Der perfekte Skispaß – Schutz durch Rückenprotektoren

5. Dezember 2017 - Carla Meyer

Für eine Vielzahl von Menschen ist Skifahren oder Snowboarden das schönste Freizeitvergnügen. Dabei kann es manchmal ganz schön schnell werden. So kann es bei der Pistenabfahrt zu Geschwindigkeiten kommen, die denen eines Autos entsprechen. Die Folgen eines Sturzes können durchaus schwerwiegend sein. Protektoren speziell für den Rücken helfen, gerade diesen empfindlichen Bereich des menschlichen Körpers zu schützen. SnowTrex hat mit Thomas Gabriel zum Thema Rückenprotektoren gesprochen. Als leidenschaftlicher Ski- und Snowboardfahrer hat er sein Hobby mit in den Beruf genommen und ist beim Anbieter für Wintersportbekleidung helmexpress.com für die Bereiche Presse und Redaktion zuständig.

Schränken Rückenprotektoren nicht die Bewegungsfreiheit ein?

Thomas Gabriel: Es ist noch nicht lange her, da waren Rückenprotektoren aufgrund ihres Gewichtes und ihrer sperrigen Form bei Wintersportlern eher unbeliebt, da sie tatsächlich vor allem die Bewegungsfreiheit einschränkten. Moderne Rückenprotektoren hingegen besitzen nach wie vor ihre schützenden Eigenschaften, sie bestehen heute jedoch aus wesentlich flexibleren und leichteren Materialien, die die volle Bewegungsfreiheit zulassen und sich bezüglich des Gewichts kaum bemerkbar machen. Dabei sind Rückenprotektoren für Snowboarder, Skifahrer und Langläufer nicht nur eine empfehlenswerte, sondern auch durchaus preiswerte Ausstattung. Einfache Modelle sind schon ab etwa 30 Euro im Handel erhältlich.

Welcher Unterschied besteht zwischen Hart- und Softprotektoren?

Thomas Gabriel: Die Zusatzbezeichnungen Hart und Soft geben bereits Auskunft darüber, welches die entscheidenden Merkmale der zwei verschiedenen Protektorengruppen sind. Softprotektoren werden üblicherweise als Westen mit Reißverschluss ausgestaltet, die im Rückenbereich über eine zusätzliche Polsterung verfügen. Je nach Modell kann diese Polsterung vom Nacken bis hinunter über das Steißbein ausgeführt sein. Softprotektoren sollten direkt über der Ski-Unterwäsche getragen werden, um einen möglichst engen Kontakt zum Körper zu besitzen. Nur so kann die Aufprallenergie während eines Sturzes optimal abgefangen werden.

Hartprotektoren wiederum bestehen aus festen Kunststoffplatten, die wie ein Schutzschild funktionieren. Diese Form der Rückenprotektoren besteht aus mehreren, miteinander verbundenen Elementen. Sie sind mit Brust- Schulter- und Hüftgurten ausgestattet und lassen sich auch über dem Skioverall oder der Skijacke tragen. Hartprotektoren sind vor allem für Ski- und Snowboarder geeignet, die bei ihren Abfahrten hohe Geschwindigkeiten erreichen. Durch die festen Materialien können bei einem Sturz keine spitzen Äste oder etwa Skistöcke eindringen, gleichzeitig federt der Kunststoff die Sturzenergie effektiv ab und verhindert großflächige Abschürfungen.

Worauf sollten Käufer von Rückenprotektoren achten?

Thomas Gabriel: Der passgenaue Sitz des Rückenprotektors ist für einen effektiven Schutz sehr wichtig. Ein Verrutschen der Protektoren könnte nicht nur den Rückenschutz beeinträchtigen, sondern ebenso die Bewegungsfreiheit des Sportlers. Diese Gefahr besteht bei Softprotektoren in der Regel nicht. Trotzdem sollten sie genau wie Hartprotektoren unbedingt vor dem Kauf anprobiert werden. Sie sollten weder zu weit noch zu eng anliegen. Bei Hartprotektoren lässt sich dies natürlich über die verstellbaren Gürtel einstellen.

Außerdem steht der Tragekomfort neben der Schutzwirkung an oberster Stelle. Bei den Hartprotektoren kann beispielsweise darauf geachtet werden, ob die einzelnen Elemente eine gewisse Flexibilität besitzen, damit sie sich den Körperkonturen anpassen. Ebenso darf eine Belüftung nicht fehlen. Bei den Softprotektoren sorgen im besten Fall atmungsaktive Stoffe im Bezug wie in der Polsterung für eine entsprechende Luftzirkulation.

Gibt es Bestimmungen, nach denen sich Hersteller richten müssen?

Thomas Gabriel: Genau wie bei Skihelmen besteht auch bei Rückenprotektoren eine EU-Norm, die mit ihren Vorgaben gewährleistet, dass die Produkte den Anforderungen entsprechen. Bei Skihelmen ist das sie Norm EN 1621-1 (2). Der wichtigste Punkt in der EN 1621-1 (2) ist die Absorption der Aufprallenergie. Dazu sind in der Norm mehrere Stoßprüfungen festgeschrieben, die das jeweilige Modell absolvieren muss, um die Normvorgaben zu erreichen. Die Grundlage für die EN 1621-1 (2) sind Erfahrungen aus dem Motorradrennsport, für die diese Norm ursprünglich erstellt wurde. Erst später erfolgte die Ausweitung auf den Wintersport. Wie beim Skihelm werden auch Rückenprotektoren in zwei Schutzklassen unterteilt, die dem jeweiligen Gefährdungspotenzial entsprechen.

Wie lange hält ein Rückenprotektor?

Thomas Gabriel: Wie fast alle gängigen Kunststoffe unterliegen die entsprechenden Bestandteile auch bei Rückenprotektoren den Einflüssen von UV-Strahlung und Kälte. Zwei Dinge, die in Wintersportorten verstärkt anzutreffen sind. Es ist empfehlenswert, einen Rückenprotektor nach etwa 5 bis 7 Jahren auszutauschen. Wird der Rückenprotektor nicht benötigt, sollte er gegen Licht und Kälte geschützt gelagert werden, etwa in einer Sporttasche.

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