Skiverband räumt mit Ski-Irrtümern auf

17. Dezember 2013 - Nina Vogt

Man lernt nie aus! Ein wahrer Spruch. Denn auch wer schon lange auf Skiern steht, der kann sich von gewissen Fehleinschätzungen nicht freisprechen. Deswegen hat der Deutsche Skiverband (DSV) für Anfänger und alte Ski-Hasen gleichermaßen jetzt mit einigen gängigen Ski-Irrtümern aufgeräumt. Für noch mehr Sicherheit auf der Piste.

Ski-Irrtum Nr. I:

Viele Wintersportler scheuen vor dem Saisonstart den Gang zum Sportfachhändler und stellen ihre Skibindung im „Do-it-yourself“-Verfahren ein. Ein Fehler, der schwerwiegende Folgen haben kann! Fast jeder fünfte Skiunfall ist auf fehlerhafte Ausrüstung zurückzuführen – ein Großteil von ihnen ließe sich mit einer korrekt eingestellten Bindung vermeiden. Dabei ist der Spagat zwischen Halte- und Auslösefunktion eine echte Gratwanderung. Für die optimale Einstellung spielen mehrere Faktoren zusammen: Neben Daten wie Körpergröße, Gewicht und Kniedurchmesser kommt es auch auf das skifahrerische Können, das Alter und die Sohlenlänge der Skischuhe an. Diese Werte sollten unbedingt im Sportfachhandel nachgemessen werden! Außerdem sind bei der Bindungsfunktion die Reibungskräfte zwischen Skischuhsohle und Bindung ausschlaggebend. Diese Widerstände werden mit einem elektronischen Bindungsprüfgerät gemessen.

Die Bindung sollte ein Experte einstellen.

„Die neuen Ski meines Freundes probiere ich bei der nächsten Fahrt mal aus.“

So verlockend es auch ist, die neuesten Skimodelle des Freundes einmal zu testen – von einem kurzentschlossenen Skitausch auf der Piste sollten Wintersportler unbedingt absehen! Auch bei gleichem Körperbau, Gewicht, Fahrvermögen, ja sogar bei gleicher Schuhgröße kann der optimale Einstellungswert der Bindung variieren – und eine falsch eingestellte Bindung kann bei Stürzen zu Verletzungen führen! Zum einen kann die Sohlenlänge bei gleicher Schuhgröße unterschiedlich sein, zum anderen verändert sich die Feder im Inneren der Bindung je nach den Belastungen, denen sie bereits ausgesetzt wurde. Erst mit der richtigen Längenanpassung entsteht ein optimales Spannungsverhältnis zwischen Fersenautomat und Vorderbacken

„Mein 10 Jahre alter Skischuh funktioniert noch super.“

Die altbewährten Skischuhe sind komfortabel und passen sehr gut. Doch die Bequemlichkeit kann mitunter gefährlich werden. Zwar drückt der alte Skischuh nicht, doch der Grund dafür ist mitunter weniger erfreulich: Das Material ist „müde“ geworden. Der Schuh verliert an Formschlüssigkeit. Die Konsequenz: Der Skischuh bietet keinen guten Halt mehr, die optimale Kraftübertragung lässt nach. Zusätzlich dünstet der Weichmacher mit zunehmendem Alter aus der Kunststoffschale aus – die Schale kann brechen. Zu guter Letzt nutzen sich auch die Sohle und damit die Anschlussstücke zwischen Skischuh und Bindung über die Jahre ab. Die Sicherheitsfunktion der Skibindung ist dann nicht mehr gewährleistet. In Sachen Skischuh-Entwicklung hat sich viel getan – DSV aktiv rät allen Skisportlern mit älteren Skischuh-Modellen, diese in einem qualifizierten Sportgeschäft untersuchen zu lassen.

Ski-Irrtum Nr. IV:

„Kürzere Ski kosten weniger Kraft und sind leicht zu fahren.“

Je kürzer der Ski, desto geringer wird der Drehwiderstand. Da liegt der Trugschluss nahe, ein kurzer Ski sei leichter zu handhaben. Jedoch: Ein kurzer Ski möchte immer auf der Kante gefahren werden. Zwar dreht er leichter ein als längere Bretter, aber der Skifahrer muss die Fahrlinie anschließend muskulär halten. Das heißt konkret: Skisportler mit kürzerem Material müssen zwar weniger Kraft für die Kurveneinleitung aufbringen, ihre Muskeln müssen jedoch deutlich mehr Haltearbeit über den restlichen Verlauf der Kurve leisten. Denn bei kleineren Kurvenradien wirken höhere Zentrifugalkräfte, denen der Skifahrer entgegenwirken muss. Ein etwas längerer Ski ist gutmütiger und fehlerverzeihend und so über den ganzen Skitag hinweg kraftsparender zu fahren.

Einfach die Ski unter Freunden tauschen ist gefährlich.

Ski-Irrtum Nr. V:

“>Ski-Irrtum Nr. VI:

Ski-Irrtum Nr. VII:

„Kunstschnee ist hart und gefährlich.“

Sowohl Naturschnee als auch „technischer Schnee“ (so lautet die korrekte Bezeichnung) sind nichts anderes als gefrorenes Wasser. Fakt ist: Natürlicher Schnee legt von den Wolken bis zur Erde einen deutlich längeren Weg zurück. Die Schneekristalle, die durch den Kontakt mit feinsten Luftpartikeln entstehen, bilden sich besser aus. Da dies bei künstlich hergestelltem Schnee nicht der Fall ist, hat dieser immer eine andere Konsistenz. In der Regel produzieren Schneekanonen feinen, dichten Schnee. Doch auch technischer Schnee kann recht pulvrig sein, wenn die äußeren Bedingungen es zulassen: Je kälter die Temperatur bei der Herstellung ist, desto stärker bilden sich die Kristalle aus – weicher Pulverschnee entsteht. Für den Skisportler ist ein Unterschied vor allem in den ersten Skistunden kaum zu bemerken. Jedoch hält die Piste durch den kompakten technischen Schnee heutzutage länger. Schneeanhäufungen und „Buckel“ werden vermieden.

Quelle: www.deutscherskiverband.de

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