Ohne Skitourenfelle geht beim Aufstieg im Tiefschnee abseits der präparierten Pisten nichts, da sie Skitourengehern hier den nötigen „Grip“ liefern. Dafür haben die speziellen Steigfelle eine feine Faserstruktur, die für einen optimalen Halt auf dem Weg Richtung Gipfel sorgt und gleichzeitig ein geschmeidiges Gleiten im Schnee möglich macht. Welche Varianten sich dabei für individuelle Skitouren eignen und worauf Wintersportler hier bei Materialwahl, der Handhabung sowie der Pflege zu achten haben, erklärt SnowTrex.
Bedeutung von Skitourenfellen im Wintersport
Auf dem Weg zum Gipfel müssen Skifahrer im Tiefschnee nicht auf Skitourenfelle zurückgreifen. Diese bieten eine Kombination aus Gleitfähigkeit und Rückrutschsperre, die einen kraftsparenden Aufstieg ermöglicht. Die Unterseite der Felle besteht, wie der Name schon sagt, aus Millionen feiner Härchen, die schräg nach hinten ausgerichtet sind. Beim Vorschieben des Skis sorgen diese Fasern dafür, dass sie sich flach an den Skibelag schmiegen. Dadurch entsteht eine glatte Fläche, die für ein fast schon müheloses Gleiten sorgt.
Wenn Druck auf den Ski ausgeübt wird, stellen sich die Fasern auf, greifen in die Schneekristalle und sorgen so für verlässlichen Halt. Das bedeutet: Selbst bei anspruchsvollen Skitouren im steilen, exponierten Gelände sind die Felle die entscheidende Schnittstelle zwischen Untergrund und Sportler. Zusammen mit der Tourenskibindung und den Skitourenschuhen komplettieren sie somit die optimale alpine Skiausrüstung für Skitouren im freien Gelände. Wer hier also die passenden Skitourenfelle für das jeweilige Terrain auswählt, schont im Tiefschnee seine Kräfte, etwa für lange Etappen, was am Ende für mehr Spaß am Berg sorgt.
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Die verschiedenen Skitourenfell-Materialien im Vergleich
- Mohair-Naturfasern bieten auch bei tiefen Temperaturen erstklassige Gleitwerte.
- Synthetikfasern aus Nylon zeichnen sich durch ihre hohe Strapazierfähigkeit und maximale Griffigkeit aus.
- Mix-Gewebe vereinen die Langlebigkeit von Synthetikfasern mit der Gleitfähigkeit von Naturfasern und sind daher vielseitig einsetzbar.
Mohair-Felle
Skitourenfelle aus Mohair, dem Naturhaar der Angoraziege, bieten die leichtesten und geschmeidigsten Gleiteigenschaften im Skitourenbereich. Das liegt daran, dass die natürlichen Fasern auch bei großer Kälte flexibel bleiben und von Natur aus kaum Feuchtigkeit aufnehmen. Das heißt, Tourengeher können mit minimalem Kraftaufwand über pulvrigen und verharschten Schnee gleiten. Aufgrund ihrer feinen Faserstruktur sind reine Mohair-Felle jedoch anfälliger für Abrieb auf felsigem Untergrund. Am Ende sind die Naturfelle somit ideal für sportlich orientierte Tourengeher und Renneinsätze, auch wegen ihrer Kompaktheit beim Packen und ihres geringen Gewichts.
Synthetik-Felle
Synthetikfelle aus Polyamidfasern punkten mit einer sehr hohen Robustheit gegenüber Abrieb und bieten verlässlichen Grip für steile Aufstiege. Die festen Nylonfasern greifen auch auf hartem Firn oder eisigen Passagen sicher. Zudem übersteht das strapazierfähige Material selbst harten Bodenkontakt mit Steinen oder Wurzeln ohne Beschädigungen. Allerdings ist das Gleitverhalten des Materials im Vergleich zu Naturfasern etwas gebremster. Das macht Synthetikfelle gerade bei Einsteigern und für Frühjahrstouren beliebt. Aufgrund ihrer Langlebigkeit können sie zudem gleich über mehrere Winter genutzt werden.
Mix-Felle
Mix-Felle bestehen in der Regel zu 65 bis 70 Prozent aus Mohair und zu 30 bis 35 Prozent aus Nylon. Damit stellen sie auf klassischen Skitouren eine Art Mittelweg dar, da sie die hervorragende Gleitfähigkeit der Naturfaser mit der Widerstandskraft und Griffigkeit des Kunststoffs kombinieren. Das bedeutet für Wintersportler, dass sie auf abwechslungsreichen Routen sowohl geschmeidige Gleitphasen als auch verlässlichen Halt haben.
SnowTrex-Tipp: Für vielseitige Einsätze im winterlichen Gebirge empfiehlt sich für eine komplette Skitourenausrüstung ein Mix-Fell. Es überzeugt durch eine dauerhaft ausgewogene Leistung bei wechselnden Schneearten und Temperaturschwankungen.
| Fell-Eigenschaft | Mohair-Fell | Synthetik-Fell | Mix-Fell |
|---|---|---|---|
| Material | 100 Prozent Naturhaar der Angoraziege | 100 Prozent Kunstfaser | Mischgewebe (meist 65 Prozent Mohair/35 Prozent Synthetik oder 70/30) |
| Gleiteigenschaften | Hervorragend, auch bei großer Kälte | Mäßig | Sehr gut |
| Grip / Steigfähigkeit | Gut | Hervorragend und sehr griffig | Sehr gut |
| Langlebigkeit / Robustheit | Geringer mit einem höheren Verschleiß | Extrem hoch | Hoch |
| Wasseraufnahme / Stollenbildung | Gering | Höher, benötigt aber eine regelmäßige Imprägnierung | Gering bis mittel |
| Gewicht & Packmaß | Sehr leicht und kompakt | Schwerer und steifer | Ausgewogen |
| Geeignet für | Erfahrene Tourengeher und Renneinsätze | Einsteiger, felsigen Untergrund und Frühjahrstouren | Allrounder und klassische Skitouren |
Die passende Größe für Skitourenfelle
- Vorgeschnittene Felle passen exakt zur Taillierung von speziellen Skimodellen.
- Universelle Zuschneidefelle lassen sich mit Spezial- oder Cuttermessern individuell anpassen.
- Durch die richtige Fellbreite bleiben die Stahlkanten frei und sorgen so für maximale Sicherheit.
Vorgeschnittene Felle oder Zuschneidefelle?
Vorgeschnittene Felle sind exakt auf die Geometrie eines jeweiligen Tourenskis abgestimmt, während Zuschneidefelle flexibel an jedes Skimodell angepasst werden können. Präparierte Modelle haben den Vorteil, dass sie ohne zusätzliche Handwerksarbeit sofort einsatzbereit sind und bündig an Schaufel sowie am Skiende abschließen. Dort lassen sie sich durch Befestigungssysteme fixieren. Ganz anders funktionieren Zuschneide-Sets: Die Felle werden als Meterware oder als universelle Zuschnitt-Rohlinge inklusive Spezialmessern geliefert. Das bedeutet für Wintersportler, dass sie das Fell millimetergenau an die Taillierung ihres individuellen Tourenskis anpassen müssen.
Optimale Länge und Breite eines Skifells
Für Skitourengeher ist es essenziell, dass ihre Skifelle die gesamte Belagsfläche ihrer Ski von der Schaufel bis zum Skiende abdecken. Dabei müssen die Stahlkanten auf beiden Seiten aber unbedingt frei bleiben. Bei der Wahl der richtigen Breite eines Skifells ist daher die breiteste Stelle des Skis, meist im Bereich der Schaufel, entscheidend. Liegt die Schaufelbreite beispielsweise bei 120 mm, muss auch ein Fellrohling mit mindestens 120 mm Breite gewählt werden. Beim Zuschneiden wird das Fell so angepasst, dass die Kante auf beiden Seiten um knapp 2 mm freiliegt. So kann sie bei Querungen in steilem oder hartem Gelände direkt in den Schnee greifen und für den nötigen Halt sorgen.
Abstimmung auf die spezifische Skilänge des Tourenskis
Die Länge eines Skitourenfells richtet sich selbstverständlich nach der gewählten Skilänge und dem verwendeten Spannsystem. An dieser Stelle sind viele Befestigungssysteme mit verstellbaren Endhaken aus flexiblem Gummi oder Metall ausgestattet, was einen Spielraum von mehreren Zentimetern bei der Länge ermöglicht. Die Faustregel besagt, dass das Fell etwa 5 bis 10 cm vor dem eigentlichen Skiende abschließen sollte. Ein zu langes Fell, das über das Skiende hinausragt, kann sich im „Rückwärtsgang“ lösen. Ein zu kurzes Fell verkürzt dagegen die wirksame Steigfläche, wodurch sich der Halt in steileren Passagen verringert.
Klebe-Technologien für Skitourenfelle im Überblick
- Ein klassischer Schmelzkleber bietet maximale Haftkraft bei extremen Minusgraden, der sich dann auch wieder verwenden lässt.
- Adhäsionsfelle haften dagegen ohne Klebstoff, und zwar über molekulare Oberflächenkräfte.
- Das Klebesystem hat durch entsprechende Rückstände Einfluss auf den Aufwand bei Reinigung und Handhabung.
Klassischer Schmelzkleber
Schmelzkleber, auch Hotmelt genannt, hat sich seit Jahren als Kleber der Wahl beim Skitourengehen bewährt, da er eine extrem starke Haftung auf dem Skibelag bei allen Schneebedingungen garantiert. So haftet diese Klebeschicht selbst bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sicher, was ein mehrmaliges Ab- und Auffellen während einer Skitour ermöglicht. Um Verschmutzungen nach einer Tour zu vermeiden, können Wintersportler eine Trennfolie oder ein Abdecknetz auf die Klebeseite des Fells legen. Wenn die Klebekraft nach einigen Saisons nachlässt, kann die Schicht mit speziellem Transferklebeband oder Flüssigkleber erneuert werden. Damit bleibt Schmelzkleber auch über Jahre hinweg die verlässlichste Option, um Tourenfelle selbst bei anspruchsvollen Bedingungen am Ski haften zu lassen.
Adhäsionsfelle
Im Gegensatz zu Schmelzklebern verfügen Adhäsionsfelle über eine silikon- oder polymerbasierte Kontaktschicht. Diese haftet durch ihre molekularen Adhäsionskräfte rein physikalisch auf dem Skibelag. Da kein chemischer Klebstoff verwendet wird, lassen sich diese Skitourenfelle ohne großen Kraftaufwand voneinander abziehen und zusammenlegen. Das bedeutet auch, dass ein Schutznetz für den Transport im Rucksack nicht unbedingt nötig ist. Selbst bei Verschmutzungen durch Staub oder Tannennadeln kann die Haftschicht einfach mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden, ohne dass das Adhäsionsfell an Haftung verliert. Allerdings muss die Belagsoberfläche bei extremer Kälte und mehrmaligem Wechseln im Tiefschnee sauber und trocken sein.
Praxis-Tipps: Handhabung auf einer Skitour und Pflege
- Das Fell muss sorgfältig auf den trockenen Skibelag aufgezogen werden, damit sich kein Schnee darunter sammeln kann.
- Wenn Skitourengeher die Felle am Körper, etwa in der Jacke, verstauen, wird die Klebeschicht auch bei mehreren Aufstiegen vor dem Einfrieren geschützt.
- Durch regelmäßige Imprägnierung und schonendes Trocknen bleibt die Gleitfähigkeit erhalten und das Material wird geschont.
Fellmontage und Abfellen
Ein sauberes und einfaches Aufziehen der Felle gelingt am besten, wenn der Skibelag trocken und schneefrei ist. Die Felle sollten gleichmäßig von der Schaufel bis zum Skiende angedrückt werden. Deshalb sollten Wintersportler den Belag vor dem Auflegen der Felle immer mit einem Handschuh oder einem Tuch vom Schnee befreien, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Beim Entfernen der Felle muss, etwa bei viel Wind auf einem Gipfel, darauf geachtet werden, sie nur schrittweise abzuziehen und dann direkt am Körper zusammenzulegen.
SnowTrex-Tipp: Wenn auf einer Tour mehrere Aufstiege anstehen, sollten die Felle während der Abfahrten im Inneren der Tourenjacke verstaut werden. So sorgt die Körperwärme dafür, dass der Kleber elastisch bleibt.
Richtiges Trocknen und materialschonendes Lagern
Nach dem Einsatz im Schnee sollten die Tourenfelle nach einem langen Skitag unbedingt bei Raumtemperatur an einem gut belüfteten Ort getrocknet werden. Auf keinen Fall sollten die Felle auf Heizkörpern, Kaminöfen oder in praller Sonne getrocknet werden, da direkte Hitze die Struktur des Klebers angreift und die Fasern beschädigt. Sind die Felle getrocknet, sollten sie mit einem Trennnetz versehen und in einem Packsack an einem kühlen Ort gelagert werden. Über den Sommer sollten Skitourenfelle an einem staubfreien Ort fernab von UV-Strahlung sowie extremen Temperaturen (Hitze und Kälte) aufbewahrt werden. So lassen die Spannkraft der Befestigungen und die Elastizität der Klebefläche nicht nach.
Regelmäßige Skipflege
Eine sorgfältige Skipflege und die Reinigung der Felle verhindern eine Stollenbildung und sorgen dafür, dass die Gleiteigenschaften langfristig erhalten bleiben. Hilfreich sind dabei auf jeden Fall spezielles Fellwachs oder Imprägniersprays. Diese verhindern, dass die Felle wie ein Schwamm Wasser aufnehmen, beispielsweise in feuchtem Neuschnee. Das Wachs wird in Faserrichtung von vorn nach hinten auf das trockene Fellflor aufgetragen. Genau wie beim traditionellen Wachsen des Skibelags muss überschüssiges Wachs vor der Fellmontage gründlich abgezogen und ausgebürstet werden. Denn sonst können Rückstände von Flüssigwachs die Klebeschicht der Steigfelle angreifen.
FAQ zu Skitourenfelle
Wie unterscheiden sich Mohair- und Synthetikfelle?
Mohairfelle bieten dank Naturfasern überragende Gleiteigenschaften und ein geringes Gewicht. Synthetikfelle aus Nylon sind dagegen besonders robust, abriebfest und für steile Hänge geeignet. Für Allrounder stellt das Mix-Fell eine ausgewogene Kombination aus beiden Materialien dar.
Welche Länge und Breite müssen Skitourenfelle haben?
Ein Skifell muss in der Länge zur gesamten Lauffläche des Skis passen und in der Breite so gewählt werden, dass der Belag abgedeckt ist, während die Stahlkanten auf beiden Seiten frei bleiben. Das Freilassen der Kanten garantiert optimalen Grip bei Hangquerungen.
Wie werden Zuschneidefelle richtig angepasst?
Zuschneidefelle werden mittig auf den Tourenski geklebt und mit einem speziellen Fellmesser entlang der Taillierung jeweils um die Breite der Kante versetzt zugeschnitten. Spezielle Cuttermesser führen den Schnitt automatisch mit dem passenden Abstand zur Stahlkante aus.
Wie wird die Klebeschicht von Steigfellen gepflegt und erneuert?
Schmelzkleber wird durch Trennnetze vor Staub geschützt. Bei nachlassender Haftung kann er durch Heißklebestreifen oder Flüssigkleber erneuert werden. Adhäsionsfelle lassen sich zur Wiederherstellung der Haftkraft einfach mit klarem Wasser und Seife reinigen.
Wie werden Skitourenfelle unterwegs vor dem Einfrieren geschützt?
Bei Touren mit mehreren Aufstiegen werden die Steigfelle während der Abfahrten nahe am Körper in der Innentasche der Tourenjacke getragen. Die Körperwärme verhindert das Vereisen der Klebeflächen und sorgt für zuverlässigen Halt beim erneuten Auffellen.