Grasskifahrer und Skifilmer Michael Bernshausen im Interview

20. Mai 2014 - Nina Vogt

Michael Bernshausen

Michael Bernshausen war 15 Jahre lang Grasskifahrer und dreht heute mit seiner Firma midiafilm nicht nur Grasski-Videos, sondern vor allem auch Skifilme mit Top-Freeridern wie Roman Rohrmoser, Felix Wiemers und Sebastian Hannemann. Wir haben ihm einige Fragen zum Grasskifahren gestellt.

Herr Bernshausen, Sie waren selbst Grasskifahrer. An welchen Wettbewerben haben Sie teilgenommen?

Ich bin Deutschland Cup, FIS-Rennen und Weltcup-Rennen sowie 4 Junioren-Weltmeisterschaften und 4 Weltmeisterschaften gefahren. Meine besten Ergebnisse waren mehrere Top-10-Platzierungen bei FIS- und Weltcup-Rennen, 2 deutsche Meistertitel sowie ein 7. Platz bei der WM 2007.

Wie kommt man überhaupt zum Grasski fahren? Sind die meisten Grasskifahrer auch Skifahrer?

Ich habe es damals mit 12 Jahren unbedingt einmal ausprobieren wollen. Meine beiden älteren Brüder sind früher auch schon gefahren und daher habe ich den Sport schon sehr früh ständig vor Augen gehabt.

Als Grasskifahrer hat man auf jeden Fall gewisse skifahrerische Vorkenntnisse. Bestimmt gibt es da Ausnahmen, aber die meisten haben schon Erfahrungen im alpinen Rennsport oder im jährlichen Winterskiurlaub gesammelt.

Was macht für Sie den Reiz dieser Sportart aus?

Skirennen zu fahren hat für mich den meisten Reiz ausgemacht. Der Winter bei uns ist nicht immer optimal eingeschlagen und die Wege in die Alpen waren auf Dauer sehr weit. Man hat so die Möglichkeit, das ganze Jahr auf Skiern zu stehen. Grasskifahren ist schließlich auf fast jeder gemähten Wiese mit etwas Gefälle möglich. Ich fand es außerdem immer schön, dass es generell ein nettes und familiäres Miteinander in der kleinen Grasski-Familie gibt.

Was ist es für ein Gefühl, auf Grasskiern den Berg hinunter zu fahren?

Kurz gesagt: Genau so wie es auch beim Skifahren ist, mit Geschwindigkeit einen Hang runter fahren. Nur mit dem Unterschied, dass es nicht kalt sondern warm ist. Zudem spürt man beim Fahren jede Unebenheit und Veränderung des Geländes – zum Beispiel bei unterschiedliche Witterungsverhältnissen und Variationen von weicher Wiese bis hin zu harter Autobahn.

Die beiden Sportarten Skifahren und Grasskifahren sind sich aber sonst von der Technik und den Bewegungsabläufen her sehr ähnlich. Beim Grasski versucht man ebenso wie im Schnee auf die Kante zu kommen, um eine Kurve zu fahren. Wir können nur nicht rutschen bzw. Rutschen ist nicht wirklich hilfreich. Heißt im Gegenzug auch, dass wir jeden Schwung ausfahren müssen – auch zum Bremsen.

Michael Bernshausen ist auch leidenschaftlicher Wintersportler – und arbeitet als Skifilmer mit Top-Freeridern zusammen.

Hat man nicht eine wahnsinnige Angst, wenn man nicht einfach schnell bremsen kann?

Angst würde ich es nicht nennen. Vielleicht ein bewusster Respekt. Man sollte einfach für manche Situationen einen Plan B haben. Es kommt auch immer auf den Hang an. Man fährt ja nicht kopflos den Berg runter, sondern dir ist bewusst: Irgendwann muss ich stehen bleiben. Es gibt aber auch Hänge, auf denen das Bremsen nicht sehr schwer fällt. Wenn genug Auslaufzonen vorhanden sind, dann kann man unbeschwert Gas geben.

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