Ski-WM: Felix Neureuther über sein Verhältnis zu St. Moritz

12. Februar 2017 - Katharina Teudt

Die 44. Alpinen Ski Weltmeisterschaften St. Moritz sind in vollem Gang. Seit dem 06. Februar messen sich die weltbesten Skifahrer auf den Hängen des berühmten Schweizer Skiorts – darunter auch Deutschlands Vorzeigeathlet und SnowTrex-Testimonial Felix Neureuther. Im Vorfeld der WM sprach der Bronze-Medaillengewinner von 2015 über seine Beziehung zu St. Moritz. Es ist eine besondere.

Felix Neureuther blickt der WM entspannt entgegen.

Die Generalprobe beim Weltcup-Finale im vergangenen Winter ist nicht ganz gelungen. Platz 10 im Slalom und Platz 18 im Riesenslalom – so hatte sich Felix Neureuther die letzten Rennen nicht vorgestellt. Mit diesen Ergebnissen jedoch beendete er im März 2016 seine Saison im schweizerischen St. Moritz. Auf jenen Hängen, auf denen nun die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Belasten, sagt der 32-Jährige, werden ihn diese Resultate vor seinen WM-Starts aber nicht. „Schließlich gibt es doch das Sprichwort mit der verkorksten Generalprobe“, sagt Neureuther und lacht. Deutlich ernster fügt er an: „Ich muss ganz ehrlich zugeben: Gerade der Slalomhang liegt mir nicht so.“ Neureuther mag es lieber steil und anspruchsvoll, in St. Moritz ist es flach – „eigentlich nichts für mich“. So ganz aber stimmt das nicht. Auch in St. Moritz hat er schon auf ganzer Linie überzeugt.

Rückblick: Laufbestzeit im Winter 2003

Gerade einmal 18 Jahre alt, feierte Felix Neureuther im Februar 2003 eine Zweifach-Premiere: Zum ersten Mal überhaupt trat er auf internationaler Bühne auf. Und zum ersten Mal nahm er an Weltmeisterschaften teil. Mit Startnummer 53 wirbelte er im Slalom durch die Stangen. „Vogelwild bin ich drauflosgefahren“, erinnert er sich. Die Taktik ging auf – Laufbestzeit im zweiten Durchgang, der 18-Jährige landete auf Platz 15. Längst hat der Garmisch-Partenkirchner ganz andere Ansprüche. Aktuell steht er auf Platz 5 der Weltcup-Gesamtwertung. Und auch, wenn er den St. Moritzer Slalomhang nicht liebt und die Konkurrenz groß ist: Der Technik-Spezialist reist als einer der Medaillenfavoriten ins Engadin, zumal er zuletzt immer besser in Fahrt gekommen ist. Nach der persönlichen Erwartungshaltung für die Wettkämpfe in St. Moritz gefragt, sagt Neureuther: „Wenn ich ein Rennen fahre, will ich es natürlich auch gewinnen. Ich bin fit und fühle mich gut. Aber es gibt so viele Jungs, die extrem schnell sein können, natürlich vor allem Henrik (Kristoffersen, Norwegen) und Marcel (Hirscher, Österreich). Wenn ich gut Ski fahre, kann ich ein Wort um die Medaillen mitreden.“ Wer am Ende ganz oben stehe, werde die Tagesform entscheiden.

St. Moritz: Eine ganz besondere Wintersport-Destination

Als Geburtsstätte des Wintertourismus und einer der schillerndsten Wintersport-Orte der Welt lockt St. Moritz seit 1864 Besucher aus aller Welt. Bekannt ist die Schweizer Destination vor allem für Hotels der Luxusklasse, Spitzengastronomie und exklusive Shoppingmöglichkeiten. Darüber hinaus stehen Wintersportlern rund um St. Moritz insgesamt 350 abwechslungsreiche Pistenkilometer zur Verfügung. An durchschnittlich 322 Tagen im Jahr scheint die Sonne und die traumhafte Kulisse der Schweizer Bergwelt mit dem gut 4.000 Meter hohen Piz Bernina und zahlreichen Dreitausendern zieht die Gäste reihenweise in ihren Bann.

In Engadin-St. Moritz gibt es überall bestens präparierte Abfahrten, wie hier bei Corviglia.

„Die Atmosphäre von St. Moritz muss man einmal erlebt haben“, sagt Neureuther. Auch, wenn man nicht in einem der Luxushotels übernachtet. „Allein ein Spaziergang durch die Straßen und die Aussicht auf die Berninagruppe mit dem berühmten Biancograt – das ist gewaltig.“ Diese Kulisse wird er auch während der Wettkämpfe ganz bewusst wahrnehmen. „Der Blick auf solch gewaltige Berge kann unheimlich beruhigend wirken.“ Vor dem Start in ein WM-Rennen kann das ja nicht schaden.

Felix startet am Freitag, 17.02. im Riesenslalom und am Sonntag, 19.02. im Slalom der Herren. SnowTrex wünscht viel Erfolg!

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