Winterausrüstung im Auto – So geht es sicher durch die kalte Jahreszeit

7. September 2022 - SnowTrex

Jedes Jahr fahren abertausende Wintersportler mit dem Auto in die Berge. Beliebter für die Reise in den Schnee ist kein anderes Transportmittel. Nicht die Bahn, nicht das Flugzeug und auch nicht der Bus. Doch um sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen, müssen Autofahrer nicht nur im alpinen Gelände einiges beachten. So gestaltet sich das Leben auf vier Reifen in der weißen Pracht mit der richtigen Winterausrüstung am und im Fahrzeug nämlich deutlich angenehmer. Wie wichtig Schneeketten, Winterreifen, Eiskratzer, Dachboxen und Co. für Autobesitzer im Winter sind, hat SnowTrex zusammengefasst.

Wer mit Freunden oder Familie in den Skiurlaub fahren will, der sollte sein Auto entsprechend für winterliche Bedingungen fit machen.


Grundregeln fürs Autofahren in Winter

Sicherheit geht vor Aggressivität. Diese Regel sollten alle Autofahrer beachten, wenn es darum geht, sicher auf Schnee und Eis zu fahren. Aufgrund der herausfordernden Straßenverhältnisse muss die eigene Fahrweise im Winter unbedingt angepasst werden, um nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer zu schützen. Dunkelheit, Kälte und Feuchtigkeit sind Hauptfaktoren dafür, dass sich die „Regeln“ im Winter auf den Straßen in den Bergen und im Flachland verändern. So hilft einem Autofahrer die beste Reaktionszeit nichts, wenn sich der Bremsweg auf verschneitem Untergrund mehr als verdoppelt oder das Fahrzeug ins Rutschen gerät und nur langsam auf Lenkbewegungen reagiert. 

Was es auf den Straßen im Winter noch zu beachten gilt und welche an Mythen zum Fahren auf Schnee Autofahrer nicht glauben sollten, wird im folgenden Video ausführlich erklärt:

Winter-Todsünden: Die 10 größten Irrtümer zum Fahren auf Schnee - Bloch erklärt #129 | ams

Winterreifen – Verhindern mit Sicherheit eine Rutschpartie

Das Wichtigste vorweg: Selbst wenn es friert und scheint, in Deutschland gibt es keine Winterreifenpflicht. Allerdings: Wer mit Sommerreifen durch die kalte Jahreszeit kommen will, der ist auch nicht gut beraten. Sobald nämlich der Winter mit Minustemperaturen und der weißen Pracht Einzug auf den Straßen hält, müssen Wagen mit diesen Reifen stehen bleiben. Denn Autofahrer, die bei Schneefall von der Polizei ohne Winterbereifung erwischt werden, droht eine Geldstrafe von mindestens 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Die Frage, ab wann Winterreifen aufgezogen werden müssen, ist ebenfalls nicht direkt zu beantworten. So kommt die „Von O bis O“-Regel – von Oktober bis Ostern – auch eher aus dem Volksmund als vom Gesetzgeber. Der schreibt im Paragraf 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) allerdings vor, dass die entsprechende Bereifung aufgezogen werden muss, wenn auf der Straße winterliche Verhältnisse mit „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ herrschen.

Winterreifen sind bei Fahrten auf Schnee und Eis absolut notwendig.

Im Reifensegment unterscheiden die Hersteller heute zwischen drei verschiedenen Modellen: den Sommerreifen, den Winterreifen und den Ganzjahresreifen. Zur Winterausrüstung fürs Auto gehört natürlich der passende Winterreifen. Die sind durch eine spezielle Gummimischung frostsicher und bieten durch ein mit Lamellen versehenes Profil, das bei neuen Winterreifen bis zu 8 mm tief ist, auch auf glatten, mit Streusplitt behandelten Straßen die beste Haftung. Ganzjahresreifen, auch „M+S“-Reifen (Matsch und Schnee) genannt, können ebenfalls im Winter gefahren werden, aber nur, wenn sie an der Reifenaußenwand das „Alpine“-Symbol ziert: ein gezacktes Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke. Im Vergleich zu Winterreifen haben Ganzjahresreifen mit dieser Kennzeichnung bei Tests auf Eis und Schnee aber deutlich weniger Haftung. Deshalb raten Verkehrsexperten und Automobilclubs wie der ADAC Fahrzeugbesitzern in der kalten Jahreszeit immer unbedingt auf Winterreifen zu setzen.

Schneeketten – Halten Autos im tiefsten Winter in der Spur

Im Flachland oder in den Mittelgebirgen werden sie nur nach extremen Wintereinbrüche gebraucht, doch im alpinen Raum gehören Schneeketten für alle Fahrzeugbesitzer zur pflichtmäßigen Winterausrüstung im Auto. Nach starken Schneefällen kann es dort sein, dass die Schneeräumdienste selbst auf viel befahrenen, tiefer gelegenen Straßen schnell an ihre Grenzen kommen. Gleiches gilt auch für die besten Winterreifen. Bis zu einem gewissen Grad bieten die auch bei geschlossener Schneedecke auf flachen Straßenabschnitten noch ausreichend Traktion. Sobald in den Bergen dann aber unter diesen Bedingungen auch noch Steigungen bewältigt werden müssen, entwickelt sich die Autofahrt hier schnell zur Rutschpartie. Retter in der Not sind in diesem Fall die guten alten Schneeketten.

An den Reifen montiert, sorgen die Schneeketten selbst im dichten Schneegestöber oder auf hoch gelegenen Alpenpässen für viel Grip und vor allem für Fahrsicherheit. Damit die Ketten am eigenen Fahrzeug aber einwandfrei und problemlose funktionieren, müssen sich Autofahrer zunächst gut mit ihrem eigenen Wagen auskennen. Schließlich gibt das Auto – egal ob Benziner oder Elektrofahrzeug – vor, welche Schneeketten hier installiert werden dürfen. Je nach Antriebsart ist nämlich klar geregelt, wo die wintertauglichen Helferlein installiert werden müssen. Bei einem Fronttriebler kommen sie an die beiden Räder der Vorderachse und bei einem Hecktriebler an die Hinterachse. Besitzer von Allradautos brauchen ebenfalls nur einen Satz mit zwei Schneeketten und nicht zwei mit vier. Allerdings sollten sie auf die Verpackung achten. Denn dort gibt der Hersteller eindeutig an, ob die Ketten vorne oder hinten montiert werden müssen.

Unter gewissen Umständen sind Schneeketten am Auto in einigen europäischen Ländern im Winter Pflicht.

Vor dem Kauf gilt es zudem darauf zu achten, wie groß die Reifen des eigenen Autos sind und welche Breite die Felge hat. Denn nur wenn die Schneeketten richtig passen, also nicht zu klein und auch nicht zu groß sind, bieten sie selbst im tiefsten Winter die optimale Fahrsicherheit. Im Autoteilegeschäft oder Online haben die Käufer dann die Wahl zwischen drei verschiedenen Arten von Schneeketten. Die traditionellen Seilketten sind in der Regel die günstigsten Modelle, dafür aber auch mit dem größten Montageaufwand verbunden. Etwas leichter und etwas teurer ist die Montage der inzwischen weit verbreiteten Ringketten, während Schnellmontageketten – wie der Name schon sagt – schnell installiert sind. Allerdings braucht es dafür einen speziellen Adapter am Rad selbst, was wiederum auch den relativ hohen Preis im Vergleich zu den beiden anderen Gegenstücken erklärt.

Sind die Ketten schließlich montiert, gelten für alle drei Modelle auf der Straße die gleichen Regeln: Mit Schneeketten am Auto liegt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit bei 50 km/h und sobald der Asphalt schneefrei ist, müssen die Ketten wieder runter.

Dachboxen – Wintersportler lieben diese Platzwunder  

Skiausrüstung, Gepäck und Verpflegung: Wintersportler, die schon einmal mit dem eigenen Auto ins Skigebiet gereist sind, wissen, dass das eigene Fahrzeug beim Packen zu Hause auf einmal ganz klein werden kann. Dachboxen können an dieser Stelle aber Abhilfe schaffen. Sie bieten zusätzlichen Stauraum, der im Fahrgastraum entweder mehr Platz für weiteres Gepäck oder für die Fahrzeuginsassen selbst bietet. Damit haben die Mitfahrer hier natürlich auch mehr Komfort auf der mitunter langen Fahrt in die Berge.

Vor der Montage sollten sich Autofahrer allerdings intensiv über das Angebot informieren. Und vor allem schauen, ob sich die Winterausrüstung überhaupt auf dem eigenen Auto installieren lässt. Dazu muss der Wagen nicht unbedingt mit einer festverbauten Dachreling ausgestattet sein. Einige Autohersteller rüsten ihre Fahrzeuge auch vom Werk her so aus, dass in den Regenrinnen auf dem Dach Fixpunkte für Dachboxen und anderes Zubehör vorhanden sind. Wo die genau liegen, ist meistens in der Fahrzeugbeschreibung notiert. Mittlerweile gibt es aber auch nachrüstbare Halterungen für Autos, die nicht über solche Vorrichtungen verfügen. Sie können für den optimalen Halt einfach in den Türrahmen geklemmt werden.

Dachboxen bieten zusätzlichen Stauraum, wenn der Platz im Auto im Angesicht von viel Gepäck aufgebraucht ist.

Im nächsten Schritt stellt sich dann die Frage, welche Dachbox denn auf das Auto passt. Mit einem Volumen von 400 bis 460 Litern sind die Boxen echte Platzwunder. In Kombination mit ihrem Eigengewicht und dem Gewicht des Gepäcks üben sie aber auch viel Druck auf das Fahrzeug aus. Deshalb sollte in der Bedienungsanleitung des Autos vor der Installation unbedingt die maximal zulässige Traglast geprüft werden. Für Wintersportler, die mit ihren Familien im eigenen Wagen relativ selten in den Urlaub fahren und dementsprechend nicht ständig so viel Stauraum brauchen, bietet sich auch die Leihe einer Dachbox an. Etwa bei einem lokalen Autohaus. Ein weiteres Argument ist an dieser Stelle zudem der Preis. So können die Kosten für eine neue Dachbox nämlich zwischen 250 und 650 Euro liegen, wobei auch günstige Modelle in Produkttests immer wieder mal an der Spitze abschneiden.

Notfallausrüstung – Kleiner Aufwand, große Hilfe

Anders als zum Beispiel bei Winterreifen ist es gesetzlich vorgeschrieben im Auto eine Notfallausrüstung mitzunehmen. Zumindest was Verbandskasten und Warndreieck angeht. Hier reicht es, wenn beides zunächst nur einfach vorhanden ist, wobei gerade bei den Verbandsmitteln auf das Haltbarkeitsdatum geachtet werden muss. Seit dem 1. Juli 2014 ist es in Deutschland zudem Pflicht, eine Warnweste für den Fahrer im Wagen dabeizuhaben. Je nachdem wie viele Personen auf einer längeren Reise im Auto mitfahren, ist es aber auch ratsam im Notfall für jeden Einzelnen ein Exemplar griffbereit zu haben.

Nicht vorgeschrieben, dafür aber gerade als Teil der Winterausrüstung im Auto absolut empfohlen, ist gleich eine ganze Reihe von teilweise normalen Alltagsgegenständen. Gerade für den Fall, dass das Auto liegen bleibt oder auf einer zugeschneiten Autobahn über Nacht stundenlang im Stau feststeckt. Hier geht es bei Minustemperaturen für die Fahrzeuginsassen vor allem darum, sich warmzuhalten. Am besten funktioniert das mit einer Decke oder einem Schlafsack, die als Teil eines Notfallkits im Kofferraum aufbewahrt werden. Dazu sollte auch immer Proviant, bestehend aus haltbaren Lebensmitteln und zwei Litern Trinkwasser, Teil dieses Pakets sein.

Wenn das Auto über Nacht zuschneit, dann hilft es im Winter einen Handfeger dabei zu haben. Der kleine Besen gehört wie viele andere Gegenstände zur Notfallausrüstung in der kalten Jahreszeit.

Und um sich selbst und das eigene Fahrzeug vor weiteren winterlichen Wetterkapriolen zu wappnen, sollte die Winterausrüstung im Auto auch aus einem Fläschchen Türschlossenteiser, zusätzlichem Scheibenwaschmittel sowie einem stabilen Eiskratzer und einer kompakten Schaufel bestehen. So lässt sich der Wagen in Notfall schnell von Schnee und Eis befreien. Für den Fall, dass etwa im verschneiten Bergdorf die Autobatterie schlapp machen sollte, erweist sich hier in auch ein eigenes Starthilfekabel als Retter in der Not. Und wenn Wintersportler dann doch einmal unglücklich alleine mit dem Auto liegen bleiben sollten, etwa auf einem dunklen Alpenpass, dann ist es dort extrem wichtig, Hilfe holen zu können und auf sich aufmerksam zu machen. An dieser Stelle ist am Ende neben einem mobilen Ladegerät oder einer Powerbank fürs Smartphone auch eine Taschenlampe Gold wert. Beides sollte also ebenfalls im Winter unbedingt zur Notfallausrüstung gehören.

Wie Autofahrer ihren Wagen optimal auf den Winter vorbereiten und dann sicher durch die kalte Jahreszeit kommen, hat Martin Schork im Gespräch mit SnowTrex erklärt. Als Head of e-Commerce der Firma Schork ist er ein echter Autozubehör-Experte und teilt seine Tipps und Tricks hier:

FAQs zu Winterausrüstung im Auto

Welche Winterausrüstung wird empfohlen?

Verkehrsexperten und Automobilclubs wie der ADAC empfehlen, dass Autofahrer unbedingt folgende Winterausrüstung am oder im Fahrzeug haben sollten: Schneeketten, Winterreifen, Türschlossenteiser, Frostschutzmittel, Eiskratzer, Kleinbesen, Decken, Proviant, Wasser und eine Taschenlampe.

Was brauchen Fahrzeugbesitzer fürs Auto im Winter?

Um gut durch den Winter zu kommen, sollten Fahrzeugbesitzer ihr Auto zunächst mit Winterreifen ausstatten. Am besten noch vor dem ersten Frost. Sollte es dazu auch noch stark schneien, ist zudem unbedingt empfohlen, Schneeketten im Wagen mitzuführen. Nach einer kalten Nacht ist vorgeschrieben, alle Scheiben für eine ausreichende Rundumsicht von Eis zu befreien. Hier braucht es entweder einen Eiskratzer im Handschuhfach oder eine speziell isolierte Frontscheibenabdeckung. Um zu verhindern, dass das Scheibenwischwasser und die Kühlflüssigkeit bei Minustemperaturen einfrieren, sollten beide zusätzlich mit Frostschutzmittel versetzt sein.

Was gehört in der kalten Jahreszeit ins Auto?

Gerade in der kalten Jahreszeit kann es im Auto unangenehm werden, wenn der Wagen im Schneegestöber im Stau auf einer gesperrten Autobahn steht oder mitten in der Nacht wegen einer Panne liegenbleibt. Um auf diese Fälle vorbereitet zu sein, sollten im Kofferraum, möglichst für alle Fahrzeuginsassen, warme Decken verstaut sein. Dazu noch haltbarer Proviant und zwei Liter Trinkwasser.

Was muss ich im Auto mitführen?

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) regelt eindeutig, welche Gegenstände im Auto mitgeführten werden müssen. Gesetzlich vorgeschrieben sind hier ein Verbandskasten, ein Warndreieck und eine Warnweste. Bei Verkehrskontrollen dürfen Polizisten überprüfen, ob sich das Sicherheitszubehör vorschriftsmäßig im Wagen befindet. Sollte das nicht der Fall sein, dürfen die Beamten Verwarngelder für den nicht mitgeführten Verbandskasten (5 Euro) sowie für das nicht mitgeführte Warndreieck oder die nicht mitgeführte Warnweste (jeweils 15 Euro) aussprechen.

Was sollten Fahrzeugbesitzer für den Notfall im Auto haben?

Um auf einen Notfall auf oder neben der Straße reagieren zu können, sollten Fahrzeugbesitzer auf jeden Fall einen Verbandkasten zur Ersten Hilfe im Auto haben. Für die Absicherung der Unfallstelle braucht es zudem ein Warndreieck und eine Warnweste, am besten für alle Fahrzeuginsassen jeweils eine, um nicht nur bei Dunkelheit für andere Verkehrsteilnehmer deutlich sichtbar zu sein.

Was muss alles im Handschuhfach drin sein?

Das Handschuhfach ist für Autofahrer der ideale Ort, um kleine, aber wichtige Gegenstände auf der Fahrt sofort griffbereit zu haben. Dazu zählen: eine Parkscheibe, ein Eiskratzer, ein Lappen oder ein Schwamm, Papier und Stift, Traubenzucker, eine Sonnenbrille und ein USB-Adapter für den Zigarettenanzünder.

Was sollten Autofahrer im Kofferraum haben?

Autofahrer, die unterwegs auf fast alle Situationen vorbereitet sein wollen, sollten einige Dinge in den Kofferraum packen. Dazu gehören im Winter Schneeketten, Frostschutzmittel und Decken sowie zu allen Jahreszeiten Verbandskasten, Warndreieck, Warnweste, Abschleppseil, Spanngurte, Starthilfeset, 2 Liter Wasser, 1 Liter Motoröl, Taschenlampe und Handschuhe.

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