Felix Neureuther: „Mit Olympia habe ich noch eine Rechnung offen“

10. April 2014 - Nina Vogt

Die vergangene Wintersaison war für unseren Trexperten Felix Neureuther von einem stetiges Auf und Ab geprägt: Mehrere Weltcup-Siege – darunter der erste für Deutschland im Riesenslalom seit 40 Jahren – und auf der anderen Seite sein Ausscheiden im olympischen Slalom und der knapp verpasste Slalom-Gesamtweltcup. Bevor er sich von all diesen Strapazen erholen kann, widmet Felix sich aber noch einmal einer Herzensangelegenheit – der Nachwuchsförderung. Vom 2. bis 4. Mai unterstützt er wieder ein Race-Camp des Deutschen Skiverbands (DSV) in Sölden.

Wir haben vorab mit ihm gesprochen und Felix hat sich nicht nur zu seinem Einsatz für die jungen Talente geäußert, sondern auch zu seiner Zukunft. Und eines steht fest: Seine Fans können aufatmen. Felix macht weiter – und hat es sich als Ziel gesetzt, in 4 Jahren eine offene Rechnung zu begleichen…

Felix, du hast eine Saison mit straffem Zeitplan und vielen Strapazen hinter dir. Trotzdem hast du dir jetzt zum Ende noch einmal die Zeit genommen, im  „DSV-Felix-Neureuther-Race-Camp powered by SnowTrex“ mit den Jugendlichen zu trainieren. Fällt es dir leicht, dich nach all dem Stress noch einmal für solche Projekte zu motivieren?

Das ist mein 6. Race-Camp mit den Kindern. Jedes Jahr freue ich mich auf diese Tage in Sölden. Die Kinder fordern einen enorm, aber ich lerne auch viel. Gleichzeitig ist es für mich ein wunderbares Erlebnis, die Begeisterung der Kinder für den Rennsport zu spüren und ihnen etwas von meinen Erfahrungen weiter geben zu können. Ich komme zwar nach dem Camp total fertig nach Hause, aber innerlich habe ich wieder neu aufgetankt.

Was gibt dir die Arbeit mit den Nachwuchs-Talenten? Kannst vielleicht auch du noch etwas von ihnen lernen?

Während des Camps gibt es keine Minute zum Ausruhen. Die Kinder sind unheimlich neugierig und stellen Fragen, bei denen ich selber staune. Da geht es dann durchaus auch mal um private Angelegenheiten. Ich freue mich, mit welcher Offenheit die Kinder mit mir umgehen. Das tut richtig gut. Spannend ist auch zu sehen, wie unterschiedlich diese 10-Jährigen auf den Skiern stehen. Der DSV verfolgt dann genau den weiteren Werdegang und kann daraus Erkenntnisse für die Trainingsarbeit ziehen. Da auch mein „Chef“ Wolfgang Maier dabei ist, lerne ich sehr viel über den methodischen Aufbau eines modernen Rennschwungs vom Kind bis zum Weltcup-Fahrer. Das Interessante ist, dass sich die Kriterien nicht groß ändern. Entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Weiterentwicklung sind ein funktionierendes Umfeld, gute Trainer und letztlich der Wille und Biss der Kinder.

Was ist das Wichtigste, das du als Profi den Jugendlichen mit auf den Weg geben kannst?

„Hinfallen ist keine Schande – nur Liegenbleiben!“

Wenn du an deine eigene Jugend zurückdenkst, wie hat sich die Nachwuchsarbeit im Skisport dann bis heute verändert oder weiterentwickelt?

Die Trainer und die Trainerausbildung sind wesentlich professioneller geworden. Wo früher eher empirisch gearbeitet wurde, wird heute wissenschaftlich und sehr strukturiert aufgebaut. Eins ist aber gleich geblieben: der Spaß und die Freude am Sport, die immer im Vordergrund stehen müssen. Ich glaube, dass alle diese Kinder sich immer gerne an ihre Jugend auf Skiern zurück erinnern werden, auch wenn sie mal keine Weltcup-Punkte geholt haben.

Nach dieser Saison hast du dir eine Pause redlich verdient. Hast du die Möglichkeit, dir diese auch zu nehmen? Wie nutzt du sie?

Ich musste mir einfach körperlich und mental eine totale Auszeit gönnen, um wieder neu motiviert an die nächsten 4 Jahre herangehen zu können. Dazu brauche ich aber immer noch Zeit. Natürlich gehört dazu Urlaub am Meer, dazu gehört aber auch, einmal völlig unfokussiert in den Tag zu gehen und einfach nur das Zusammensein mit Familie, Freunden und unserem Hund „Buddy“ zu genießen.

Du hast dich bisher etwas bedeckt gehalten, was deine Zukunft anbelangt. Möchtest du uns mittlerweile verraten, was du für die kommende Saison planst?

Ich möchte gerne noch bis zu den nächsten Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang Rennen fahren. Mit Olympia habe ich ja noch eine Rechnung offen. Da heißt es, durchdacht mit dem Körper umzugehen. Ich weiß zum Beispiel noch nicht, ob ich im Sommer überhaupt nach Chile oder Neuseeland gehen soll. In meinem Alter ist die Planung der körperlichen Fitness und der Regeneration wichtiger als wochenlanges Techniktraining weit weg von zu Hause. Mein Fokus wird immer auf dem Gewinn der „kleinen Kugel“, also dem Gewinn des Slalom-Weltcups, liegen. Die WM in Beaver Creek im nächsten Jahr ist das zweite Highlight.

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