Gesundheitsregeln beim Skifahren: So ist man topfit auf den Pisten unterwegs!

1. September 2018 - SnowTrex

Skifahren macht nicht nur Spaß, es ist sogar auch gesund. Die Sportart fördert die Kondition, ist gut für den Kreislauf und steigert darüber hinaus das allgemeine Wohlbefinden. Um diese Vorteile jedoch voll ausnutzen zu können und um mögliche Verletzungen zu vermeiden, sollte man entsprechend vorbereitet auf die Piste gehen. Deshalb hat der Deutsche Skiverband (DSV) zehn grundlegende Gesundheitstipps erstellt, die Wintersportlern genau dabei helfen sollen. Wer diese beachtet, wird nicht nur mehr Freude beim Skifahren haben, sondern auch gesund und möglichst unfallfrei fahren.


Fit sein ist ein Muss

Skifahren ist nicht „einfach nur den Berg herunterfahren“. Es erfordert Konzentration und ein grundlegendes Maß an Fitness. Der Deutsche Skiverband empfiehlt deshalb, dass jeder Skifahrer regelmäßig sein Herz-Kreislauf-System trainieren sollte.

Das bedeutet nicht, dass man jeden Tag fünf Kilometer joggen muss, jedoch ist eine regelmäßige körperliche Bewegung sinnvoll. Das kann Schwimmen, Yoga, Radfahren oder auch nur Spazierengehen sein. Wichtig ist nicht die Intensität des Sports, sondern lediglich die Regelmäßigkeit von Bewegung.

Alter ist kein Problem beim Skifahren – ein schlechter Gesundheitszustand schon

Fälschlicherweise denken manche, dass Skifahren nur etwas für junge Menschen ist. Das ist nicht korrekt. Das Alter hat mit der Fähigkeit zum Skifahren nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Gerade für die ältere Generation ist Skilaufen sehr förderlich für die Gesundheit. So beugt es zum Beispiel Osteoporose vor, kräftigt die Muskelmasse, verbessert das Koordinations- und Gleichgewichtsvermögen und hat einen positiven Effekt auf die Psyche.

Was aber für Jung und Alt gleichermaßen gilt: Ein schlechter Trainings- und Gesundheitszustand sind ein Problem beim Skifahren. Wer körperlich nicht mithalten oder aus gesundheitlichen Gründen nicht Skifahren kann, gefährdet damit in erster Linie sich selbst, aber auch andere Wintersportler.

Bei diesen Beschwerden vorher ärztlichen Rat einholen

Skifahren ist sehr förderlich für das Herz-Kreislauf-System. Bei gewissen gesundheitlichen Problemen kann es allerdings auch einen Risikofaktor darstellen: Dazu gehören u.a. erhöhter Blutdruck, Diabetes, Herzprobleme sowie starkes Übergewicht. Ebenso bei der Einnahme starker Medikamente kann Skisport ein Risiko für den Körper werden. Keiner dieser Faktoren bedeutet aber automatisch, dass man nicht Skifahren kann oder darf. Da aber ein Gesundheitsrisiko besteht, ist es wichtig, in diesen Fällen vorab den Rat eines (Fach-) Arztes einzuholen.

Pausen nicht vergessen

Die meisten Unfälle und Verletzungen entstehen beim Skifahren durch Unachtsamkeit. Gerade am späten Nachmittag, wenn Wintersportler müde werden, lässt die Aufmerksamkeit nach. Um dies zu vermeiden, sollten regelmäßig Pausen eingelegt werden, insbesondere nach einer längeren Abfahrt.

Es empfiehlt sich auch, es in den ersten Tagen langsam angehen zu lassen. Die Zeit auf der Piste sollte gerade zu Beginn nicht zu lang sein, sondern lieber kontinuierlich gesteigert werden.

Und wer macht nicht gerne an einer urigen Hütte Halt, um sich zu stärken und Sonne zu tanken? Wichtig: An den Sonnenschutz denken!

Schlafmangel ist gefährlich

Skilaufen ist ein herausfordernder Sport. Deshalb sind nicht nur regelmäßige Pausen wichtig, sondern auch genug Ruhe am Abend und vor allem ausreichend Schlaf. Wer dem Körper nachts genug Zeit gibt, sich auszuruhen und sich zu erholen, ist am nächsten Tag wieder fit.

Übermüdet Skilaufen ist hingegen gefährlich. Wer nicht ausgeschlafen ist, hat eine verminderte Aufmerksamkeit und Konzentrationsspanne, ist weniger leistungsfähig und gefährdet damit sich und andere.

Bei Schmerzen: Arzt aufsuchen

Wer trotz aller Vorsicht merkt, dass er sich übernommen hat, sollte auf seinen Körper hören und Alarmsignale nicht ignorieren. Es ist niemandem geholfen, wenn sich Skifahrer selbst zu viel zumuten oder sich und ihren Körper überschätzen.

Gerade bei Herzschmerzen, Schwindel, Herzrasen oder Atemnot sollte man nicht weiterfahren, sondern sofort abbrechen und unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Die passende Kleidung wählen

Passende Kleidung ist für sicheres Skifahren unerlässlich. Weil Skifahrern bei der Abfahrt natürlich auch warm wird, neigen viele dazu, sich nicht warm genug anzuziehen. Das ist ein großer Fehler. Denn frostige Außentemperaturen sowie häufige Pausen, in denen man sich nicht nur erholt, sondern auch erfrischt, können dann schnell zur Unterkühlung führen.

Bei der Wintersportkleidung empfehlen Experten – neben Spezialkleidung wie Thermo-Unterwäsche oder Shirts aus atmungsaktiven Funktionsfasern sowie wasserabweisenden Außenschichten – das „Zwiebelprinzip“. Hierbei werden mehrere Schichten übereinander getragen, was die Wärme besonders gut speichert und so eine Unterkühlung verhindert. Außerdem kann man somit Kleidung ablegen, sobald man schwitzt, ohne dass man dann zu wenig trägt.

Wichtig ist ebenfalls, zu enge Kleidung zu vermeiden, da dies die Blutzirkulation vermindern kann. Das betrifft vor allem die Schuhe.

Darüber hinaus sollte die technische Ausstattung, insbesondere die Schuhe und die Bindung, stets auf dem aktuellen Sicherheitsniveau sein.

Generell sollte man sich auch mit einem Skihelm schützen – alles Wissenswerte gibt es hier zu lesen.

Vorsicht statt Übermut

Die Pisten schnell herunterzujagen macht natürlich einen riesen Spaß. Da man allerdings selten alleine auf der Piste unterwegs ist, kann solcher Übermut schnell zu Kollisionen und ungewollten Verletzungen führen. Wer zu sehr rast, kann andere Fahrer leicht übersehen und in einer Gefahrensituation nicht mehr rechtzeitig reagieren. Vorausschauendes, umsichtiges und rücksichtsvolles Fahren vermeidet daher Unfälle.

Skifahrer sollten zudem auch auf Beschilderungen und Markierungen achten. Das sogenannte „Freeriding“ abseits der markierten Pisten birgt nämlich unerwartete Gefahren wie versteckte Felsen oder Baumstümpfe, die zu schweren Stürzen und Verletzungen führen können. Im Hinterland besteht ebenfalls erhöhte Lawinengefahr. Falls hier etwas passieren sollte, brauchen Rettungskräfte länger, um zum Unfallort zu gelangen. Zudem kann es auch zu Fahrunfällen, Stürzen in Gletscherspalten oder Verwehungen kommen.

Mit der richtigen Ausrüstung und entsprechender Erfahrung sowie Vorsicht ist das Off-Pisten-Fahren durchaus möglich, doch das Fahren auf gesperrten Hängen oder das Durchfahren von Lawinensperrgebieten ist tabu.

Nie mit zu vollem Magen fahren

Auch wenn Skifahren hungrig macht, sollte man übermäßiges Essen vor und während des Skilaufens vermeiden. Mächtige Mahlzeiten liegen auch entsprechend schwer im Magen und müssen lange verdaut werden. Das macht träge und beeinträchtigt die Aufmerksamkeit. Hinzu kommt, dass sportliche Aktivitäten nach einer schweren Mahlzeit zu Sodbrennen führen können.

Es empfiehlt sich aber auch nicht, mit leerem Magen zu fahren. Wie so oft, kommt es auch hier auf das richtige Maß an. Beim Skilaufen haben sich kleine Zwischenmahlzeiten mit gesunden Kohlenhydraten bewährt. Auf der Skihütte kann man sich eine frische Kartoffelsuppe oder einen knackigen Salat mit Putenbruststreifen statt mächtigem Braten mit Knödel oder Käsespätzle schmecken lassen. Für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich Snacks wie Vollkornbrote, Trockenfrüchte oder Vollkornkekse.

Alkohol ist tabu

Sowohl vor als auch während des Skilaufens sollte keinesfalls Alkohol getrunken werden. Wie auch beim Autofahren stört Alkohol beim Wintersport unsere Wahrnehmung sowie unsere Konzentration und mindert unsere Reaktionsfähigkeit. Unfälle sind hier vorprogrammiert.

Beim Skifahren kommen darüber hinaus zwei weitere Faktoren erschwerend hinzu: die Höhe und die Kälte.

Es ist zwar nicht korrekt, dass Alkohol in höheren Lagen schneller wirkt. Doch in großen Höhen ist der Sauerstoffgehalt geringer, was zu verminderter Aufmerksamkeit und schnellerer Müdigkeit führt. Alkohol steigert diesen Effekt zwar nicht exponentiell, doch ist die Kombination beim Wintersport keinesfalls förderlich, sondern eine ernstzunehmende Gefahr.

Auch Alkohol und Kälte stellen keine gute Voraussetzung dar: Denn während Alkohol gefühlt aufwärmt, passiert im Körper in Wahrheit das Gegenteil. Alkohol weitet die Gefäße, was dazu führt, dass der Körper schneller Wärme verliert. Darüber hinaus bemerkt man unter Alkoholeinfluss Kälte nicht direkt und denkt, es sei wärmer als es tatsächlich ist. Das kann wiederum schnell zu gefährlicher Unterkühlung führen.

Wer am Abend dann doch noch das ein oder andere Gläschen trinken möchte, kann dies natürlich gerne tun. Am besten im Warmen bei einer lustigen Après-Ski-Party – die Ski bleiben danach dann aber besser abgeschnallt.

Skifahren macht viel Spaß, sorgt für ein gesteigertes Wohlbefinden und hält sogar fit. Wenn man ein paar wichtige Regeln beachtet, steht einer sicheren und verletzungsfreien Abfahrt kaum mehr etwas im Weg.

Die wichtigsten Fragen zu den Gesundheitsregeln

Ist Skifahren gefährlich?

Nein! Skifahren an sich ist nicht gefährlicher als andere Sportarten. Wer körperlich gut in Form ist, aufmerksam und rücksichtsvoll fährt und sich an gewisse Regeln hält, ist sicher auf der Piste unterwegs.

Was ist die häufigste Unfallursache beim Wintersport?

Unaufmerksamkeit ist die häufigste Unfall- und Verletzungsursache beim Wintersport. Wer nachlässig ist und unachtsam fährt, gefährdet sich und auch andere.

Können auch ältere Menschen Skifahren?

Ja! Skifahren ist für ältere Menschen genauso geeignet wie für jüngere. Es ist sogar empfehlenswert. Denn es ist nicht das Alter, das für das Skifahren wichtig ist, sondern der jeweilige Gesundheits- und Trainingszustand.

Muss ich Leistungssport betreiben, um Ski zu fahren?

Nein. Skifahren erfordert allerdings eine gewisse allgemeine Fitness und Kondition. Daher ist es empfehlenswert, auch außerhalb der Skisaison moderat, aber regelmäßig Sport zu treiben.

Darf man bei Herz- und Kreislaufproblemen Skifahren?

Herz- und Kreislaufprobleme können ein gesundheitliches Risiko beim Skifahren darstellen. Zwar können die meisten Menschen dennoch Skilaufen, doch sollte vorher ein Arzt um Rat gefragt werden.

Was ist die richtige Kleidung beim Wintersport?

Neben spezieller Winterkleidung empfehlen Experten viele Schichten nach dem „Zwiebelprinzip“, um Unterkühlung zu vermeiden. Wichtig ist, dass die Kleidung nicht zu eng ist und die technische Ausrüstung den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht.

Welchen Effekt hat Schlafmangel auf das Skifahren?

Schlafmangel beeinträchtigt die eigene Leistung und führt außerdem zu verminderter Aufmerksamkeit auf der Piste. Das steigert das Unfall- und Verletzungsrisiko.

Warum darf man beim Skifahren keinen Alkohol trinken?

Alkohol mindert die Konzentration, die Wahrnehmungsfähigkeit und die Reaktionsfähigkeit. All das kann vermehrt zu Unfällen und Verletzungen führen. Darüber hinaus spürt man durch Alkoholeinfluss Kälte weniger und kann so schneller unterkühlen.

 

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