Jubiläum am Matterhorn – Erstbesteigung vor 150 Jahren

28. Mai 2015 - Katharina Teudt

2015 steht Zermatt mehr denn je im Zeichen des Matterhorns. Der markanteste Berg der Schweiz wurde vor 150 Jahren erstmals bezwungen. Zu diesem Jubiläum erinnert die Stadt mit kulturellen Veranstaltungen und Events an das goldene Zeitalter des Alpinismus und die verunglückten Erstbesteiger.

Das Logo zum Jubiläum © Zermatt Tourismus

Kein anderer Berg vermag eine Region so zu prägen wie das Matterhorn den Schweizer Kanton Wallis. Schon vor über 100 Jahren faszinierte der Berg mit seinem steilen Gipfelhorn auf 4.478 m die Menschen und zog sie nahezu magisch an. Viele verunglückten beim Versuch der Besteigung, doch das bekannteste Drama ereignete sich vor genau 150 Jahren, als es schließlich erstmals eine Seilschaft zum Gipfel schaffte. Das tragische Ende der Expedition ist einer der Aufhänger für die Feierlichkeiten, Film- und Theatervorführungen, die im Zuge des Jubiläumsjahres in Zermatt veranstaltet werden. Dass ein Teil des Matterhorns auf italienischem Boden in der Aosta-Provinz liegt, ist dabei nebensächlich, da die Erstbesteigung schließlich auf der Schweizer Seite über den Hörnligrat erfolgte. So ist es das Ziel der Stadt und der Tourismusregion, die alpine Tradition um das Schweizer Wahrzeichen und die mutigen Gipfelstürmer in diesem Jahr wieder aufleben zu lassen.

Gratwanderung am Matterhorn © Mammut – Christoph Frutiger

Die Historie Ein Schwerpunkt des Veranstaltungsjahres liegt auf der Erzählung der Erstbesteigung und ihrem tragischen Ausgang. Die Chronologie in Kürze: Am 14. Juli 1865 erreichte der Brite Edward Whymper zusammen mit seiner Seilschaft aus drei weiteren Engländern, einem Franzosen und zwei Schweizern erstmals den Gipfel des Matterhorns (4.478 m). Letztere waren der Zermatter Bergführer Peter Taugwalder und sein gleichnamiger Sohn, die in der geschichtlichen Aufarbeitung zentrale Figuren darstellen. Auf den Freudentaumel am Gipfel folgte für die Bergsteiger dann das Drama. Beim Abstieg stürzten die drei Engländer und der französische Bergführer über die Nordwand tödlich ab. Die drei Überlebenden Whymper und die beiden Taugwalders hatten keine Chance, die Verunglückten zu retten, da das Seil riss. Dieser Seilriss als tragisches Moment ist ein wichtiges Element historischer Zeichnungen, filmischer Dokumentation und schließlich auch des Freilichtspiels, das diesen Sommer in Zermatt uraufgeführt wird.

Plakat zum Freilichtspiel „The Matterhorn Story“. © Hannes Zaugg-Graf

Die Event-Highlights Das eigens für das Jubiläum geschriebene und inszenierte Freilichtspiel „The Matterhorn Story“ erzählt die tragische Geschichte der Erstbesteigung am Schauplatz selbst. Auf einer Freilichtbühne am Gornergrat oberhalb von Zermatt wird das Stück mit über 40 Darstellern aufgeführt. Die Premiere ist am 9. Juli, danach wird das Stück bis zum 29. August von Mittwoch bis Samstag jeweils um 19:30 Uhr sowie sonntags in der Matinee um 14 Uhr gespielt. Passend dazu bieten die Theaterdarsteller eine besondere Führung durch die Stadt als dem „Dorf von damals“ an. Sie werden in traditioneller Tracht erscheinen und für die Besucher die Welt von vor 150 Jahren wieder zum Leben erwecken. Der inszenierte Dorfrundgang findet allerdings nur in den Sommermonaten von Juli bis September 2015 statt. Wer sich lieber selbst informiert, findet im Matterhorn-Museum „Zermatlantis“ eine interessante Ausstellung zur Erstbesteigung und der Zermatter Ortsgeschichte. Darüber hinaus erwarten die Gäste noch viele weitere Events, wie die große Jubiläums-Gala in diversen Hotels und Restaurants, ein Dorffest wie anno dazumal, ein Sunset Dinner hoch oben auf der Aussichtsplattform am Glacier Paradise oder die spektakuläre rote Beleuchtung der Erstbesteiger-Route am Matterhorn selbst.

Gedenkstätten Darüber hinaus hat sich die Stadt zum Jubiläumsjahr nicht lumpen lassen und in neue Bauten investiert. Einerseits wurde im Stadtzentrum von Zermatt der Matterhorn Plaza errichtet, ein Begegnungsort, an dem die Jubiläums-Feierlichkeiten stattfinden. Auf dem Bahnhofplatz zählt eine Countdown-Uhr die Tage und Stunden bis zum tatsächlichen Jubiläum herunter und wird am 14. Juli 2015 um 13:40 Uhr sieben Böllerschüsse für die sieben Erstbesteiger abfeuern.

Temporäres Base Camp aus Metallzelten. © Marc Kronig

Auch die ehemalige Hörnlihütte wurde komplett neu errichtet und wird im Juli 2015 eröffnet. Somit hat das provisorische Base Camp aus Metallzelten, das während des Neubaus errichtet wurde, bald ein Ende.

Modell der neuen Hörnlihütte.© Bürgergemeinde

Kurioses Die frühere ABBA-Sängerin Frida hat mit dem Zermatter Sänger Dan Daniell die offizielle Matterhorn-Hymne 2015 eingesungen. Das Stück ist bereits im Handel erhältlich und unterstreicht nochmals den Kult um den Berg und seine Bedeutung für Einheimische, Besucher und Bezwinger. Im Gedenken an die Bergsteiger von einst bekommt das Matterhorn außerdem einen Ruhetag verordnet – genau 150 Jahre nach der Erstbesteigung. Auf der Zermatter Website heißt es: „Aus Gründen des Respektes gegenüber den vier zu Tode gekommenen Alpinisten und der Leistung der Erstbesteiger vom 14. Juli 1865, ist das Matterhorn am 14. Juli 2015 geschlossen.“

Die Sicht von der Skipiste auf das Matterhorn.© www.skiresort.de

Doch das Bergpanorama betrachten geht immer, und so lohnt sich ein Besuch in Zermatt mit seinem berühmten Markenzeichen zu jeder Zeit – im Sommer und im Winter!

Zum Skiurlaub in Zermatt mit dem omnipräsenten Matterhorn-Panorama geht es hier entlang.

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