Autsch! Die sechs häufigsten Skiverletzungen – und wie man sie vermeiden kann

1. September 2018 - SnowTrex

Skifahren wird mit jeder Saison sicherer. Die Unfallstatistiken belegen: Jedes Jahr verletzen sich immer weniger Wintersportler. Das bedeutet einen höheren Schutz durch die Ausrüstung und besser vorbereitete sowie rücksichtsvolle Skifahrer. Dennoch besteht natürlich, wie bei jeder Sportart, auch beim Skifahren ein gewisses Verletzungsrisiko. Wir werfen einen Blick auf die sechs häufigsten Skiverletzungen, ihre Ursachen und wie man sie am besten vermeiden kann.

Verletzungen im Skiurlaub können einem einen ordentlichen Strich durch die Rechnung machen.

Bessere Schutzausrüstung, bessere Behandlung, besser vorbereitete Skifahrer und sicherere Pisten – das sind die Hauptursachen dafür, dass die Verletzungszahlen beim Wintersport auf einem historischen Niedrigstand sind. Dennoch sind Stürze und Verletzungen, wie bei jedem Sport, auch beim Skifahren immer ein Risiko. Zwar lässt sich diese Gefahr nicht komplett eliminieren, doch die meisten Unfälle können durch eine gute und gewissenhafte Vorbereitung, vorausschauende Achtsamkeit und eine entsprechende Ausrüstung vermieden werden.

Die sechs häufigsten Verletzungs-Spots beim Skifahren

Es sind die Knie, die am häufigsten unter dem Skifahren leiden. Denn sowohl Frauen als auch Männer verletzten sich hier am häufigsten. Die Unterschiede sind jedoch groß. Gut 44 Prozent aller Frauen erlitten in der Wintersaison 2016/2017 eine Skiverletzung am Knie, während es bei den männlichen Skifahrern lediglich 23 Prozent waren. Damit sind Knieverletzungen im Durchschnitte die häufigste Verletzung beim Skifahren.

Nach den Knieverletzungen sind Verletzungen an der Schulter vor allem bei Männern (24,5 Prozent) besonders häufig. Gut 20 Prozent aller Skifahrer verletzen sich in diesem Bereich, gefolgt von Kopfverletzungen (elf Prozent).

Auch der Rumpf ist eine Stelle, an der sich viele Wintersportler verletzen. Mehr als neun Prozent erleiden Verletzungen in diesem Bereich. Damit ist dies der vierthäufigste Verletzungsbereich beim Skifahren.

Auf Platz fünf der häufigsten Verletzungen beim Skifahren sind Hüfte und Oberschenkel und auf Rang sechs der Verletzungsskala liegen die Unterschenkel.

Selbstüberschätzung: Viele Verletzungen könnten vermieden werden

Wie man aus diesen besonders häufigen Verletzungen erkennen kann, sind Stürze die Hauptursachen für Verletzungen beim Skifahren. 84 Prozent aller Verletzungen beim Skifahren sind selbstverursacht und erfolgen nach Stürzen. Lediglich sechs Prozent der Skiunfälle ereignen sich nach einer Kollision mit anderen Skifahrern.

Das bedeutet einerseits, dass die Pisten an sich sicher sind und eine moderne Skiausrüstung viele schwerere Unfälle verhindert. Andererseits zeigt dies ebenfalls, dass die Stürze meist durch eigenes Verschulden erfolgen und damit auch vermieden werden können.

So verletzt sich zum Beispiel mehr als die Hälfte aller Skifahrer in den ersten zwei Tagen ihres Skiurlaubes. Neben der ungewohnten Höhe führt auch die besondere Witterung zu häufigeren Stürzen in dieser Zeit. Außerdem ist der Körper oft durch eine fehlende entsprechende körperliche Vorbereitung auf den Wintersport nicht auf die bevorstehende Anstrengung eingestellt und auch die fehlende Fahrroutine macht sich bei Stürzen bemerkbar.

Aufwärmübungen zum Start eines Skitages helfen dabei, Verletzungen zu vermeiden.

Das lässt sich vermeiden, indem man es in den ersten Tagen auf der Piste langsam angehen lässt. Das bedeutet, dass man genügend Pausen machen, zu Beginn leichtere Pisten fahren und den Skitag schon am frühen Nachmittag beenden sollte. So kann sich der Körper sowohl an die Höhe als auch an die sportliche Anforderung gewöhnen, ohne dass man sich aus Unachtsamkeit oder aus mangelndem Training heraus Verletzungen zuführt.

Wer nach den ersten Abfahrten merkt, dass er sich unsicher auf den Ski fühlt, kann auch einen Skikurs machen. Damit kann man seine eigenen Kenntnisse sowohl auffrischen als auch vertiefen und ist anschließend sicherer auf der Piste unterwegs.

Im Allgemeinen ist auch die eigene Selbstüberschätzung und die dadurch riskantere Fahrweise ein weiterer Grund für Verletzungen beim Skifahren. Hinzu kommt, dass sowohl die breiten Carving-Ski als auch die gut präparierten Pisten ein starkes Sicherheitsgefühl vermitteln, das Skifahrer zu riskantem Fahrverhalten verleiten kann.

Auch hier gilt: Vorsicht ist besser als eine Verletzung und somit das Ende des Skiurlaubs. Wer das Tempo und den Schwierigkeitsgrad der Pisten langsam steigert, wird nicht nur genauso viel Spaß bei der Abfahrt haben, sondern auch ein wesentlich geringeres Verletzungsrisiko.

Die Unaufmerksamkeit ist auch über die ersten Tage des Skiurlaubs hinaus einige der häufigsten Ursachen für Stürze und Kollisionen beim Skifahren. Natürlich kann man einen Zusammenprall nicht immer vermeiden, doch wer ausgeschlafen und ausgeruht auf die Piste geht, körperlich fit ist und dadurch auch aufmerksamer fährt, kann viele solcher Unfälle vermeiden.

Nicht zu unterschätzen ist das Aufwärmen vor der ersten Abfahrt, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und die Muskeln warm zu machen. Das senkt das Verletzungsrisiko auf der Piste.

Während der Fahrt sollte man immer wieder Pausen machen und stets ausreichend trinken – am besten Wasser und keinen Alkohol. Auch nicht zu deftige Zwischenmahlzeiten sorgen dafür, dass man wieder neue Kräfte sammeln und konzentrierter fahren kann. Auch dadurch kommt es zu viel weniger Stürzen und somit Verletzungen.

Don’t drink an drive – gilt auch für die Piste!

Diese Ausrüstung hilft gegen Verletzungen

Neben vorausschauendem und aufmerksamem Fahren kann auch die Ausrüstung dabei enorm helfen das Verletzungsrisiko beim Skifahren zu minimieren.

Vor allem junge, männliche Skifahrer setzen beim Wintersport auf Rückenprotektoren. Diese können zumindest Stürze im Rücken- und Rumpfbereich auffangen, auch wenn die Protektoren nicht bedeuten, dass man deshalb schneller und riskanter fahren kann oder soll.

Das Tragen von Protektoren verhindert schlimmere Verletzungen im Falle eines Sturzes.

Ebenfalls guten Schutz bei Stürzen bieten Handgelenkschützer. Doch den nachweislich besten Schutz bei der Ausrüstung bietet der Skihelm – für die meisten gehört er schon Standardausrüstung. Ein Helm schützt bei Stürzen vor schweren Kopfverletzungen und sollte daher wirklich jedem Wintersportler wichtig sein.

Auch wenn sich Unfälle beim Skifahren nie komplett vermeiden lassen, können viele der Top-Verletzungen nach Stürzen durch aufmerksames Fahren, Vorsicht und eine gute Schutzausrüstung verhindert werden.

Die wichtigsten Fragen zu Skiverletzungen

Ist Skifahren eine Risikosportart?

Wie bei jedem Sport gibt es auch beim Skifahren ein Verletzungsrisiko. Dennoch ist die Zahl der verletzten Wintersportler auf einem historisch niedrigen Stand und auch die Verletzungen sind ebenfalls nicht mehr so gravierend. Die größten Gefahren beim Skifahren sind, dass man sich selbst überschätzt, zu riskant fährt und nicht aufmerksam genug ist.

Was sind die häufigsten Skiverletzungen?

Die Top-Sechs Verletzungsbereiche beim Skifahren sind die Knie, die Schultern, der Kopf, der Rumpf, die Hüfte mit Oberschenkeln sowie die Unterschenkel.

Was sind die Haupt-Unfallursachen?

Selbstverursachte Stürze sind bei Weitem die häufigste Unfallursache für diese Verletzungen beim Skifahren. Skifahrer beginnen ihren Urlaub oft zu ehrgeizig und fahren zu schnell, zu riskant. Man nimmt sich oft nicht die Zeit, den Körper an den Sport, an die Höhe sowie an die Witterungsverhältnisse zu gewöhnen.

Wie kann man Verletzungen beim Skifahren vermeiden?

Je besser man sich vorbereitet und je aufmerksamer man fährt, desto sicherer ist man auf der Piste unterwegs. Daher sollte man stets ausgeruht auf die Piste gehen, sich vorher aufwärmen, genügend Pausen machen und viel trinken sowie das Tempo und die Schwierigkeitsgrade der Abfahrten langsam steigern.

Muss ich Leistungssport betreiben, um sicher Ski zu fahren?

Nein. Skifahren erfordert aber eine gewisse allgemeine körperliche Fitness und Kondition. Daher ist es empfehlenswert, auch außerhalb der Skisaison moderat, aber regelmäßig Sport zu treiben. Wichtig ist nicht die Intensität des Sports, sondern lediglich die Regelmäßigkeit von Bewegung.

Was passiert, wenn man einen Sturz beobachtet?

Jeder Wintersportler ist dazu verpflichtet, bei einem Unfall zu helfen. Zuerst sichert man die Unfallstelle ab, prüft den Stand der Verletzung, ruft Hilfe und leistet dann Erste Hilfe beim Verletzten.

Welche Sicherheitsausrüstung schützt vor Skiverletzungen?

Den meisten und wichtigsten Schutz bietet ein Skihelm. Aber auch Protektoren an Rücken und Handgelenken können ein guter zusätzlicher Schutz sein, wenn man sich dadurch nicht zu einem riskanterem Fahrverhalten verleiten lässt.

Die 10 größten Skigebiete in Frankreich

In den französischen Alpen liegen einige der höchsten Gipfel Europas und das Land ...

10 gute Gründe für Skifahren in Frankreich

Nirgendwo in Europa gibt es so weitläufige Skigebiete wie in Frankreich. Das ...