Interview mit Michaela Wenig: Sie träumt von WM und Olympia

8. April 2014 - SnowTrex

Seit der Weltcup-Saison 2013/2014 ist sie Mitglied des SnowTrex-Teams: Als Helmsponsor unterstützen wir Michaela Wenig, die 21-jährige Nachwuchs-Skifahrerin aus Lenggries. Mit dem deutschen Meistertitel in der Abfahrt ist die Saison für Michaela zu Ende gegangen. Wir haben mit ihr über die Saison gesprochen und blicken mit ihr auch bereits nach vorne auf die nächste.

Michaela, wie sieht dein persönliches Fazit der Wintersaison aus?

Die Saison war ein stetiges Bergauf und Bergab. Der Start mit meinen ersten Weltcup-Punkten im erst vierten Weltcuprennen war gleich super. In den nächsten Rennen konnte ich diese Leistung aber leider nicht wiederholen und musste im Weltcup Lehrgeld zahlen. Im neuen Jahr habe ich mich dann entschieden, eine Weltcup-Woche auszulassen, um zwei Wochen am Europacup teilzunehmen. Das hat sich ausgezahlt. Mit einem dritten Platz und etlichen Plätzen unter den ersten Zehn konnte ich zufrieden sein und war topmotiviert für die nächsten Weltcup-Rennen. Für die Top 30 sollte es allerdings ganz knapp nicht reichen: Dreimal stand ich am Ende auf Platz 32. Nach einer tollen Woche beim Europacup-Finale in Andorra konnte ich mir am Ende aber noch den deutschen Meistertitel in der Abfahrt und den Sieg beim Abfahrtsrennen in der italienischen Meisterschaft sichern.

Wie sehen für dich nun die kommenden Wochen nach Saisonende aus? Kannst du dir eine Pause gönnen? Und wo wirst du sie wenn dann verbringen?

Ab dem 7. Mai werde ich mir erst einmal 3 Wochen Urlaub in San Francisco gönnen. Wobei ich aber sicherlich die ein oder andere sportliche Aktivität einbinden werde. Ganz ohne Bewegung wird es mir schnell zu langweilig!

Und wie gestaltet sich dein Sommer?

Zuhause angekommen geht nach dem Urlaub der normale Trainingsalltag wieder los: 6 Tage pro Woche Training mit meist 2 Einheiten am Tag. Dabei werde ich viel Zeit im Kraftraum, auf dem Rad und in den Bergen sowie in der Turnhalle verbringen. Anfang Mai findet noch einmal ein Schneelehrgang statt, bevor es dann eine ca. 7-wöchige Schneepause gibt. In diesem Zeitraum heißt es, möglichst viel Power für den Winter zu sammeln. Ab Mitte Juli beginnt dann die Vorbereitung auf Skiern.

Du bist in dieser Saison im Weltcup, aber auch im Europacup angetreten. Mit welchen Wettbewerben planst du für die kommende Saison?

Ziel für die nächste Saison ist es, in der Abfahrt und im Super G in der Weltcup-Gesamtwertung  Top-30-Platzierungen einzufahren und somit größtenteils auch nur noch im Weltcup zu starten. Außerdem stehen in Vail/USA die Weltmeisterschaften an. Ich hoffe, mich mit guten Ergebnissen für das Team empfehlen zu können. Besonderer Ansporn ist natürlich, dass ich in Vail auch im letzten Jahr meine ersten Weltcup-Punkte gesammelt habe.

Welche Chancen rechnest du dir für den kommenden Winter aus?

Ich habe in dieser Saison die Top 30 oft hauchdünn verpasst. Wenn ich mich im Sommer kontinuierlich steigern kann, ist es ein realistisches Ziel mich in den Top 30 zu etablieren. Vorteil ist, dass ich in diesem Jahr viele neue Abfahrtsstrecken kennengelernt habe und das Gelände nun für die nächste Saison besser kenne.

Welche Stärken und Schwächen hat dir diese Saison gezeigt?

Meine Stärken liegen mit Sicherheit in meinen guten Gleitfähigkeiten. Es gab immer wieder Abschnitte, in denen ich mit den Bestzeiten mithalten konnte. Arbeiten muss ich noch an den technischen Passagen. Auch konnte ich in diesem Jahr wieder viel an Erfahrung gewinnen und somit viel lernen.

Mit Maria Höfl-Riesch hat in diesem Jahr die stärkste Fahrerin im deutschen Team ihre Karriere beendet. Wer hat aus deiner Sicht gute Chancen, ihren Platz einzunehmen?

Es ist natürlich für unser Team sowie für den ganzen Weltcup-Zirkus sehr schade, eine Athletin wie die Maria zu verlieren. Es war auch für mich super, in diesem Jahr mit ihr trainieren zu dürfen.

Ich denke, dass Viktoria Rebensburg nun an ihre Stelle treten wird. Sie geht wie Maria in 3 Disziplinen an den Start und ist dabei im Riesenslalom und Super G eine Sieganwärterin. Wenn sie gesund bleibt, ist sie für mich auch eine Kandidatin für den Gesamtweltcup-Sieg. Zwei olympische Medaillen hat sie ja schon gesammelt.

Nach den Olympischen Spielen in diesem Jahr dauert es nun wieder 4 Jahre, bis die nächsten Spiele in Pyeongchang stattfinden. Ist es dein Traum, dann auch dabei zu sein?

Natürlich ist es mein Traum, dann auch bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Ich wäre mit 24 Jahren in einem guten Alter, um genug Erfahrung in den Speed-Disziplinen gesammelt zu haben. Ein jeder Athlet arbeitet darauf hin, bei den Olympischen Spielen ganz oben zu stehen. Aber dafür heißt es erst einmal, in den nächsten Jahren fleißig zu trainieren. In diesem Zeitraum finden aber auch noch zwei Weltmeisterschaften statt, an denen ich gerne teilnehmen möchte.

Print Friendly and PDF
Ausgefallene Geschenktipps für Wintersportler

In einem Monat ist Weihnachten und es fehlt noch das passende Geschenk? Wir geben ...

Fahrtechnik – Teil 1: So fahre ich vorausschauend und sicher

Zum Skifahren gehört eine ganze Menge Fahrtechnik und Taktik. SnowTrex hat zu diesem ...