Ski-Disziplinen im Ski Alpin-Weltcup – Abfahrt, Super-G & Co.

30. April 2026 - SnowTrex

Wenn in den Hochgebirgen auf der Nordhalbkugel der Erde der Winter beginnt, dann schauen gerade Hobby-Wintersportler mit Faszination auf den Ski Alpin-Weltcup. Dabei stellen sie sich viele Fragen: Wer holt die meisten Punkte und wer ergattert eine der begehrten Kristallkugeln? Um den besten Skifahrer der Welt zu ermitteln, treten die Profis in verschiedenen Disziplinen an. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Riesenslalom, Super-G, Abfahrt und Co.? SnowTrex weiß es genau und erklärt, was die einzelnen Ski-Disziplinen ausmacht.

In der Regel kämpfen die alpinen Ski-Stars ab Ende Oktober in verschiedenen Ski-Disziplinen beim Weltcup um den Sieg.

Abfahrt – Die Königsdisziplin

  • Geschwindigkeit: durchschnittlich 100 bis 130 km/h, Spitzengeschwindigkeiten bis zu 160 km/h
  • Höhenunterschied: 800 bis 1.100 m (Herren), 450 bis 800 m (Damen)
  • Sprungweite: bis zu 80 m
  • Skilänge: mindestens 2,18 m (Herren), mindestens 2,10 m (Damen)
  • Sicherheits-Update: Airbag-Pflicht seit der Weltcup-Saison 2025/26
Die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen ist eines der absoluten Highlights im Weltcupkalender, inklusive Flyover von Kampfflugzeugen der Schweizer Luftwaffe.

Was ist die Abfahrt?

Die Abfahrt gilt als die Königsdisziplin des alpinen Skisports und ist damit der Inbegriff von Geschwindigkeit und Risiko. Auf legendären Strecken wie der „Streif“ in Kitzbühel, auf der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen oder der Tofana in Cortina d’Ampezzo müssen die besten Skifahrer der Welt extreme Fliehkräfte ertragen und weite Sprünge bewältigen. Anders als in den technischen Disziplinen gibt es hier nur einen entscheidenden Lauf. Wer an einer Abfahrt teilnehmen will, der muss eines der offiziellen Trainings auf der Originalstrecke absolvieren. Das sorgt dafür, dass die Athleten die Linienwahl bei hohem Tempo verinnerlicht haben und hier auf der Strecke so sicherer unterwegs sind.

Die Sportler, die sich aus dem Starthaus in die Tiefe stürzen, sind dabei mit extrem spezialisiertem Skimaterial unterwegs. So sind die Ski lang und schwer, um Laufruhe zu garantieren, damit die Bretter bei über 120 km/h stabil auf Eis und Schnee liegen. Um die Sicherheit bei so hohen Geschwindigkeiten zu erhöhen, war ein wichtiger Schritt nötig. Denn am 15. Oktober 2025 wurde für die Teilnehmer von Weltcup-Skirennen eine Airbag-Pflicht eingeführt. Diese Systeme lösen bei einem Sturz innerhalb von 200 Millisekunden aus und schützen dadurch den Oberkörper der Skiprofis vor schweren Verletzungen. Dazu müssen die Rennläufer auch schnittfeste Unterwäsche tragen, um tiefe Schnittwunden durch die messerscharfen Skikanten zu verhindern.

Super-G – Hochgeschwindigkeit und Skitechnik pur

  • Geschwindigkeit: zwischen 100 bis 115 km/h
  • Höhenunterschied: 400 bis 650 m (Herren), 400 bis 600 m (Damen)
  • Toranzahl: 35 (Herren), 30 (Damen)
  • Besonderheit: nur eine Besichtigung, kein Training auf Ski
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Was ist der Super-G?

Der Super-G, was abgekürzt für „Super-Giant-Slalom“ steht, wurde im Jahr 1982 als Bindeglied zwischen Abfahrt und Riesenslalom eingeführt. Dementsprechend werden in dieser Ski-Disziplin die technischen Kurven des Riesenslaloms mit der Geschwindigkeit und den Sprüngen der Abfahrt verbunden. Die größte Herausforderung für die Athleten ist dabei die Tatsache, dass es für sie keine Trainingsläufe gibt. Stattdessen gibt es für sie am Morgen des Rennens nur eine einzige Besichtigung, bei der sie sich jede Welle und jeden Torabstand einprägen müssen.

Und genau das erfordert ein enormes Vorstellungsvermögen sowie die Fähigkeit, bei einer Geschwindigkeit von bis zu 110 km/h instinktiv auf Geländeveränderungen zu reagieren. Insgesamt ähnelt die Skiausrüstung beim Super-G der der Abfahrt, wobei die Ski etwas kürzer und taillierter sind, um die engeren Kurvenradien bewältigen zu können.

Team-Kombination – Eine neue olympische Ära

  • Zusammensetzung: ein Speed-Spezialist und ein Technik-Spezialist
  • Format: einmal Abfahrt (oder Super-G) und einmal Slalom
  • Wertung: Addition der Zeiten beider Teammitglieder
  • Status: Olympisches Debüt 2026 in Mailand-Cortina
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Was ist die Team-Kombination?

Das traditionelle Format der Einzel-Kombination, bei dem ein Allrounder eine Speed- und eine Technik-Ski-Disziplin allein bestreiten musste, ist im Weltcupkalender fast vollständig verschwunden. Für die Olympischen Winterspiele hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) daher ab 2026 ein neues Kombiformat genehmigt: die Team-Kombination. Dabei treten dann zwei Athleten desselben Geschlechts als Team für ihre Nation an.

Heißt: Der Speed-Spezialist nimmt am Morgen zunächst die Abfahrt in Angriff, bevor der Teamkollege am Nachmittag den abschließenden Slalom fährt. Gestartet wird dabei in umgekehrter Reihenfolge der Abfahrt. Sprich, der Technik-Spezialist des langsamsten Duos startet als Erstes und kann so den Vorteil einer frisch präparierten Piste genießen, während der zweite Athlet des schnellsten Teams als Letzter in den Slalom startet. Die Goldmedaille gewinnt dann am Ende das Duo mit der schnellsten Gesamtzeit. Mit dem neuen Wettkampfformat will das IOC die Zusammenarbeit innerhalb der Nationalteams fördern und der extremen Spezialisierung im modernen Skisport Rechnung tragen.

Slalom – Millimeterarbeit im Stangenwald

  • Geschwindigkeit: 60 bis 70 km/h
  • Höhenunterschied: 180 bis 220 m (Herren), 140 bis 200 m (Damen)
  • Toranzahl: 55 bis 75 (Herren), 45 bis 65 (Damen)
  • Torabstand: 9 m vertikal, etwa 2 m horizontal
  • Format: zwei Läufe auf unterschiedlichen Kursen mit einer addierten Gesamtzeit
Der Slalom ist die älteste Ski-Disziplin im Weltcup und produziert bis heute einige der spannendsten Rennen – bei Tag oder bei Nacht.

Was ist der Slalom?

Der Slalom ist die älteste Ski-Disziplin, die im Rahmen des Ski Alpin-Weltcups ausgetragen wird. Dabei zeichnet sie sich durch extrem enge Richtungswechsel aus, wofür die Athleten enorme Explosivität und Reaktionsschnelligkeit mitbringen müssen. Die Tore bestehen hier lediglich aus flexiblen Kippstangen, die bei Berührung nachgeben. Um den absolut kürzesten Weg zu wählen, nutzen Profis die Technik des „Cross-Blockens“. Heißt: Sie schlagen die Stangen mit den Schienbeinen oder den Unterarmen weg, während der Oberkörper stabil bleibt.

Beim Slalom braucht es auf jeden Fall eine spezielle Skiausrüstung, zu der neben dem „Standard“, wie Ski und Skischuhen, für Slalom-Spezialisten auf der Piste auch Schienbeinschoner, Protektoren an den Händen und ein Kinnschutz am Helm gehören. All das schützt sie auch vor den zurückschnellenden Stangen. Die Ski selbst sind bei den Herren mit maximal 1,65 m und den Damen mit maximal 1,55 m jeweils die kürzesten im Weltcup. Im Sinne der besten Manövrierfähigkeit zeichnen sie sich durch eine starke Taillierung für kleinste Kurvenradien aus. Ein Rennen wird in zwei Durchgängen entschieden, wobei im zweiten Lauf nur noch die 30 Besten des ersten Durchgangs in umgekehrter Reihenfolge starten, was oft für dramatische Aufholjagden sorgt.

Riesenslalom – Die hohe Schule des Carvings

  • Geschwindigkeit: etwa 80 km/h
  • Höhenunterschied: 300 bis 450 m (Herren), 300 bis 400 m (Damen)
  • Toranzahl: 11 bis 15 Prozent des Höhenunterschieds in Metern (bei 50 bis 70 Toren)
  • Radius: mindestens 30 m
  • Format: zwei Läufe auf unterschiedlichen Kursen
Auf dem Gletscher in Sölden findet jedes Jahr mit einem Riesenslalom für Herren und Damen der Auftakt des Ski Alpin-Weltcups statt.

Was ist der Riesenslalom?

Der Riesenslalom ist „Carving pur“. Heißt: Nur wer die Technik am besten beherrscht, kann in der technisch anspruchsvollsten Ski-Disziplin auch ganz vorn mitfahren. Auf der Piste selbst stehen die Tore dann weiter auseinander als im Slalom, sodass beim Riesenslalom ein flüssigerer Rhythmus entsteht und höhere Geschwindigkeiten möglich sind. In den Kurven müssen die Athleten einen enormen Kantendruck erzeugen und „auf Zug“ fahren, um keine Zeit zu verlieren. Eine Besonderheit dieser Ski-Disziplin ist, dass die Tore aus Doppelstangen mit dazwischen gespannten Flaggen bestehen.

Wie bei allen Skirennen, wurde auch hier in der Vergangenheit die Geschwindigkeit immer höher, weshalb stark über den optimalen Kurvenradius der Ski diskutiert wurde. So wurde der Radius zeitweise auf 35 m erhöht, um Knieverletzungen vorzubeugen. Allerdings sorgte dieser Schritt dafür, dass immer mehr Athleten unter Rückenproblemen litten. Und so liegt das Radius-Minimum aktuell bei 30 m für beide Geschlechter, was die Ski zu einem Kompromiss aus Drehfreudigkeit und Sicherheit macht. Dadurch gilt der Riesenslalom generell als die Basis für Allrounder, die auch im Super-G erfolgreich sein wollen, da die Linienführung dort trotz höherer Geschwindigkeiten ähnlich präzise sein muss.

So funktionieren Rennen im Ski Alpin-Weltcup

Weltcup-Punktesystem

Um die Leistungen über die gesamte Skisaison hinweg vergleichbar zu machen, nutzt die „Fédération Internationale de Ski“ (FIS) ein festgeschriebenes Punktesystem. Das sagt aus, dass ausschließlich die 30 besten Athleten eines Rennens Weltcuppunkte erhalten. Für den Sieger springen so Punkte raus, während die weiteren Podestplätze mit 80 und 60 Punkten belohnt werden. Dahinter fallen die Punktabstände schrittweise ab, von 50 Punkten für Rang 4 hin zu einem Punkt für Platz 30. Und wer dann über die Saison hinweg die meisten Punkte in einer einzelnen Disziplin sammelt, gewinnt die „kleine Kristallkugel“ des Disziplin-Weltcups, bevor die „große Kristallkugel“ an den Athleten geht, der in der Gesamtwertung aller Disziplinen die meisten Punkte erzielt hat.

Startreihenfolge

Ein oft übersehener strategischer Aspekt bei einem Skirennen ist die Startnummer. Ihre Vergabe basiert dabei auf der sogenannten „World Cup Start List“ (WCSL). Allerdings dürfen in den Speed-Disziplinen die zehn besten Athleten ihre Startnummern aus den ungeraden Zahlen zwischen 1 und 19 wählen. So kann diese Möglichkeit taktisch genutzt werden, um die besten Pistenbedingungen abzuwarten. In den technischen Disziplinen starten die Top 15 dagegen in einer ausgelosten Reihenfolge. Im zweiten Durchgang starten die Top-30 aus dem ersten Durchgang dann in umgekehrter Reihenfolge des ersten Laufs. Heißt: Der 30. startet als Erster und der Schnellste Rennläufer als Letzter.

Innovationen und Sicherheit

Wie so viele andere Profisportarten, fungiert auch der Skisport als Testlabor für die Sicherheit im Breitensport. Wer also seinen nächsten Skiurlaub – etwa mit SnowTrex – plant, profitiert auf der Piste, wenn er Skiausrüstung leihen oder kaufen will, dann von Technologien wie dem innovativen MIPS- Sicherheitssystem in Helmen oder verbesserten Bindungsauslösungen, die zuvor im Weltcup erprobt wurden.

Während eines Weltcuprennens gibt es zudem strikte Regeln für die Materialprüfung, der sich etwa die Airbags unterziehen müssen. In der Konsequenz ist es etwa nicht mehr erlaubt, starre Schienbeinschoner innerhalb des Skischuhs zu tragen, da diese die natürliche Flexibilität behindern könnten. Dagegen sind nur weiche Polster aus Gel oder Schaumstoff zu medizinischen Zwecken erlaubt. Zudem wird auch das Verbot von Fluor-Wachsen streng überwacht, um den Skisport umweltfreundlicher zu gestalten.

FAQ zu Ski-Disziplinen

Welche Ski-Disziplinen sind olympisch?

Im alpinen Skisport werden bei Olympia die Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom sowie die Team-Kombination ausgetragen. 2026 feiert außerdem Skibergsteigen (SkiMo) Premiere.

Wie schnell fahren Skiprofis in der Abfahrt?

Skiprofis erreichen bei der Abfahrt meist Geschwindigkeiten zwischen 100 und 130 km/h. Auf extremen Streckenabschnitten, wie dem Haneggschuss auf der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen, sind sogar Geschwindigkeiten von über 160 km/h möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Slalom und Riesenslalom?

Beim Slalom sind die Tore enger gesteckt, mit einem Torabstand von etwa 9 m, und die Strecke wird mit kürzeren Skiern sowie Kippstangen gefahren. Beim Riesenslalom hingegen werden größere Radien und höhere Geschwindigkeiten gefahren und es werden Doppelstangen mit Flaggen genutzt.

Warum ist ein Airbag im Weltcup Pflicht?

Der Airbag ist Pflicht, um bei Hochgeschwindigkeitsstürzen Verletzungen am Oberkörper, an der Wirbelsäule und an den Schultern zu reduzieren. Er ist seit der Saison 2025/26 in den Disziplinen Abfahrt und Super-G vorgeschrieben.

Wie funktioniert die neue Team-Kombination?

Ein Team besteht aus zwei Athleten. Während einer die Abfahrt fährt, absolviert der andere den Slalom. Die Zeiten beider werden addiert und ergeben das Endergebnis.

Wer bekommt Weltcuppunkte?

Die besten 30 eines Rennens erhalten Weltcuppunkte. 100 Punkte für den Sieg, bis zu einem Punkt für Platz 30.

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