Ski-WM 2013 in Schladming – Die Bilanz nach den Festspielen

20. Februar 2013 - Katharina Teudt

Letzten Sonntag ging die 42. alpine Ski-Weltmeisterschaft in Schladming zu Ende. Und sie wusste dabei durchweg zu überzeugen. Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Spektakulär war es allemal, dieses Event der Superlative. Erstmals nach 1982 durfte die kleine,  knapp 5.000 Einwohner zählende Gemeinde in der Steiermark wieder eine Weltmeisterschaft ausrichten. Die Vorfreude bei den Fans war dementsprechend schon seit Monaten greifbar und so waren bereits weit im Voraus unzählige Tickets vergriffen.

Was sich vor den Wettkämpfen abzeichnete, wurde schließlich Realität: Die Zuschauer strömten in Scharen an die Planai, den Hausberg von Schladming. Bis zu 40.000 Menschen wurden an den einzelnen Wettkampftagen registriert. Das Resultat war eine unvergleichliche Atmosphäre, die von purer Euphorie geprägt war. Keine Pfiffe, keine Buhrufe. Nur Jubel und Applaus. Am Ende durfte sich Schladming über sensationelle 300.000 Zuschauer freuen.

(c) TVB Schladming-Rohrmoos

Natürlich trugen auch die österreichischen Veranstalter mit einer tollen Organisation ihren Teil zu einer gelungenen Heim-WM bei. Die Wettkampfstätten waren perfekt per Bus und Bahn zu erreichen und die Unterkünfte, die mit typisch steirischer Gastfreundschaft aufwarteten, umsorgten das internationale Publikum. Ebenfalls positiv: abseits der Pisten gab es keine nennenswerten Zwischenfälle, mit der sich die Polizei hätte auseinander setzen müssen.

Nun zum sportlichen Teil, denn der hatte es schließlich in sich. Unumstrittener Held dieser Weltmeisterschaft ist Ted Ligety aus den USA. Was er erreichte, schaffte letztmals kein Geringer als die französische Wintersport-Ikone Jean-Claude Killy – und das lag bis dato stolze 45 Jahre zurück: drei Goldmedaillen bei einer WM zu gewinnen. Der smarte Amerikaner dominierte im Super-G, in der Super-Kombination und im Riesentorlauf und gab den Mitstreitern stets das Nachsehen. Am Ende verneigte sich die Konkurrenz zu Recht vor dieser Meisterleistung und musste eingestehen, dass ein Ligety in dieser Form kaum zu bezwingen ist. Eine weitere Goldmedaille sowie eine Bronzemedaille kamen für die Ski-Asse aus Nordamerika in der Nationenwertung noch hinzu.

Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings. Das größte Drama dieser Spiele ereignete sich nämlich bereits am ersten Wettkampftag. Denn auch wenn man unter diese WM einen positiven Schlussstrich ziehen möchte, überschattete  die schwere Verletzung von Superstar Lindsey Vonn die Ereignisse. Nach ihrem schweren Sturz und der niederschmetternden Diagnose war klar: die Saison für „Everybody’s Darling“ ist gelaufen. Zeitpunkt der Rückkehr ungewiss. Nicht nur für die USA, sondern für den gesamten Skizirkus ein enormer Verlust.

Weniger Goldmedaillen als die USA, dafür insgesamt mehr Edelmetall durfte Gastgeber Österreich verbuchen. In Zahlen liest sich das so: 2 x Gold, 2 x Silber, 4 x Bronze. Sicher ein sehr gutes, wenn auch kein überragendes Ergebnis. Jedoch hätte die Dramaturgie keine bessere sein können, schließlich versetzte der neue Slalom-Weltmeister Marcel Hirscher zum Ausklang der Festspiele am Sonntag mit seiner Goldmedaille die Österreicher noch einmal in Ekstase. Als klar war, dass Mitkonkurrent Felix Neureuther den Titel nicht mehr streitig machen würde, kannte die Begeisterung in der Alpenrepublik keine Grenzen.

Apropos Felix Neureuther: Mit seiner überragenden Leistung sorgte er für eine von insgesamt vier deutschen Medaillen. Im heimischen Lager jedenfalls explodierten die Gefühle über diesen Triumph. Neureuther lag vorübergehend sogar auf Goldkurs, doch darüber wollte niemand hinterher trauern. Im Gegenteil, zu groß war die Freude, aber auch die Erleichterung, endlich nach 2001 wieder einen Erfolg bei den Alpinen Einzel-Herren vorweisen zu können. Zudem war es Neureuthers erste WM-Einzelmedaille seiner Karriere.

Auch sonst  schlugen sich die deutschen Recken wahrhaft tapfer. Allen voran, wie so oft, Maria Höfl-Riesch. Diese war nach ihrem Ausscheiden im Slalom zwar bitter enttäuscht, darf aber dennoch stolz auf die Weltmeisterschaft zurückblicken: Gold in der Super-Kombination, dazu Bronze bei der Abfahrt und im Teamwettbewerb. Das kann sich sehen lassen! 1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze – so lautet dann auch die abschließende Bilanz für Ski-Deutschland.

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