Skigebiet Bardonecchia

12. Dezember 2017 - SnowTrex

Das Skigebiet Bardonecchia liegt im Susa-Tal in den italienischen Alpen und bietet auf über 100 Pistenkilometern Wintersportvergnügen pur. Neben den abwechslungsreichen Skipisten wartet das Skigebiet mit einem besonderen Leckerbissen auf: Auf der Halfpipe in Melezet trugen die Snowboarder bei den Olympischen Winterspielen von Turin ihre Wettkämpfe aus.

Im Susa-Tal in den italienischen Alpen gelegen: Das Skigebiet Bardonecchia.

1) Allgemeine Informationen zum Skigebiet Bardonecchia

  • 100 Pistenkilometer in allen Schwierigkeitsgraden
  • Schneesicherheit in Höhenlagen bis zu 2.800 m
  • olympische Halfpipe in Melezet für Freestyler
  • vielfältige Angebote für Freerider

Das Skigebiet Bardonecchia liegt im Susatal im äußersten Westen der italienischen Alpen und ist auf drei Seiten von Frankreich umschlossen. Der überwiegende Teil der 100 Pistenkilometer befindet sich am westlichen Ufer der Susa und der Autobahn. Nur der 2.807 m hohe Jafferau liegt auf der Ostseite. Mit seinen anspruchsvollen Pisten und weitläufigen Off-Piste-Flächen steht er vor allem bei erfahrenen Skiläufern und Freeridern hoch im Kurs. Die Bereiche Colomion-Les Arnauds und Melezet zeichnen sich hingegen durch eine große Anzahl an anfängerfreundlichen Pisten aus. 23 Liftanlagen sorgen für einen reibungslosen Transport der Urlauber zu den höheren Lagen.

Blick von oben auf Bardonecchia.

Ein Highlight für Snowboarder und Freestyler ist der Snowpark im Skigebiet Bardonecchia, der bei den Olympischen Winterspielen in Turin erstmals internationale Aufmerksamkeit erfuhr. Hier fanden die Wettbewerbe auf der Halfpipe sowie im Boardercross und Parallel-Riesenslalom statt.

Schneesicherheit ist dank der höheren Lage vor allem am Jafferau geboten, wo die Pisten bereits auf über 2.600 m beginnen. Insgesamt erstreckt sich das Skigebiet auf einer Höhe von 1.312 m im Ort Bardonecchia bis 2.694 m hoch unter den Gipfel des Jafferau. Sollte der Schnee einmal ausbleiben, können bis zu 50 % der Pisten im Skigebiet Bardonecchia künstlich beschneit werden.

Die Saison dauert von Anfang Dezember bis Anfang April und fällt mit 127 Tagen etwas länger als die durchschnittliche Saison in den italienischen Wintersportgebieten aus. Mit 82 Sonnentagen pro Saison liegt das Skigebiet jedoch unter dem Durchschnitt für Italien, der 85 Sonnentage zählt. Besonders gut stehen die Chancen auf sonnige Skitage im Dezember: Dieser zählt im Schnitt 21 Sonnentage.

Das Angebot an Pisten und Liftanlagen erhält von den Experten bei SnowTrex eine Bewertung von 4 von 5 Sternen.

2) Pistenplan Skigebiet Bardonecchia

3) Skifahren im Skigebiet Bardonecchia

Bei rund 100 Pistenkilometern ist für jeden Skiläufer etwas dabei. Das Skigebiet Bardonecchia ist offiziell in die Bereiche Colomion-Les Arnauds, Melezet und Jafferau unterteilt. Skilifte führen von Bardonecchia/Campo Smith, Les Arnauds und Melezet zu den jeweiligen Gipfeln hinauf. Anfänger dürfen sich auf eine große Auswahl an einfachen blauen Pisten freuen, die durch Waldgebiete ins Tal hinabfahren. Erfahrene Skifahrer nutzen die roten Pisten. Die größte Herausforderung wartet am Mulattiera in 2.400 Metern Höhe. Nach einem bewundernden Blick über die schneebedeckten Alpengipfel geht es bergab – zunächst über die schwarze Vallon-Cros-Piste, die später in eine rote Piste übergeht. Eine weitere herausfordernde schwarze Piste beginnt unterhalb des Pra Magnan in 2.180 m Höhe.

Durch Susa, Autobahn und Eisenbahnlinie ist der Bereich Jafferau vom restlichen Skigebiet Bardonecchia getrennt. Ein kostenloser Shuttlebus bringt Gäste täglich zur Talstation des Liftes. Die größtenteils roten Pisten am Jafferau gelten als besonders herausfordernd und abwechslungsreich. Ein Highlight ist die Panoramica-Abfahrt, die eine wunderschöne Aussicht über das Susatal ermöglicht.

Familien mit Kindern fühlen sich im Ortsteil Campo Smith wohl, wo mehrere Kinderlifte und ein Spielplatz warten. In den Skischulen werden Unterrichtsstunden speziell für Kleinkinder angeboten. Mag der Nachwuchs nicht auf Skiern stehen, finden Eltern im Kindergarten entsprechende Betreuungsmöglichkeiten.

Der Snowpark im Skigebiet Bardonecchia lässt bei Snowboardern und Freestylern keine Wünsche offen: 1,5 km spezielle Freestyle-Tracks, die olympische Halfpipe und zahlreiche Jumps, Rails und Jibs sorgen für abwechslungsreiches Vergnügen im Schnee auf jedem Level.

Snowpark im Skigebiet Bardonecchia.

Freeriding jenseits der Pisten wird in Bardonecchia großgeschrieben. Vor allem am Jafferau bieten sich zahlreiche unberührte Tiefschneegebiete an. Freerider können sich auf eigene Faust auf den Weg machen oder geführten Touren anschließen.

Langläufer finden im Pian del Colle und in Valle Stretta mehrere schöne Langlaufloipen in allen Schwierigkeitsstufen – von der 1 km langen Runde bis zum 10 km Trail zur Berghütte Re Magi, der durch eine wunderschöne Landschaft führt. Am Jafferau bietet die Höhenloipe von Decauville auf 2.000 Metern traumhafte Aussichten beim Langlauf.

Auch Langläufer kommen rund um Bardonecchia auf ihre Kosten.

4) Expertenbewertung

Die Experten von SnowTrex verleihen dem Skigebiet Bardonecchia eine Gesamtwertung von 3,5 von 5 Sternen. Während das große Angebot an Pisten mit 4 Sternen ausgezeichnet wird, erhalten die Liftanlagen 3 Sterne.

Aktueller Stand und weitere Informationen bei SnowTrex.

5) Aktivitäten neben der Piste

Ganz wie man es von Italien erwartet, lässt sich auch in Bardonecchia vorzüglich speisen. Mehrere gemütliche Berghütten und Restaurants sorgen für das kulinarische Wohl der Wintersportler. Mit besonders schönem Panoramablick lässt es sich im Restaurant „Romanello“ am Gipfel des Colomion in 2.100 m Höhe und im „Pegiuisia“ unterhalb des Jafferau-Gipfels speisen. Aufgetischt wird eine Mischung aus typisch italienischen Gerichten wie Pizza und Pasta und alpinen Spezialitäten wie Agnolotti und Polenta.

Geht der Skitag seinem Ende zu, öffnen die Après-Ski-Bars im Tal ihre Pforten. Zu den beliebtesten Treffpunkten der Partyenthusiasten gehören das Chalet „Colomion da Cipo“ in Campo Smith und die „White & Green Bar“ in Les Arnauds. An den Wochenenden nimmt der Trubel deutlich zu, wenn einheimische Wochenendtouristen ins Skigebiet Bardonecchia strömen. Dann geht auch in der Disco im ehemaligen olympischen Dorf richtig die Post ab.

Jenseits der Pisten bietet Bardonecchia eine Reihe weiterer schöner Aktivitäten für jedes Alter. Ruhesuchende können beispielsweise zu langen Wanderungen mit oder ohne Schneeschuhen durch die tief verschneite romantische Winterlandschaft aufbrechen. Spaß für die ganze Familie bietet die Snowtubing-Strecke in Campo Smith. Statt mit dem traditionellen Schlitten geht es hier auf großen Gummireifen rasant ins Tal hinab. In den Abendstunden wird die Strecke beleuchtet, sodass der Spaß mit dem Einbruch der Dämmerung noch nicht zu Ende sein muss. Eisprinzessinnen und -prinzen können auf der Eisbahn ihre Kreise ziehen.

Spielt das Wetter nicht mit, laden verschiedene Sport- und Entspannungsangebote zu einem skifreien Tag ein. Das Schwimmbad von Bardonecchia bietet neben einem großen Schwimmbecken einen Saunabereich, ein Fitnessstudio und verschiedene Yoga-, Pilates- und Hydrobike-Kurse. Im Tennisclub wird im Winter auf beheizten Innenplätzen gespielt.

6) Orte im Skigebiet

Blick auf Bardonecchia.

Wichtigster Ort im Skigebiet ist Bardonecchia, die westlichste Gemeinde Italiens. Die französische Grenze ist nur vier Kilometer entfernt. Viele Einwohner der Stadt sprechen neben Italienisch auch Französisch und das regionale Okzitanisch, eine Sprache Südfrankreichs. Zur Gemeinde gehören auch die angrenzenden Wintersportorte Melezet und Les Arnauds, sowie die Dörfer Millaures und Rochemolles. Im Stadtzentrum von Bardonecchia laden Geschäfte zu einem kleinen Einkaufsbummel ein.

Ein beliebtes Ziel für einen Spaziergang ist das historische Fort Bramafam – im Zweiten Weltkrieg war das enge Susatal heftig umkämpft. Besucher können sich hier über die Geschichte der Festung und die Lebensbedingungen der Soldaten informieren.

Eine größere Herausforderung sind Wanderungen auf den Col de Sommeiller und auf den Mont Thabor. Dessen 3.178 m hohe Gipfel markierte früher die italienisch-französische Grenze, gehört aber seit 1947 wie das gesamte Valle Stretta zu Frankreich. Die kleine Bergkirche am Gipfel ist jedes Jahr Ziel einer bedeutenden Wallfahrt.

Entlang der E70, die durch das Susatal führt, warten viele weitere attraktive Orte, die einen Besuch wert sind. Geschichtsfreunde besuchen das Schloss von Villar Dora oder die Festung von Exilles, in der einst angeblich auch der legendäre „Mann mit der eisernen Maske“ festgehalten wurde. Die mittelalterliche Abtei „Sacra di San Michele“ bei Avigliana diente Umberto Eco als Inspiration für seinen Bestseller „Der Name der Rose“.

Einen Tagesausflug ist natürlich auch die piemontesische Hauptstadt Turin wert. Die alte Residenzstadt der Savoyer begeistert mit prächtigen Palästen wie dem Palazzo Reale und dem Palazzo Madama. Im Turiner Dom wird das berühmte Grabtuch Christi aufbewahrt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Mole Antonelliana, das Wahrzeichen der Stadt. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein herrlicher Blick über die Großstadt bis zu den Alpen. Ein Leckerbissen für Automobilfreunde sind das „Museo Nazionale dell’Automobile“, in dem zahlreiche italienische und internationale Autos ausgestellt sind und das „Centro Storico Fiat“ der berühmten Turiner Automarke.

7) Die Anfahrt ins Skigebiet Bardonecchia

Die Anfahrt von Deutschland ins Skigebiet Bardonecchia erfolgt in der Regel über die Schweiz. Von Südwestdeutschland kommend führt die Strecke über Bern und Genf zunächst nach Frankreich und über die A41 nach Chambery. Hinter dem Ort ist auf die A43 abzubiegen und dieser bis zum Mont Cenis-Tunnel zu folgen (E70). Gleich hinter dem Ende des Tunnels liegt die Ausfahrt Bardonecchia.

Die alternative Route führt über Luzern und Lugano bis zum Grenzübergang Chiasso. Von hier führt die Anreise über die Großstädte Mailand und Turin über die E70 ins Susatal bis zur Ausfahrt Bardonecchia.

Da die Eisenbahnlinie durch das Susatal die wichtigste Verbindung zwischen Frankreich und Italien darstellt, ist Bardonecchia relativ leicht mit der Bahn zu erreichen. Einmal stündlich fährt ein Regionalzug vom Bahnhof Turin Porta Nova bis Bardonecchia. Dazu kommen mehrere französische TGV-Schnellzüge, die den Ort direkt mit dem Gare du Lyon in Paris verbinden.

Der nächste Flughafen ist Casella in Turin, etwa eine Stunde Fahrt entfernt. In der Hauptsaison verbindet das Busunternehmen Cavourese Autolinee den Flughafen von Turin mit Bardonecchia. Von den Mailänder Flughäfen Linate und Malpensa dauert die Fahrt etwa zwei Stunden per privatem Charter.

8) Wetter, Schneehöhen und Webcams Bardonecchia

Vorab einen Blick ins Skigebiet werfen und schauen, ob die Sonne scheint? SnowTrex stellt Informationen über das Wetter, die aktuellen Schneehöhen und Webcam-Bilder bereit.

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