Grasski-Weltcup 2016 – Auftakt in Rettenbach

24. Mai 2016 - Katharina Teudt

Das Skizentrum Rettenbach im österreichischen Südburgenland gilt als „Kitzbühel des Grasskisports“. Hier wird vom 03. – 06.06.2016 der Auftakt zum FIS Grassski-Weltcup 2016 ausgetragen.

Die Rennpiste im Skizentrum Rettenbach.© Thomas Auer

Was im Winter in Sölden beginnt, startet im Sommer in der Gemeinde Bernstein: Der Ski-Weltcup – allerdings nicht auf Schnee, sondern auf Gras! Der Grasski-Rennhügel liegt im Bernsteiner Ortsteil Rettenbach und gehört zum ansässigen Skizentrum, das sich auf Grasski spezialisiert hat. Große Plakate an den Autobahnabfahrten und am Ortseingang verkünden, dass hier bald wieder auf Top-Level Grasski gefahren wird. Rettenbach hat sich über die Jahre zum renommiertesten Grasski-Zentrum Österreichs entwickelt. Hier finden alle wichtigen Rennen statt, es wurden bereits mehrere FIS-Rennen sowie die WM 2009 ausgetragen und auch dieses Jahr stellt der Weltcup wieder das Highlight in dem kleinem Ort, etwa 120 km südlich von Wien, dar.

Bis auf die Skier gibt es kaum einen Unterschied in der Ausrüstung – hier Kristin Hetfleisch beim Super G in Rettenbach. © Robert Hetfleisch

Was ist Grasski eigentlich?

Es ist genau das, was es aussagt: Skifahren auf Gras. Dabei ist fast alles wie im Winter, aber eben auch nur fast. Beim Grasski-Weltcup gibt es, genau wie bei der Winterserie, die bekannten Ski-Disziplinen Riesenslalom, Slalom und Super-G, dazu kommt die Super-Kombination. Die Piste in Rettenbach ist ein Musterbeispiel einer Grasrennstrecke. Sie sieht aus wie die beim winterlichen Ski-Weltcup – Kippstangen, Tore, Absperrungen, Streckenführung –, nur ist die Piste eben grün anstatt weiß. Die Rettenbacher Abfahrt liegt am Südosthang und ist etwa 500 m lang, besitzt eine Neigung von ca. 23,2 Prozent und überbrückt 116 m Höhenunterschied. Sie ist somit flacher und kürzer als eine Winterabfahrt, doch genauso, wie es die FIS festgeschrieben hat. Auch sonst ist fast alles so wie im Winter. Die Grasskifahrer tragen beim Rennen die volle Montur bis hin zu den Skischuhen. Einzig die kürzeren, auf Rollen laufenden Skier unterscheiden sich signifikant von jenen für den Schnee.

Kristin Hetfleisch beim Slalom während des Grasski-Weltcups 2015 in Rettenbach. © Robert Hetfleisch
Zwei glückliche Sieger aus dem Burgenland: Michael Stocker (li.) war 2015 Gesamtweltcupsieger, seine Teamkollegin Kristin Hetfleisch wurde Dritte beim Riesentorlauf.

Großer Rummel im kleinen Dorf

Im Juni messen sich die besten Grasskifahrer in Rettenbach beim Weltcup-Auftakt. Der Ort ist die erste von sechs Weltcup-Veranstaltungen in Österreich, Tschechien, Italien und der Schweiz. Darüber hinaus gibt es diese Saison auch FIS-Rennen in Iran, Japan und erstmals auch Schweden. Im kleinen Rettenbach zumindest hat das Grasskifahren längst Kultstatus und es werden zum Weltcup viele Zuschauer erwartet. Neben den Rennen erwartet das Publikum ein großes Rahmenprogramm, das sich vor allem an Familien richtet. Mehrere Bands sorgen mit Livemusik für Stimmung. Zum Weltcup-Auftakt unterstützt das Skizentrum Rettenbach außerdem die Behindertensportinitiative Social Friends mit einem Charity-Projekt. Die Initiative ermöglicht Menschen mit Behinderung den Einstieg in den Sport. Beim diesjährigen Weltcup werden auch zwei Fahrer mit Behinderung an den Start gehen. Das Programm im Überblick:

Freitag

18:30 Konzert von Dominik Renner und Band 20:00 Startnummern-Auslosung 21:00 Konzert von Austria4you

Samstag

14:00 Riesentorlauf 1. Durchgang 16:45 Riesentorlauf 2. Durchgang 17:00 Flower Ceremony 20:00 Siegerehrung 21:00 Schiwies’n Fest tagsüber: Familienfest mit Hopsi Hopper, Kinderbetreuung, Schminkstation

Sonntag

10:00 Super-G 11:00 Frühshoppen mit Blaskapelle Stravanka 13:00 Slalom 14:30 Flower Ceremony & Siegerehrung

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Grüne Pisten? Kein Grund zum Ärgern – für Grasskifahrer! Interview mit Grasskifahrer Michael Bernshausen

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