Die perfekte Tourenskibindung finden: Bauarten, Technik und Praxis-Tipps

2. August 2026 - SnowTrex

Abseits präparierter Pisten ist eine funktionierende Ausrüstung für Skitourengeher von entscheidender Bedeutung – insbesondere für die Sicherheit und den Gehkomfort. Dabei ist die Bindung als Schnittstelle zwischen Skischuh und Ski von entscheidender Bedeutung. Eine gute Tourenskibindung gibt zum einen beim Aufstieg die Ferse für eine natürliche Gehbewegung frei, während sie in der Abfahrt für Stabilität und beste Kraftübertragung sorgt. Ein fundiertes Wissen über Bindungsbauarten, Normen, Einstellung und Pflege ist für Einsteiger, fortgeschrittene Tourengeher und Allround-Skifahrer das A und O. Grund genug für SnowTrex, einmal alle wichtigen Fakten und Praxistipps zur Auswahl der passenden Tourenskibindung vorzustellen.

Für Wintersportler abseits der präparierten Pisten im Skigebiet sind Tourenskibindungen das wichtige Bindeglied zwischen Ski und Skischuhen.

Grundlagen von Tourenskibindungen

Definition und Funktionsweise

Eine Tourenskibindung unterscheidet sich konzeptionell komplett von einer klassischen Skibindung. Schließlich funktioniert sie mit dem Walk-Modus für den Aufstieg und dem Ski-Modus für die Abfahrt gleich „doppelt“. Im Aufstiegsmodus wird die Spitze des Skischuhs drehbar in der Vorderbacke fixiert, während die Ferse frei beweglich bleibt und angehoben werden kann. Dadurch können Skitourengeher ergonomische Schritte machen, während der Ski sanft über den Schnee gleitet, ohne dass bei jedem Schritt das gesamte Gewicht der Ausrüstung angehoben werden muss.

Vor Beginn der Abfahrt erfolgt dann fast stufenlos der Wechsel in den Ski-Modus. Dafür wird die Ferse in der Bindung fest verriegelt, sodass die Kraft im Schwung präzise auf die Skikanten übertragen werden kann, genauso wie bei Alpinskibindungen.

Vorteile gegenüber Alpinbindungen

Im Gegensatz zu Alpinskibindungen ermöglichen Tourenskibindungen mehr Bewegungsfreiheit für die Füße beim Aufstieg auf den Berg. Eine Alpinbindung fixiert den Schuh dagegen fest auf dem Ski, während eine Tourenbindung eher auf das kraftsparende Sammeln von Höhenmetern ausgelegt ist. Durch das integrierte Steighilfesystem kann die Fersenhebung mit der Off-Piste-Ausrüstung schnell an unterschiedliche Hangneigungen angepasst werden. Dadurch wird die Belastung der Wadenmuskulatur in steilerem Gelände spürbar reduziert. Gleichzeitig bieten Tourenskibindungen auf der Abfahrt die gleiche Sicherheit wie Alpinsysteme.

Verschiedene Tourenskibindungen im Überblick

  • Pin-Bindungen sind extrem leicht und bieten maximale Ausdauerleistung für aufstiegsorientierte Wintersportler.
  • Rahmenbindungen gewährleisten eine vollumfängliche Alpin-Sicherheitsauslösung und sind ideal für Pistentouren geeignet.
  • Hybridbindungen vereinen den kräfteschonenden Aufstieg über Inserts mit der abfahrtsstarken Performance klassischer Backensysteme.

Rahmenbindung: Sicherheit und hoher Komfort

Beim Skitourengehen sorgt eine klassische Rahmenbindung dafür, dass die Vorder- und Hinterbacken der Bindung durch einen durchgehenden Rahmen oder eine Verbindungsstange miteinander verbunden sind. So hebt sich im Gehmodus der komplette Rahmen mitsamt dem Schuh bei jedem Schritt an. Allerdings wird der Tourenskischuh wie bei einer Alpinskibindung über Sohlenhalter an der Fußspitze und der Ferse eingespannt, während der Rahmen um einen Drehpunkt vor dem Ballen schwenkt.

Dadurch entsteht ein vertrautes Sicherheitsgefühl wie bei Alpinbindungen, das durch die gewohnte Handhabung und die Kompatibilität mit herkömmlichen Skischuhen nach ISO-Norm 5355 unterstrichen wird. Diese Bindungsvariante eignet sich daher hervorragend für abfahrtsorientierte Wintersportler, Freerider und Allround-Skifahrer, die gelegentlich kurze Aufstiege mit Ski wagen möchten. In Gletscherskigebieten wie Titlis – Engelberg (82 Pistenkilometer in bis zu 3.020 m Höhe) oder normalen Pistenarealen, wie dem Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn (270 Pistenkilometer in bis zu 2.096 m Höhe), die beide in den Alpen als Freeride-Mekka gelten, sind sie bestens aufgehoben.

Das Skigebiet Engelberg und die Hänge rund um den Titlis-Gletscher gelten nicht nur in der Schweiz, sondern in den gesamten Alpen als Mekka für Skitourengeher und Freerider.

Das höhere Eigengewicht von etwa 1.600 bis 2.400 g pro Bindungspaar erfordert zwar mehr Kondition beim Aufstieg, belohnt Skifahrer in der Abfahrt jedoch mit ausgezeichneter Kraftübertragung auch auf hartem Schnee.

→ Alpen-Auszeit planen und die besten Angebote in der Schweiz und Österreich bei SnowTrex finden

Pin-Bindung: Leichtgewicht für den Aufstieg

Eine moderne Pin-Bindung, auch Tech-Bindung genannt, hat durch ihr extrem minimalistisches Prinzip das Skitourengehen revolutioniert. Denn eine Tourenskibindung mit Pin-System verzichtet vollständig auf einen schweren Rahmen. Stattdessen greifen zwei seitliche Metallstifte, die „Pins“, am Vorderbacken direkt in spezielle Metallinserts an der Spitze des Skischuhs. So dreht sich der Schuh im Gehmodus direkt um diese beiden Pins. Wer eine Pin-Bindung nutzen möchte, benötigt dafür unbedingt spezielle Tourenskischuhe mit zertifizierten Tech-Inserts an der Schuhspitze und an der Ferse.

Damit können sie von einer besonders leichten Tourenskibindung profitieren, da das Schrittgewicht durch die Pin-Bindung stark verringert wird. Schließlich muss hier kein Rahmen „mitgeschleppt“ werden, wodurch sich der Kraftaufwand pro Schritt erheblich verringert und die Energiereserven eines Skitourengehers auf langen Touren geschont werden. Moderne Pin-Systeme wiegen pro Paar oft nur zwischen 200 und 500 g. Deshalb sind sie die bevorzugte Wahl bei ausgedehnten Durchquerungen und steilen Aufstiegen.

SKITOUREN BINDUNGEN - Rahmen oder Pin? | Winter Grundlagenkurs

Bitte beachten Sie zudem, dass durch die Nutzung unserer Dienste und der Einbindung der YouTube API Services die YouTube Terms of Service sowie die YouTube API Services Terms gelten und Ihre Nutzung unserer Website als Zustimmung zu diesen Bedingungen betrachtet wird.

Hybridbindung: Kombination aus Pin- und Alpin-Systemen

Wie der Name schon verrät, kombinieren Hybridbindungen die Vorteile von Pin- und Rahmenbindungen. Die Vorderbacken sind mit einem Pin-System für den Aufstieg ausgestattet, während die massiven Alpin-Hinterbacken für maximale Kontrolle bei schnellen Abfahrten im Tiefschnee sorgen. Auf dem Gipfel lässt sich das System dann mit wenigen Handgriffen vom Aufstiegs- in den Abfahrtsmodus mit starker Schlagdämpfung umstellen. Mit diesem Material profitieren insbesondere Freetourer vom moderaten Gewicht von 1.000 g bis 1.900 g pro Paar. Damit schließen die Hybridmodelle die Lücke zwischen ultraleichten Tourenmodellen und massiven Freeride-Bindungen.

Die Unterschiede zwischen verschiedenen Tourenskibindungen lassen sich am besten im direkten Vergleich erkennen.

BindungstypGewichtAufstiegsleistungAbfahrtsperformanceAuslösung (Z-Wert)Zielgruppe
Pin-Bindungca. 200 – 500 gExzellent und kraftsparend, dank natürlichem DrehpunktGut, mit vibrationsintensiver und geringer DämpfungSeitwärts/vertikal - oft ohne elastischen Bereich und teils unzertifiziertAufstiegsorientierte Geher, Speed-Tourer und Langdistanz-Geher
Rahmenbindungca. 1.600 – 2.400 gMäßig, weil das hohe Eigengewicht bei jedem Schritt angehoben werden mussSehr gut, wegen hoher Steifigkeit und durch direkte KraftübertragungVollständig zertifizierte Sicherheitsauslösung nach DIN-Norm wie bei AlpinbindungenGelegenheits-Tourengeher, Pistentouren-Geher und abfahrtsfokussierte Fahrer
Hybridbindungca. 1.000 – 1.900 gGut, da der Aufstieg über Pin-System im Vorderbacken erleichtert wirdExzellent, weil die Abfahrt mit vollwertigem Backen-System erfolgen kannZertifizierte Sicherheitsauslösung mit zentrierten Vorder- und HinterbackenFreerider, Freetourer und abfahrtsorientierte Alpin-Skitourengeher

Das passende System für den persönlichen Skitouren-Stil finden

  • Skitourengeher, die eher auf den Gipfel fixiert sind, entscheiden sich am besten für leichte Pin-Bindungen, wenn sie lange Strecken und viele Höhenmeter zurücklegen.
  • Allround-Tourengeher schätzen dagegen vielseitige Klassiker, die einen leichten Aufstieg mit stabiler Abfahrtsperformance verbinden.
  • Freerider und Freetourer wiederum vertrauen auf Hybrid- oder Rahmenbindungen, die für sie maximale Kontrolle im Gelände schaffen.

Aufstiege im alpinen Gelände

Sportliche Skitourengeher, die lange Routen, viele Höhenmeter und schnelle Aufstiege in Angriff nehmen möchten, setzen auf eine minimalistische Pin-Tourenskibindung. Schließlich zählt bei kilometerlangen Anstiegen durch einsame Berglandschaften jedes Gramm. Bei diesen Modellen lassen sich die ergonomischen Steighilfen meist bequem mit dem Skistock verstellen, ohne dass die Gehbewegung unterbrochen werden muss. Wer also regelmäßig anspruchsvolle Skitouren unternimmt, profitiert zudem von der präzisen Führung des Skis beim Spitzkehren im steilen Gelände.

Klassik- und Allround-Skitouren

Auf klassischen Allround-Skitouren braucht es ein ausgewogenes Verhältnis von wenig Gewicht beim Gehen und Stabilität bei wechselnden Schneeverhältnissen. Hier sollten ausgewogene Pin-Modelle mit integrierten Stopper-Systemen oder moderne Rahmenbindungen die erste Wahl sein, da sie eine verlässliche Performance sowohl auf flachen Hängen als auch in steileren Rinnen bieten. Eine harmonische Abstimmung mit dem passenden Tourenski garantiert dabei ein müheloses Gleiten auf verschneiten Forstwegen und volle Kontrolle bei der anschließenden Talabfahrt.

SnowTrex-Tipp: Für Allrounder empfiehlt sich ein Bindungssystem mit mehrstufiger Steighilfe, um auf unterschiedliche Hangneigungen flexibel einzugehen.

Freetouring und Freeriden im Tiefschnee

Beim abfahrtsorientierten Freetouring stehen hohe Dämpfungseigenschaften, direkte Kraftübertragung und maximale Fehlauslösesicherheit bei Sprüngen oder hohem Tempo im Vordergrund. Wenn unverspurter Pulverschnee und steile Tiefschneehänge locken, wirken große Kräfte auf das Material ein. Hybridbindungen sowie robuste Rahmenkonstruktionen nehmen diese Energie zuverlässig auf und verhindern ungewolltes Auslösen bei harten Schlägen. Das zusätzliche Gewicht fällt bei kurzen Aufstiegen zum nächsten Gipfel kaum ins Gewicht, während der Zugewinn an Stabilität bei der Abfahrt enorme Sicherheitsreserven bietet.

Wichtige Sicherheitsaspekte bei Tourenskibindungen

  • Die korrekte Einstellung des Z-Wertes bietet zuverlässigen Schutz vor Verletzungen bei Stürzen im Schnee.
  • TÜV-Zertifizierungen nach ISO-Normen gewährleisten hohe Standards für die Auslösepräzision im alpinen Einsatz.
  • Skistopper und Fangriemen verhindern, dass der Ski im steilen Hang oder bei Lawinenabgängen verloren geht.

Sicherheitszertifizierungen im Vergleich

Wenn es um das Auslöseverhalten und die Sicherheit einer Skibindung geht, ist die Passgenauigkeit zwischen Skischuhsohle und Bindungsbacken absolut entscheidend. Klassische Alpinskischuhsohlen mit glattem, starrem Kunststoff werden durch die Norm „ISO 5355“ definiert. Diese gewährleistet im Falle eines Sturzes oder am Lift eine richtige Auslösung. Die Norm „ISO 9523“ definiert dagegen profilierte Tourenskischuhsohlen mit gebogener Gummisohle. Sie wurden für einen optimalen Gehkomfort und eine gute Haftung auf Fels und Schnee konstruiert. Alle, die nun Angst haben, dass die eine Sohle auf keinen Fall zur anderen Bindung und deren Einstellung passt, können beruhigt sein. Diese müssen sie gar nicht haben, da viele moderne Sohlen auch für beide TÜV-Normen nutzbar sind.

Z-Wert und die Besonderheiten bei Pin-Systemen

Der Z-Wert gemäß „DIN ISO 11088“ ist die Messeinheit für die Auslösekraft einer Skibindung. Er gibt an, bei welchem Drehmoment sich die Bindung bei einem Sturz öffnet, um Verletzungen an Bändern und Knochen zu vermeiden. Der Z-Wert ist eine individuelle Angabe, die sich nach dem Körpergewicht, der Körpergröße, dem Alter, der Sohlenlänge und dem Fahrkönnen des Wintersportlers richtet. Die Einstellungen sollten nur sehr geübte Skifahrer selbst an ihrem eigenen Material vornehmen. Andernfalls übernehmen dies die Mitarbeiter in Sportgeschäften im Skigebiet, oft kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr. Tourenskibindungen haben dafür genormte Einstellschrauben an den Vorder- und Hinterbacken, mit denen sich der Z-Wert präzise nach den Vorstellungen des TÜV einstellen lässt.

Im Gegensatz zu klassischen Alpinmodellen, die über vordere und hintere Auslösemechanismen verfügen, unterscheidet sich das Auslöseverhalten bei leichten Pin-Systemen wegen ihrer Konstruktion. Einige minimalistische Pin-Bindungen bieten hier nur am Hinterbacken eine Einstellmöglichkeit für die Seitwärts- und Vertikalauslösung, während der Vorderbacken im Abfahrtsmodus starr fixiert bleibt.

Stopperbreite und Alternative zum Fangriemen

Die Stopperbreite einer Tourenskibindung muss exakt auf die Mittelbreite des Tourenskis abgestimmt sein, damit die Stopperschenkel im Ernstfall zuverlässig im Schnee greifen. Als Faustregel gilt, dass der Skistopper 10 bis 15 mm breiter als die schmalste Stelle der Skitaillierung sein sollte. Auf extrem steilen Hängen oder im Tiefschnee kommen alternativ Fangriemen zum Einsatz, die den Ski direkt mit dem Tourenskischuh verbinden.

SnowTrex-Tipp: Im Falle eines Lawinenabgangs können fest verbundene Ski wie ein Anker wirken. Deshalb sollten modern konzipierte Fangriemen mit Sollbruchstellen ausgestattet sein.

Praxis und Einsatz im Tourengehen

Aufstieg optimieren: Gewicht und Gehkomfort

Aus technischer Sicht ist bei einer langen Skitour Regel Nr. 1, dass sich jedes Gramm an den Füßen über tausende Schritte hinweg summiert. Kein Wunder also, dass schon eine kleine Gewichtseinsparung, etwa bei den Bindungen, die Ausdauer eines Wintersportlers positiv beeinflusst. So sind es das geringe Systemgewicht und der ergonomische Drehpunkt einer Pinbindung, die die Geheffizienz steigern. Der Schwenkpunkt des Materials liegt schließlich nah an den Zehen, wodurch der Fuß natürlich abgerollt werden kann. Mehrstufig verstellbare Steighilfen ermöglichen zudem eine schnelle Anpassung an wechselndes Gelände und gewährleisten so eine kräfteschonende Gehhaltung.

Beim Weg zum Gipfel achten Skitourengeher immer darauf, dass das Gewicht der eigenen Ausrüstung passt, da jedes Gramm zu viel hier wortwörtlich „schwer“ wiegen kann.

Abfahrtssicherheit: Z‑Wert, Grip Walk und Multi-Norm

In fast jeder Abfahrt warten wechselnde Schneeverhältnisse, von Harsch bis zu tiefem Pulverschnee, die maximale Kontrolle erfordern. Eine moderne Bindung für Freerider oder Tourenskigeher gewährleistet eine direkte Impulsübertragung auf den Ski. Konstruktionen, die an dieser Stelle voll auf Sicherheit ausgelegt sind, punkten mit einer elastischen Auslösung, die Schläge und Vibrationen sanft abfedert. Zudem garantiert die Kompatibilität mit einer GripWalk-Bindung, dass sowohl profilierte Walk-Sohlen als auch gehsichere Tourensohlen in der Bindung fest sitzen und verlässliche Auslösewerte gewährleisten.

Skitourenbindungen: Handhabung, Montage, Zubehör und Pflege

  • Eine fachgerechte Werkstattmontage sorgt für die optimale Positionierung der Bindung auf der Skimitte.
  • Kinderadapter ermöglichen einen unkomplizierten Einstieg in das Skitourengehen mit der gewohnten Alpin-Ausrüstung.
  • Durch regelmäßige Pflege und Vorab-Checks können Vereisungen der empfindlichen Feinmechanik verhindert werden.

Die fachgerechte Montage auf dem Tourenski

Eine präzise Montage einer Tourenskibindung gelingt am besten mithilfe einer Bohrschablone. So lassen sich ein gutes Fahrverhalten, eine gute Kraftübertragung und eine schnelle Auslösung sicherstellen. Aber aufgepasst: Fehlerhafte Bohrungen schwächen den Kern des Skis und können zu ungleichmäßigen Druckverteilungen im Schnee führen. Bei Pin-Bindungen ist zudem eine millimetergenaue Ausrichtung von Vorder- und Hinterbacken erforderlich, da selbst geringste Abweichungen das Einsteigen erschweren und den Verschleiß der Pins verstärken können. Die Bindung ist also ein zentrales und sicherheitsrelevantes Element der eigenen Skiausrüstung. Deshalb sollte die Erstmontage immer durch geschultes Fachpersonal im Skiservice durchgeführt werden.

Adapter-Systeme für Kinder und Gelegenheitsnutzer

Tourenskibindungs-Adapter werden in eine normale Alpinbindung eingesetzt und verwandeln diese so in ein Touren-Set zum Gehen, ohne dass ein Neukauf nötig ist. Das Adaptersystem wird dazu einfach in die Backen eingeklinkt – egal, ob es sich um eine Kinder- oder Erwachsenenbindung handelt –, sodass sich die Ferse beim Gehen frei anheben lässt. Integrierte Klapp-Steighilfen erleichtern auch Gelegenheitsgehern den Aufstieg am Pistenrand oder auf sanften Almwegen. Am Gipfel angekommen, kann der Adapter gelöst und im Rucksack verstaut werden. So können Sie im Anschluss mit dem gewohnten Fahrgefühl einer Alpinbindung die Abfahrt genießen.

Bindung richtig einstellen

Bei der genauen Justierung einer Skibindung ist stets Genauigkeit gefragt, damit der Auslösemechanismus perfekt funktioniert. Daher müssen beim Einstellen einer Tourenskibindung drei Parameter aufeinander abgestimmt werden:

  1. Sohlenlänge: Die Vorder- oder Hinterbacken müssen exakt auf die in Millimetern angegebene Sohlenlänge der Skischuhe eingestellt werden.
  2. Anpressdruck: Damit der Auslösemechanismus wie vorgesehen greift, muss die Fersenbacke mit der richtigen Federspannung am Schuh anliegen.
  3. Z-Wert (DIN): Die Einstellschrauben müssen gemäß der offiziellen DIN-Tabelle auf den jeweiligen Wert eingestellt werden. Bei der Einstellung einer Pinbindung muss zusätzlich der Fersenspalt mit der mitgelieferten Lehre präzise kontrolliert werden.

Pflege-Tipps

Jeder Wintersportler weiß, dass die Pflege des eigenen Skimaterials immer dazu beiträgt, dass Ski, Schuhe und Bindungen für den Winter oder auch die nächste Saison bestens vorbereitet sind.

Damit Tourenskibindungen über viele Jahre hinweg einwandfrei funktionieren, ist ein pfleglicher Umgang mit dem Material erforderlich:

  • Reinigung: Nach einer Skitour sollten die mechanischen Bauteile der Bindung mit klarem Wasser von Salz- und Schmutzrückständen befreit werden.
  • Schmierung: Die mechanischen Federungen, Pins und Führungsschienen funktionieren mit speziellem, wasserabweisendem Bindungsfett zuverlässiger. Sprühöle sollten dagegen vermieden werden, da das aufgetragene Fett mit ihnen nicht ausgewaschen werden kann.
  • Lagerung: Während des Sommers sollte das Skimaterial trocken und vor direkter UV-Strahlung geschützt gelagert werden.

Wann Fachhandel empfehlenswert ist

Vor dem Start in die neue Skisaison, etwa am 1. November, sollte die eigene Ausrüstung unbedingt sorgfältig überprüft werden. Besonders ratsam ist es, einen qualifizierten Fach- oder Sporthändler aufzusuchen, wenn Wintersportler neue Tourenskischuhe gekauft haben oder der Z-Wert ihrer Bindung wegen körperlicher Veränderungen angepasst werden muss. Fachgeschäfte verfügen über elektronische Prüfgeräte, mit denen die tatsächlichen Auslösekräfte einer Tourenskibindung unter realer Belastung exakt gemessen und zertifiziert werden.

Kaufberatung und Auswahlhilfen für Tourenskibindungen

Bei der Auswahl einer neuen Tourenskibindung ist es ideal, die persönlichen Vorlieben zu berücksichtigen:

  • Gewicht und Aufstieg: Unter klassischen Skitourengehern sind ultraleichte Pinbindungen sehr gefragt.
  • Abfahrtsperformance: Für maximale Stabilität im tiefen Schnee hochalpiner Destinationen wie dem Skigebiet Zillertal Arena (150 Pistenkilometer in bis zu 2.500 Metern Höhe) greifen Tourengeher ebenfalls verstärkt zu Pinbindungen sowie zu Hybrid- und Rahmenbindungen.
  • Normen und Vielseitigkeit: Wintersportler, die ihre Ski sowohl auf der Piste als auch bei Touren nutzen möchten, sollten unbedingt auf Multinorm-Zertifizierungen achten.
  • Preis: Während Rahmenbindungen und Standard-Pinbindungen für Einsteiger im mittleren Preissegment (zwischen 180 und 300 Euro) beginnen, müssen für hochkomplexe Hybridsysteme für Könner auf jeden Fall Premium-Preise (zwischen 500 und 700 Euro) bezahlt werden.

FAQ zu Tourenskibindungen

Was ist der Unterschied zwischen einer Pin-Bindung und einer Rahmenbindung?

Eine Pin-Bindung befestigt den Tourenschuh mithilfe feiner Metallstifte an den Zehen, während eine Rahmenbindung den Schuh in einer durchgehenden Rahmenkonstruktion aufnimmt. Letztere wird beim Gehen komplett angehoben. Pin-Modelle sind dadurch wesentlich leichter und kraftsparender beim Aufstieg, während Rahmenbindungen höchste Auslösesicherheit und Kompatibilität mit normalen Alpinschuhen bieten.

Sind Pin-Bindungen sicher genug für die Abfahrt?

Moderne Pin-Bindungen bieten eine hohe Abfahrtsstabilität und verlässliche Auslösemechanismen für klassische Skitouren im Gelände. Für extreme Freeride-Einsätze, hohe Sprünge oder Renngeschwindigkeiten greifen Wintersportler jedoch bevorzugt zu Hybrid- oder Rahmenbindungen, da diese über elastischere Auslösewege verfügen.

Wie wird die passende Stopperbreite für eine Tourenskibindung ermittelt?

Die ideale Stopperbreite ergibt sich aus der Skimittelbreite zuzüglich eines Zuschlags von etwa 5 bis maximal 15 mm. Ist der Stopper zu schmal, blockiert er an der Skikante. Ist er zu breit, kann er beim Kanteneinsatz im harten Schnee schleifen oder sich verhaken.

Wie funktioniert ein Adapter für Tourenskibindungen für Kinder?

Ein solcher Adapter wird direkt in die vorhandene Alpinbindung eingesetzt und nimmt den normalen Kinderskischuh auf. Dadurch wird eine gehfähige Fersenfreigabe für den Aufstieg ermöglicht. Am Gipfel wird der Adapter gelöst und im Rucksack verstaut. Anschließend kann das Kind wie gewohnt mit der Alpinbindung abfahren.

Kann eine Tourenskibindung selbst montiert und eingestellt werden?

Grundsätzlich sollte eine Tourenskibindung von Fachpersonal im Sportfachhandel montiert und eingestellt werden, da hierfür präzise Bohrschablonen sowie kalibrierte Einstellgeräte erforderlich sind. Eine fehlerhafte Selbstmontage kann das Skimaterial beschädigen und das Auslöseverhalten im Falle eines Sturzes beeinträchtigen.

Die perfekte Tourenskibindung finden: Bauarten, Technik und Praxis-Tipps

Abseits präparierter Pisten ist eine funktionierende Ausrüstung für Skitourengeher ...

Alternativen zum Skifahren: So wird der Winterurlaub abseits der Piste zum Highlight

Verschneite Berglandschaften, klare Alpenluft und glitzernder Schnee begeistern auch ...

StickyNewsletter