Neue Dokumentation: Streif – One hell of a ride

25. Dezember 2014 - Katharina Teudt

Die Streif in Kitzbühel ist die wohl schwierigste, gefürchtetste und faszinierendste Rennstrecke im alpinen Ski-Weltcup. Im Januar 2015 findet dort das 75. Hahnenkamm-Rennen statt. Zu diesem Jubiläum kommt eine abendfüllende Dokumentation über den Mythos Streif in die Kinos.

Filmplakat

Ein Höllenritt – so lautet der Titel der bisher einzigen Dokumentation über das legendäre Rennen auf der berüchtigten Abfahrtsstrecke in Kitzbühel. Regisseur Gerald Salmina zeigt in emotionalen und teilweise drastischen Bildern, was dieser Höllenritt bedeutet. Wie es scheint, hat er sich in den Kopf gesetzt, der Streif ein filmisches Denkmal zu setzen, das es so noch nicht gab. Und das hat er geschafft. Auf verschiedenen Ebenen geht Salmina der Frage nach, was die Faszination dieses Sportereignisses ausmacht und was Menschen antreibt, das enorme Risiko der Streif-Abfahrt in Kauf zu nehmen. Eine Abfahrt dauert nur knapp zwei Minuten, und doch riskieren die Fahrer bei Geschwindigkeiten bis zu 140 h/km ihre Gesundheit, um als schnellster ins Ziel zu kommen. Der Film befasst sich mit den zwölf Monaten zwischen den zwei Hahnenkamm-Rennen 2013 und 2014, in denen alle Beteiligten das eine Rennen resümieren und sogleich auf das nächste vorbereiten, vom Kitzbüheler Ski Club (KSC) als Ausrichter bis hin zu den Rennfahrern. Thematisiert werden Geschwindigkeitsrausch, Ehrgeiz, Leidenschaft, aber auch Stolz, Angst und Demut. Dabei wertet der Film nicht, er stellt dar, aber das in starken Bildern.

Die Protagonisten Im Zentrum der Erzählung stehen die Abfahrer Aksel Lund Svindal, Max Franz, Hannes Reichelt, Erik Guay und Yuri Danilochkin, von denen sich jeder auf seine eigene Weise der Herausforderung „Streif“ stellt. Dabei gewinnt der Zuschauer intime Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Rennfahrer, die sich enormen Risiken für Leib und Seele aussetzen. Die beiden Erzähler des Films sind die beiden Fahrer Didier Cuche und Daron Rahlves, die anhand des umfangreichen Archivmaterials auf die Streif-Historie zurückblicken. In die Schilderung der persönlichen Schicksale ist die schillernde Vergangenheit der Hahnenkamm-Rennen geschickt eingebettet. Dramaturgisch aufgezogen wie ein Spielfilm vermittelt die Dokumentation so auf unterhaltsame und packende Weise die Geschichte der Streif und seine Bedeutung im Laufe der Zeit. Angefangen von der Ära des „Kitzbüheler Wunderteams“ der 1950er-Jahre bis zu den packenden Duellen und schlimmsten Stürzen erzählt der abendfüllende Film von Höhen und Tiefen des Wettkampfs und seiner Akteure. Auch Franz Klammer, Hermann Maier und Hansi Hinterseer kommen zu Wort.

Technischer Wahnsinn Um die spektakulären Rennszenen einzufangen wurde die aufwändigste Kameratechnik eingesetzt. Zum Beispiel kam die Seilkamera „Camcat“ zum Einsatz, die Kamerafahrten in großer Höhe und über weite Strecken erlaubt. So entstanden einzigartige Aufnahmen vom Rennen in Mausefalle und Co. Außerdem wurde aus einem Helikopter gefilmt und 15 GoPros entlang der Strecke und im Zielbereich montiert, um aus seltenen Blickwinkeln zu filmen. Standardmäßig wurden 120 Bilder pro Sekunde gedreht, teilweise sogar bis 1000 Bilder pro Sekunde. Dies machte auch Bilder in extreme Zeitlupe möglich, die erst verdeutlichen, welchen Kräften die Fahrer ausgesetzt sind. Insgesamt 148 Drehtage, 18 Kamerateams und über 1000 Stunden gedrehtes Material kamen zusammen, um den Film fertig zu stellen, der es wirklich in sich hat. Arnold Schwarzenegger, US-amerikanischer Actionheld und gern gesehener Gast in Kitzbühel, bringt es in seinem Kommentar auf den Punkt: „Die Streif ist wie ein guter Actionfilm – bis zum Schluss spannend.“

Filmstart ist am 15. Januar 2015.

Print Friendly and PDF
Partnerevent in der Schweiz: Skifahren vor Eiger, Mönch & Jungfrau

Ski-Kracher zum Winterfinale: Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit lud ...

Fügen – Skigebiet Hochzillertal-Hochfügen

Im Zillertal liegen viele attraktive Skigebiete. Eines davon ist das zentrale ...