E-Auto im Winter: Tipps für die kalte Jahreszeit

8. Oktober 2023 - SnowTrex

E-Mobilität liegt voll im Trend. Schließlich sind die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord geeilt. Dank des rasanten technologischen Fortschritts der Hersteller sind E-Autos längst kein Nischenprodukt mehr für umweltbewusste Autofahrer. Mit immer mehr Komfort, steigender Batterieleistung und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur stehen diese Fahrzeuge den Modellen mit Verbrennungsmotor im Sommer wie im Winter kaum mehr nach. SnowTrex erklärt, warum Elektroautos deshalb auch für Wintersportler interessant sind, die in der kalten Jahreszeit in die Berge und in den Schnee wollen.

E-Autos im Winter zu fahren, ist auch dank des Ausbaus der Ladeinfrastruktur heute gar kein Problem mehr.


Warum ein E-Auto auch im Winter eine gute Wahl ist

Die Zeiten, in denen Elektroautos als reine Kleinwagen produziert wurden und daher relativ wenig Platz im Innenraum boten, sind längst vorbei. Heute werden E-Autos von den Automobilherstellern in allen möglichen Modellvarianten produziert. So gibt es rein batteriebetriebene SUVs, Kombis oder auch Limousinen. Wer also als umweltbewusster Autofahrer im Winter mit der Familie oder mit Freunden für ein paar Tage zum Skifahren in die Berge fahren möchte, muss hier keine Abstriche mehr machen. Schließlich bieten moderne E-Autos genügend Platz für mehr als zwei Insassen und die nötige Skiausrüstung.

Zudem sind E-Autos im Winter eine gute Wahl, weil die meisten Modelle bauartbedingt über Allradantrieb verfügen. Dieser garantiert gerade auf nassen, verschneiten oder gar vereisten Straßen die bestmögliche Traktion, da alle vier Räder über einen eigenen Elektromotor verfügen. Hinzu kommt, dass Elektrofahrzeuge durch die Batterie durchschnittlich 200 bis 300 Kilogramm schwerer sind als vergleichbare Verbrenner. Doch was sich zunächst nach einem Nachteil für die Reichweite anhört, kann für Elektroautos im Winter ein Vorteil sein. Denn das höhere Gewicht drückt das Fahrzeug stärker auf die Straße. Bei glatten Straßenverhältnissen kann dies auch zu einer besseren Traktion führen. Ein weiteres Plus der Konstruktionsweise von Elektroautos für winterliche Bedingungen ist, dass die schweren Batterien vorwiegend weit unten in der Karosserie eingebaut sind. Dadurch sinkt der Schwerpunkt des Fahrzeugs, was wiederum die Stabilität auf den in der kalten Jahreszeit häufiger glatten Straßen erhöht.

Tipps zur Vorbereitung des E-Autos auf die kalte Jahreszeit

Der große und entscheidende Unterschied zwischen einem E-Auto und einem Verbrennermodell ist natürlich der Antrieb. Und genau auf diesen gilt es bei einem Elektrofahrzeug im Winter besonders zu achten. Denn die Batterie ist, wie alle anderen Akkus zum Beispiel in einem Handy, konstruktionsbedingt deutlich kälteempfindlicher. Das wissen natürlich auch die Autohersteller, die die Antriebe ihrer E-Modelle deshalb bereits ab Werk winterfest ausliefern. Um die Batterie vor möglichen Minusgraden zu schützen, werden sie zum einen mit einer Isolierschicht überzogen. Zum anderen schaltet sich während der Fahrt automatisch ein elektronisches Temperaturmanagement ein. Damit wird der Antrieb des E-Autos im Winter auf einer optimalen Betriebstemperatur zwischen 20 und 40 Grad gehalten.

Ansonsten gelten für die Wintervorbereitung eines Elektroautos die gleichen Tipps wie für ein Verbrennermodell. Damit die Batterien, die Elektromotoren und die Ladeeinheit nicht überhitzen, haben auch diese Wagen ein eigenes Kühlsystem. Und das funktioniert in der kalten Jahreszeit am besten mit einem speziellen Frostschutzmittel. Gleiches gilt für die Scheibenwischanlage, deren Wischwasser im Winter mit Anti-Freeze versetzt werden sollte, um ein Einfrieren zu verhindern. Ein Muss ist auch das Aufziehen der Winterreifen. Wobei sich Autofahrer hier am besten an die „O bis O“-Regel – Oktober bis Ostern – halten. Wen es mit dem eigenen Auto in verschneite Bergregionen zieht, sollte zur Sicherheit auch Schneeketten dabei haben.

Außerdem gehören folgende Dinge als Teil einer Winter-Notfallausrüstung unbedingt in den Kofferraum: Verbandskasten, Warndreieck, Warnweste, Decke oder Schlafsack, Essen und Trinken, Türschlossenteiser, Eiskratzer, Schaufel, Starthilfekabel, Powerbank sowie eine Taschenlampe.

Wie Sie die Reichweite Ihres E-Autos im Winter maximieren können

Tatsächlich führt Kälte im Winter bei E-Autos laut den Experten des ADAC zu Reichweitenverlusten von 10 bis 30 Prozent. Und das hat vor allem einen Grund. Denn in der kalten Jahreszeit wird deutlich mehr Energie benötigt, um das Fahrzeug zu heizen. Problematisch ist, dass Elektromotoren im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren keine Abwärme produzieren. Ein Elektroauto muss also selbst Wärme erzeugen, um nicht nur den Innenraum, sondern auch die Batterie auf Temperatur zu bringen und zu halten.

Eine einfache Möglichkeit, Energie zu sparen und damit die Reichweite des eigenen Elektroautos zu maximieren, ist hier, während der Fahrt in den Eco-Modus zu schalten. Denn sowohl bei Verbrennungs- als auch bei Elektrofahrzeugen führt ein sportlicher Fahrstil immer zu einem höheren Kraftstoff- oder Energieverbrauch. Auch vor diesem Hintergrund sind die meisten Elektroautos heute serienmäßig mit diesem Modus ausgestattet, der auf absolute Energieeffizienz setzt. Dabei wird der Batterieantrieb über die Bordelektronik so angesteuert, dass er weniger Leistung an die Räder abgibt. Das erhöht nicht nur die Reichweite des E-Autos, sondern dient auch der Sicherheit auf den im Winter oft glatten Straßen.

Im folgenden Video erklären Experten, wie Besitzer von E-Autos mit ein paar einfachen Tipps die Reichweite ihres Fahrzeugs im Winter erhöhen können:

E-Auto im Winter: Tipps für mehr Reichweite | Unter Strom – Einfach Elektromobilität | 4 | ADAC

Für Besitzer von E-Autos gilt es im Winter außerdem zu beachten, dass sich die niedrigen Temperaturen auch auf den Ladevorgang auswirken können. Das heißt: Wenn die Batterie beim Laden nicht richtig warm wird, verlängert sich auch die Ladezeit. Daher ist es ratsam, ein Elektroauto im Winter in einer relativ warmen, weil wind- und wettergeschützten Garage zu parken und dort zu laden. Die notwendige Stromquelle kann dann entweder eine eigene Wallbox oder in einer öffentlichen Tiefgarage eine Ladesäule eines Energieversorgers oder Fahrzeugherstellers sein. Diese Technik „weiß“ in der Regel, dass Batterien empfindlich auf die dann niedrige Temperaturen reagieren. Ladesäulen stellen sich daher inzwischen automatisch auf die Batterietemperatur ein und reduzieren dann die Stromzufuhr, um die Energiezelle nicht zu überlasten.

Diese E-Autos haben die größte Reichweite im Winter

Das auf Studien zu E-Autos spezialisierte Unternehmen „Recurrent Auto“ hat die Batterieleistung und Reichweite von Tausenden Elektroautos unter realen Bedingungen und zu allen Jahreszeiten untersucht. Bei den Wintertests stellten die Experten fest, dass unter anderem der I-Pace von Jaguar (470 km Akkuleistung) bei Außentemperaturen von -7 Grad lediglich drei Prozent an Reichweite verliert. Beim Audi e-tron (420 km Akkuleistung) waren es acht Prozent, beim E-SUV Tesla Model X (540 km Akkuleistung) 15 Prozent und beim kleineren Tesla Model 3 (415 km Akkuleistung) 17 Prozent. Dahinter folgen etwa der Nissan Leaf (385 km Akkuleistung) mit jeweils 21 Prozent, der VW e-Golf (280 km Akkuleistung) mit 23 Prozent, der BMW i3 (270 km Akkuleistung) mit 24 Prozent und ein weiteres E-SUV, der VW ID.4 (385 km Akkuleistung) mit 30 Prozent Reichweitenverlust bei Minusgraden.

Heizung und Klimaanlage im E-Auto: Was Sie beachten sollten

Niedrige Temperaturen können im Winter die Reichweite von E-Autos, gerade durch die intensive Nutzung der Heizung beeinträchtigen. Daher ist das Vorheizen des Fahrzeugs eine effektive Methode, um den Energieverbrauch zu optimieren. Hier ist es allerdings essenziell, dass der Wagen noch an der Ladestation angeschlossen ist. So wird die Batterie geschont und das Auto ist sofort fahrbereit. Moderne Elektroautos, die mit einer Wärmepumpe ausgestattet sind, bieten zudem eine effizientere Heizlösung, die den Energieverbrauch weiter minimieren kann. Eine energieeffiziente Alternative zur herkömmlichen Heizung können Sitz- und Lenkradheizungen sein. Sie sorgen für ein angenehmes Fahrgefühl, ohne den gesamten Innenraum stark aufzuheizen.

Viele Elektroautos verfügen zudem über Rekuperationssysteme, die beim Bremsen oder Gaswegnehmen aktiviert werden und Energie in die Batterie zurückspeisen. Zusätzliche Dämmmaßnahmen oder Fensterabdeckungen können ebenfalls dazu beitragen, den Innenraum warmzuhalten und den Heizbedarf zu reduzieren. Auch die in vielen Elektroautos eingebauten Navigationssysteme können helfen, die effizienteste Route zu finden. Dabei berücksichtigen sie auch immer den Ladezustand der Batterie und den Energieverbrauch der Heizung.

Die Batterien von E-Autos sollten im Winter immer ausreichend geladen sein, da die Kälte die Reichweite verringert und etwa die Heizung im Innenraum zusätzlich Strom verbraucht.

Die Bedeutung der Winterreifen für Ihr E-Auto

E-Autos stellen aufgrund ihrer Bauart und Funktionsweise besondere Anforderungen an die Bereifung. Zwar können hier auch ganz normale Winterreifen für Verbrennermodelle aufgezogen werden, doch mittlerweile gibt es ebenso speziell für Elektrofahrzeuge entwickelte Winterreifen. Zunächst macht die Batterie E-Autos deutlich schwerer. Daher wurden ihre Spezial-Gummiwalzen für die kalte Jahreszeit robuster konstruiert, um das zusätzliche Gewicht ohne Leistungseinbußen tragen zu können. Ein weiterer wichtiger Vorteil dieser Reifen ist ihr optimierter Rollwiderstand. Diese Eigenschaft minimiert den Energieverbrauch des Fahrzeugs, was sich gerade im Winter positiv auf die Reichweite eines Elektroautos auswirkt.

Da E-Autos durch den Wegfall der Geräusche eines Verbrennungsmotors während der Fahrt zudem deutlich leiser sind, können Außengeräusche wie das Abrollgeräusch der Reifen stärker in den Vordergrund treten. Daher legen einige Reifenhersteller bei der Entwicklung von E-Auto-spezifischen Reifen großen Wert auf die Laufruhe des Profils auf der Fahrbahn. Nicht zu vernachlässigen ist auch das sofort verfügbare Drehmoment der Elektromotoren. Für die Reifen bedeutet dies, dass sie insbesondere bei Nässe oder auf Eis eine hervorragende Traktion bieten müssen. Bei der Wahl des richtigen Reifens sollten Autofahrer daher sowohl die Angaben der Hersteller als auch unabhängige Tests berücksichtigen.

Sicherheitstipps für das Fahren mit dem E-Auto im Winter

Im Winter stehen auch Fahrer von E-Autos vor besonderen Herausforderungen. Deshalb sollten sie einige Tipps beachten, bevor sie sich auf verschneite Straßen wagen. Mit der wichtigste Schritt ist dabei, wie bei allen anderen Autos auch, die Wahl der richtigen Winterreifen. Diese speziellen Reifen bieten bei Eis und Schnee eine bessere Bodenhaftung und können den Bremsweg deutlich verkürzen. Für eine gute Sicht sollten in der kalten Jahreszeit zudem vor jeder Fahrt die Scheiben und Scheinwerfer von Schnee und Eis befreit werden. Das dient nicht nur der eigenen Sicherheit, sondern auch der anderer Verkehrsteilnehmer.

Im winterlichen Straßenverkehr ist es außerdem wichtig, das Fahrverhalten anzupassen. Langsameres Fahren, größere Abstände und ein bewusster Umgang mit der regenerativen Bremse, die bei Kälte anders reagieren kann, sind hier zentrale Aspekte. Denn auf nasser oder verschneiter Fahrbahn können auch Elektroautos schnell ins Schleudern geraten und der Fahrer die Kontrolle verlieren. Vor allem vor dem ersten Schnee des Jahres sollte die generelle Wintertauglichkeit des E-Autos überprüft werden, um sicherzustellen, dass alle Systeme einwandfrei funktionieren. Denn nicht zuletzt sind die Fahrerassistenzsysteme, die häufig in Elektroautos integriert sind, bei richtiger Einstellung eine wertvolle Hilfe auf einer glatten Straße.

Wie in einem Verbrenner können winterliche Straßenverhältnisse auch am Steuer eines E-Autos stellenweise eine Herausforderung sein.

Wie Sie Ihr E-Auto bei extremen Wetterbedingungen schützen können

E-Autos sind, wie alle anderen Fahrzeuge auch, im Winter draußen immer Kälte, Nässe und Wind ausgesetzt. Durch einige einfache Vorkehrungen können sie aber wirksam vor diesem Wetter geschützt werden. Am besten ist es, die Fahrzeuge in einer Garage oder unter einem Carport abzustellen. So sind sie fast vollständig vor der direkten Witterung geschützt und Schnee oder Eis können sich nicht auf der Karosserie ansammeln. Und auch die Batterie „dankt es“. Denn bei extremer Kälte kann ihre Leistung nachlassen. Viele moderne Elektroautos verfügen heute jedoch über ein Thermomanagement. Dadurch lässt sich die Batterie bei kritischen Temperaturen vorwärmen und damit ihre Leistungsfähigkeit sicherstellen.

Bei einigen Modellen mit Elektroantrieb lässt sich zudem der Innenraum per Fernbedienung oder App vorheizen. Das erhöht nicht nur den Komfort, sondern schont auch die Batterie, da während der Fahrt weniger Energie für die Heizung benötigt wird. Auch der Reifendruck ist kein Freund der kalten Winterluft. Deshalb ist es für Autofahrer wichtig, ihn in zuverlässigen Abständen zu kontrollieren. Im Winter kann zudem das Streusalz, mit dem die Straßen häufig von Eis und Schnee befreit werden, zu Korrosion führen. Das heißt: Eine regelmäßige Autowäsche und eventuell eine zusätzliche Rostschutzbehandlung sind hier immer eine gute Wahl. Ebenso gilt es für Besitzer von E-Autos, das Ladekabel immer trocken und sauber zu halten. So lassen sich Sicherheitsrisiken wie Stromschläge oder Kurzschlüsse beim Ladevorgang nämlich am besten vermeiden.

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FAQ zum E-Auto im Winter

Wie viel Reichweite verliert ein E-Auto im Winter?

Die Reichweite von E-Autos kann sich im Winter je nach Fahrzeugmodell, Temperatur, Heizungsnutzung und Fahrverhalten um 10 bis 30 Prozent oder sogar mehr verringern. Neuere Batterietechnologien versuchen dabei, den Einfluss der Kälte zu reduzieren, sodass aktuellere Fahrzeugmodelle oft weniger empfindlich bei Kälte reagieren. Wärmepumpenheizungen in einigen Elektrofahrzeugen sind zudem effizienter als herkömmliche elektrische Heizsysteme und verringern einen weiteren Reichweitenverlust.

Hat jedes E-Auto eine Standheizung?

Nicht alle E-Autos verfügen serienmäßig über eine Standheizung. Viele moderne Modelle, hauptsächlich in höheren Ausstattungsvarianten oder die, die in kälteren Klimazonen verkauft werden, bieten jedoch eine Vorheizfunktion für den Innenraum. Diese lässt sich oft über eine Smartphone-App oder eine Zeitschaltuhr im Fahrzeug steuern und erwärmt den Innenraum im Winter nach längere Standzeit vor einer Fahrt, während das Auto noch an der Ladestation hängt.

Warum verbraucht ein E-Auto im Winter mehr?

Im Winter verbraucht ein E-Auto aufgrund verschiedener Faktoren mehr Energie. Bei Kälte sinkt etwa der Wirkungsgrad der Lithium-Ionen-Batterien, sodass sie weniger Energie speichern und abgeben können. Da Elektroautos ihre Abwärme nicht zum Heizen des Innenraums nutzen können, ist zudem eine elektrische Heizung erforderlich, die direkt aus der Batterie gespeist wird. Einige Elektroautos erwärmen außerdem ihre Batterien bei Kälte, was zusätzliche Energie erfordert.

Kann ein E-Auto im Winter draußen stehen?

Ein E-Auto kann auch im Winter draußen stehen. Kälte beeinträchtigt jedoch die Batterieleistung und kann die Reichweite verringern. Viele Elektrofahrzeuge bieten deshalb Vorheizfunktionen für den Fahrgastraum und die Batterie, die den Komfort und die Leistung bei tiefen Temperaturen verbessern. Es ist zudem ratsam, die Batterie beim Abstellen des E-Autos nicht vollständig zu entladen und sie auf einem mittleren Ladezustand zu halten.

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