Ein Skitag im Zillertal: Kaltenbach und Hochfügen

28. Februar 2008 - SnowTrex

Dafür würden uns viele für verrückt erklären: Für einen Skitag in die Alpen – von Köln über Nacht in unserem Busshuttle ins Zillertal, sechs Stunden Skifahren, zwei Stunden Après-Ski – und dann wieder über Nacht zurück nach Köln. Ein paar Mal pro Winter nutzen SnowTrex-Mitarbeiter die Möglichkeit, kostenlos mit dem SnowTrex-Bus einen Kurztripp zu unternehmen und sich damit weiterzubilden. Wieder mit von der Partie: Kumpel Niels, der schon den Artikel über unseren Skiurlaub in Andorra geschrieben hat. Hier sein Erlebnisbericht:

„Abends Abfahrt in Köln, früh morgens Ankunft im Skigebiet und ab auf die Piste und abends wieder mit dem Bus zurück. Das bedeutet also insgesamt gut 30 Stunden Intensiverlebnis, Schlafmangel nicht (immer) ausgeschlossen. Auf dieses Szenario stellten wir uns ein, als die SnowTrex-Mitarbeiter Matthias aus dem Marketing, fünf Kolleginnen aus dem Verkauf und ich als ein Studienkollege von Matthias uns um 21.15 Uhr von Köln Deutz auf den Weg ins Zillertal machten. Ich selbst als Blogger hatte Glück, dass im Bus noch ein Platz frei war und sich auch noch ein freier Skipass für mich fand. Der Bus bot einen für Fernreisen entsprechenden Komfort, (wo natürlich die Toilette nicht fehlen durfte). Zu erwähnen sei auch, dass die Getränkepreise mit 1,5 € für 0,33l Bier und 1 € für Kaffee (1,50 €) durchaus moderat waren. Zudem gab es zum Auftakt erst einmal einen Film zu sehen. Nach Abstimmung fiel die Wahl fast einstimmig auf „Roadtrip“, ein sehr passendes Szenario und man blieb wach. Wir fuhren mit ein paar Pausen die Nacht durch und erreichten morgens um 7.30 Uhr Fügen, wo die ersten Gäste aus unserem Bus ihr Quartier bezogen. Schön anzusehen war die neben der Strecke herführende Schmalspurbahn, die bis Zell am Ziller führt. Wir selbst fuhren weiter in den kleinen Ort Stumm, wo ein Skibus alle 30 min zur Talstation nach Kaltenbach (und retour) fährt. Dies war auch der Ausgangspunkt unseres Skitags. Im Skiverleih mit dirktem Zugang zum Gondeleinstieg konnte auch im mich mit einem Paar Skier versorgen.

Seit der Saison 07/08 gibt es eine neue 8er-Gondel, die parallel zur 4er-Gondel verläuft. Oben angekommen haben wir uns erstmal an einer großen Panoramakarte orientiert: Kaltenbach liegt auf 558 m Höhe am Fuß des Skigebiets Hochzillertal-Kaltenbach, das bis auf 2.501 m Höhe hinaufgeht und mit dem benachbarten Gebiet Hochfügen durch Liftanlagen verbunden ist. Das Gesamtgebiet firmiert unter dem Slogan „SKi-Optimal“. Freuen konnten wir uns auf 155 km Pisten und 35 fast ausnahmslos topmoderne Lifte.

Damit wir nicht kalt in den Tag starten, wurden wir von Matthias erst einmal mit Skigymnastik auf die ungewohnte Belastung vorbereitet. Erst jagte er uns in voller Montur den Berg hoch und wieder runter. Auf Betriebstemperatur gebracht, konnten wir dann mit Dehnübungen fortfahren. Mit Oberschenkel-aneinanderdrücken und sich-in–einem-Kreis-jeweils-auf-die-Knie-des-Hintermanns-setzen, kam auch hier schon mal ein kuscheliges Gemeinschaftsgefühl auf. Mit einem kräftig gebrüllten „Ski heil“ konnten wir dann voll motiviert dem Tag entgegensehen.

Um 10.45 Uhr fuhren wir los mit Ziel auf den höchsten Punkt in 2501 Metern. Der Wettergott war uns sehr gesonnen und unter größtenteils blauem Himmel ging es eine gemütliche blaue Piste nach Marendalm runter zum 6er Sessel „Sonnenjet“, der uns geschwind auf 2.360m brachte. Eines fiel uns sofort positiv auf: die Schneeverhältnisse und die Pistenpräparierung. Bei relativ milden Temperaturen – ein paar Grad über null – war der Schnee sehr griffig und auch böse Überraschungen in Form von Unebenheiten oder vereisten Teilstücken blieben aus. Über eine blaue Piste ging es weiter zum „Wedelexpress“, einem weiteren 6er-Lift, der uns auf den höchsten Punkt brachte und gleichzeitig die Verbindung zum zweiten Skigebiet Hochfügen darstellt und für die Rückfahrt durch die Gondelbahn „Zillertal Shuttle“ erschlossen ist.

Anschließend ging es für uns mit dem 8er Jet, einer Gondelbahn, weiter zur 8er Alm in der Nähe des Gipfels von Hochfügen, wo wir auf der Hütte unser Mittagessen einnahmen. Die geräumige Hütte hatte eine große Terrasse zum Entspannen und man hatte passend dazu eine großzügige Auswahl an Gerichten. So gab es neben dem üblichen Gulasch und Pommes natürlich auch Kaiserschmarrn und im ersten Stock eine Pizzeria. Nach einer ausgiebigen Pause ging es flugs wieder in das Skiareal von Kaltenbach, da wir in der kurzen Zeit möglichst alles sehen und auch noch den lohnenswerten Westteil erkunden wollten.

Gegen 15 Uhr erreichten wir schließlich den „Schnee-Express“, womöglich die Zukunft des Liftfahrens, denn es handelt sich hier um die erste beheizte 8er Sesselbahn im Zillertal, die erst in der Saison 2006/07 in Betrieb genommen wurde. Auf den beheizten Sitzkissen stellte sich auch sofort ein, für das Liftfahren ganz ungewohntes, aber angenehmes Wärmegefühl ein, was wohl insbesondere bei weit niedrigeren Temperaturen einen besonderen Luxus darstellt.

Um 15.30 Uhr, also gerade noch rechtzeitig vor Liftschluss, erreichten wir die Kristallhütte mit dem „Panoramalift“, dem einzigen Schlepplift des gesamten Tages. Nomen est omen: Hier oben hat man das vielleicht schönsten Panorama des Zillertals: Der Blick schweift von der gegenüberliegenden Talseite mit dem Pisten von Zell am Ziller/Gerlos weiter zum Penken und dem Ahorn oberhalb von Mayrhofen bis hin zum Olperer, dem König am Tuxer Gletscher. Auf der Terrasse kann man sich der Atmosphäre ganz entspannt in Liegestühlen hingeben. Musikalisch begleitet wurde diese Stimmung diesmal nicht vom Anton aus Tirol, sondern man setzte zur Abrundung eines schönen Skitags auf Ambiente und Trance. Aber auch das Innere der Hütte ist definitiv einen Besuch wert. Um einen großen Kamin mit warmer Glut kann man sich auf einem Sofa niederlassen. Die Getränkepreise fanden wir überraschend niedrig. Matthias bekam sein 0,5l Zillertaler Pils für 3,40 €. Wer also „Ski-Optimal“ besucht, dem sei die Kristallhütte mit ihrem Panorama unbedingt ans Herz gelegt. Die Kristallhütte wurde – hörthört – zur besten Skihütte der Welt gekürt.

Aber auch der schönste Skitag geht einmal zu Ende und so fuhren wir denn ab zur Talstation Kaltenbach, was noch mal eine schöne Herausforderung war: Der Lokalmatador der Region, der ganz aus der Nähe stammende Stephan Eberharter, gab u. a. der Talabfahrt ihren Namen, die „Stephan Eberharter Goldpiste“. Als rote Piste gekennzeichnet ist sie die einzige Abfahrt nach Kaltenbach, sofern man nicht mit der Gondel abfahren möchte. Viele Buckel und schmale Traversen machten klar, dass wir uns den ersehnten Après-Ski erst einmal würden verdienen müssen. Mit brennenden Oberschenkeln kamen wir schließlich zum ersehnten Après-Ski. Es gab sogar drei Stellen an der Talstation, wo man sich an die Boxen stellen und Getränke ordern konnte. Wir fingen an einer ruhigeren Ecke an, doch Matthias und ich drängten bald zum Aufbruch zur „Postalm“, einer Hütte, die ohren- und augenscheinlich die meiste Gaudi bietet. Die Terrasse war voll und man konnte gut zur Musik schunkeln. Übertroffen wurde das nach Betreten der brechend vollen Hütte, wo wir von zwei Gogo-Tänzerinnen überrascht wurden, die wir hier zu dem Zeitpunkt gar nicht erwartet hätten. Dieses Schauspiel wiederholt sich in der „Postalm“ jeden Dienstag und Samstag, dazu heizt ein DJ die Stimmung an. Der letzte Skibus zurück nach Stumm fuhr um 18 Uhr. Wir aber wollten noch ein bisschen das Hüttenleben genießen und nahmen schließlich ein Sammeltaxi für die Rückfahrt nach Stumm.

Nach diesem erlebnisreichen Tag ging es gegen 20 Uhr zurück nach Köln. Wir waren natürlich alle ziemlich geschafft und haben die Rückfahrt mehr oder weniger verschlafen, auch hier gab es noch einen Film zu sehen. Der Busfahrer beeilte sich jedenfalls und wir kamen bereits gegen 5 Uhr morgens wieder in der Heimat an.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich beim Skigebiet Kaltenbach/Fügen um ein sehr professionell betreutes Skigebiet mit modernsten Liftanlagen handelt, von denen viele erst in den letzten Jahren in Betrieb genommen wurden. Zudem sei das Gebiet speziell für Carver empfohlen, da die Pisten neben guter Präparierung und wenigen Unebenheiten, vielfach sehr breit sind, eine gleichmäßige Neigung haben und damit große Schwünge erlauben. Zudem sind sie für alle Könnerstufen geeignet. Der Anfänger findet genug blaue, der Könner genug schwarze Pisten vor. Eine Besonderheit sind die Kunstwerke, überdimensionale Fliegen und Käfer aus Stahlrohr, die über das Skigebiet verteilt immer mal wieder am Pistenrand zu sehen sind.

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