Auf den Spuren der Profis: Berühmt-berüchtigte Weltcup-Pisten

29. Oktober 2013 - Nina Vogt

An diesem Wochenende ist es soweit: Die Elite des Skisports startet in den jährlichen Weltcup-Zirkus. In Sölden startet am Samstag, 26. Oktober, der erste Riesenslalom der Damen, am Sonntag folgen die Herren. Anlass genug, einmal auf den Spuren des Mythos Weltcup zu wandeln. Denn sind Sportler und Zuschauer einmal weitergezogen zum nächsten Austragungsort, bleibt die Weltcup-Strecke – als „Mutprobe“ für jeden ambitionierten Hobby-Wintersportler. Die berühmtesten, berüchtigtsten und die meistbefahrenen haben wir hier zusammengestellt:

Auf der Kandahar © Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG/Farys

lauberhorn-abfahrt-(wengen)“>Lauberhorn-Abfahrt (Wengen)

Sie gilt neben der Streif ebenfalls als sehr anspruchsvolle Piste – und das aus 2 Gründen. Die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen ist mit knapp 4,5 km die längste Strecke im Weltcup. Zudem werden hier die höchsten Durchschnittsgeschwindigkeiten im laufenden Wettbewerb erreicht: 2013 erreichte Johan Clarey am Hanneggschuss mit 161,9 km/h die höchste je gemessene Geschwindigkeit im alpinen Weltcup. Das Gefälle ist mit maximal 42 Prozent allerdings nicht so hoch wie bei anderen Strecken. Markenzeichen der Piste vor der spektakulären Kulisse der Eiger-Nordwand ist der legendäre Engpass am Hundskopf, wo es zwischen 2 Felsen 15 m in die Tiefe geht. Weitere berüchtigte Passagen sind die „Minschkante“, die „Canadian Corner“ und das Ziel-S, das den Fahrern am Ende der Strecke noch einmal alles abverlangt. Vom 17. bis 19. Januar 2014 werden die Oberschenkelmuskeln hier wieder strapaziert.

Am Chuenisbärgli © Ski-Weltcup Adelboden AG

saslong-(gröden)“>Saslong (Gröden)

Berüchtigt ist die Weltcup-Piste unterhalb des Langkofels für ihre „Kamelbuckel“, einen der bekanntesten Streckenabschnitte im gesamten Weltcup. Etwa in der Mitte der Piste befindet sich die Kombination aus 3 Bodenwellen, ursprünglich „Sprung des Kängurus“ genannt. Besonders der 2. und 3. Sprung sind schwer zu bewältigen. Nach den Kamelbuckeln fordern die Furchen der Ciaslat-Wiese die Oberschenkelmuskulatur der Fahrer hinaus. Und selbst nach Zieleinlauf ist noch Konzentration angesagt: Der Auslauf ist besonders eng. In den Anfangsjahren waren vor allem Underdogs mit hohen Startnummern auf der Saslong im Vorteil: Am Nachmittag kommt die Sonne hinter dem Langkofel hervor und macht die Strecke schneller. Durch eine Verlegung der Startzeiten ist man diesem Problem jedoch mittlerweile beigekommen. Nächster Termin: 20./21. Dezember.

planai-(schladming)“>Planai (Schladming)

Im vergangenen Jahr hat sich Schladming als Austragungsort der alpinen Ski-WM einen Namen gemacht. Als Weltcup-Veranstaltungsort ist der Hausberg Schladmings, die Planai, bereits viel länger in aller Munde. Denn es ist das dortige „Nightrace“, das jedes Jahr die meisten Zuschauer im gesamten Weltcup anzieht: Bis zu 60.000 Menschen verwandeln den Bereich rund um den Zieleinlauf in ein Farbenmeer. Nachdem 1990 hier das vorerst letzte Weltcup-Rennen stattgefunden hatte, kehrte Schladming 1997 in den Renn-Kalender zurück. Seit 2001 findet das Nachtrennen immer am Dienstag nach dem Hahnenkammrennen statt. Streckenabschnitte wie der „Holzacker“ oder das „Italienerloch“ machen ihrem Namen alle Ehre.

birds-of-prey-(beaver-creek)“>Birds of Prey (Beaver Creek)

Zu guter Letzt lohnt es sich, auch in die Ferne zu schweifen – in die USA. Denn wenn eine Piste nach Raubvögeln benannt ist, dann gehört sie wohl zu den anspruchsvollsten im Wettbewerb. Im Skigebiet von Beaver Creek liegt die „Birds of Prey“, auf der seit 1997/98 jährlich Weltcup-Rennen ausgetragen werden. Besonders ist neben Steilhängen und waghalsigen Sprüngen wie dem „Golden Eagle Jump“ die Höhenlage: Der Zielraum befindet sich auf 2.700 bzw. 2.500 m. 2011 fanden hier erstmals auch Damen-Wettbewerbe statt. In diesem Jahr gibt es eine Wiederholung: vom 29. November bis 1. Dezember und vom 6. bis 8. Dezember.

Respekt bekommen? Keine Sorge. Oft sind es vor allem Streckenführung und Präparierung, die die Weltcup-Strecken so tückisch machen. Im Normalzustand sind sie auch für Hobbysportler befahrbar. Die können sich jetzt auf ihre eigene Weltcup-Tour begeben.

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