Serie: Sommer am Berg – im Zillertal

8. Juli 2014 - Katharina Teudt

Flugstunde mit Albin Sporer. © e-fact

Herrliches Zillertal – Aktivstes Tal der Welt

Das Zillertal erstreckt sich über eine Länge von 32 km, die sich in vier Regionen aufteilt: Die erste Ferienregion, die Zillertal Arena, Mayrhofen-Hippach und Tux & Finkenberg – ausreichend Platz also für vielfältige Aktivtäten sommers wie winters. Exklusiv für SnowTrex hat uns Berg- und Wanderführer Albin Sporer (38) einige persönliche Freizeittipps im „aktivsten Tal der Welt“ gegeben.

Albin, Du bist Gleitschirmflieger, Wanderführer, Skilehrer, Rafting- und Canyoning-Guide, also Outdoorexperte durch und durch. Wie kommt man zu so einem vielseitigen Job?

„Outdoorsport war schon immer meine Leidenschaft, schließlich bin ich im Zillertal aufgewachsen und war viel in den Bergen unterwegs. Die Paraglider-Szene hatte von Anfang an eine besondere Faszination für mich. Ich wollte schon sehr früh den Flugschein machen, aber meine Eltern haben es nicht erlaubt. Das sei zu gefährlich, man könne sich verletzen und so weiter. Das war natürlich Quatsch und als ich 18 wurde habe ich mich gleich beim ersten Termin angemeldet und den Schein endlich gemacht. Da hat mich die Leidenschaft gepackt und seitdem bin ich jede freie Minute geflogen. Nach weniger als einem Jahr hab ich direkt den Tandem-Schein dazu gemacht. Bis dahin hatte ich schon insgesamt  200 Flüge gemacht.“

Aber ein Sport war nicht genug für Dich.

Schon immer wollte ich im Outdoorbereich arbeiten. Ich dachte mir, ich muss den Sport selbst beherrschen um zu wissen, um was es geht. So hat alles angefangen. Nach meinem Flugschein hab ich die Rundum-Ausbildung begonnen. Nach und nach habe ich die Prüfungen zum Rafting-Guide, Canyoning-Guide und zum Wanderführer absolviert. Geprüfter Skilehrer bin ich übrigens auch. Nur den Schein zum Hochseiltrainer hab ich noch nicht erworben. Mit all meinem Know-How reichte mir da die grundsätzliche Einweisung.

Wo bist Du als Outdoor-Vollblut gerne im Zillertal unterwegs?

Eigentlich in der Luft. Das Fliegen ist das außergewöhnlichste und Beste, was man im Zillertal machen kann. Die Bedingungen sind hier auch die besten. Wir haben mehrere Startbahnen und -Richtungen. Ansonsten gehe auch sehr gerne Skitouren. Ich war schon auf fast allen 3000ern im Zillertal. Das Gelände hier ist großartig dafür geeignet. Den Boom am Berg, vor allem beim Tourengehen und Freeski, spüren wir hier alle. Selbst nicht so sportliche Gäste möchten rauf auf den Berg und aktiv sein. Im Sommer gehen zum Beispiel viele auf Klettersteige.

Im Zillertal gibt es zahlreiche Klettersteige mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen. © Mayrhofen Bergbahnen

Welche Klettersteige kannst Du empfehlen?

Im Zillertal wurden in den letzten Jahren vier neue Klettersteige eingerichtet. Ein Highlight im Sommer ist der Klettersteig „Gerlossteinwand“ in der Zillertal Arena. Die eher schwierigen Steige „Zimmereben“ in Mayrhofen und der längste Steig an der „Pfeilspitzwand“ sind nur erfahrenen Kletterern zu empfehlen. Ich würde für Anfänger die „Huterlaner“ empfehlen, für Fortgeschrittene die „Nasenwand“. Im Skigebiet Mayrhofen gibt es auch einen leichten Klettersteig zum Kennenlernen: den Knorren am Penken.

Bergroller sind der neueste Funsport im Zillertal. © Mayrhofen Bergbahnen

Es gibt neben den Outdooraktivitäten auch außergewöhnlichen Funsport im Tal.

Oh ja. Relativ neu sind die „Berggämsen“. Diese Bergroller sind seit letztem Jahr der Renner bei uns. Mit diesen Kickroller-ähnlichen Geräten kann man den Berg runter flitzen. Aber noch lustiger finde ich die „Funballz“ am Speicherteich Penken. Da steigt man in riesige durchsichtige Wasserbälle, in denen man über das Wasser laufen kann. Das ist für Kinder klasse. Ein weiteres Highlight für Familien ist der Natureispalast am Hintertuxer Gletscher. Die Eishöhle ist auch im Sommer geöffnet und im wahrsten Sinne ein „cooles“ Ausflugsziel.

Das Zillertal wird auch als „das aktivste Tal der Welt“ bezeichnet. Wie lautet Dein persönliches Resümee zum Tal?

Ja es ist wirklich so. Viele Gäste sagen uns explizit, dass sie begeistert sind vom Zillertal. Das Zillertal hat wirklich seinen ganz speziellen Reiz durch seine Vielfältigkeit. Mich persönlich fasziniert vor allem die Bergwelt. Es gibt hier noch unberührte Almen, wo Käse verkauft wird, der original oben auf der Alm hergestellt wird. Überall stehen Kühe, Ziegen und Schafe. Es gibt noch uralte Almhütten und viele unberührte Stellen, zu denen man hinwandern kann und wo noch alles so ist wie vor 50 Jahren. Sogar alte Brennereien gibt es, wo heute noch Schnaps gebrannt wird. Der beste Schnaps der Welt kommt übrigens vom Stiegenhaushof aus dem Zillertal.

Funballz am Speicherteich Penken. © Mayrhofen Bergbahnen

Diese Aussichten klingen nach tollen Wanderwegen über die Almen…

Oh ja, wandern geht hier wunderbar. Es gibt an die 1.000 Wanderrouten. In jedem Tal, auf jeder Alm gibt es ein Highlight zu sehen!

Fliegen und die Aussicht genießen am Actionberg Penken. © Mayrhofen Bergbahnen

Neben dem Wandern gibt es noch andere “Aufstiegsmöglichkeiten”. Wie gefällt Dir zum Beispiel der Hochseilgarten in Kaltenbach?

Der bekommt meine besondere Empfehlung. Dort gibt es super Stationen, für alle Beteiligten ist es ein tolles Erlebnis. Auch als Schlechtwetterprogramm oder wenn man sich fern ab vom Berg auspowern möchte, ist das genau das Richtige.

Welchen Ort kannst Du uns zum Canyoning empfehlen?

In der Nähe von Mayrhofen am Talende gibt es die Zemmschlucht. Dorthin führen wir bevorzugt unsere Canyoning-Touren, denn die Schlucht ist der Hammer! Wir gehen mit Gruppen bis maximal zwölf Personen rein, lassen uns abseilen und klettern an Wasserfällen entlang. Vor der Tour wird jeder von uns mit Helm, Gurtzeug, Neoprenanzug und speziellen Schuhen mit extra gutem Grip für das glitschige Gestein ausgestattet. Ein erfrischendes Highlight auf der Tour ist der Sprung von den Granitfelsen runter in das türkisgrüne Wasser. Wer sich traut, kann den höchsten Sprung aus 11 m Höhe wagen. Man kann sich natürlich auch überall abseilen lassen.

Abenteuer Canyoning

Wie sieht es denn im Winter mit dem Gleitschirmfliegen aus? Bist Du dann vornehmlich auf den Pisten unterwegs?

Im Winter gebe ich auch mal Ski- und Snowboardkurse. Da wir aber auch im Winter fliegen, bin ich eigentlich das ganze Jahr über beim Tandemfliegen. Praktisch ist, dass man direkt mit Skiklamotten zum Fliegen kommen kann, genauso wie man auf die Piste gehen würde. Man kann sogar mit Ski angeschnallt losfliegen. Bei guter Thermik landen wir dann oben im Skigebiet. Das Fliegen hier ist sehr gefragt, in der Hochsaison machen wir bis zu sechs Flüge am Tag.

Bist Du schon einmal mit der Zillertalbahn gefahren?

Na klar. Das ist ein uriges Erlebnis, weil die Dampflok über 100 Jahre alt ist. Mein Tipp für Familien: Mit dem Fahrrad Tal auswärts den Ziller entlang fahren, das ist einfach, da es ein wenig bergab geht. Auf dem Rückweg geht es dann gemütlich mit der Zillertalbahn wieder rein ins Tal.

Du bist nicht nur Gleitschirmflieger und Outdoorsportler, sondern auch DJ und Moderator. Wie kam es dazu?

Musik hat mich schon immer interessiert und wenn man viele Leute im Tal kennt und viel mit Gästen unterwegs ist, wächst man da so rein. DJ bin ich mittlerweile seit über 20 Jahren. Wenn die Saison am Berg gut läuft, kann ich natürlich nicht so viele DJ-Aufträge annehmen. Aber im Winter lege ich regelmäßig im „Hiata-Madl“ an der Talstation der Horbergbahn auf und sorge da für Stimmung.

Hast Du als waschechter Zillertaler noch einen letzten Tipp für Sommerurlauber im Zillertal?

Ja, geht im Zilluptal wandern. Dieses saftig grüne Seitental ist einfach der Wahnsinn. Zum Biken eignet sich auch der Zillergrund sehr gut. Eigentlich ist jeder Ort hier herrlich.

Lieber Albin, vielen Dank für das Gespräch!

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