Abfahrt, Slalom, Super-G & Co.: Die Weltcup-Disziplinen im Überblick

15. September 2017 - Carla Meyer

Mit den Rennen am Söldener Rettenbachgletscher starten die Skiprofis Ende Oktober wieder in den Weltcup. Wer holt die meisten Punkte, wer ergattert eine der begehrten Kristallkugeln? Zu messen gilt es sich in den Disziplinen Abfahrt, Slalom, Riesenslalom und Super-G. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den einzelnen Weltcup-Disziplinen? Zur Vorbereitung auf die anstehende Weltcup-Saison gibt SnowTrex einen Überblick:

Ab Ende Oktober kämpfen die Ski-Stars wieder im Weltcup um den Sieg.

SLALOM

Das Wort „Slalom“ bezeichnet die schnelle, wiederholte Abfolge von Kurven. Im alpinen Skisport stellt der Slalom den ältesten und technisch anspruchsvollsten Wettbewerb dar, wenn auch vergleichsweise den langsamsten (Durchschnittsgeschwindigkeit: 40 km/h). In kurzen Abständen (9 m vertikal und 2 m horizontal) werden auf der Slalomstrecke Tore aufgestellt, die jeweils abwechselnd aus zwei roten und zwei blauen Stangen bestehen. Verwendet werden Kippstangen, die sich bei Berührung nach unten biegen. Meist legen sich die Fahrer derart in die Kurve, dass sie die Stangen mit ihren Schienbeinen wegschlagen, um so die ideale Fahrlinie nicht verlassen zu müssen. Das erklärt auch die Schutzausrüstung aus Schienbein- und Handschonern sowie einem Gesichtsschutz.

Beim Slalom fahren die Ski-Profis jeweils zwischen den Toren hindurch. Der internationale Skiverband FIS hat ein Regelwerk herausgegeben, das die Anzahl der durch Tore markierten Richtungsänderungen genau festlegt. Diese können auf der Slalomstrecke je nach Länge der Piste variieren. Bei den Herren sind es stets 55 bis 75 Richtungsänderungen, bei den Damen 45 bis 65. Das Gefälle des Hanges beträgt in der Regel zwischen 33 und 45 Prozent. Die Herren überwinden dabei einen Höhenunterschied zwischen 180 m und 220 m, die Damen zwischen 140 m und 200 m.

Gefahren werden im Slalom zwei Läufe. Trainingsläufe gibt es vorher nicht, lediglich eine Besichtigung der Strecke. Die Zeiten der beiden Läufe werden addiert. Im zweiten Lauf dürfen jedoch nur die 30 schnellsten des ersten Laufs starten. Der Slalom ist übrigens die Parade-Disziplin unseres Trexperten Felix Neureuther. Ganze neun Mal fuhr er im Slalom bereits einen Weltcup-Sieg ein!

In Sölden am Rettenbachgletscher startet der Weltcup.

ABFAHRT

Die Abfahrt gilt als Königsdisziplin im alpinen Skisport und ist gleichzeitig der längste und zweitälteste Wettbewerb. Weil die Skisportler bei der Abfahrt Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h erreichen – auf der „Streif“ in Kitzbühel und am Schweizer Lauberhorn sogar bis zu 140 bzw. 160 km/h – ist es zudem auch das riskanteste Rennen. Laut FIS-Reglement soll die Abfahrt Anforderungen an Technik, Mut, Geschwindigkeit, Risiko und Kondition stellen. Diesen Anforderungen werden die Rennstrecken mit einer Mischung aus vereisten Flächen, technisch anspruchsvollen Kurven, extrem steilen Abschnitten, Flachstücken und weiten Sprüngen gerecht.

Festgelegt für die Strecken sind folgende Parameter: Der Höhenunterschied muss bei den Männern zwischen 800 m und 1.100 m betragen, bei den Frauen zwischen 500 m und 800 m. Markiert ist die Strecke mit einfarbigen Toren. Die hier eingesetzten biegsamen Stangen geben jedoch hauptsächlich die Richtung vor. Sie bieten bei Berührung nur wenig Widerstand. Die Rennteilnehmer haben im Vorfeld des Wettbewerbs die Möglichkeit, ein bis drei Trainingsläufe vorzunehmen. Im Unterscheid zu den technischen Disziplinen wie Slalom wird bei der Abfahrt anschließend nur ein Lauf gefahren. Auch die Ausrüstung in Abfahrtsrennen ist eine spezielle: Die Skier sind etwa 30 Prozent länger als im Slalom. Das erhöht die Stabilität der Fahrer bei hohen Geschwindigkeiten. Die Herren-Ski sind mindestens 218 cm lang, die Damen-Ski mindestens 210 cm.

Die Rennläufer versuchen, so eng wie möglich am Tor vorbeizufahren.

RIESENSLALOM

Der Riesenslalom wird in Österreich auch Riesentorlauf (RTL) genannt. Wie beim Slalom erfolgt durch die gesetzten Tore ein ständiger Richtungswechsel, jedoch sind die Tore nicht nur weiter auseinander gesetzt, sondern auch in der Anzahl weniger. So ist der Fahrer schneller unterwegs als beim Slalom, die Strecke aber ist länger. Im Unterschied zum Slalom kann sie zudem auch flache Gleitstücke umfassen.

Die Riesenslalom-Tore bestehen aus zwei Doppelstangen, die durch Kunststoffstreifen miteinander verbunden sind. Sie sind flexibel und weniger fest im Schnee verankert als beim Slalom. Gefahren wird auch im Riesenslalom in zwei Läufen, die Zeiten werden anschließend addiert.

Im Hinblick auf die Länge der Riesenslalom-Ski der Herren gab es in den vergangenen Jahren viele Diskussionen. Trotz zahlreicher Kritik von Sportlern und Herstellern hatte die FIS im Jahr 2012 den Kurvenradius (!) der Ski von 27 auf 35 Meter erweitert, um Knieprobleme der Sportler zu minimieren. Der Kurvenradius wird bestimmt durch die Taillierung, Länge und Breite des Skis. Je höher der Radius (und damit länger und weniger tailliert der Ski), desto höher muss meist auch der Kraftaufwand im gesamten Körper sein. Und genau das führte bei den Spitzensportlern vermehrt zu Rückenproblemen. Ab der Saison 2017/18 gilt daher wieder ein geringerer Radius von 30 m, so dass auch die Ski wieder taillierter und kürzer sein dürfen – mindestens aber 1,93 m.

Zielbereich in Sölden.

SUPER-G

Super-G ist ausgeschrieben der Super Giant Slalom – die nach der Abfahrt schnellste und auch jüngste Disziplin im alpinen Skisport. Die Strecke ist insgesamt kürzer als die der Abfahrt, technisch jedoch anspruchsvoller. Zudem gibt es mehr Tore, die zudem noch enger gesetzt sind – mindestens 35 bei den Männern und mindestens 30 bei den Frauen. Der Mindestabstand: 25 m. Der Höhenunterschied beträgt bei den Herren zwischen 500 m und 650 m, bei den Damen 400 m bis 600 m. Eingeführt wurde der Super-G als zusätzliche Speed-Disziplin neben der Abfahrt und als technische sowie fahrerische Verbindung zwischen Abfahrt und Riesenslalom. Damit die Elemente der Abfahrt erhalten bleiben, muss der Super-G Sprünge enthalten. Erfolgreichster Super-G-Fahrer aller Zeiten ist der Österreicher Hermann Maier, der während seiner Karriere 24 Rennsiege, fünfmal die Disziplinwertung sowie einen WM-Titel und einen Olympiasieg einfuhr.

SUPER-KOMBINATION

Um fahrerische Vielseitigkeit geht es bei der Kombination, die die Kraft und Ausdauer fordernde Abfahrt bzw. den Super-G mit dem technisch anspruchsvollen Slalom verbindet. Beide Rennen werden bei dieser Mehrkampfsportart für gewöhnlich an einem Tag gefahren. Die Laufzeiten werden addiert.

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