Abfahrt, Slalom & Co.: Die Disziplinen im Weltcup

12. November 2013 - Nina Vogt

Mit den Rennen in Sölden Ende Oktober sind die Skiprofis wieder in den Weltcup-Zirkus gestartet. Ab sofort kämpfen die besten Sportlerinnen und Sportler also wieder um Punkte und Kristallkugeln. Denn diese kleinen Kunstwerke werden am Ende jeder Weltcup-Saison an diejenigen mit den meisten Punkten insgesamt bzw. den meisten Punkten in den einzelnen Weltcup-Disziplinen verliehen – Abfahrt, Slalom, Riesenslalom und Super-G. In der Super-Kombination wird seit 2012 keine kleine Kristallkugel mehr verliehen. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den einzelnen Disziplinen? Worauf kommt es an? Wer beim nächsten Weltcup-Rennen ganz genau hinschauen möchte, der findet hier eine kleine Übersicht:

Slalom

Das Wort „Slalom“ bezeichnet die schnelle, wiederholte Folge von Kurven. Im alpinen Skisport stellt er den ältesten und zugleich den langsamsten (Durchschnittsgeschwindigkeit: 40 km/h), aber auch technisch anspruchsvollsten Wettbewerb dar. In kurzen Abständen (9 m vertikal und 2 m horizontal) werden auf der Slalomstrecke Tore aufgestellt, die jeweils aus 2 roten oder blauen Stangen bestehen. Die Fahrer müssen zwischen diesen beiden Stangen hindurchfahren. Die FIS hat ein Regelwerk festgelegt, das genau die erlaubten Kombinationen der Tore beschreibt. Sie können auf der Slalomstrecke variieren. 55 bis 75 Richtungsänderungen sind es bei den Männern, 45 bis 65 bei den Frauen. Das Gefälle des Hanges beträgt in der Regel zwischen 33 und 45 Prozent. Die Männer überwinden einen Höhenunterschied zwischen 180 und 220 m, die Frauen zwischen 140 und 200 m. Verwendet werden heutzutage Kippstangen, die sich bei Berührung nach unten biegen. Meist schlagen die Fahrer sie mit ihren Schienbeinen weg, um die Ideallinie nicht verlassen zu müssen. Aus diesem Grund tragen Sportler und Sportlerinnen beim Slalom eine Schutzausrüstung aus Schienbein- und Handschonern und Gesichtsschutz. Gefahren werden im Slalom 2 Läufe, Trainingsläufe gibt es vorher nicht, lediglich eine Besichtigung der Strecke. Die Zeiten der beiden Läufe werden addiert. Im 2. Lauf können jedoch nur die 30 schnellsten aus dem 1. starten. Der Slalom ist übrigens die Parade-Disziplin unseres Trexperten Felix Neureuther. In diesem Jahr konnte er bei den Weltmeisterschaften in Schladming die Silbermedaille holen. Viermal fuhr er im Slalom bereits einen Weltcup-Sieg ein, siebenmal den 2. und achtmal den dritten Platz. Das nächste Mal wird er am 16./17. November im finnischen Levi an den Start gehen.

Abfahrt

Sie gilt als Königsdisziplin im alpinen Skisport – und ist gleichzeitig der längste und zweitälteste Wettbewerb. Weil die Sportler und Sportlerinnen bei der Abfahrt Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h erreichen – auf der Streif und am Lauberhorn sogar bis zu 140 bzw. 160 km/h -, ist es zudem auch der riskanteste. Laut FIS-Reglement soll die Abfahrt Anforderungen an Technik, Mut, Geschwindigkeit, Risiko und Kondition stellen. Diesen Anforderungen werden die Rennstrecken mit einer Mischung aus vereisten Flächen, technisch anspruchvollen Kurven, extrem steilen Abschnitten, Flachstücken und weiten Sprüngen gerecht. Festgelegt für die Strecken sind folgende Parameter: Der Höhenunterschied muss bei den Männern zwischen 800 und 1.100 m betragen, bei den Frauen zwischen 500 und 800 m. Markiert ist die Strecke mit einfarbigen Toren. Diese biegsamen Stangen geben jedoch nur die Richtung vor. Sie bieten bei Berührung nur wenig Widerstand. Die Rennteilnehmer haben im Vorfeld des Wettbewerbs die Möglichkeit, 1 bis 3 Trainingsläufe vorzunehmen. Im Gegensatz zu den technischen Disziplinen wird bei der Abfahrt anschließend nur ein Lauf gefahren. Sogar die Ausrüstung in Abfahrtsrennen ist eine spezielle: Die Skier sind etwa 30 Prozent länger als im Slalom, um den Fahrern und Fahrerinnen bei hohen Geschwindigkeiten eine möglichst hohe Stabilität zu bieten. Mindestens 218 cm lang sind die Ski der Männer, mindestens 210 cm die der Frauen.

Riesenslalom

In Österreich wird er auch Riesentorlauf (RTL) genannt. Wie beim Slalom erfolgt durch die gesetzten Tore ein ständiger Richtungswechsel, jedoch sind die Tore nicht nur weiter auseinander gesetzt, sondern es sind auch insgesamt weniger. So ist der Fahrer oder die Fahrerin schneller unterwegs als beim Slalom. Die Strecke ist jedoch länger. Im Gegensatz zum Slalom kann sie zudem auch flache Gleitstücke umfassen. Die Riesenslalom-Tore bestehen aus 2 Doppelstangen, die durch Kunststoffreifen miteinander verbunden sind. Sie sind flexibel und weniger fest im Schnee verankert als beim Slalom. Gefahren wird auch im Riesenslalom in 2 Läufen, die Zeiten werden anschließend addiert.

Super-G

Super-G ist der Super Giant Slalom, die nach der Abfahrt schnellste und auch jüngste Disziplin im alpinen Skisport. Die Strecke ist kürzer als die Abfahrtsstrecke, aber technisch anspruchsvoller. Zudem gibt es mehr und enger gesetzte Tore – mindestens 35 bei den Männern und mindestens 30 bei den Frauen. Der Mindestabstand: 25 m. Der Höhenunterschied beträgt bei den Männern zwischen 500 und 650 m, bei den Frauen 400 bis 600 m. Eingeführt wurde der Super-G als zusätzliche Speed-Disziplin neben der Abfahrt und als technische sowie fahrerische Verbindung zwischen Abfahrt und Riesenslalom. Damit die Elemente der Abfahrt erhalten bleiben, muss der Super-G Sprünge enthalten. Erfolgreichster Super-G-Fahrer aller Zeiten ist übrigens der Österreicher Hermann Maier, der während seiner Karriere 24 Rennsiege, fünfmal die Disziplinwertung sowie einen WM-Titel und einen Olympiasieg einfuhr.

Super-Kombination

Um fahrerische Vielseitigkeit geht es bei der Kombination, die die Kraft und Ausdauer fordernde Abfahrt bzw. den Super-G mit dem technisch anspruchsvollen Slalom verbindet. Beide Rennen werden bei dieser Mehrkampfsportart für gewöhnlich an einem Tag gefahren. Die Laufzeiten werden addiert.

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