Kurz, aber oho: Fun-Carver sorgen für besonderen Fahrspaß

1. September 2018 - SnowTrex

Während die kurzen Fun-Carver lange Zeit belächelt wurden, entdecken immer mehr Skifahrer den Fahrspaß der Kurzski für sich. Aus den ursprünglichen „Big Foot“ wurden so die Shortcarver, die mittlerweile sogar eine eigene Disziplin im alpinen Skifahren bilden. Im Folgenden wird erklärt, was Fun-Carver sind, was sie so besonders macht und für welche Skifahrer die Kurzski geeignet sind.


Der Fun-Carver könnte als der kleine Bruder des Carving-Ski bezeichnet werden. Er ist auch unter dem Namen Kurzski oder Shortcarver bekannt und bietet genau das, was der Name verspricht: Eine kurze Variante der Carving-Ski, die viel Spaß beim Fahren bringt.

Was sind Fun-Carver?

Fun-Carver sind maximal einen Meter lang und haben, im Gegensatz zu den kurzen Blades, sowohl Bügel als auch Sicherheitsbindungen. Ihr Konstruktionsradius liegt bei maximal zehn Metern, in einigen Fällen bis zu 15 Metern, was es den Skifahrern erlaubt besonders enge und schnelle Kurven zu fahren.

Von der Bergsteighilfe zur eigenen Disziplin

Fun-Carver wurden zum ersten Mal 1930 als Firngleiter entwickelt. Sie dienten hauptsächlich für die Abfahrt auf weichem Frühjahrsschnee (dem sogenannten „Firn“) sowie steilen Abhängen. Den Bergsteigern sollten sie damals einen leichteren Abstieg ermöglichen. Praktisch: Sie brauchten nicht viel Platz und konnten mit Bergschuhen gefahren werden.

Das Fahrverhalten ist jedoch ganz anders als beim normalen Ski, denn Firngleiter fährt man in starker Rückenlage. Die Geschwindigkeit kontrolliert man durch Vor- und Rückwärtsbewegungen. Lagert man sein Gewicht nach vorne, beschleunigt man – legt man es nach hinten bzw. drückt die Fersen in den Schnee, so verlangsamt man sein Tempo man. Mit Firngleitern kann man also sogar beim Geradeausfahren bremsen.

Aus diesen Firngleitern entwickelten sich zunächst zwei Varianten von Kurzski: Einmal die Firngleiter, auch Figl genannt, mit einer maximalen Länge von 66 Zentimetern sowie die etwas längeren Fun-Carver.

In den 50er Jahren wurden die Kurzski in Serie produziert und in den 60er Jahren gab es erste Skirennen mit den „Shortys“.

Es gab nur wenige Unternehmen, die diese kurzen Carver herstellten. Zu den bekanntesten gehören das Modell „Big Foot“ von Kneissl sowie der „Snowblade“ von Salomon. So bürgerten sich auch diese Markennamen als Bezeichnung für die Fun-Carver ein.

Obwohl die Fun-Carver anfangs belächelt wurden, hat sich daraus mittlerweile eine eigene Disziplin gebildet. Während die Figlis mittlerweile nicht mehr hergestellt werden, entwickelten sich aus den ursprünglichen Fun-Carvern die Shortcarver – eine vom FIS anerkannte Variante des alpinen Skifahrens.

So werden Wettbewerbe mit Shortcarvern in verschiedenen Disziplinen wie Slalom, Riesenslalom oder Vielseitigkeitswettbewerbe ausgetragen. Diese finden vor allem im März und April statt. In Deutschland wurde die erste Internationale deutsche Shortcarving-Meisterschaft am 20. März 2005 organisiert. Mit der steigenden Beliebtheit der Shortcarver sind die Kurzski auch wieder im Sortiment fast aller Hersteller erschienen.

Doch was genau macht das Fahren mit dem Shortcarver so besonders?

Kurze Ski, großer Fahrspaß

Das Außergewöhnliche an den Shortcarvern ist ihre Fahrweise: Durch ihre schmale Bauweise in der Mitte, den kurzen Ski und ihrem engen Radius können die Shortcarver sehr enge Kurven von sieben bis zwölf Meter fahren.

Skifahrer legen sich dabei sehr stark in die Kurve und spüren dadurch die Fliehkraft besonders intensiv. Im Gegensatz zu Carving-Ski benutzt man beim Shortcarving Skistöcke, um die Kurven ganz nah am Körper ausfahren zu können.

Shortcarver werden interessanterweise sowohl für Anfänger empfohlen als auch für sehr erfahrene Skifahrer. Auch hier liegt die Vielfältigkeit der Kurzski in ihrer Konstruktion.

Denn vor allem erwachsene Anfänger müssen sich anfangs auf den langen Ski zum Fahren überwinden. Das Drehen der klassischen Ski ist nicht leicht und die Angst vor Kontrollverlust und einem Sturz sind hoch, sodass einige Erwachsene sich schon bei Grundtechniken wie dem Parallelschwung oder dem Bremsen schwer tun.

Genau hier kann der Shortcarver anfangs helfen. Denn die kurzen Ski lassen sich ohne Weiteres wenden, wodurch natürlich auch die Angst vor Stürzen sowie Verletzungen sinkt. So können sich Skifahrer auf die Technik konzentrieren und lernen das Skifahren schneller. Sobald sie sicher auf den Shortcarvern stehen, können sie anschließend auf die klassischen Ski umsteigen.

Die Kurzski-Methode für Anfänger wurde angeblich zum ersten Mal vom Skilehrer Martin Puchtler entwickelt. Einer seiner erwachsenen Schüler wiederholte den Anfänger-Kurs bereits zum dritten Mal, ohne jeglichen Erfolg. Als letzten verzweifelten Versuch ließ er den Schüler einen verrosteten alten Ski ausprobieren, der allerdings auch 40 Zentimeter kürzer war. Einen Tag später hatte der Schüler das Skifahren begriffen und stand sicher auf den Ski.

So gibt es auch heute noch Skischulen, die einigen Schülern aus genau diesen Gründen das Fahren erst auf den Kurzski beibringen. Sobald es allerdings nach der Lernphase zu steileren Abfahrten geht, sind die Shortcarver für Anfänger nicht mehr zu empfehlen.

Denn auf steilen Hügeln, auf denen man eine hohe Geschwindigkeit entwickelt, sind Shortcarver für Anfänger nicht geeignet. Das enge Fahren der Kurven erfordert höchste Konzentration, ein gutes Koordinationsvermögen und Balance. Man muss als Skifahrer ausreichend Erfahrung mitbringen, das Kurvenfahren beherrschen sowie seine Ski sehr gut kontrollieren können, um mit den Shortcarvern nicht hinzufallen. Für Anfänger ist dies zu riskant.

Deshalb ist die Abfahrt mit dem Shortcarver eher geübten Skifahrern zu empfehlen. Dann bringen die engen Kurven mit den Kurzski aber höchsten Fahrspaß.

Fun-Carver, die anfangs als Kurzski oft belächelt wurden, werden immer beliebter. Die FIS hat die Kurzski als eigene Disziplin anerkannt und mittlerweile sind sie als Shortcarver bei fast allen Herstellern zu finden. Sie bieten vor allem erfahrenen, geübten Skifahrern ein tolles und spannendes Fahrgefühl beim engen Kurvenfahren. Wer sicher auf Ski unterwegs ist und eine gute Balance hat, kann damit sehr viel Spaß haben. Für Anfänger können Kurzski eine Möglichkeit sein, ein erstes Gefühl für das Skifahren generell zu bekommen.

Die wichtigsten Fragen zu Fun-Carvern

Was sind Fun-Carver?

Fun-Carver ist eine Bezeichnung für einen stark taillierten, kurzen Ski mit maximal einem Meter Länge. Sie wurden 1930 als Firngleiter für Bergsteiger entwickelt, woraus sich später zwei Kurzski etablierten: die Figl und die Fun-Carver. Eins der berühmtesten Modelle ist „Big Foot“ von Kneissl. Mittlerweile wurden die Fun-Carver durch die Shortcarver ersetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Shortcarver und Carver?

Shortcarver sind kürzer als die Carver und bieten einen kleineren Radius für Kurven.

Was macht Shortcarver so beliebt?

Der enge Radius der Shortcarver sorgt dafür, dass man Kurven sehr eng fährt und die Fliehkraft besonders intensiv spürt. Für versierte Skifahrer ist dies ein tolles Fahrgefühl.

Für welche Skifahrer eignen sich Shortcarver?

Sie eigenen sich einerseits, um Anfängern mehr Stabilität beim Wenden zu bieten, damit sie sich vor allem auf die Technik gewöhnen können, bevor sie auf längere Ski umsteigen. Doch für die Abfahrt sind Shortcarver eher für erfahrene Skifahrer gedacht, die die Ski gut kontrollieren können, sehr fit sind und eine gute Balance halten können. Denn die Sturzgefahr bei hohen Geschwindigkeiten und den engen Kurven ist entsprechend höher.

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