
© Solarskilift.ch

 

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