Die häufigsten Anfängerfehler beim Skifahren – und wie man sie vermeidet

1. September 2018 - SnowTrex

Fehlerfrei Skifahren hat nicht nur ästhetische Gründe. Besser Skifahren bedeutet nämlich auch sicherer Skifahren. Gerade bei Anfängern schleichen sich aber einige Fehler unbewusst ein, die sich ohne Korrektur über die Jahre verfestigen. Wir blicken auf die fünf häufigsten Anfängerfehler beim Skifahren und erklären, wie man sie vermeiden kann.

Wedelnde Arme, viel zu weite Rücklage oder starke Drehungen aus der Hüfte heraus – es gibt einige Fehler beim Skifahren, die sich am Anfang besonders häufig einschleichen. Das mag für Anfänger noch nicht so schlimm sein, doch spätestens, wenn eine falsche Fahrweise zur Gewohnheit wird, sieht das nicht nur unschön aus, es ist auch gefährlicher. Im Folgenden gehen wir deshalb auf fünf typische Anfängerfehler ein. Wir erklären wie sie entstehen, welche Folgen sie haben – und natürlich wie man sie vermeiden kann.

Extreme Rückenlage

Der Fehler

Beim Kurvenwechsel bewegt man den Oberkörper nach vorne. Um nach dem Schwung wieder zentral über den Ski zu stehen, gleicht man dies durch einen leichten Rückschwung aus. Doch viele Anfänger übertreiben es hierbei: Sie führen die Rückwärtsbewegung zu stark oder zu ruckartig aus.

Das Problem

Dadurch gelangt man in eine starke Rücklage. Die Gefahr ist, dass man dabei die Kontrolle über die Ski verlieren kann. Dies wiederum kann zu Stürzen und somit Verletzungen führen.

Der Verbesserungstipp

Nach dem Vorwärtsschwung in eine zentrale Lage zu kommen erfordert etwas Übung und gutes Körpergefühl. Das kann man aber trainieren: Dazu stellt man sich gerade hin, schließt die Augen und wippt leicht auf der Fußsohle hin und her. Man sollte sich dabei bewusst auf den Unterschied zwischen einer Vorwärtsbewegung, einer Rückbewegung und einer zentralen Lage konzentrieren. Anschließend versucht man, dieses Gefühl beim Skifahren zu übertragen. Dabei sollte man erst bei geringen Geschwindigkeiten beginnen und dann das Tempo langsam steigern. So bleibt man nicht nur stabiler auf den Ski, man spart sich auch anstrengende Bewegungen und schont damit seine Kräfte.

Falscher Abstand zwischen den Ski

Der Fehler

Für Anfänger ist es noch schwer, genau abschätzen zu können, wie weit die Ski auseinander stehen müssen. Aber auch erfahrene Fahrer haben hiermit Probleme, gerade weil sich der Fahrstil durch die modernen Carver von einem engen Abstand zu einem hüftbreiten Abstand verändert hat.

Das Problem

Stehen die Ski zu eng zusammen, grenzt das unsere Bewegungsfreiheit enorm ein. Außerdem kann man bei einem unerwarteten Hindernis leicht die Balance verlieren. Sind die Beine dagegen zu weit auseinander, fährt man unkontrolliert und riskiert so Stürze oder einen Zusammenprall mit anderen Skifahrern.

Der Verbesserungstipp

Eine Möglichkeit ist es, den richtigen Abstand beim Schussfahren im leicht abschüssigen Gelände zu üben. Es kann hilfreich sein, die Stöcke erstmal wegzulassen, damit man sich ganz auf die Stellung der Ski konzentriert. So prägt sich der richtige Abstand der Ski von Anfang an ein und man behält mit ein bisschen Übung die passende Breite fast automatisch bei. Damit fährt man gleichzeitig kontrollierter sowie stabiler.

Rudernde Arme

Der Fehler

Wenn Anfänger sich in die Kurven legen, holen sie dabei gerne den nötigen Schwung aus den Armen heraus und drehen diese beim Schwung kräftig mit. Oft wird dabei auch noch die Hüfte mitgedreht.

Das Problem

Wer kräftig mit den Armen rudert, sieht nicht nur lustig aus, er kann sich auch schnell etwas zerren oder sich verspannen. Ein weiteres Problem ist, dass man bei einer starken Bewegung des Oberkörpers die Drehung nur schwer kontrollieren kann und man so leicht das Gleichgewicht verliert oder sich die Ski auseinander schieben.

Der Verbesserungstipp

Sowohl Oberkörper als auch Arme sollten sich so wenig wie möglich bewegen. Um den Oberkörper still zu halten, hilft der Tablett-Trick: Dazu stellt man sich vor, man müsse ein Tablett voller Gläser ins Tal bringen, ohne dass die Gläser wackeln oder herunterfallen. Man hält den Blick dabei stets gen Tal. Das führt automatisch dazu, dass der Oberkörper nicht zu stark gedreht wird. Ein weiterer Tipp ist, ohne Stöcke zu fahren. Dadurch trainiert man eine ruhige, balancierte Haltung des Oberkörpers.

Der Oberkörper ist zu starr

Der Fehler

Das andere Extrem zu den rudernden Armen ist ein starrer Oberkörper. Hierbei vergessen Anfänger, in den Kurven den Oberkörper leicht mitzubewegen.

Das Problem

Skifahren geht mit ruhigen, dynamischen Bewegungen einher. Wer sich zu viel oder, wie in diesem Fall, zu wenig bewegt, muss dies mit ruckartigen Bewegungen ausgleichen und sehr viel mehr Kraft aufwenden. Das kann nicht nur zu Muskelkater und Verspannungen führen, es macht das Skifahren auch unkontrollierter und damit gefährlicher.

Der Verbesserungstipp

Eine Verlagerung des Oberkörpers ist das A und O beim Kurvenfahren. Dabei ist der Oberkörper am Anfang der Kurve noch nach vorne gen Tal gerichtet. Danach wendet sich der Körper aber zur Kurvenmitte hin und man lehnt sich in die Kurve mit ein.

Das kann sogar geübt werden, indem man zum Beispiel die Außenhand über die ganze Kurve hinweg mitführt. Am Ende sollte die Hand dabei über dem Innenski liegen. So führt man automatisch den Oberkörper in die Bewegung dynamisch mit hinein.

Wenn der steife Oberkörper eher von der Angst die Balance zu verlieren herrührt, übt man besser mit der Bananen-Technik. Dafür dreht man den Po zum Hang und bildet mit dem Rest des Körpers einen runden Bogen, wie eine Banane. Dabei nimmt man automatisch den Oberkörper mit und verhindert gleichzeitig, dass der Außenski wegrutscht.

Die Ski werden falsch belastet

Der Fehler

Anfänger verlassen sich oft auf ihre Carving-Ski, die die Kurven nahezu von allein fahren, und belasten dabei die Ski falsch oder sogar gar nicht. Doch auch wenn die Carving-Ski durch ihre kürzere und taillierte Passform das Kurvenfahren erleichtern, bedeutet das nicht, dass man alles den Ski überlassen kann oder soll.

Das Problem

Wer nicht aktiv mitfährt und die Ski falsch belastet, verliert die Kontrolle über seine Ski und riskiert so Stürze und Verletzungen. Stattdessen müssen Kurven mit einem Belastungs- und Kantenwechsel mit einhergehen.

Der Verbesserungstipp

Wie kann man diesen Fehler als Anfänger umgehen? Der Trick liegt im idealen Timing – und selbst erfahrene Skifahrer haben damit sogar Probleme. Für den Anfang hilft es aber, wenn man sich auf den Außenski konzentriert und darauf die meiste Belastung legt. Dadurch dreht man sich automatisch in die Kurve. Flüssiger wird es, wenn der Innenski am Ende der Kurve ganz leicht hochgehoben und zur Fahrtrichtung gedreht wird. Üben kann man das zunächst schön auf flacheren Hügeln, um die Dynamik und das Timing gut hinzubekommen. Damit lernt man bereits von Anfang an, kontrolliert und dynamisch zu fahren.

Fehler beim Skifahren zu machen ist gerade für Anfänger völlig normal. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Wichtig ist, die häufigsten Fehler zu kennen und aktiv zu versuchen, dagegen anzugehen. So lernt man von Anfang an schönes und vor allem sicheres Skifahren.

Die wichtigsten Fragen zu Anfängerfehlern

Warum sollte man als Anfänger darauf achten, „schön“ zu fahren?

Schönes Skifahren hat nicht nur etwas mit der Ästhetik auf der Piste zu tun, sondern in erster Linie auch mit Sicherheit. Schönes bzw. korrektes Skifahren sorgt sowohl für eine gute Balance als auch für die Kontrolle über die Ski und dadurch für sicheres Fahren auf der Piste.

Warum müssen Ski hüftbreit auseinander stehen?

Wenn die Ski zu eng nebeneinander sind, schränkt man seine eigene Bewegungsfreiheit ein. Stehen sie zu weit auseinander, können sie schnell auseinanderdriften und man fällt leichter hin. Ein hüftbreiter Abstand ist daher ideal.

Wie kann man eine zu heftige Drehung mit dem Oberkörper vermeiden?

Ein guter Trick ist es, den Oberkörper gen Tal zu richten und sich dabei vorzustellen, man habe ein Tablett mit Gläsern zu transportieren, bei dem nichts zerbrechen darf.

Wieso ist die richtige Belastung der Ski wichtig?

Auch wenn der moderne Carving-Ski das Gefühl vermittelt, er könnte die Kurven von alleine fahren, ist das natürlich nicht so. Es ist zwar einfacher geworden, aber Skifahrer müssen dennoch aktiv mitgehen und vor allem die Ski richtig belasten. Wer das nicht tut, droht die Balance und die Kontrolle zu verlieren. Die Folge: Stürze und möglicherweise Verletzungen.

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