Berg- und Talfahrt: Die beliebtesten Skischaukeln

26. August 2014 - Katharina Teudt

Über sieben Berge musst Du gehen… Berg-Hopping ist beliebter denn je, so wächst auch der Boom der großen Skiverbunde weiter. Dank modernem Liftbau und der Erschließung selbst schwieriger Bergpassagen wachsen Skigebiete immer weiter zu großen Skiverbünden zusammen. SnowTrex stellt die größten Zusammenschlüsse der Alpen vor.

Französische Alpen

Frankreich ist berühmt und berüchtigt für seine Mega-Skigebiete mit so vielen Pistenkilometern, dass man sie kaum alle in einer Urlaubswoche abfahren kann. Ganz so wild ist es bei der Skischaukel Espace Killy nicht, jedoch gibt es auch hier eine ganz beachtliche Anzahl an Pisten. Mehrere Lifte verbinden das traumhaft schöne Val d’Isère mit dem nahe gelegenen Skigebiet Tignes. Zusammen zählen sie über drei Berge hinweg rund 300 Kilometer plus 20 km Geländerouten, was das Riesen-Gebiet immerhin zu einem der größten Frankreichs macht. Hier ist alles vorhanden, von ewig langen Carving-Pisten über die Olympia-Abfahrt bis zum Tiefschneeparadies für Freerider. Benannt ist das moderne Skigebiet übrigens nach dem dreifachen Olympiasieger von Grenoble 1968, Jean Claude Killy.

Allein der Snowpark inVal d’Isere ist riesig © skiresort.de

Mit rund 425 km Abfahrt noch eine ganze Ecke größer ist der gigantische Skiverbund Paradiski in den französischen Savoyen. Er besteht aus drei Resorts: Die großen Gebiete La Plagne und Les Arcs sowie das kleinere Peysey Vallandry. Verbunden werden Les Arcs und La Plagne durch den Vanoise Express und erschließen somit zwei Gletschergebiete am Aiguille Rouge (3.226 m) auf Les Arcs-Seite und dem Bellecôte (3.417 m) auf La Plagne-Seite. Entsprechend groß und vielseitig ist das Pisten- und Off-Pisten Angebot für alle Leistungsstufen. Von einer beleuchteten Halfpipe und mehreren Snowparks über Geländeabfahrten und Skitouren bis zur 15 km langen Talabfahrt nach Montchavin ist hier wirklich alles am Start.

Aller guten Dinge sind drei! Wer meint, die genannten Gebiete wären bereits riesig, der sollte sich einmal in die wohl legendärste Skischaukel begeben, das „Drei-Täler“-Gebiet Les Trois Vallées in den Savoyer Alpen. Der bombastische Skiverbund schließt die Skiorte Courchevel, Méribel, Val Thorens/Orelle und Les Menuires/Saint Martin ein, die jeder für sich allein schon ein Skigebiet der Extraklasse zu bieten hat. So können Skifahrer nahtlos über die  drei Täler Courchevel, Méribel und das Vallée des Belleville pendeln. Das Megagebiet ist mit 600 km plus 50 km Skirouten für Freerider das größte zusammenhängende Skigebiet der Welt!

Österreichische Alpen

Frankreich ist top bei den flächenmäßig größten Skischaukeln, doch auch unsere Nachbarn in Österreich haben hochwertige Skiregionen mit modernen Liften und riesigem Angebot auf und neben der Piste zu bieten. Ein Beispiel der besonders sanften Verbindung von Skigebieten ist der Auenfeldjet, der seit dem Winter 013/14 die beiden Skigebiete Warth-Schröcken und Lech-Zürs miteinander verknüpft. Die Strecke führt über das Hochplateau Auenfeld, wo Flora und Fauna trotz des Baus der Seilbahn beinah unberührt blieben. Der Zusammenschluss war ein naheliegender und auch ein doppelter, denn die beiden verbunden Gebiete sind in sich bereits Zusammenschlüsse zweier Skiorte. Mit dem neuen Lift sind nun 190 km lückenlos und damit sogar der gesamte Arlberg beinahe ohne Unterbrechung befahrbar. Denn mit dem Auenfeldjet wurde die letzte Lücke geschlossen um Lech-Zürs und Warth-Schröcken zusammenzuführen. Da wird die Region seinem Beiname „Wiege des Skilaufs“ buchstäblich gerecht. Übrigens sind auch die Gebiete Sonnenkopf, St. Anton, St. Christoph und Stuben mit ein und demselben Liftpass befahrbar.

Ein nach eigener Aussage „gigantisches Projekt“ haben die Bergbahnen Wagrain im Pongau mit aufgebaut. Die Gondel „G-Link“ verbindet die Skiberge Grafenberg und Grießenkareck im Verbund Ski Amadé. Die Gondel transportiert 130 Personen und hängt an einem Seil, das ein Spannfeld von 2 km Länge hat. Die riesige Gondel schwebt von der Talstation der „Flying Mozart“ (1.233 m) am Grießenkareck über den Ort Wagrain hinweg hinüber zum Grafenberg Express 1 + 2 (1.240 m). Seit dem Winter 2013 ist dank des G-Link ein nahtloses Schaukeln zwischen den drei Tälern Flachau, Wagrain und St. Johann/Alpendorf möglich. Damit stehen insgesamt 115 Pistenkilometer zur Auswahl.

Warth-Schröcken bietet viele Geländeabfahrten

Nur eine gute halbe Stunde Autofahrt östlich von Wagrain wartet eine weitere Skischaukel, die sich sehen lassen kann. Unweit des majestätischen Dachstein, in der Skiregion Schladming-Dachstein, liegt eine der weitläufigsten Skischaukeln Österreichs. Im Rampenlicht stand Schladming in 2013, als hier die FIS Alpine Ski-WM ausgetragen wurde. Das zusammenhängende Skigebiet ist aber auch wirklich weltmeisterlich. Die 4-Berge-Skischaukel von Hauser Kaibling (2.015 m), Planai (1.906 m), Hochwurzen (1.850 m) und Reiteralm (1.860 m) ist durch Pisten und Gondeln miteinander verbunden und erschließt mit 44 Seilbahnen insgesamt 185 Pistenkilometer.

Skijuwel Alpbachtal-Wildschönau Zwei Täler, sechs Orte, eine Skregion. Die Skigebiete Alpbachtal und Wildschönau in den Kitzbüheler Alpen wurden 2012 zur Täler übergreifenden Skiregion Alpbachtal-Wildschönau zusammen geschlossen. Da die Region zu einer der schönsten im Alpenraum gezählt wird und Alpbach ebenfalls zum schönsten Dorf derselben gewählt wurde, darf sich die die Skregion zurecht als Skijuwel bezeichnen. Die neue 8er Gondelbahn „Alpbach – Wildschönau“ führt in zwei Sektionen von Inneralpbach auf den Schatzberg oberhalb von Wildschönau. Mit dieser Verbindung stehen den Wintersportlern insgesamt 145 Pistenkilometer am Stück und 47 Liftanlagen offen. Eltern mit Kindern können sich über breite Familienpisten freuen, Pistencracks über die anspruchsvollen roten und schwarzen Abfahrten und Freerider über 16 km Skirouten.

Schweizer Alpen

Auch die Schweizer haben mit dem Kuppeln begonnen. Der neueste Clou ist das im Jahre 2012 zusammengeschlossene Skigebiete Arosa-Lenzerheide. Die jetzt größte Skiregion in Graubünden verfügt über insgesamt 225 Pistenkilometer. Zwei Pendelbahnen verkehren zwischen dem Hörnli (2.511 m), oberhalb von Arosa und dem Urdenfürggli (2.546 m). Auch hier wurde besonders auf die Natur acht gegeben. Das Projekt war darauf ausgelegt, so wenig wie möglich in die Umwelt einzugreifen, was die Betreiber auch geschafft haben. Auf der stützenlosen Strecke pendeln unabhängig voneinander zwei einspurige Bahnen, so dass eine ökonomisch und ökologisch effiziente Nutzung gewährleistet wird.

Blick von der Sella-Ronda gen Lankofel © Val Gardena-Gröden Marketing/www.valgardena.it

Dolomiten

Eine der wohl bekanntesten Skischaukeln liegt in der Skiregion Dolomiti Superski in den Südtiroler Dolomiten. Die hiesige Schaukel ist vielmehr eine Tagesrunde, die allseits sehr beliebte Sella-Ronda. Sie war die erste große Ski-Runde überhaupt und führt über mehrere Skischaukeln hinweg einmal rund um das Sella-Massiv. So streifen Skifahrer auf der Strecke die vier Täler Val Gardena/Gröden, Alta Badia, Arabba und Fassa Carezza. Insgesamt braucht ein durchschnittlicher Fahrer für die 26 km Abfahrten etwa 2 Stunden, ohne Liftfahrten. Wer von der Runde so begeistert ist, dass er sie gleich nochmal fahren möchte – was sehr wahrscheinlich ist – kann sich am nächsten Tag gleich nochmal auf den Sella-Weg machen. Dann aber in die andere Richtung, denn das Rund ist mit und gegen den Uhrzeigersinn befahrbar.

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