Mit Style auf die Piste – Wintersport-Mode 2015/2016

18. November 2015 - Katharina Teudt

Der Winter wird heiß! Die aktuelle Mode für den Schnee hat es wieder mal geschafft, in Sachen Style noch einen draufzusetzen. Diesmal mit dabei: Tierprints, Neon, Retro und natürlich viel Funktion.

Norrøna røldal-Outfit in Aktion. © Chris Holter

Es ist wieder soweit, die Skisaison naht und ein neues Pisten-Outfit muss her. Schließlich werden sich Skifahrer und Snowboarder schon bald wieder den wichtigen Fragen stellen: Wer trägt die schickste Jacke, wer die lässigste Snowboardhose und was ist überhaupt das angesagteste Teil für diesen Winter?

Bei der modernen Ausstattung einer Ski- oder Snowboardjacke gehören eine atmungsaktive Membran, ein Schneefang, Daumenlöcher am Ärmel, verstellbare Kapuze für den Helm und Handy-Innentasche zum Standard. Bei den Hosen zählen Verstärkungen an Po und Knie, wasserfeste Membran und robuster Cordura-Saum. Was die technischen Features angeht, sind die meisten Marken bestens gerüstet.

Kleidung mit großer Bewegungsfreiheit ist für Boardakrobaten wichtig. © Dakine – Elias Elhardt

Was diesen Winter aber besonders ins Auge springt sind die Designs – die wieder so vielseitig wie farbenfroh sind. Was die Farbpalette angeht, ist wieder alles dabei: klare Farben, teilweise grelles Neon, abgesetzte Farbtupfer, oft aber auch eher gedeckte Nuancen. Es sind generell viele Unifarben zu sehen, doch ab und an stechen ganz abgefahrene Prints heraus, wie z. B. die angesagten Snowboard-Jacken von Dakine und Burton beweisen.

Dakine kann auch in Unifarben: das Linnton Jacket von Dakine.

Retrolook

Die Styles wie damals, nur mit neuester Textiltechnik umgesetzt – auch das ist gefragt. Ganz vorne mit dabei ist hier Maier Sports. Die Traditionsmarke setzt diesen Winter beim Design auf den Retrolook. Das Herrenmodell Draco besitzt einen klassischen Schnitt, wobei ihr die Betonung der Schulterpartie einen maskulinen Touch verleiht. Mit der mTEX 10.000 Wetterschutz-Membran und mLOFT-Isolierung hält die Jacke außerdem wasser-, winddicht und warm. Das Damenmodell Aquila ist ebenfalls im modisch-sportlichen Retro-Design und in feminin-taillierter Passform gehalten. Inspiriert von den Tricolore-Farben der Vespa-Helme aus den 60er-Jahren, macht die Jacke auch an der Après-Ski-Bar eine gute Figur. Zur Ausstattung bei beiden Modellen gehören eine abtrennbare Kapuze, Innenbündchen mit Daumenloch, hoch schließender Kragen und fester Schneefang.

Herrenjacke Draco von Maier Sports

Die neue Highlight-Kombi von Schöffel – Jacke „Andy“ und Hose „Randy Dynamic“ – kommen auch im Retro-Design daher, dafür aber im blau-rot-weißen Colorblocking in der Daunen-Variante mit edler Fischgrät-Steppung.

Jacke “Andy” von Schöffel

Ebenfalls an eine Retro-Anlehnung erinnert die Covert Jacket von Burton mit ihren farblich abgesetzten Schulterpartien und Taschenaufschlägen.

Covert Jacket von Burton

Membran-Helden

Was den Nässeschutz angeht, regiert Gore-Tex das technische Segment der Winter- und Outdoorbekleidung. Über 40 Marken stattet der Membran-Hersteller mit seiner Textiltechnologie aus. Das hochwertige Material ist wasserdicht und atmungsaktiv, was bei intensivem Bergsport Gold wert sein kann. Die Freeride-Linie von Sweet Protection z. B. besitzt sogar die Pro-Variante der Gore-Membran. Sie ist u. a. in die Supernaut-Jacke und die Voodoo-Hose verarbeitet, wodurch sie für den intensiven Einsatz im Gelände gemacht sind. Die Modelle überzeugen außerdem mit ihrer großen Bewegungsfreiheit dank der 3D-Schnittführung, der Rucksack-Kompatibilität und weiteren Features für ambitionierte Freerider.

Supernaut Jacket von Sweet Protection

Für die tiefschneeliebenden Frauen hat Haglöfs eine neue Highend-Linie im Gepäck: „Skade“ nennen sich die Jacken und Hosen, die von drei Profi-Freeriderinnen mitentwickelt wurden. Die Modelle sind ebenfalls mit Gore-Tex-Membran für die härtesten Bedingungen ausgestattet.

Die Skade-Jacke macht jeden schweißtreibenden Aufstieg mit. © Haglöfs

Outdoor Research verarbeitet in seiner White Room Jacket ein spezielles Gore-Tex mit Stretch. Das gibt Bewegungsfreiheit bei gleichbleibender Membranfunktion. Dazu ist das gute Stück mit 100 Prozent Polyester-Flanell gefüttert und besitzt einen integrierten Recco-Reflektor, der ein Suchsignal aussendet und unter Umständen lebensrettend sein kann.

Für Sicherheit im Gelände steht die White Room Jacket von Outdoor Research…
… erst recht beim Skitourengehen. © Outdoor Research – Patitucci Photo

Die norwegische Marke Norrøna setzt weiterhin auf die bewährte Membran-Technologie. Doch diesmal haben die Highlight-Modelle der rødal-Linie eine Besonderheit: Sie sind erstmals nicht isoliert. Stattdessen sind sie leicht und mit Belüftungszonen inklusive Mesh versehen. Das macht sie für schweißtreibendes Backcountry-Skiing interessant. Die dreilagige Gore-Tex-Membran ist in der Shell-Jacke und Hose natürlich nach wie vor integriert.

rødal Gore-Tex Jacket von Norrøna

Mit Hybrid-Daunenjacke, Hardshell, Primaloft-Midlayer und wärmendem Fleece kombiniert Atomic in den Serien Treeline und Ridgeline technisch bestens aufeinander abgestimmte Off-Piste-Outfits. Mit einer Mischung aus Daune und Synthetikfasern hält das Primaloft Down Blend absolut warm und die Pertex Schield+ Membran wasserdicht und trocken. Der Midlayer aus Primaloft-Isolierung ist extrem leichtgewichtig. Auch die wasserfeste Shell ist der perfekte Überzieher für den Midlayer mit Primaloft-Isolierung. Beim Damenmodell ist die Zwischenjacke sogar mit Primaloft-Silver gefüllt, das besonders für nasse und feuchte Bedingungen geeignet ist.

Flex Jacket aus der Rideline von Atomic.© Atomic

Funktionale Wolle

Die italienische Marke Reda Rewoolution macht sich die neuseeländische Merinowolle zunutze und stellt Skijacken und -hosen zu 100 Prozent aus dem wasserabweisenden Garn her. Das Tolle an dem Material: es nimmt kaum Schweißgeruch auf und bleibt nahezu geruchsneutral. Die Highlight-Modelle sind die Jacken Roxanne und Echoes sowie die Hosen Amy und Revolver. Die 3-Lagen-Jacken sind zum Teil an Kapuze, Schulter, Ärmel und Taillenpartie aus Merino-Ripstop gefertigt. Das Futter ist ein Schurwolle-Mischgewebe, das für angenehme Temperaturregulierung im Lift und auf der Piste sorgt.

Männerkombi Echoes+Revolver von Reda Rewoolution
Damenkombi Roxanne+Amy von Reda Rewoolution

Streetlook auf der Piste

Trotz der hohen Funktionalität mit Schutz vor Wind und Wetter sollen Skioutfits modisch aussehen. Hier greift man gerne auf Elemente des Streetstyle zurück, wie es die Kultmarke Bench in ihrer Snow-Kollektion zeigt. Neben modernen Schnitten und einheitlicher Farbgebung beweist die Linie darüber hinaus ein Händchen für praktische Details. Etwas technischer ist die Performance-Kollektion ausgerichtet. Ein Highlight für Damen ist das Midair Jacket mit geometrischem Print und wichtigen Details, wie dem abtrennbaren Schneefang und eingearbeiteter Skibrillentasche. Die Männerjacken verfügen über die gleichen Features und können auch lässig zum Après-Ski-Look kombiniert werden. Die Farben des Winters sind bei Bench Blau, Grau, Magenta und Bordeauxrot.

Modische Jacken aus der Performance-Linie von Bench.

Definitive Hingucker sind Tiermotive, denen sich die eine oder andere Marke gewidmet hat. Burton etwa hat auf dem Damenmodell Prowess Jacket die Fuchsjagd eröffnet. Mit Sherpa-Fleece am hochschließenden Kragen und wasserfestem Durashell ist die Jacke bestens für das Powdern geeignet. Schade nur, dass man im aufstäubenden Tiefschnee den ausgefallenen Print kaum mehr sehen kann.

Prowess Jacket von Burton

Noch eine Spur abgefahrener ist die Baring Jacket von Dakine. Hier tummeln sich gleich verschiedene Wildtiere auf dem Obermaterial, die an Jagdromantik und rustikale Zeiten erinnern. Selbst die zugehörige Pant hat einen Aufsatz des witzigen Printmusters auf der Brust. Schräger geht es kaum.

Baring Jacket von Dakine

Wer nach etwas ganz Besonderem sucht, könnte an der neuen Kombi von Head Gefallen finden. Die Spezialkollektion des Head Ski Racing Teams hat es auf die Ladenstange geschafft, allerdings nur in begrenzter Stückzahl. Die Jacken und Hosen der Worldcup-Rebel-Linie sind also echte Liebhaberteile. Hingucker sind das dezent eingesetzte rote Karomuster, der Neonzipper und das Rebel-Logo mit den gekreuzten Skiern auf Schulter, Rücken und Gesäß.

Limitiertes Outfit der Worldcup-Rebel-Linie von Head.

Leichteste Daune der Welt

Wer auf Daunen steht, kommt an Yeti nicht vorbei. Der Daunenspezialist hat diesen Winter scheinbar schimmernd und wärmend als die Schlüsseleigenschaften seiner Jacken definiert. Doch vordergründig geht es vor allem um Gewichtsreduktion. Das Füllmaterial der neuen metallisch schimmernden Jacken „Course“ (Herren) und „Adore“ (Damen) nennt sich treffend „Next to nothing“-Gewebe und ist mit 19 g pro Quadratmeter eines der leichtesten daunendichten Materialien der Welt. Dabei hat die Daune eine Bauschkraft von 800+ und ist somit trotz aller Leichtigkeit sehr warm.

Schimmernde Daunenjacke Adore von Yeti

Haben wir zu viel versprochen? Wohl kaum. Nun bleibt nur noch die Frage, welches Design auf den Pisten das Style-Rennen macht. Trendig und schön sind sie schließlich alle.

 

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