Lawinengefahr ist Lebensgefahr: Das richtige Verhalten bei Lawinen

1. September 2018 - SnowTrex

Lawinen können zur tödlichen Gefahr werden.

Jeder Wintersportler weiß, dass das Skifahren – wie jeder Sport – Risiken bergen kann. Eines davon ist die Lawinengefahr. Auch wenn verhältnismäßig immer weniger Menschen in Lawinen geraten, können die weißen Schneemassen schnell lebensbedrohlich werden. Die größte Gefahr bei Lawinen ist daher, sie zu unterschätzen und nicht entsprechend vorbereitet zu sein.


Kleine Lawinenkunde: Was sind Lawinen und wie entstehen sie?

Eine Lawine ist eine Masse aus Schnee und Eis, die in hohem Tempo einen Berg „herunter rollt“. Sie kann für Menschen und Tiere lebensbedrohlich sein.

Lawinen entstehen, wenn der Unterschied zwischen der Temperatur in der Luft und der Temperatur am Boden sehr hoch ist. Das löst die Kristalle im Schnee auf und sorgt dafür, dass die Schneeflocken zu einer großen instabilen Masse verschmelzen.

Bei solchen Voraussetzungen können selbst kleine Bewegungen in der Schneedecke dafür sorgen, dass sich die Schneemassen lösen und mit hoher Geschwindigkeit und sehr viel Kraft den Berg herunter rollen.

Lawinenarten

Es gibt verschiedene Arten von Lawinen, wobei die meisten Lawinen eine Mischform dieser Arten sind:

Lockerschneelawine

Sie entstehen an einem Punkt, wo der Schnee sehr locker ist und haben im Vergleich zu Schneebrettlawinen (siehe unten) weniger Schneemasse und geringere Geschwindigkeiten.

Schneebrettlawine

Schneebrettlawinen sind größer und schneller (bis zu 100 km/h) als Lockerschneelawinen und führen größere Schneemassen mit sich, da dabei eine ganze Tafel ins Rutschen gerät.

Fließlawine

Die Fließlawine, auch Nassschneelawine genannt, entsteht spontan und wird meist durch das Schmelzen der Schneedecke bei wärmeren Temperaturen ausgelöst. Sie ist daher gerade im Frühjahr eine akute Gefahr.

Staublawine

Diese wird häufig ausgelöst, wenn viel Neuschnee fällt, insbesondere an Hängen mit einer Neigung von über 40 Grad. Hier bildet sich durch den lockeren Schnee und den hohen Luftanteil im Neuschnee eine große Druckwelle aus Schnee und Luft.

Auslöser von Lawinen

Das Entstehen einer Lawine wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem Temperatur, Wind, Art des Geländes, Schneemenge und Beschaffenheit der Schneeschicht. Es gibt sowohl natürliche Ursachen als auch Außeneinflüsse, die für das Entstehen von Lawinen verantwortlich sind.

Natürliche Auslöser

Zu den häufigsten natürlichen Ursachen gehört locker aufliegender Neuschnee. Dieser erhöht die Rutschgefahr des Schnees und kann durch viel Wind die Lawinengefahr steigern. Auch hohe Temperaturen, die den Schnee zum Schmelzen bringen, können Lawinen auslösen. Daher ist gerade im Frühling die Lawinengefahr in den Bergen sehr hoch. Darüber hinaus begünstigen steile Berge mit Neigungen ab 30 Prozent Lawinen, da die Schneemassen dort nicht von flachen Ebenen gebremst werden.

Außeneinflüsse

Die meisten Lawinen werden jedoch nicht durch natürliche Ursachen, sondern zu 90 Prozent durch externe Faktoren ausgelöst. Damit sind neben Lawinensprengungen (kontrolliert und vorbeugend) vor allem Tiere und Menschen gemeint, die durch ihre Bewegungen am Berg die Schneemassen erst ins Rollen bringen.

Gerade der Trend des Tiefschneefahrens außerhalb der lawinengeschützten Pisten sorgt dafür, dass sich mehr Wintersportler in potentiellen Lawinengefahrgebieten aufhalten. In der Schweiz verunglücken zum Beispiel im Schnitt sechs Wintersportler pro Jahr durch Lawinen auf Off-Pisten, weil sie trotz Lawinenwarnung ins Gelände gehen.

Bester Schutz gegen Lawinen: Gute Vorbereitung & Respekt vor Gebietssperrungen

Wer nicht plant, abseits der präparierten Abfahrten im Gelände zu fahren, muss sich keine Sorgen machen: Die kontrollierten Pisten werden vor Lawinen gesichert und sind bei einer möglichen Lawinengefahr ohnehin gesperrt. Doch diejenigen, die es auf die Off-Pisten zieht, sollten immer mit dem nötigen Respekt vor den potenziellen Gefahren auf die Piste gehen und sich adäquat vorbereiten.

Denn wenn eine Lawine im Gelände rollt, passiert dies in einem atemberaubenden Tempo. Lawinen können, je nach Situation, Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen. Hier hat man sehr wenig Zeit nachzudenken und muss sofort reagieren. Wer also auf den Off-Pisten fahren möchte, sollte das richtige Verhalten in speziellen Lawinenvorbereitungskursen trainieren. Auch wenn man jedes Jahr ins Gelände fährt, schadet es nicht, die Kursinhalte regelmäßig aufzufrischen.

Eine gute Vorbereitung ist der beste Schutz, wenn man im Gelände unterwegs ist. Dazu gehören neben dem Lawinenvorbereitungskurs die passende Ausrüstung und das Prüfen des Wetter- und Lawinenlageberichts, bevor man ins freie Skigebiet geht. Das ist nicht nur deshalb wichtig, weil die korrekte Ausrüstung und das richtige Verhalten bei Lawinen Leben retten können, sondern vor allem weil man sich so beim Fahren abseits der präparierten Pisten gar nicht erst unnötig in Gefahr begibt. Der Deutsche Alpenverein bietet eine gute Übersicht zu Lawinenlageberichten für sämtliche alpine Skifahrgebiete.

Der Lawinenlagebericht enthält wichtige Informationen

Der Lawinenlagebericht enthält wichtige Informationen, nicht nur, aber vor allem für diejenigen Wintersportler, die es auf nicht-kontrollierte Pisten in den Tiefschnee zieht. Dazu gehören unter anderem die aktuellen Gefahrenstufen entsprechend der europäischen Lawinengefahrenskala.

Europäische Lawinengefahrenskala, Quelle: https://www.avalanches.org/wp-content/uploads/2019/05/Europäische_Lawinengefahrenskala-EAWS.pdf

Diese Stufen sollte man nicht leichtsinnig beurteilen. Die Hälfte aller tödlichen Lawinenunfälle erfolgt bei der Gefahrenstufe 3, weil viele Wintersportler sich trotz erhöhter Gefahr ins nicht kontrollierte Gelände wagen und das Risiko unterschätzen.

Neben der Lawinengefahrenskala enthält der Lawinenlagebericht auch Informationen zur Art und Stabilität der Schneedecke, zum aktuellen Wetterbericht sowie zu Gefahrenstellen, die man meiden sollte. Man sollte sich jedoch auch darüber im Klaren sein, dass dieser Bericht keine Sicherheitsgarantie ist. Er stellt lediglich eine Prognose dar, denn auf den Bergen kann es schnelle und spontane Wetterumschwünge geben. Auf den kontrollierten Pisten achten die Skiliftbetreiber darauf, dass niemand bei gefährlicher Witterung fährt und weisen entsprechend darauf hin oder schließen sogar die Anlage. Auf den Off-Pisten jedoch ist man als Wintersportler selbst für seine eigene Sicherheit verantwortlich.

Die Lawinen-Notfallausrüstung für Off-Piste-Fahrer

Genau deshalb ist es wichtig, als Off-Piste-Fahrer die richtige Ausrüstung dabei zu haben. Dazu gehört zum einen eine funktionierende Skiausrüstung, die den aktuellen Standards entsprechen sollte, sowie eine spezielle Lawinen-Notfallausrüstung.

Das Tragen eines GPS-Trackers hilft im Ernstfall dabei, von den Rettungskräften schnell gefunden zu werden.

Die Notfallausrüstung beinhaltet das Lawinenverschüttetengerät (LVS-Gerät) für die grobe Ortung, eine Sonde zur genauen Ortung von Verschütteten sowie eine Lawinenschaufel aus Carbon, um Verschüttete auszugraben. Daneben kann ein Lawinenrucksack mit einem Airbag lebensrettend sein, da man durch das zusätzliche Volumen nicht so schnell von den rollenden Schneemassen begraben werden kann.

Manche Wintersportler nehmen auch einen Lawinenball mit ins Gelände. Dieser markiert die Stelle, an der man in die Lawine einsinkt und macht es so für Helfer einfacher, Lawinenopfer zu finden. Des Weiteren gibt es eine Atmungshilfe für Verschüttete, das sogenannte Avalung.

Die Ausrüstung sollte vor der Abfahrt immer auf ihre Funktionsfähigkeit hin geprüft werden. Außerdem muss jeder Skifahrer wissen, wie sie zu bedienen ist.

Warum eine Lawine so gefährlich ist

Bereits an der Ausrüstung kann man erkennen, was neben dem hohen Verletzungsrisiko die beiden größten Gefahren bei einem Lawinenunfall sind: Ersticken und Erfrieren.

Denn wenn man von einer Lawine erfasst wird, legt sich der Schnee über Mund und Nase, sodass man keine Luft mehr bekommt. Darüber hinaus sorgt die Schneemasse dafür, dass man sich nicht mehr bewegen kann. Selbst wenn man nicht völlig begraben ist, kann das schnell zu Unterkühlung und schließlich zum Erfrieren führen.

Deshalb ist es auch so wichtig, Verschüttete so schnell wie möglich zu finden. Sobald eine Person von einer Lawine erfasst wurde, zählt jede Sekunde. Bleibt jemand länger als 15 Minuten verschüttet, wird es sehr kritisch. Bei teilweise verschütteten Personen wird es aufgrund der starken Unterkühlung ab 30 Minuten gefährlich.

Alleine sollte man deswegen nie ins Gelände fahren – wer hier verschüttet wird und ohne Begleitung und somit Hilfe ist, hat so gut wie keine Chance. Kleine Gruppen, im Idealfall sogar geführt durch einen Bergführer, sind daher Grundbedingung für das Skifahren im Gelände. Dabei ist wichtig, dass die Gruppenmitglieder einen angemessenen Abstand zueinander halten. So werden im Falle einer Lawine nicht alle (gleichzeitig) erfasst.

Das richtige Verhalten bei einer Lawine

Sollte man dennoch in eine Lawine geraten, kann das richtige Verhalten Leben retten.

1) Vor der Lawine

Das richtige Verhalten beginnt bereits dann, wenn die Lawine ins Rollen gerät. Idealerweise fährt man dann so schnell wie möglich ins Tal. Das funktioniert jedoch nur, wenn man sich nicht weit im Gelände befindet, schnell genug agiert und ein sehr guter Skifahrer ist. Tatsächlich ist dies in den meisten Fällen nicht möglich. Wer sich nicht ins Tal retten kann, versucht deshalb zunächst, der Lawine seitlich auszuweichen. Ist ein Erfassen durch die Lawine unausweichlich, sollte man so schnell wie möglich seine Skistöcke sowie alles, was behindern oder verletzen könnte, weit von sich werfen und sich so lange es geht, gerade auf den Ski oder dem Snowboardhalten und zur Seite fahren. So wird man nicht frontal mit dem gesamten Gewicht von der Schneemasse erwischt.

2) Während der Lawine

Wer einen Airbag-Rucksack hat, sollte diesen direkt öffnen, sobald er eine Gefahr durch eine Lawine festgestellt hat – lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. Danach ist es sehr wichtig, sich möglichst an der Oberfläche zu halten. So hat man die besten Chancen, nicht zu ersticken und schneller ausgegraben zu werden. Dazu macht man am besten Bewegungen wie beim Kraulschwimmen. Sobald die Lawine im Tempo nachlässt, geht man in die Hocke und bildet mit beiden Händen einen Luftschutz um Mund und Nase. So vermeidet man, dass der Schnee in Nase und Mund gerät und sichert sich den Zugang zum Sauerstoff.

3) Nach der Lawine

Kräfte schonen und auf Rettung warten.

Wer im kalten Weiß der Lawine die Orientierung verliert, sollte in den Schnee spucken. Die Schwerkraft zieht die Flüssigkeit nach unten, damit kann man sich etwas besser orientieren. Besser ist es aber, seine Kräfte zu schonen, da jede Anstrengung kostbaren Sauerstoff verbraucht. Das gilt allerdings nicht, wenn man Rettungskräfte über sich hört. Hier raten Experten, sich durch lautes Schreien bemerkbar zu machen, um schnellstmöglich ausgegraben zu werden.

So hilft man anderen bei einem Lawinenunglück

Wenn man nicht selbst, sondern jemand aus der Gruppe verschüttet wird, ist schnell und ruhig zu handeln – denn die Zeit für Lawinenopfer ist knapp. Sofern man selbst in Sicherheit ist, sollte man nicht auf Rettungsdienste warten, sondern selbst eingreifen.

1) Lage einordnen

Als Erstes beobachtet und bewertet man die Lage und versucht so schnell wie möglich herauszufinden, wo der Verschüttete liegt. Dann markiert man sowohl die Stelle, an der die Person von der Lawine erfasst wurde, als auch die Stelle, an der sie verschwunden ist. Das erleichtert die genaue Ortung sowie die Ausgrabung. Bei der Rettung sollte immer auch auf die eigene Sicherheit geachtet werden. Retter müssen sich und die Verschütteten vor Folgelawinen schützen. Daher sollte man sich überlegen, was der beste und sicherste Fluchtweg nach der Bergung ist.

In einer Gruppe übernimmt die erfahrenste Person das Kommando, um so ruhig und organisiert aber auch so schnell wie möglich helfen zu können. Dazu gehört das Sammeln von Informationen:

  • Wie viele aus der Gruppe sind verschüttet?
  • Was für ein Lawinentyp war es?
  • Wie kann man Hilfe rufen?

All das muss natürlich innerhalb kürzester Zeit ablaufen, weshalb der Routinierteste der Gruppe die Koordination übernehmen sollte.

2) Ortung einleiten

Sind die äußeren Umstände geklärt, aktiviert man das LVS-Gerät für die Grobortung. Das Gerät muss dafür in den Empfangsmodus gestellt werden. Für den besten Empfang hält man es waagerecht und stellt die größte Reichweite ein. Dann folgt man den Signalen, die am lautesten sind. Es empfiehlt sich, Smartphones und Handys auszuschalten, um das Funksignal nicht zu stören. Für die Feinortung wird schließlich die Sonde genutzt. Falls man keine Ortungsgeräte dabei hat, sollte man umgehend per Handy die Bergrettung alarmieren, während man sucht. Wer die Nummer nicht eingespeichert hat, kann im europäischen Alpenraum die 112 wählen, dann wird man in allen Ländern automatisch mit dem Notdienst verbunden. Mit etwas Glück kann man die verschüttete Person anrufen und sich am Klingeln orientieren.

3) Die Ausgrabung

Sobald man den Verschütteten gefunden hat, beginnt die Ausgrabung. Die Schaufeln sollten dabei nicht von oben, sondern seitlich geführt werden, damit man nicht weitere Schneemassen auf die Person schüttet. Dann gilt es, sofort die Atmung der Person zu garantieren. Dazu räumt man Nase und Mund von Schnee frei und schützt das Gesicht gegebenenfalls vor weiterem Schneefall. Danach prüft man Puls, Atmung und Bewusstsein und leitet bei Bedarf entsprechende Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, wie zum Beispiel Mund-zu-Mund-Beatmung. Diese Funktionen sollten in regelmäßigen Abständen geprüft werden.

4) Wärmezufuhr sichern

Ist der Verschüttete soweit von Schnee befreit, geht es darum, die Wärmezufuhr zu sichern. In einer Lawine sinkt die Körpertemperatur im Schnitt um drei Grad pro Stunde. Sobald jemand ausgegraben ist, sinkt die Temperatur sogar um sechs Grad pro Stunde.

Wichtig ist ebenfalls, dass die Person sich bei Unterkühlung nicht aus eigener Kraft bewegt, da man sonst den Bergungstod riskiert. Dieser tritt dann ein, wenn das Blut aus den kälteren Extremitäten in die wärmere Körpermitte, also zum Herz hin, fließt. Das senkt die gesamte Körpertemperatur und führt im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt.

5) In Sicherheit bringen

Ist der Verschüttete stabil, sollte er so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht werden. Das kann das Tal, die nächste Berghütte oder am besten ein Krankenhaus sein.

Vorsicht hat oberste Priorität

Dieses Sicherheitsprotokoll bei Lawinenabgängen, sowohl wenn man selbst verschüttet ist als auch zur Rettung anderer, kann Leben retten. Dennoch bedeutet es nicht, dass man sich dadurch in falsche Sicherheit wiegen darf oder leichtsinnig in Gefahrengebiete begeben sollte. Lawinen bedeuten – auch bei nur teilweiser Verschüttung – immer Lebensgefahr.

In Deutschland gibt der Deutsche Alpenverein in seiner jährlichen Unfallstatistik an, dass die Nothelfer in der Saison 2016 / 2017 insgesamt 86 Mal beim alpinen Wintersport zur Rettung ausrücken mussten. Rund sieben dieser Notfälle wurden durch Lawinen verursacht. Dabei starben zwei Menschen. Damit gehen zwei Drittel der Todesursachen im Wintersport auf Lawinenabgänge zurück.

In der gleichen Saison registrierte die Alpinpolizei in Österreich 101 Lawinenunfälle. Dabei starben 17 Menschen. Damit machen Todesunfälle durch Lawinen etwa 6 Prozent der Todesfälle im Bergsport aus.

In der Schweiz verunglückten in der Saison 2016 / 2017 sieben Menschen aufgrund von Lawinen tödlich. Im Schnitt sterben in der Schweiz 25 Menschen pro Jahr im Wintersport. Damit liegt der Anteil von Lawinentoten bei 28 Prozent.

Auch wenn dies in absoluten Zahlen insgesamt nicht viel wirkt und man keine Panik vor dem Wintersport haben muss, ist es wichtig, die Lawinengefahr ernst zu nehmen. Denn Studien zeigen: Es ist vor allem das zu riskante Verhalten der Wintersportler, das zu Unfällen führt.

Wer Ski außerhalb der kontrollierten Pisten fährt, ist auch stets potenziellen Naturgefahren ausgesetzt. Eine der bedrohlichsten Gefahren sind dabei Lawinen. Denn wer außerhalb der markierten, geschützten und kontrollierten Pisten im Skigebiet fährt, muss bedenken: Lawinengefahr bedeutet immer Lebensgefahr.

Das sollte zwar niemanden vom Off-Piste-Fahren abhalten, dennoch sollte man mit dem nötigen Respekt vor Lawinen auf die Off-Piste gehen. Dazu gehören stets eine gute Vorbereitung, eine funktionierende Sicherheitsausrüstung sowie ein Lawinensicherheitstraining und vor allem ein hohes Risikobewusstsein. Denn am sichersten fahren die Wintersportler, die Lawinengefahren vermeiden.

Die wichtigsten Fragen zu Lawinen

Was sind Lawinen?

Eine Lawine ist eine Masse aus Schnee und Eis, die einen steilen Berg herunterrollt. Lawinen werden oft „weiße Gefahr“ genannt, da sie so gefährlich sind.

Wie entstehen Lawinen?

Lawinen entstehen, wenn der Schnee nicht fest am Boden klebt, sondern zu einer instabilen Schicht wird. Sie werden durch unterschiedliche natürliche Faktoren wie Temperatur, Wind oder Art des Schnees ausgelöst. Vor allem äußere Einflüsse wie Tiere und Menschen lösen jedoch etwa 90% aller Lawinen aus.

Warum sind Lawinen so gefährlich?

Lawinen entwickeln ein enorm schnelles Tempo, sodass man keine Zeit hat zu reagieren. Sie erfassen Menschen innerhalb von Sekunden und die Schneemassen können neben Verletzungen vor allem zu Erstickungen und Erfrierungen führen.

Was gehört zur Notfallausrüstung?

Die Standard-Lawinen-Notfallausrüstung besteht aus einem LVS-Gerät, einer Sonde und einer Carbonschaufel. Auch Airbag-Rucksäcke oder Lawinenbälle können als Teil der Sicherheitsausrüstung hilfreich sein.

Warum sollte man einen Lawinenkurs machen?

Im Falle eines Lawinenabgangs geht es um die schnelle Rettung von Personen – Sekunden können entscheidend sein. Wer in einem Lawinenkurs gelernt hat, wie er zu handeln hat, agiert schneller, ruhiger und sicherer und kann so anderen das Leben retten. Es empfiehlt sich, das Wissen aus diesen Kursen regelmäßig aufzufrischen.

Was ist das Wichtigste, wenn man von einer Lawine erwischt wird?

Je tiefer man unter dem Schnee begraben ist, desto schwieriger kommt man an Luft und desto länger dauert eine Ausgrabung. Deswegen ist die oberste Priorität, sich so gut es geht durch Schwimmbewegungen an der Oberfläche zu halten.

Wie kann ich unter der Lawine Luft bekommen?

Es empfiehlt sich, mit beiden Händen einen Trichter vor Mund und Nase zu bilden, um so mehr Sauerstoff zu bekommen. Auch fällt so kein Schnee in Mund oder Nase. Wer verschüttet ist, sollte so ruhig wie möglich bleiben und keine großen Anstrengungen vollziehen, da man dadurch wertvollen Sauerstoff und Kraft verliert.

Wie hilft man, wenn jemand von einer Lawine verschüttet wurde?

Helfer sollten stets Ruhe bewahren, die Bergrettung informieren und in erster Linie den Verschütteten orten. Dazu helfen eine möglichst genaue Beobachtung sowie die Ortungsgeräte der Sicherheitsausrüstung. Danach gräbt man Verschüttete aus, prüft Vitalfunktionen und hält die Person warm, bevor man sie so schnell wie möglich in Sicherheit bringt.

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