Zurück auf die Ski: Gute Gründe für den Wiedereinstieg

11. Oktober 2016 - Katharina Teudt

Sie sind lange nicht mehr Ski gefahren? Dann wird es Zeit, denn Wintersport hält körperlich und geistig fit, bietet einmalige Naturerlebnisse und macht extrem viel Spaß. So geht der Wiedereinstieg ganz leicht.

Der schnittige Skilehrer machts vor: Kurven drehen auf Carving-Ski geht einfach und macht tierisch Spaß. © David Schäffler – aboutpixel.de

Es gibt viele „ehemalige“ Wintersportler, die in jungen Jahren die Pisten unsicher gemacht haben, aber dann aus verschiedensten Gründen jahrelang nicht mehr in die Berge gefahren sind: die Familie, die finanzielle Lage, die körperliche Fitness, das fehlende Equipment und nicht zuletzt der Zweifel am eigenen Können: Kann ich das überhaupt noch? Keine Frage, es ist einfacher denn je. Das moderne Material fährt praktisch von selbst, die Skigebiete sind anfängerfreundlich und die Destinationen bieten spezielle Kursangebote für Einsteiger mit Vorkenntnissen. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen.

Modernes Material erleichtert den Wiedereinstieg

Wohl das schlagkräftigste Argument für den Weg zurück auf die Piste ist das technisch ausgefeilte Material. Seit es Carving-Skier und die Rocker-Konstruktion gibt, ist schon der erste Schwung für jeden schnell beherrschbar. Der Rocker-Ski ist vorne und hinten leicht aufgebogen, sodass eine negative Vorspannung entsteht. Er lässt sich viel leichter drehen und mit weniger Kraftaufwand fahren. Außerdem verschneiden die Skier nicht so schnell. Kurz: Rocker-Ski erleichtern das Fahren ungemein. Wer noch auf den schmalen Latten gelernt hat, der wird auf einem gerockerten Einsteiger-Ski einen Aha-Moment erleben. Zudem macht das „Von-selbst-drehen“ einfach noch größeren Spaß.

Leihen oder Kaufen?

Eine der viel diskutierten Fragen unter Wintersportlern: Soll ich mir einen individuellen Ski zulegen oder lieber jedes Mal einen anderen ausleihen? Für den Wiedereinsteiger bietet sich letztere Variante an. In jedem Skigebiet gibt es mindestens einen Materialverleih, der verschiedene Modelle unterschiedlicher Hersteller anbietet. Passt der ausgeliehene Ski nicht zum Fahrstil, kann er in den allermeisten Fällen ganz problemlos gegen ein gleichwertiges Modell ausgetauscht werden. Wenn dann die Lust am Skisport zurückgekehrt ist und weitere Skiurlaube geplant werden, lässt sich über die Anschaffung einer Skiausrüstung nachdenken.

Übersichtliche, flache Übungspisten laden zum sicheren Einstieg ins Skifahren ein. © Fedor Selivanov – shutterstock.de

Anfängerfreundliche Skigebiete

Wer sich erstmal langsam an das Sportgerät gewöhnen und das damals Gelernte wieder auffrischen möchte, der braucht nicht viele Pistenkilometer. Es reicht schon ein kleines bis mittelgroßes Skigebiet, das schön übersichtlich ist und ausreichend flache Hänge bietet. Und das ist in praktisch jeder Alpenregion von Deutschland bis Italien zu finden. Der abgetrennte Anfängerbereich nimmt die Angst und gibt genug Raum, um sich ganz geruhsam an das Gleiten und Rutschen heranzutasten. Viele Skigebiete bieten darüber hinaus große Übungsareale mit speziellen Liften und Parcours zum Durchfahren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bucht einen Wiedereinsteiger-Kurs oder Privatunterricht.

Spezielle Kursangebote

In einigen Skigebieten ist das Angebot speziell auf erwachsene Wiedereinsteiger zugeschnitten. In St. Johann in Tirol beispielsweise organisieren die Skischulen ein Meet und Greet mit dem Skilehrer, der vor dem Kurs dabei hilft das passende Skimaterial zu finden und individuelle Lernziele definiert. Am Hochzeiger im Pitztal gibt es ein Übungsgelände für Erwachsene, wo diese auf Wunsch auf Video aufgenommen und anschließend analysiert werden.

Packt man es richtig kann, kann jeder Skifahren, egal in welchem Alter. © Phovoir – shutterstock.de

Unter dem Motto „Ski-Revival“ bietet die Silberregion Karwendel einen Skikurs für Gäste über 50 Jahren an. Wer eine Woche in der Region urlaubt, bekommt den Kurs umsonst sowie 50 Prozent Ermäßigung auf das Leihmaterial.

Im deutsch-österreichischen Skigebiet Oberstdorf-Kleinwalsertal werden „Warm-up“-Nachmittage für Wiedereinsteiger veranstaltet. Zum Einstimmen geben die Skilehrer Tipps und Tricks und zeigen den Teilnehmern dabei das idyllische Kleinwalsertal.

Ebenfalls in Vorarlberg bittet der Wiedereinsteiger-Kurs in Au zum Tanz. In der Schneesportschule Au-Schoppernau hat man das „ski!Projekt“ entwickelt, bei dem eine gelenkschonende und kraftsparende Skitechnik erlernt wird. Das Unterrichtskonzept ist vom zeitgenössischen Tanz inspiriert und beginnt entsprechend im Bewegungsstudio. Die Kurse werden physiotherapeutisch begleitet und richten sich nicht nur an Wiedereinsteiger, sondern auch an Sportler mit Verletzungen oder orthopädischen Problemen.

Skifahren in 3 Tagen

Aufgrund des neuen Materials ist es möglich, in weniger als einer Urlaubswoche wieder gänzlich auf dem Ski „anzukommen“. Diverse Skigebiete haben sich auf den Wunsch nach dem Erwachsenen-Schnell-Kurs eingerichtet. Im Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau etwa gibt es unter dem Titel „Skicomeback“ einen 3-Tages-Kurs, der sich speziell an Skianfänger mit Vorerfahrung richtet.

Das „Learn2Ski in 3 Tagen“-Programm in Schladming-Dachstein richtet sich an Skianfänger über 18 Jahren und setzt die sogenannte Fish-Methode ein. Diese besagt, wer sich und andere motiviert, hat mehr Spaß am Lernen und gelangt so schneller zum Erfolg. Ohne Angst und mit dem nötigen Zuspruch der Mitfahrer soll am Ende jeder den geschmeidigen Schwung hinbekommen – und falls nicht, gibt es laut Anbieter das Kursgeld zurück.

Skigebiete mit vielen flachen Pisten – wie hier in Serfaus-Fiss-Ladis – sind perfekt für Einsteiger. © Österreich Werbung – Peter Podpera

Erlebnisse neben der Piste

Neben dem Skifahren spielen Aspekte wie Genuss und Komfort im Skiurlaub eine immer größere Rolle. Moderne Komfort-Seilbahnen mit WLAN und kurzen Wartezeiten sowie flächendeckender Beschneiung gehören in vielen Skigebieten, auch den kleineren, zum Standard. Das gilt vor allem für Skigebiete in Österreich, aber zunehmend auch in Frankreich und Italien. Beim Einkehrschwung erwartet die Gäste ein stilvolles Hüttenerlebnis, sei es ein Lounge-Ambiente oder rustikales Holzinterieur mit Hirschgeweih. Genuss und Wohlbefinden sind also zu einem maßgeblichen Teil im Skiurlaub avanciert. Das gilt auch für das Freizeitprogramm um den Skitag herum. Neben dem klassischen Après-Ski geht es zum Rodeln, auf Konzerte, in Ausstellungen, auf Fackelwanderungen oder Kutschfahrten. Die Liste ließe sich noch lange weiter fortführen. Es ist also für jeden etwas dabei, der nach dem aufregenden Erlebnis Skifahren-lernen noch anderweitig aktiv werden möchte.

Es gibt praktisch keine Ausreden mehr und der Winter steht vor der Tür. Also nichts wie ab auf die Bretter. >> Jetzt Skiurlaub finden

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