Smart Ski Goggle – Neue Möglichkeiten der Daten-Skibrille

13. Januar 2015 - Katharina Teudt

Kaum zu glauben, aber das Smartphone bekommt Konkurrenz – in Brillenform! Eine neue Generation von Daten-Skibrillen versorgt Wintersportler via Mini-Display mit vielerlei Live-Informationen. Nun wird ihr Potential für eine effizientere Bergrettung getestet.

Smart Ski Goggle mit integriertem Bildschirm im Rahmen.

Längst sind Daten-Brillen keine Science-Fiktion mehr. Auch im Wintersport hat die intelligente Skibrille Einzug erhalten. Das österreichische Technologie-Unternehmen evolaris entwickelte bereits 2013 im Rahmen des EU-Förderprojekts Experimedia eine Freizeitanwendung für Daten-Skibrillen, die Wintersportler mit allen möglichen Live-Informationen versorgt. Gemeinsam mit Brillen-Hersteller Oakley wurde das Modell Airwave mit Mikro-Display, Sensoren und GPS-Antenne im Rahmen getestet. „Über das in der Daten-Skibrille eingebaute GPS-System wird es für ortsunkundige Wintersportler möglich, einfach und schnell durch das Skigebiet zu navigieren und ohne großen Aufwand zum gewünschten Lift oder zur angepeilten Skihütte zu gleiten“, erklärt Gerald Binder, Datenbrillen-Experte bei evolaris. Nach dem großen Erfolg des Projekts bekam evolaris vom Liftverbund Ski amadé den Auftrag, eine Navigations-App für deren Skigebiete zu entwickeln. Diese App ergänzt die bereits für Smartphones verfügbare „Ski amadé Guide“-App und bietet den Wintersportlern viele nützliche Infos, die nun direkt in der Brille im Mini-Display angezeigt werden.

Die geöffneten Lifte werden im Display eingeblendet.

Die Brille mit erweiterter Navi-Funktion nennt sich nun „Smart Ski Goggle“, deren Funktionen eine Qualität und Tragweite besitzen, die wir sonst nur von Smartphones gewöhnt sind. Seit dem Winter 2014/2015 können Skifahrer im Skiverbund Ski amadé die Hightech-Brillen ausleihen und ausprobieren. Ein voller Erfolg!

Was kann die Smart Ski Goggle? Die Smart Ski Goggle sieht aus wie eine normale Skibrille, besitzt jedoch in ihrem Rahmen ein kleines Wunder an Hightech-Technologie, bestehend aus Monitor und Sensor. Gekoppelt mit der App, die über ein Bluetooth-Armband steuerbar ist, wird das Gadget zum hilfreichen Multi-Tool. Temperatur, Schneeverhältnisse und Fahrt-Geschwindigkeit einblenden, zur nächsten Hütte, in den Funpark oder zum nächsten Lift navigieren – beinahe alles ist möglich. Sogar die Lift-Wartezeiten sollen mittels eines Scans der anstehenden Menschenmenge ermittelt werden können. Die einzelnen Funktionen der Daten-Skibrille sind noch nicht vollends ausgereift, doch die für Smartphones programmierte App lässt sich offenbar gut auf die Brille anwenden und zeigt in der Testphase im Ski amadé großes Potential. Zur Anschaffung für den Privatnutzer ist die Smart Ski Goggle momentan noch ein zu kostspieliges Instrument, doch im öffentlichen Bereich können die Hightech-Brillen vielleicht helfen, Leben zu retten.

Die Ski amadé App weist u.a. den Weg zur nächsten Hütte.

Künftige Hilfe bei der Bergrettung? Was beim Navigieren beim Skifahren gut funktioniert, könnte auch im Ernstfall für die Bergrettung von Nutzen sein. So die Überlegung von evolaris, die nun eine neue Testanwendung entwickelt hat. Diese zeigt GPS-Koordinaten in den bei der Bergrettung verwendeten Formaten an. Der Helfer hat somit seine eigene Position stets im Blickfeld und kann diese ohne Zeitverlust weiter melden. Gemeinsam mit den beiden steirischen Bergrettungsstellen Mürzzuschlag und Schladming wird derzeit ein Feldversuch mit insgesamt fünf Brillen durchgeführt.

Tester mit Daten-Skibrillen

Ziel ist es, Erkenntnisse über die generelle Verwendbarkeit von Datenbrillen bei Bergrettungseinsätzen zu gewinnen. „Gerade in Extremsituationen, in denen die Hände frei bleiben und trotzdem die wichtigsten Daten über die Gesamtsituation im Blickfeld bleiben sollen, könnten Datenbrillen helfen. Je besser wir die Bedürfnisse der Nutzer verstehen, umso gezielter können wir dafür Assistenz-Systeme entwickeln.“, so Gerald Binder. In anschließenden Befragungen der Bergretter soll eruiert werden, in wieweit Anzeigen wie Standort der Kollegen, Wetter- und Schneeverhältnisse, Lawinenwarnung etc. nützlich sein können. Auch Aspekte wie das Energiemanagement und die Temperaturtoleranz gilt es in der Testphase zu klären.

Starke Partner Die Möglichkeiten der „Smart Ski Goggle“ sind vielfältig und zukunftsweisend. So hatte allein das Forschungsprojekt Experimedia mit der Pilot-Applikation bereits viele Unterstützer: die Planai-Hochwurzen Bahnen, das Schladming-Dachstein Tourismusmarketing und den Boardsport- und Lifestyle-Spezialisten Blue Tomato. Aktuell arbeiten evolaris und der Projekt-Partner Schladming 2030 intensiv an dem Bergrettungs-Projekt. Gemeinsam haben sie alle die Vision, den Service für Wintersportler mit der smarten Skibrille zu erweitern und durch die neuesten Tests noch mehr Sicherheit in die Skigebiete zu bringen. Und vielleicht setzt sich das Hightech-Gerät irgendwann auch in den Regalen der Sportfachhändler durch.

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