Sprungbrett 2015 – Nicola Thost resümiert über ihr Nachwuchsprojekt

23. Februar 2015 - Katharina Teudt

You never ride alone – so lautet das Motto der Talentscouting-Serie, die diesen Winter bereits in die sechste Runde ging. Niemand geringeres als Olympiasiegerin Nicola Thost gibt ihre Erfahrung an junge Boarder weiter und bereit sie auf eine mögliche Karriere vor. Nach dem Finale im Burton Snowpark in Damüls blickt sie auf einen erfolgreichen Event zurück.

Wichtig ist das gemeinsame Aufwärmen. © Sprungbrett – D. Berchtold Photography

Liebe Nicola, die diesjährige Sprungbrett-Tour ist gestern mit einem tollen Finale in Damüls zu Ende gegangen. Hast Du unter den Teilnehmern außergewöhnliche Talente ausmachen können?

Es war eine großartige Saison! Trotz schwierigen Wetterverhältnissen hatten wir viele neue Kids dabei. Auffallend war, dass mittlerweile über zwei Drittel der Teilnehmer unter 10 Jahre sind. Es ist großartig zu sehen, wie schnell die Kleinen in einer Gruppe mit Gleichaltrigen dazu lernen.

Mit welchen Vorkenntnissen kommen die Kinder zum Sprungbrett-Coaching? Wie bringst Du die unterschiedlichen Altersstufen zwischen 6 und 15 Jahren unter einen Hut?

Alle Teilnehmer können bereits snowboarden und wollen vor allem im Park dazu lernen. Gerade verschiedene Generationen machen die besondere Atmosphäre bei Sprungbrett aus: von Mini-Shreds über Jugendliche bis hin zu jungen Profis als Coaches, erfahrenen Lehrern und sogar vielen Eltern, die auch snowboarden. Für jeden ist etwas dabei und es werden viele neue Freundschaften und Riding-Buddies gefunden.

Kommen immer neue Kinder zu den Stopps oder sind auch begeisterte „Wiederholungstäter“ dabei?

Einige kommen immer wieder und wer einmal dabei war, meldet sich meist gleich für eine weitere Veranstaltung an. Wir haben jedes Jahr aber auch viele neue Kids dabei. Sprungbrett ist, wie der Name schon sagt, eine „Kick-off“-Plattform, wo man Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen kann, aber auch Informationen für weitere Angebote, Trainingscamps und Events bekommt. Mein persönlicher Erfolg ist, wenn ich sehe, wie ehemalige Sprungbrett-Rookies in verschiedensten Bereichen in der Snowboardwelt erfolgreich ihren Weg finden.

Das Nachwuchs-Projekt Sprungbrett gibt es schon seit 2009. Ist aus den Reihen der Talente mittlerweile ein tatsächlicher (angehender) Snowboard-Profi hervorgegangen?

Von den über 120 Kindern, die in den letzten 5 Jahren bei Sprungbrett teilgenommen haben, waren vielleicht maximal 20 dabei, von denen ich heute nichts mehr höre oder lese. Alle anderen haben sich bis heute super weiterentwickelt. Da könnte ich viele Namen aufzählen. In Deutschland z. B. André Höflich, der aktuell beste Halfpipe-Fahrer seiner Altersklasse.

Was bedeutet es für Dich, den Nachwuchs auf dem Board zu coachen?

Es macht mir Freude, der nächsten Generation und dem Snowboarden an sich etwas zurückzugeben. Ich durfte so viele großartige Erfahrungen machen in all den Jahren. Es ist toll, in der Lage zu sein, das auch anderen Kindern zu ermöglichen und deren Freude und Begeisterung fürs Snowboarden zu erleben.

Die Sprungbrett-Tour gastierte diesen Winter am Kaunertaler Gletscher, in Westendorf, Leogang, Ehrwald und Damüls. Was bedeuten Dir persönlich diese Spots?

Ich suche mir die Gebiete nach verschiedenen Aspekten aus. Resort, Park und Tourismus sind unsere größten Supporter. Wichtig ist, dass das Konzept zur Region passt, die Bedingungen vor Ort top sind und beide Seiten davon profitieren können. Zudem gehe ich nur dorthin, wo ich selbst auch gerne hinreise und snowboarde.

Eine Auswahl der talentiertesten Kids darf an weiteren Events teilnehmen. Welche sind das und wie trefft ihr diese Auswahl?

Zu vielen der Kinder bzw. Eltern habe ich auch über Sprungbrett hinaus Kontakt. Wer Potenzial und Interesse hat sowie Engagement zeigt, den vermittle ich gern weiter. Dazu zählen z. B. Kader-Trainings mit dem Snowboard Verband Deutschland, Wildcards für die World-Rookie-Tour oder auch Junior Freeride-Events – alles abhängig davon, welche Richtung den Jugendlichen am meisten liegt. Die Auswahl ergibt sich automatisch, man bekommt mit der Zeit ein sehr gutes Gefühl für das Gesamtpaket an Potenzial.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, vielleicht hat nicht jeder Interessent einen Platz bekommen. Wird es das Sprungbrett-Coaching auch nächsten Winter geben?

Nach der Saison ist vor der Saison. Ich setze alles daran, dass es Sprungbrett auch weiterhin geben wird. Kontinuität und Langfristigkeit sind einfach wichtig, wenn man an der Basis arbeitet.

Liebe Nicola, wir danken Dir sehr für dieses Gespräch!

Die zufriedene Teilnehmergruppe in Leogang. © Sprungbrett
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