Winterreifen – Große Auswahl und ein Muss für alle Autofahrer in der kalten Jahreszeit

15. September 2022 - SnowTrex

Schneebedeckte Wälder und vereiste Gewässer sorgen in der kalten Jahreszeit garantiert für echte Wintergefühle. Gerade im Straßenverkehr stellen diese Bedingungen aber für viele Autofahrer auch eine Herausforderung dar. Um diese zu meistern, braucht es die passende Winterausrüstung für das eigene Fahrzeug. Und nichts ist dabei wichtiger als ein guter Winterreifen. Mit den richtigen Reifen am Wagen steigt die Traktion auf verschneiten Fahrbahnen und damit auch die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Was einen passenden Reifen für die kalte Jahreszeit ausmacht und wie der dazu beitragen kann, dass die Fahrt ins Lieblingsskigebiet eine entspannte wird, erklärt SnowTrex mit einem kleinen Winterreifen-Ratgeber.

Bei geschlossener Schneedecke müssen Autofahrer zu ihrer eigenen Sicherheit und der anderer Verkehrsteilnehmer immer Winterreifen aufgezogen haben.


Die richtigen Reifen bringen Autofahrer im Winter nach vorne

Wenig profilierte Sommerreifen helfen auf verschneiten Straßen in der kalten Jahreszeit nicht nur nicht weiter, sie sind hier zudem eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer und unter diesen Bedingungen auch gar nicht erlaubt. Am Ende bringen Autofahrer im Winter also nur die richtigen Reifen nach vorne – wortwörtlich. Doch wie erkennen Wintersportler, die mit dem eigenen Wagen in die Berge fahren möchten, die passenden Winterreifen? Zunächst gilt es beim Kauf eines neuen Reifensatzes auf das EU-Reifenlabel zu achten. Seit 2012 müssen Pkw-Reifen – ähnlich wie Waschmaschinen oder Kühlschränke – vom Handel mit diesem Aufkleber versehen sein. So können Reifenkäufer auf den ersten Blick folgende Angaben erkennen: Hersteller, Reifentypenkennung, Reifengröße, Lastindex, Geschwindigkeitsindex und Reifenklasse. Dazu gibt der Aufkleber an, wie die Gummiwalzen bei einem Testverfahren in drei Kategorien abgeschnitten haben: Rollwiderstand, Nassbremseigenschaft und Außenfahrgeräusch.

Der Rollwiderstand eines Reifen ist am Ende auch maßgeblich für den Spritverbrauch. Alle in der EU zugelassenen Reifen werden dabei in die Klassen A (dunkelgrün = sehr gut) bis E (rot = mangelhaft) Experten schätzen, dass zwischen der Klasse A und der Klasse G ein Spritsparpotential von 7,5 Prozent liegt. Bei den meisten in der EU verkauften Autos bedeutet das etwa 0,5 Liter weniger auf 100 Kilometern. Mit dem richtigen Reifen lässt sich auf jeder Fahrt also bares Geld sparen! Einer von vielen Tipps, die Autofahrer beim Thema Winterreifen beachten sollten.

Genau wie der Rollwiderstand wird auch die Nassbremseigenschaft eines Reifens ebenfalls in die Klassen A bis E eingeteilt. In dieser Kategorie wird die Haftung der Reifen bei Vollbremsungen auf nassen Fahrbahnen eingestuft. Und damit auch direkt die Verkehrssicherheit der jeweiligen Reifen. Gerade im Winter, wo die Straßen oft sehr nass sind, sollten Autofahrer beachten, dass die Bremswegunterschiede zwischen Reifen der Klassen A und E enorm sind. Teilweise um bis zu 30 Prozent. Bei einem Auto, das mit 100 km/h unterwegs ist, heißt das für den Bremsweg bei einer Vollbremsung auf regennasser Fahrbahn, dass sich der um knapp 28 m verlängert. Konkret bedeutet das für einen Wagen mit Winterreifen der Klasse E also, dass er noch über 65 km/h fährt, während dasselbe Fahrzeug mit Reifen der Klasse A bereits steht!

Wie bei Elektrogeräten weist ein EU-Label bei Autoreifen auch deren Klassifizierung aus.

Als Letztes wird auf dem Label das Außenfahrgeräusch mit einem Reifenpiktogramm und einem Lautsprecher-Symbol angegeben. Die tatsächliche Lautstärke des Rollgeräusches wird dahinter in Dezibel (dB) angegeben. Ist unter dem Lautsprecher der Buchstabe „A“ gefettet, unterschreiten der Reifen den Grenzwert um 3 dB oder mehr. Ist das „B“ gefettet, liegt der Geräuschpegel um bis zu 3 dB unter dem Grenzwert. Mit „C“ wird kein Reifen gekennzeichnet, weil der in diesem Fall lauter als der EU-Grenzwert ist und damit nicht zulassungsfähig wäre. Einheitlich sind die Geräuschgrenzwerte übrigens nicht für alle Räder, egal ob Sommer- oder Winterreifen. Sie hängen von der Klassifizierung, der Reifenbreite und der Reifenart ab und unterscheiden sich deshalb teilweise stark.

Wie teuer es für Autofahrer in Deutschland werden kann, wenn sie von der Polizei bei winterlichen Straßenverhältnissen ohne die passenden Reifen erwischt werden und vor allem warum, wird in diesem Video erklärt:

Winterreifen und Winterreifenpflicht ❄️ - bussgeldkatalog.org

Ein Auto in der Garage, so viele Winterreifen im Angebot

Autofahrer, die in Deutschland nach einem neuen Reifen für die kalte Jahreszeit suchen, stehen heute vor einem kleinen Dilemma. So locken Reifen- oder Autoteilehändler mittlerweile mit einem großen Reifenangebot für alle Jahreszeiten. Und während die Frage nach dem Sommerreifen zwischen Mai und September eigentlich keine zwei Meinungen gibt, sieht das in den restlichen Monaten des Jahres schon anders aus. Schließlich kann es schon im Oktober anfangen zu schneien oder im April noch Frost geben. Unter diesen Bedingungen sind Sommerreifen auf den Straßen nicht erlaubt. Für die meisten Autofahrer geht der Griff in dieser Jahreszeit daher traditionell zu den klassischen Winterreifen. Doch wie sieht es hier mit Ganzjahresreifen, auch Allwetterreifen genannt, oder M&S-Reifen aus?

Zunächst einmal so viel: Bei Eis und Schnee sind Winterreifen weiter erste Wahl. Was aber nicht heißt, dass sich Ganzjahresreifen im Winter als Fehlgriff entpuppen. So ist die Nachfrage nach dem Alleskönner-Material in den letzten Jahren unter Autofahrern stark angestiegen. So lag der Anteil der in Deutschland verkauften Pkw mit Ganzjahresreifen teilweise bei 15 Prozent. Der Vorteil von Ganzjahresreifen ist ganz eindeutig der, dass der Austausch der Reifen nur nötig wird, wenn sie richtig abgefahren sind. Ansonsten leisten sie sowohl bei hohen Temperaturen im Sommer, als auch bei frostigen Bedingungen im Winter ihren Dienst. Autofahrer, die auf Schnee und Eis mit Allwetterreifen im Winter in einen Unfall verwickelt sind, brauchen sich etwa keine Sorgen machen, dass ihr Versicherungsschutz erlischt. Anders als bei Sommerreifen sind sie hier weiter vor Kosten geschützt.

Voraussetzung dafür ist, dass den Ganzjahresreifen an der Reifenflanke nicht nur das bekannte M+S-Zeichen ziert. Auch das Alpin-Symbol (Schneeflocke in einem Berg) muss hier eingestanzt sein. Gerade letzteres ist absolut entscheidend. Denn Reifen, die nur mit M+S gekennzeichnet sind, haben im Winter nichts mehr zu suchen. Es sei denn, sie sind vor dem 1. Januar 2018 hergestellt worden. In diesem Fall erlaubt der Gesetzgeber, dass sie noch bis zum 30. September 2024 im Schnee gefahren werden dürfen. Als Alternative zum jährlichen Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen, bieten sich Ganzjahresreifen vor allem für Kleinwagenbesitzer an, die in einer Region wohnen, in der es selten bis gar nicht schneit. Wenn dort auch nur kurze Strecken gefahren werden und das Auto im Winter bei Extremwetter stehen bleibt, dann dürfen sie dort beruhigt von Januar bis Dezember zu Allwetterreifen greifen.

Winterreifen sind durch ihre spezielle Gummimischung und ihre Profiltiefe optimal für Fahren auf Schnee ausgelegt.

Mit ihrer markanten Lauffläche bieten Winterreifen auf dem Weg ins Skigebiet aber nach wie vor die beste Performance. Ihre speziellen Reifenmischungen machen sie frostsicher und durch die Lamellen im Profil verzahnen sie sich auch auf glatten Straßen bestens und liefern dort die maximale Traktion. Bei dieser Art Wetter im Hochgebirge bleiben Ganzjahresreifen mit ihrer Mischung aus verschiedenen Eigenschaften eben genau das: ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen.

So geht es am Steuer sicher und günstig durch den Winter

Obwohl die Hersteller jedes Jahr mit einer großen Angebotsoffensive immer wieder neue Winterreifen auf dem Markt bringen, lässt sich dieser einfach in drei Preissegmente aufteilen: das Premiumreifen-Segment, das Qualitätsreifen-Segment und das Budgetreifen-Segment. Ersteres wird von weltbekannten Reifenherstellern wie Pirelli, Michelin oder Bridgestone besetzt. Durch technische Innovationen sind deren Produkte immer auf dem neuesten Stand. Das wirkt sich natürlich auch auf den Preis für einen neuen Reifensatz aus, der bei etwa 280 Euro beginnt und nach oben offen ist.

Doch ein hoher Preis ist noch lange keine Garantie für einen echten Qualitätsreifen. Genau die sind auch im nächsten Preissegment immer noch zu finden. Beste Traktion, mit kleinen Unterschieden in den Fahreigenschaften und beim Material, zu akzeptablen Kosten. Mit diesen Fakten im Hinterkopf dürfen Autofahrer sorgenfrei auch Winterreifen von Dunlop, Hankook oder Uniroyal greifen. Sie kosten pro Vierersatz zwischen 200 und 320 Euro. Günstiger und damit im Segment der Budgetreifen sind die Produkte von Herstellern wie Petlas, Save oder Superia zu haben. Diese Reifen werden meist in Asien gefertigt. Hier lassen sich auch preiswerte und qualitativ gute Neureifen finden, allerdings sollten Autofahrer sich dabei von ihrer Fachwerkstatt beraten lassen. Für vier neue Winterreifen sollten dabei zwischen 160 und 280 Euro veranschlagt werden.

Was die Gummiwalzen aus allen drei Segmenten gemeinsam haben, ist dagegen die Tatsache, dass diese Winterreifen generell nicht im Sommer gefahren werden sollten. Für die warmen Außentemperaturen sowie heißen und trockenen Asphalt sind sie schlicht nicht ausgelegt. Bei diesem Wetter zeigen Tests eindeutig, wie dramatisch die Leistung von Winterreifen hier abbaut. Auf nasser Fahrbahn erzielen die Reifen für die kalte Jahreszeit hier zwar noch akzeptable Ergebnisse. Unter Sommerbedingungen kann es aber sein, dass sich der Bremsweg von Winterreifen bei Tempo 100 um bis zu 16 Meter verlängert. Wegen der auf Frost ausgelegten, weicheren Reifenmischung nutzen sich die Winterreifen bei Hitze nicht nur schneller ab, sie fangen auf dem Asphalt auch an zu „schmieren“. Ein Zustand, der dafür sorgt, dass sich die Haftung bei höheren Geschwindigkeiten, bei voller Beladung oder in langen Kurven verringert. Auch deshalb raten Autoexperten dringend davon ab, Winterreifen im Sommer zu fahren.

Wann sollte mit Winterreifen gefahren werden?

Einen offiziellen Stichtag, bis wann Winterreifen am eigenen Auto gefahren werden sollten, gibt es nicht. In Deutschland wird oft von „O bis O“ (Oktober bis Ostern) gesprochen, wenn es um das Thema des Wechsels von Sommer- auf Winterreifen geht. In Stein ist diese „Regel“ zwar nicht gemeißelt. Allerdings kann es in bergigen Regionen schon zum Herbstanfang Ende September zu winterlichen Temperaturen und den ersten intensiveren Schneefällen kommen. Daher ist an der von „O bis O“-Regel generell gar nichts falsch. Eine weitere Orientierungshilfe beim Reifenwechsel bietet der Blick ins benachbarte Ausland. Dort haben Alpenländer wie Österreich für einen gewissen Zeitraum im Jahr eine Winterreifenpflicht eingeführt. Die gilt meistens von Anfang November bis Mitte April und ist dort auch für Besucher aus dem Ausland ein guter Maßstab.

Andere Länder, andere Reifenregeln

Winterreifenregelung in Deutschland

In Deutschland gilt laut Straßenverkehrsordnung (StVO) eine situative Winterreifenpflicht. Die gilt, wenn die Temperaturen entweder so gering, dass das Regenwasser auf der Fahrbahn gefrieren könnte. Oder wenn es durchgehend schneit, sodass sich eine geschlossene Schneedecke bildet. Oder wenn die weiße Pracht abtaut und sich dabei ein rutschiger Schneematsch auf dem Asphalt bildet. In diesen drei Fällen haben Autos mit aufgezogenen Sommerreifen dann nichts mehr auf den Straßen zu suchen. Anders ist es, wenn im Dezember oder Januar jedoch die Sonne scheint und die Fahrbahn komplett trocken ist. Unter diesen Bedingungen dürfen dann auch Fahrzeuge mit der Bereifung für die warme Jahreszeit auf den Straßen unterwegs sein. Für Anhänger wurde die Winterreifenpflicht in Deutschland im Jahr 2010 übrigens komplett aufgehoben. In anderen europäischen Ländern, gerade in den Alpen, sind die Regeln in Sachen Winterreifen allerdings deutlich anders.

Winterreifenregelung in Österreich

In Österreich etwa gilt bei winterlichen Straßenverhältnissen im Zeitraum zwischen dem 1. November und 15. April eine Winterreifenpflicht. Sie müssen in diesem Zeitraum mit einem M&S-Symbol versehen sein, was nicht auf Ganzjahres- bzw. Allwetterreifen zutrifft, die in der Alpenrepublik jedoch nicht grundsätzlich verboten sind. Wen die Polizei hier mit Sommerreifen am Auto erwischt, der muss tief in die eigene Tasche greifen. Denn es drohen bis zu 5.000 Euro Bußgeld!

Winterreifenregelung in der Schweiz

In der Schweiz, die normalerweise für ihre strengen und vor allem teuren Verkehrsregeln bekannt ist, gibt es dagegen keine Winterreifenpflicht. Wer auf schneeglatter Fahrbahn trotzdem mit Sommerreifen unterwegs und dort dann in einen Unfall verwickelt ist, der muss in dem Fall eine Mithaftung wegen „ungeeigneter Bereifung“ zahlen sowie mit einem Bußgeld von etwa 90 Euro rechnen.

Winterreifenregelung in Italien

Auf Passstraßen, wie hier am Stelvio in Italien, haben einige europäische Länder in der kalten Jahreszeit mittlerweile teilweise eine Winterreifenpflicht eingeführt.

Weiter südlich in Italien sollten Autofahrer in der kalten Jahreszeit auf Nummer Sicher gehen und Winterreifen aufziehen. Der Grund: In Bella Italia haben einige Regionen eine Winterreifenpflicht eingeführt, andere wiederum nicht. Manchmal wird die Reglung auch nur kurzfristig durch Schilder angezeigt. In Südtirol, einer der beliebtesten Wintersportregionen, gilt hingegen vom 15. November bis 15. April durchgehend eine Winterreifenpflicht. Verstöße können die örtlichen Carabinieri mit einem Bußgeld zwischen 87 und 345 Euro ahnden.

Winterreifenregelung in Frankreich

Nicht ganz so teuer ist das Fahren mit Sommerreifen im Winter in Frankreich. Dafür wartet hier noch eine andere Strafe. Hier gilt ebenfalls nur in den Bergregionen in den Alpen, den Pyrenäen, den Vogesen, im Jura- und Zentralmassiv sowie auf Korsika eine Winterreifenpflicht. Dann allerdings zwischen dem 1. November und 31. März permanent und nicht je nach Wettersituation. Autofahrer, die dort von der Gendarmerie ohne die passenden Reifen erwischt werden, müssen 135 Euro Bußgeld zahlen und ihren Wagen stehen lassen. So haben die französischen Beamten nämlich das Recht, Autos ohne Winterreifen bei Schneefall und Frost stilllegen zu lassen!

Wie die Winterreifen-Regeln im Alpenraum im Detail aussehen, erklärt der Rechtsexperte des ADAC im folgenden Video:

Winterreifenpflicht in Österreich, Italien, Schweiz | ADAC | Recht? Logisch!

Nur ein gesunder Winterreifen ist ein guter Winterreifen

Um auch bei schwierigen Straßenverhältnissen, in der kalten Jahreszeit eine optimale Traktion bieten zu können, ist die Pflege der Winterreifen besonders wichtig. Bei erkennbaren Defekten wird dazu ein sofortiger Austausch nötig. Ob der Reifen noch für eine weitere Saison gut ist, lässt sich immer schon vor dem halbjährlichen Reifenwechsel leicht erkennen. So ist hier die Profiltiefe des Reifens absolut entscheidend. In der Regel liefern die Hersteller neue Winterreifen mit einer Profiltiefe von 9 mm aus. In diesem Zustand bieten sie auf Eis und Schnee den optimalen Grip. Wer in Deutschland Auto fährt, darf seine Reifen so lange aufgezogen haben, bis sie eine Profiltiefe von 1,6 mm erreichen. Sind die Gummiwalzen bis zu dieser Marke abgefahren, ist unbedingt ein Austausch angesagt.

Winterreifen Profiltiefe messen

Ob der Wert noch den Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) entspricht, lässt sich leicht mit einem Zollstock oder einem anderen Maßband ermitteln (Messpunkt ist hier immer in der Mitte des Profils). Wer das nicht zur Hand hat, der kann auch zu einer 1-Euromünze greifen. Hier gilt die Faustregel: Ragt der goldene Rand aus den Gummiblöcken hervor, liegt die Profiltiefe sicher unter 1,6 mm. Autofahrer, die die maximal Sicherheit haben wollen, sollten bereits ab einer Profiltiefe von 4 mm darüber nachdenken, neue Winterreifen zu kaufen. Mit dem „alten“ Material wird es sonst auf Schnee und Schneematsch kritisch mit der Traktion.

Die Profiltiefe eines Reifens lässt sich mit speziellen Hilfsmitteln oder einfach mit einer konventionellen Ein-Euro-Münze messen.

Winterreifen wechseln

Bei der Frage des Reifenwechsels haben Autofahrer zwei Optionen. Zunächst kann das Prozedere mithilfe eines Wagenhebers und eines Drehmomentschlüssels selbst durchgeführt werden. Wichtig ist dabei, dass der Reifenwechsel zur eigenen Sicherheit auf einem stabilen und vor allem ebenen Untergrund durchgeführt wird. Insgesamt empfiehlt sich der Reifenwechsel in Eigenregie aber nur für Autobesitzer, die sich gut mit den Werkzeugen und der Technik auskennen. Wer hier unsicher ist oder etwa einen SUV besitzt, dessen Reifen wegen ihrer Größe besonders schwer sind, für den bietet sich die zweite Option an: der Reifenwechsel bei einer Fachwerkstatt. In der Regel müssen Autobesitzer hier mit Kosten zwischen 20 und 40 Euro für den Wechsel eines kompletten Reifensatzes rechnen.

Zu den weiteren Services, die die meisten Händler haben, zählt auch das Auswuchten der Reifen. Hier liegen die Kosten zwischen 3 und 10 Euro pro Rad. Dazu bieten sie auch die Einstellung des elektronischen Reifendruck-Kontrollsystems (RKDS), mit dem seit 2014 alle Neuwagen ausgestattet sein müssen, an. Dazu können die Winterräder in der Fachwerkstatt genau wie die Sommerreifen auch eingelagert werden, falls Autofahrer in der Garage oder im Keller selbst nicht genug Platz für die Reifen haben. Hier können die Kosten allerdings von Region zu Region stark schwanken. So zahlen Autofahrer für die Einlagerung plus Reifenwäsche bei verschiedenen Anbietern zwischen 25 und 120 Euro pro Saison.

Sind Winterreifen Pflicht?

In Deutschland gibt es keine generelle, sondern eine situative Winterreifenpflicht. Sprich: Kein Autofahrer muss in der kalten Jahreszeit Winterreifen an seinem Fahrzeug montieren. Sollten winterliche Straßenverhältnisse allerdings eine entsprechende Bereifung erfordern, müssen Autos mit Sommerreifen hier stehen gelassen werden. So schreibt Paragraf 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) vor, dass bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ auf den Straßen Winterreifen aufgezogen sein müssen. Wen die Polizei bei diesen Bedingungen trotzdem mit Sommerreifen am Auto erwischt, auf den warten 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Autofahrer, die mit ihrer Reifenwahl „andere Verkehrsteilnehmer behindern“, müssen schon 80 Euro Strafe zahlen und wer so sogar einen Unfall verursacht, der zahlt 120 Euro.

Was kosten Winterreifen?

Die Angebotspalette der Winterreifen ist in drei Segmente aufgeteilt. Ein neuer Winterreifensatz von Herstellern aus dem Premium-Segment kostet zwischen 280 und 480 Euro. Qualitätsreifen aus der mittleren Preisklasse liegen bei 200 bis 320 Euro pro Satz. Autofahrer, die beim Reifenkauf sparen möchten, greifen dagegen ins Budgetsegment. Hier kosten vier neue Winterreifen zwischen 160 und 280 Euro.

Was zeichnet einen guten Winterreifen aus?

Fahrzeugbesitzer, die auf der Suche nach einem guten Winterreifen sind, müssen beim Kauf auf ein bestimmtes Piktogramm achten. Wenn die Außenflanke des Reifens von einer Schneeflocke, die drei Berggipfel umrahmen, geziert wird, dann ist dies die beste Wahl. Die Kennzeichnung durch das Symbol „3PMSF“ (3 Peak Mountain Snow Flake) gilt heute als inoffizielle Norm, schnell einen guten Winterreifen zu erkennen. Reifen mit dieser Kennzeichnung wurden vom Hersteller zur Prüfung in ein zertifiziertes Labor gegeben und erfüllen dadurch über „ein Mindestmaß an Sicherheit und Mobilitätsleistung auf Schnee“.

Was kostet der Winterreifenwechsel?

Um die maximale Sicherheit zu erreichen, sollten Autofahrer beim Winterreifenwechsel in der Werkstatt oder beim Reifenhändler seines Vertrauens auch gleich noch die Reifen auswuchten lassen. Beides kombiniert kostet zwischen 10 und 20 Euro. Zusätzliche Kosten könnten hier aber noch entstehen, wenn das eigene Fahrzeug mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sind und die Winterreifen dafür beim Wechsel entsprechend eingestellt werden müssen.

Muss mit Winterreifen gefahren werden, auch wenn kein Schnee liegt?

Wenn im Winter kein Schnee liegt, es keinen Frost gibt und die Straßen trocken sind, dann brauchen Autofahrer in Deutschland theoretisch keine Winterreifen aufzuziehen – gleiches gilt für die Schweiz. Sobald es aber anfängt zu schneien oder zu frieren, dürfen Fahrzeuge mit Sommerreifen nicht mehr fahren und müssen von ihren Haltern stehen gelassen werden. Sollte die Polizei einen Autofahrer in der Bundesrepublik auf verschneiten Straßen mit Sommerreifen erwischen, wird ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. In Alpenländern wie Österreich, Frankreich und Italien ist dagegen die lokale oder temporäre Winterreifenpflicht zu beachten.

Was müssen Autofahrer beim Fahren mit Winterreifen besonders beachten?

Anders als bei Sommerreifen müssen Autofahrer bei Winterreifen ein wichtiges Detail unbedingt beachten. Und zwar, dass sie die zulässige Hochgeschwindigkeit der Reifen unbedingt eingehalten werden muss. Abzulesen ist die unter anderem auf dem Code zur Reifengröße, der auf der Außenflanke des Reifens eingestanzt ist. Am Ende ist dort immer ein Buchstabe zu sehen, der für den Geschwindigkeitsindex steht. S bedeutet, dass die zugelassene Höchstgeschwindigkeit des Winterreifens bei 180 km/h liegt. T bei 190 km/h, H bei 210 km/h, V bei 240 km/h und W bei 270 km/h. Grund für die Regulierung ist die Tatsache, dass sich die Lauffläche des Winterreifens bei zu hohen Belastungen von der Karkasse lösen und es so etwa bei hohen Geschwindigkeiten zu schweren Reifenschäden kommen kann.

Können Winterreifen auch im Sommer gefahren werden?

Ja. Anders als bei Sommerreifen, die im Winter nur bei absolut trockenen Straßenverhältnissen gefahren werden dürfen, erlaubt der Gesetzgeber in Sommer auch mit Winterreifen zu fahren. Trotzdem raten Experten Autofahrern von diesem Schritt ausdrücklich ab. So sorgt die weichere Reifenmischung der Winterreifen bei warmen bis hohen Temperaturen dafür, dass sich das Handling des Autos verschlechtert. Dazu erhöht sich generell der Verschleiß des Materials und der Spritverbrauch steigt. Am gravierendsten ist allerdings die Tatsache, dass sich der Bremsweg eines Winterreifens im Sommer stark verlängert. Und damit gefährden Autofahrer nicht nur sich selbst, sondern gerade in Gefahrensituationen auch andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Fahrradfahrer.

Sind Allwetterreifen genauso gut wie Winterreifen?

Bei tief winterlichen Straßenverhältnissen sind Allwetterreifen, die auch als Ganzjahresreifen bezeichnet werden, nicht genauso gut wie Winterreifen. Durch ihre Reifenmischung und ihre Struktur kombinieren sie bis zu einem gewissen Grad die Qualitäten von Sommer- und Winterreifen. So sind sie etwas weicher und verfügen über ein verstärktes Profil mit den für Winterreifen typischen Lamellen. Damit bieten sie Autofahrern auch im Winter eine bessere Traktion. Bei vereisten Straßen oder geschlossenen Schneedecken reichen Allwetterreifen aber nicht an die Leistungswerte von Winterreifen in Sachen Fahrverhalten oder Bremsweg heran.

Wann lohnt sich ein Ganzjahresreifen?

Autofahrer, die entweder im Gebirge zu Hause sind oder regelmäßig zum Skifahren in die Berge fahren, sollten ganz bewusst auf Ganzjahresreifen verzichten und stattdessen in der kalten Jahreszeit auf Winterreifen setzen. Als Alternative zu Sommer- und Winterreifen bieten sich Ganzjahresreifen aber durchaus für einige Fahrzeugbesitzer an. Und zwar für die, die einen Kleinwagen fahren und in einer Region wohnen, in der es selten bis gar nicht schneit. Wenn sie dort auch noch nur kurze Strecken fahren und ihr Auto bei Extremwetter stehen lassen, darf hier beruhigt von Januar bis Dezember zu Allwetterreifen gegriffen werden.

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