Mehr als Schutz vor Wind und Sonne: Das kleine Skibrillen-ABC

1. September 2018 - SnowTrex

Anti-Fog-Gläser, sphärische Scheiben oder Wechsellinsen – Skibrillen können mittlerweile sehr viel mehr als nur vor Wind und Sonne schützen. Im folgenden Artikel wird erklärt, welche Arten von Skibrillen es gibt, welche Funktionen die unterschiedlichen Gläser haben und wie man eine Skibrille richtig pflegt.


Neben Ski, Skischuhen, Stöcken und Helm gehört die Skibrille mittlerweile zur grundlegenden Standardausrüstung eines jeden Wintersportlers. Doch die Brillen können längst mehr als nur vor Wind und Sonne schützen.

Mehr als ein Accessoire: Skibrillen schützen unsere Augen

Neben allen Zusatzfunktionen haben Skibrillen vor allem zwei Aufgaben: Sie sollen die Augen vor gefährlicher Strahlung schützen sowie das Tränen der Augen beim Fahren verhindern. Beides ist beim Skifahren besonders wichtig für die Augen.

Schutz vor gefährlicher Strahlung

Durch den weißen Schnee wird das Sonnenlicht und damit auch die gefährliche UV-Strahlung stärker reflektiert. Diese Strahlen verletzen unsere Hornhaut, was ohne speziellen Schutz für die Augen zu Schneeblindheit führen kann.

Schneeblindheit heißt in der Fachsprache Photokeratitis und bezeichnet eine Reizung der Hornhaut durch starke UV-Strahlung. In der ersten Phase wird durch die Reaktion auf die Entzündung vor allem die Bindehaut gereizt. Es kommt zu Schmerzen und Rötungen sowie Tränen im Auge. Im Extremfall wird man dadurch sogar mehrere Tage lang blind.

Eine Skibrille schützt die Augen davor. Dafür gibt es bestimmte Normen, die den besten Schutz für Wintersportler garantieren. Dazu gehört neben dem UV-Schutz auch der Schutz vor Blaulicht.

Schutz vor Fahrtwind

Neben dem Strahlenschutz haben Skibrillen noch eine weitere wichtige Funktion: Sie schützen unsere Augen vor dem Fahrtwind. Denn dieser sorgt beim Skifahren dafür, dass unsere Augen schnell tränen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern beeinträchtigt auch unsere Sicht. Eine Skibrille vermeidet, dass so etwas passieren kann und schützt Wintersportler außerdem vor kleinen Eispartikeln oder Steinchen, die durch den aufgewirbelten Schnee ins Auge geraten können.

Gleiches gilt bei Stürzen: Skibrillen werden auf eine mechanische Festigkeit getestet, um Wintersportler bei Stürzen durch den Aufprall nicht zu gefährden – sei es durch einen Bruch der Scheibe oder das Lösen aus dem Rahmen. Außerdem sollen sie dabei natürlich generell vor Augenverletzungen durch Gegenstände von außen schützen.

Doch Skibrillen können heutzutage noch viel mehr. Es gibt spezielle Skibrillen für Brillenträger und auch – je nach Vorliebe – unterschiedliche Passformen von Brillen und Gläsern. Darüber hinaus versprechen moderne Skibrillen eine bessere Sicht bei schlechtem Wetter, wie etwa bei Schneefall oder Nebel.

Bei so viel Auswahl kann man schnell den Überblick verlieren. Es ist daher hilfreich zu wissen, was der Markt aktuell zu bieten hat und welche Brille wofür geeignet ist.

Von Anti-Fog bis sphärisch: Welche Skibrille kann was?

Wie bei der Skiausrüstung insgesamt bieten auch Skibrillen immer mehr Hightech für den Träger.

Individuelle Passformen

So gibt es beispielsweise Skibrillen speziell für Brillenträger und die neuesten Modelle sind sogar auch für verschiedene Helme konzipiert oder durch elastische Bänder individuell verstellbar. Hersteller haben ebenfalls Mini-Ventilationssysteme in die Skibrillen eingebaut, damit diese stets perfekt durchlüftet sind und größten Augenkomfort bieten.

Auch die Rahmen der Brillen können unterschiedlich ausfallen. Der Trend geht zu rahmenlosen Skibrillen, die ihren Trägern eine bessere Sicht zu den Seiten hin bieten.

Unterschiedliche Formen gibt es ebenso bei Gläser von Skibrillen:

Eine zylindrische Scheibe ist nur in der Horizontalen gebogen und somit „flach“. Brillen mit diesen Scheiben sind meist etwas günstiger, da sie das Licht nicht so gut absorbieren können.

Neben diesen flacheren gibt es auch sogenannte sphärische Gläser. Diese sind sowohl horizontal als auch vertikal leicht gebogen und bieten eine bessere periphere Sicht. Peripheres Sehen unterschiedet sich vom zentralen Sehen: Es ist quasi das, was wir nicht fokussieren und nur verschwommen im Augenwinkel wahrnehmen. Sobald das Auge bzw. das Gehirn eine Gefahr oder etwas Interessantes erkennt, wechselt es zum zentralen Sehen und fokussiert sich darauf. Sphärische Scheiben bieten also eine gute Rundum-Sicht sowie einen realistischeren Blick.

Die größten Unterschiede gibt es jedoch bei den Farben der Gläser. Dabei gilt: Jede Farbe steht für unterschiedliche Wetterbedingungen.

 

Gelbe Gläser

Gläser in hellen Farbtönen wie gelb, orange oder ganz durchsichtig sind für schlechte Sichtverhältnisse wie Nebel oder Schneefall gedacht.

 

Blaue Gläser

Gläser, die mehr Blau- und Rottöne enthalten (blau, rot, lila oder pink) eignen sich am besten, wenn es bewölkt ist.

Braune Gläser

 

Dunkle Gläser (braun, schwarz oder grau) lassen weniger Licht durch und sind daher beim Fahren in greller Sonne zu bevorzugen.

Darüber hinaus gibt es auch polarisierte Gläser, die den Blendeffekt von Sonne und Schnee verringern und die Tiefenwahrnehmung, um Unebenheiten im Schnee zu erkennen, verbessern. Sie sind ebenso empfehlenswert für Fahrer mit lichtempfindlichen Augen.

Neben den Farben werden Skibrillen auch nach ihrer Lichtdurchlässigkeit (Lichttransmissionsgrad) eingeordnet. Dieser Grad legt fest, wie viel Licht durch die Brillenscheibe kommt. Je niedriger die Stufe, desto mehr Licht kommt hindurch.

An wolkigen Tagen mit wenig Licht mag eine Brille mit mehr Lichtdurchlässigkeit besser geeignet sein, an sehr sonnigen Tagen dagegen ist eine geringe Lichtdurchlässigkeit angenehmer beim Fahren.

Viele Skibrillen bieten aufgrund des schnell wechselnden Wetters in den Bergen Wechselgläser, sodass man, je nach Bedarf die passenden Brillengläser tauschen kann. Selbsttönende Gläser, auch photochromatisch genannt, können sich nahezu automatisch an die unterschiedlichen Sichtverhältnisse anpassen.

Auch gegen das Beschlagen der Brille gibt es mittlerweile spezielle Anti-Fog-Skibrillen. Durch eine chemische Behandlung der inneren Scheibe beschlagen diese Brillen seltener.

Wie findet man die perfekte Skibrille?

Bei all dieser großen Auswahl: Woher weiß man, welche Brille für einen selbst die richtige ist?

Die richtige Skibrille gibt es nicht. Jeder Skifahrer hat andere Bedürfnisse und Prioritäten, wenn es um die beste Sicht geht. Einige wollen die perfekte Sicht bei Nebel, andere legen mehr Wert auf eine gute Skibrille für die Fahrt bei Sonnenuntergang und wieder andere wollen, dass ihre Brille so flexibel wie möglich ist.

Wer eine Skibrille kaufen möchte, sollte auch seinen Helm mitbringen, um die Passform genau testen zu können. Denn sonst kann es sein, dass die Brille im Geschäft sehr gut sitzt, mit Helm dann aber eher unbequem ist oder gar nicht mehr passt.

Für den Kauf gilt: Die beste Skibrille ist das Modell, welches den eigenen Bedürfnissen am meisten entspricht und am besten sitzt. Wer eine gute Skibrille haben möchte, sollte sich für den Kauf daher Zeit nehmen und in Ruhe verschiedene Modelle vergleichen.

Neben der Auswahl einer geeigneten Skibrille sollte man aber auch nach dem Kauf auf die richtige Pflege achten. Denn die beste Skibrille wird nicht lange halten, wenn man sie nicht gut pflegt.

Skibrille Reinigen: Dos and Don‘ts

Dabei ist die wichtigste Regel: Weniger ist mehr. Man sollte keine aggressiven Mittel nutzen oder Materialien, die die empfindliche Oberfläche zerkratzen können.

Das ist beim Putzen der Skibrille zu empfehlen:

  • Schnee vorsichtig herausschütteln
  • Brille mit warmem Wasser spülen (nur von außen)
  • An der Luft trocknen
  • Erst wenn die Brille ganz trocken ist mit einem speziellen Brillenputztuch vorsichtig abtupfen

Das sollte man vermeiden:

  • Keine kratzenden Materialien verwenden (Küchentücher, Taschentücher, Pullover etc.)
  • Keinen Alkohol oder Putzmittel nutzen
  • Nie über die Innenseite wischen

So findet man nicht nur die passende Skibrille, sondern hat auch lange Freude an ihr.

Neben den Grund-Schutzfunktionen vor Wind und Sonne bieten moderne Skibrillen viele weitere tolle Extras. Sie sind auf verschiedene Wetter- und Sichtverhältnisse abgestimmt, haben individuelle Passformen und bieten eine weitere Sicht zu allen Seiten. Welche Brille aber am besten ist, muss jeder Skifahrer selbst entscheiden. Das Wichtigste ist, dass sie gut sitzt und nach dem Kauf sorgfältig gepflegt wird, damit sie auch möglichst lange hält.

Die wichtigsten Fragen zu Skibrillen

Warum braucht man eine Skibrille?

Skibrillen schützen die Augen vor schädlichem UV-Licht und verhindern das Tränen der Augen im Fahrtwind. Außerdem schützen sie vor kleinen Teilchen wie Regen, Eiskristallen oder Steinen, die sonst ins Auge gelangen und möglicherweise Verletzungen verursachen können.

Genügt nicht einfach eine normale Sonnenbrille, um die Augen zu schützen?

Eine gewöhnliche Sonnenbrille bietet keinen Rundum-Schutz für die Augen und ist zudem bei einem Sturz nicht stabil. Eine richtige Skibrille bietet hingegen diesen Schutz.

Was ist Schneeblindheit?

Da das Sonnenlicht im weißen Schnee stärker reflektiert, kann auch eine höhere schädliche UV-Strahlung in unsere Augen geraten, was unsere Horn- und Bindehaut verletzt. Das führt zu Rötungen, Tränen und Schmerzen im Auge und in extremen Fällen zu Blindheit, der sogenannten Schneeblindheit.

Was bedeuten die unterschiedlichen Farben bei Skibrillen?

Unterschiedliche Farben sind für verschiedene Wetter- und Sichtverhältnisse gedacht. Die helleren Farbtöne eignen sich, wenn es bewölkt ist, die blauen und roten Farbtöne sind gut bei schlechter Sicht durch Nebel oder Schneefall und dunkle Brillengläser bieten bessere Sicht bei Sonne und grellem Licht.

Was sollte man bei der Pflege beachten?

Skibrillen brauchen aufgrund ihrer empfindlichen Materialien sanfte Pflege. Am besten werden sie nur mit Wasser von außen gewaschen, an der Luft getrocknet und am Ende vorsichtig mit einem Brillenputztuch abgetupft. Tabu sind Materialien wie Taschentücher oder Pullover, die die Gläser zerkratzen können oder aggressive Putzmittel.

Wichtig ist ebenso, dass die Skibrille immer in einem passenden Etui aufbewahrt wird- auch so schützt man sie vor Kratzern.

Wie verhindere ich das Beschlagen der Skibrille?

Auf der Piste können beschlagene Gläser schnell gefährlich werden. Am besten wird die feuchte Luft automatisch durch Lüftungsschlitze nach draußen geleitet. Sind diese Schlitze jedoch bedeckt, sammelt sich die feuchte Luft im Innenraum. Die Folge: die Gläser beschlagen. Eine Anti-Fog-Beschichtung kann dagegen nützlich sein.

Darauf sollten Wintersportler zudem achten:

  • Die Skibrille nicht zu eng am Kopf tragen.
  • Lüftungsschlitze möglichst nicht bedecken (durch Mützen oder Schals). Das lässt sich vermeiden, wenn man einen Helm trägt. Außerdem ist so auch der Kopf vor Verletzungen geschützt.
  • Die Skibrille an der Luft trocknen und nicht am Körper oder auf dem Kopf, denn diese geben Wärme ab.
  • Nicht oder nur mit einem speziellen Tuch über die Brille wischen, denn dabei kann die Beschichtung beschädigt werden.
  • Skibrillen sollten doppelt verglast sein (Beschlag- und Unfallschutz).

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