Die Ski unter die Füße schnallen, rauf auf den Berg und die Gipfel entdecken! Das ist der Traum von Skitourengehern. Dabei müssen sie sich voll auf ihre Ausrüstung verlassen können. Neben dem Können ist sie ein absolutes Muss für sichere und komfortable Touren abseits von präparierten Pisten. Im Backcountry müssen schließlich bei allen Witterungsbedingungen Aufstiegsmechanik, Abfahrtsperformance und Sicherheitskomponenten nahtlos ineinandergreifen. Wer hier sorgfältig vorgeht, schützt sich vor den Risiken in den Bergen, verringert den Kraftaufwand und erhöht den Komfort. Welche Komponenten genau zu einer vollständigen Skitourenausrüstung gehören und worauf bei der Auswahl zu achten ist, erklärt SnowTrex jetzt.
Das ist eine Skitourenausrüstung
- Eine Skitourenausrüstung ist leichter als eine klassische Skiausrüstung und verfügt über spezielle Aufstiegs- und Sicherheitsfunktionen, die sie für anspruchsvolle Touren geeignet machen.
- Bei der Auswahl der Ausrüstung sollten das eigene Fahrkönnen sowie das geplante Gelände berücksichtigt werden, und je nach Tour sind dabei entweder Gewicht oder Stabilität wichtiger.
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Eine Basis-Skitourenausrüstung kombiniert alle technischen Komponenten, die für den Aufstieg im Schnee benötigt werden, sowie die für eine sichere Abfahrt ins Tal am Ende des Tages erforderlichen Eigenschaften. Im Vergleich zur klassischen alpinen Skiausrüstung, zeichnet sich das Skitourenmaterial durch sein reduziertes Gewicht, flexible Aufstiegshilfen, wie die Bindung, sowie spezielle Sicherheitsfeatures aus. Das ist für alle, die anspruchsvolle Skitouren gehen wollen, ein Muss, denn sie benötigen auf schwierigen Routen ein bestens abgestimmtes System, das auch bei stundenlangen Aufstiegen noch komfortabel ist und gleichzeitig bei wechselnden Schneeverhältnissen maximale Kontrolle garantiert.
| Ausrüstungsteil | Kategorie | Funktion | Notwendigkeit |
|---|---|---|---|
| Tourenski | Hardware | Gleiten im Schnee und Aufstieg | Pflicht |
| Tourenbindung | Hardware | Fixierung des Schuhs und Freigabe der Ferse | Pflicht |
| Tourenskischuh | Hardware | Kraftübertragung und Gehgelenk für Aufstieg | Pflicht |
| LVS-Gerät | Sicherheit | Senden und Suchen von Verschütteten | Pflicht |
| Lawinensonde | Sicherheit | Punktgenaue Ortung im Schnee | Pflicht |
| Lawinenschaufel | Sicherheit | Ausgraben von Verschütteten | Pflicht |
| Steigfelle | Zubehör | Rutschschutz beim Aufstieg | Pflicht |
| Teleskopstöcke | Zubehör | Balance und Kraftunterstützung | Pflicht |
| Harscheisen | Zubehör | Grip auf vereistem Untergrund | Optional, aber dringend empfohlen |
| Lawinenairbag | Sicherheit | Verhinderung der Verschüttung im Ernstfall | Optional |
SnowTrex-Tipp: Bei der Zusammenstellung der ersten Skitourenausrüstung empfiehlt es sich, das persönliche Können und das Terrain zu berücksichtigen. Bei klassischen Allround-Touren steht ein ausgewogenes Verhältnis von Gewicht und Stabilität im Vordergrund, bei Hochtouren hingegen zählt jedes gesparte Gramm.
Tourenski: Breite, Gewicht und Bauweise
- Je nach Einsatzgebiet sind Tourenski unterschiedlich konstruiert: Schmalere Modelle erleichtern den Aufstieg, während breitere Ski im Tiefschnee für mehr Auftrieb sorgen.
- Die richtige Skilänge liegt in der Regel 5 bis 15 cm unter der Körpergröße und bietet einen guten Kompromiss aus Stabilität und Wendigkeit.
Moderne Tourenski unterscheiden sich in Kernkonstruktion, Taillierung und Mittenbreite deutlich von Alpinski, da sie sowohl einen kraftsparenden Aufstieg als auch eine stabile Abfahrt ermöglichen müssen. Ein schmalerer Ski mit einer Mittelbreite von 80 bis 88 mm ermöglicht ein schnelleres und kräfteschonenderes Höhersteigen auf hartem Schnee oder Eis. Breitere Ski ab einer Mittenbreite von 95 mm bieten im tiefen Pulverschnee dagegen hervorragenden Auftrieb, erhöhen aber das Gesamtgewicht.
Die Torsionssteifigkeit und das Schwingungsverhalten des Skis werden durch die Wahl des passenden Holzkerns in Kombination mit Carbon- oder Glasfaserverstärkungen beeinflusst. Das heißt: Ein moderater Schaufel-Rocker erleichtert die Schwungeinleitung in wechselndem Alt- oder Harschschnee, während die Vorspannung unter der Bindung für Kantenhalt in steilen Hängen sorgt. Als Richtwert für die Bestimmung der richtigen Skilänge sollte man seine Körpergröße messen und dann 5 bis 15 cm abziehen. Das stellt einen optimalen Kompromiss zwischen Spurtreue und Wendigkeit dar.
Tourenbindung: Pin-Bindungen vs. Rahmenbindungen
- Tourenbindungen ermöglichen durch eine freie Ferse den Aufstieg und lassen sich für die Abfahrt sicher verriegeln.
- Pin-Bindungen sind besonders leicht, während Rahmen- und Hybridbindungen für mehr Fahrstabilität und Sicherheit sorgen.
Wie bei Alpinski auch verbindet die Tourenbindung den Skischuh mit dem Ski. Allerdings ermöglichen die freie Ferse im Aufstieg und die verriegelbare Abfahrtsposition die alpine Geh- und Fahrfunktion. Grundsätzlich stehen sich hier zwei wesentliche Bauarten gegenüber: die ultraleichten Pin-Bindungen, auch Tech-Bindungen genannt, und die klassischen Rahmenbindungen.
Pin-Bindungen nutzen gehärtete Stahlstifte an der Bindungsspitze, die in entsprechende Inserts am Tourenschuh greifen und diesen fixieren. Dadurch wird Gewicht gespart, da der Wintersportler beim Gehen nicht die gesamte Bindungskonstruktion anheben muss. Bei Rahmenbindungen wird das gesamte Bindungssystem dagegen auf einer Schiene geführt. Das sorgt für eine gewohnte Auslösedynamik wie bei Alpinbindungen und macht sie daher für Standardskischuhe geeignet. Hybrid-Bindungsmodelle vereinen das Pin-Prinzip im Zehenbereich mit einer alpinen Fersenbacke und bieten so maximale Sicherheit bei Freeride-Abfahrten.
Tourenskischuhe: Bewegungsfreiheit und Walk-Mode
- Tourenskischuhe verfügen über einen Walk-Modus, der den Aufstieg durch mehr Bewegungsfreiheit erleichtert und gleichzeitig eine präzise Kraftübertragung bei der Abfahrt gewährleistet.
- Eine profilierte Gummisohle und thermoformbare Innenschuhe sorgen für sicheren Halt und einen hohen Tragekomfort.
Dank der hohen Schaftrotation für ein natürliches Abrollverhalten beim Aufstieg und der notwendigen Steifigkeit für eine präzise Impulsübertragung bei der Abfahrt ist ein Tourenskischuh die optimale Kombination für Tiefschnee. Für noch mehr Flexibilität sorgt zudem ein integrierter Geh-Fahr-Mechanismus, der auch als „Walk-Mode“ bezeichnet wird. Durch nur einen Handgriff wird der Schaft entriegelt und ein Bewegungswinkel von über 60 Grad erreicht. Das schont in langen Anstiegen die Muskulatur und vereinfacht das Gehen in flachem Gelände, etwa vom Parkplatz zur Seilbahn.
Im Vergleich zu klassischen Skischuhen haben Tourenmodelle eine stark profilierte Gummisohle, die auf felsigem oder vereistem Untergrund verlässlichen Halt bietet. Ähnlich wie bei Alpinskischuhen können Tourenskischuhe mit thermoformbaren Innenschuhen ausgestattet werden. Diese passen sich durch die Körperwärme exakt an die individuelle Fußanatomie an und beugen so Druckstellen und Blasenbildung vor.
Steigfelle und Aufstiegshilfen
- Je nach Schneebedingungen unterscheiden sich Mohair-, Nylon- und Mischfelle hinsichtlich Gleitfähigkeit, Grip und Haltbarkeit.
- Hotmelt-Klebefelle bieten maximale Haftung, Adhäsionsfelle sind hingegen einfacher zu handhaben und zu reinigen.
- Harscheisen verbessern den Halt auf vereisten oder steilen Hängen, wenn Steigfelle allein nicht mehr ausreichen.
Fellmaterialien
Das Material, aus dem die Felle gefertigt sind, hat natürlich Einfluss auf das Verhältnis von Gleitfähigkeit, Steigleistung, Wasseraufnahme und Abriebfestigkeit. Reines Mohair besteht aus dem Haar der Angoraziege und behält selbst bei extrem niedrigen Temperaturen hervorragende Gleiteigenschaften und Flexibilität. Dagegen sind künstliche Nylonfasern sehr robust, bieten extremen Grip bei feuchtem Schnee, gleiten dann jedoch etwas langsamer. Synthetische Mix-Gewebe, die meist zu 65 Prozent aus Mohair und zu 35 Prozent aus Nylon bestehen, vereinen die positiven Eigenschaften beider Materialien und gelten als „Allrounder“ bei wechselnden Schneeverhältnissen.
Klebesysteme
Klassische Klebefelle mit Hotmelt-Beschichtung sorgen für maximale Haftung auf dem Skibelag. Adhäsionsfelle auf Silikon- oder Molekularbasis kommen dagegen ohne traditionelle Klebstoffe aus. So hält ein Hotmelt-Kleber selbst bei mehrmaligem Auffellen und eisigen Temperaturen zuverlässig. Allerdings sind hier Trennfolien für die Lagerung erforderlich, da die Klebeschicht nach mehrjähriger Nutzung erneuert werden muss. Adhäsionsfelle lassen sich dagegen ohne Schutzfolien zusammenlegen und können einfach mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Das macht sie am Berg ideal für mittlere Temperaturen.
Harscheisen
Wenn Skitourengeher von Harscheisen sprechen, dann sind damit gezackte Metallkrallen gemeint, die unter der Bindung montiert werden. Diese graben sich bei jedem Schritt tief in vereiste oder hart gefrorene Schneeoberflächen ein. Sie werden größtenteils dann genutzt, wenn die Haftung der Steigfelle in steilen Rinnen oder an gefrorenen Hängen nicht mehr ausreicht. Die Montage erfolgt direkt in der Bindungsschiene, sodass die Zacken beim Belasten des Fußes in den Schnee greifen und sich beim Anheben nach oben schwenken.
SnowTrex-Tipp: Harscheisen sollten stets griffbereit im oberen Fach des Tourenrucksacks verstaut sein. So können sie rechtzeitig vor Erreichen einer Steilpassage aufgesteckt werden und heikle Manöver im exponierten Gelände werden verhindert.
Sicherheitsausrüstung
- Zur grundlegenden Sicherheitsausrüstung bei Skitouren gehören LVS-Gerät, Lawinensonde und Lawinenschaufel. Diese ermöglichen im Notfall eine schnelle Rettung.
- Während LVS-Geräte Verschüttete orten, bestimmen Sonden die genaue Position und Schaufeln erleichtern das Freilegen im harten Lawinenschnee.
- Lawinenairbags bieten zusätzlichen Schutz, ersetzen aber weder die Standardausrüstung noch eine gute Vorbereitung und Lawinenkenntnisse.
Die alpine Sicherheitsausrüstung für Skitouren besteht im Prinzip aus den drei essenziellen Komponenten LVS-Gerät, Lawinensonde und Lawinenschaufel. Diese ermöglichen im Notfall eine schnelle Rettung von Begleitern. Daher sollte jeder, der im Backcountry unterwegs ist, diese Grundausstattung dabei haben, da das Risiko durch Lawinen abseits gesicherter Zonen oft sofortiges Handeln erfordert.
LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät)
Ein LVS-Gerät sendet im normalen Betrieb kontinuierlich Signale auf der internationalen Frequenz „457 kHz“ aus. Im Notfall schaltet es auf den Empfangsmodus zur Ortung Verschütteter um. Moderne Drei-Antennen-Geräte sind heute mit einer digitalen Entfernungs- und Richtungsanzeige sowie einer Markierfunktion für den Fall einer Mehrfachverschüttung ausgestattet. Am Berg wird das Gerät direkt am Körper unter der äußeren Bekleidungsschicht in einer speziellen Tragetasche getragen, um ein Abreißen bei einem Lawinenabgang zu verhindern.
Lawinensonde
Eine Lawinensonde dient zur exakten Ortung von Verschütteten im Schnee, nachdem diese mithilfe eines LVS-Geräts lokalisiert wurden. Sie besteht aus leichten Aluminium- oder Carbon-Segmenten, die über ein internes Drahtseil im Handumdrehen zu einem starren Stab mit einer Gesamtlänge von mindestens 2,4 m ausgeklappt werden können. So wird am Ende eine klare Tiefenskalierung möglich, die dabei hilft, die Verschüttetentiefe zu bestimmen und das anschließende Freischaufeln zu erleichtern.
Lawinenschaufel
Eine Lawinenschaufel dient ohne Frage dazu, einen Verschütteten so zügig wie möglich aus oft stark verdichtetem Lawinenschnee freizuschaufeln. Das Schaufelblatt ist aus gehärtetem Aluminium gefertigt und hält selbst harten Schneeblöcken stand, während ein Teleskopstiel mit C- oder D-Griff maximale Hebelwirkung gewährleistet. Angesichts dessen sind Kunststoffschaufeln für den Einsatz in alpinem Gelände ungeeignet, da sie bei gefrorenem Schnee leicht brechen können.
Lawinenairbags
Lawinenairbags, sei es als Einzelstück oder als Rucksack, lassen sich im Notfall durch eine kräftige Bewegung an einem Seilzug als Einzel- oder Doppelluftkissen aufblasen. Dabei wird das „Volumen“des Wintersportlers durch das Prinzip der inversen Segregation vergrößert, wodurch eine Verschüttung verhindert werden kann. Kartuschen- oder geländetaugliche Akku-Gebläsesysteme bieten einen zusätzlichen Schutz, ersetzen jedoch niemals das klassische Sicherheits-Trio aus LVS-Gerät, Sonde und Schaufel oder eine fundierte Routenplanung.
SnowTrex-Tipp: Für Skitourengeher ist neben der technischen Ausrüstung auch alpines Wissen entscheidend. Ein professionell geführter Lawinenkurs bei einem zertifizierten Bergführer vermittelt etwa die notwendige Praxis, um die Lawinensituation und mögliche Rettungsmaßnahmen beurteilen zu können.
Bekleidung für Skitouren
- Merinowolle oder Synthetikfasern leiten als körpernahe Schicht Feuchtigkeit ab, während Fleece- oder Isolationsjacken als Midlayer die Körperwärme speichern.
- Elastische Softshelljacken bieten für die äußere Schicht eine hohe Atmungsaktivität bei trockenen Aufstiegen, wohingegen wasserdichte Hardshell-Materialien und passende Handschuhe vor extremen Witterungen schützen.
Unterwäsche und Zwischenschichten
Die erste Kleidungsschicht, der sogenannte „Baselayer“, liegt direkt auf der Haut. Am besten besteht sie aus Merinowolle oder synthetischen Funktionsfasern, die Schweiß rasch von der Haut ableiten. Merinowolle überzeugt dabei durch ihre natürliche Geruchshemmung und wärmt auch im feuchten Zustand, während Synthetikfasern schnell trocknen. Als zweite Schicht, der sogenannte „Midlayer“, sind leichte Fleece- oder dünne Isolationsjacken mit Primaloft- oder Daunenfüllung am besten geeignet, da sie Wärme speichern und überschüssige Feuchtigkeit abgeben.
Wetterschutz: Hardshell- vs. Softshell-Bekleidung
Je nach Witterung wählen Tourengeher für die äußere Schutzschicht entweder hoch atmungsaktive Softshelljacken oder absolut wind- und wasserdichte Hardshellmaterialien. Ersteres bietet eine hervorragende Elastizität und Belüftung für trockene Aufstiege, während Hardshell-Membranen bei Niederschlag, Schneesturm oder eisigem Wind das Auskühlen des Körpers verhindern. Die beste Ergänzung dazu sind warm gefütterte Skihandschuhe für die Abfahrt, bevor dünne Aufstiegshandschuhe das Bekleidungskonzept komplettieren.
Weitere Ausrüstungsgegenstände und Zubehör
- Höhenverstellbare Teleskopstöcke aus Aluminium oder Carbon mit großen Tourentellern und verlängerten Griffen bieten eine optimale Anpassung und Stabilität im Schnee.
- Ein Rucksack mit einem Fassungsvermögen von 25 bis 35 l sollte neben ausreichend Verpflegung und Schutzausrüstung auch Mittel zur Orientierung wie Karten, Kompass oder GPS beinhalten.
Teleskopstöcke
Teleskopstöcke sind durch ihre stufenlose Höhenverstellung sehr flexibel. So ist es möglich, die Stocklänge im Handumdrehen an steile Anstiege, Hangtraversen oder die Abfahrt anzupassen. Die Modelle bestehen größtenteils aus robusten Segmenten aus Aluminium oder dem leichten Material Carbon, was für eine hohe Torsionssteifigkeit sorgt. Große Tourenteller aus Plastik an der Spitze der Stöcke verhindern zudem das tiefe Einsinken in weichem Neuschnee, während verlängerte Griffe das Umgreifen erleichtern. Hochwertige Skistöcke für Touren sind außerdem mit Klemmmechanismen ausgestattet, die sich an der Kleidung befestigen lassen und so auch bei Frost sicher halten.
Orientierung, Rucksack und Verpflegung
Ein Skitourenrucksack mit einem Volumen von 25 bis 35 l ist für Wintersportler auf dem Weg in den Tiefschnee ein Muss. Er sollte über ein separates Sicherheitsfach für die Lawinenausrüstung sowie externe Halterungen für Ski und Helm verfügen. Um sich im Backcountry orientieren zu können, sollten Tourengeher zudem immer analoge Karten, einen Kompass, moderne GPS-Geräte oder Smartphones mit Offline-Karten-Apps dabeihaben. Wichtig sind obendrein ausreichend Flüssigkeit in Isolierflaschen, energiereiche Snacks, eine hochwertige Gletscher- oder Skibrille, ein Erste-Hilfe-Set und ein Biwaksack. All diese Dinge gehören in jeden Tourenrucksack!
Skitourenausrüstung mieten oder kaufen?
Die Entscheidung, ob sich Wintersportler ihre Skitourenausrüstung leihen oder kaufen, sollte davon abhängig gemacht werden, wie oft sie auf Tour gehen und wie stark sie ihre Ausrüstung individuell anpassen wollen. Für Einsteiger ist die Möglichkeit, funktionale Skiausrüstung zu leihen, daher ideal, um verschiedene Systemkombinationen im Gelände zu testen, bevor sie viel Geld in teures Skimaterial investieren, das dann am Ende nicht so oft genutzt wird. Erfahrene Wintersportler profitieren dagegen hauptsächlich davon, dass sie ihre Skischuhe individuell anpassen und sich für maßgeschneiderte Steigfelle entscheiden können. Ein weiterer Vorteil einer gekauften Ausrüstung ist, dass ein eigenes LVS-Gerät maximale Vertrautheit mit der Menüführung und den Signalen schafft, sodass es im Ernstfall im Handumdrehen einsatzbereit ist.
FAQ zu Skitourenausrüstung
Können Wintersportler mit einem Tourenski auch normal Skifahren?
Ja, mit Tourenski kann man auch auf präparierten Pisten Ski fahren. Sie sind so konstruiert, dass sie einen guten Kompromiss zwischen leichtem Aufstieg und stabiler Abfahrt bieten. Im Vergleich zu Alpinski sind sie jedoch leichter gebaut und je nach Modell stärker auf bestimmte Einsatzbereiche ausgelegt. Schmalere Tourenski eignen sich besonders für harte Schneeverhältnisse, während breitere Modelle im Tiefschnee für mehr Auftrieb sorgen. Wer überwiegend auf der Piste fährt, erzielt mit Alpinski in der Regel die bessere Performance.
Was gehört zur grundlegenden Sicherheitsausrüstung für Skitouren?
Dazu gehören ein LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät), eine Lawinensonde und eine Lawinenschaufel. Dieses als Sicherheits-Trio bekannte Set muss im ungesicherten alpinen Gelände von jedem Teilnehmer mitgeführt werden, um im Falle eines Lawinenabgangs eine schnelle Kameradenrettung durchführen zu können. Lawinenairbag-Rucksäcke und ein Erste-Hilfe-Set erhöhen den Schutzfaktor zusätzlich.
Worin besteht der Unterschied zwischen einer Pin-Bindung und einer Rahmenbindung?
Der Hauptunterschied liegt in der Konstruktionsweise und dem Gewicht: Pin-Bindungen fixieren den Tourenschuh über kleine Metallstifte an der Schuhspitze, sodass beim Gehen nur der Schuh angehoben werden muss. Rahmenbindungen hingegen heben bei jedem Schritt das gesamte Bindungsgestell an. Das führt zu einem höheren Gewicht, ermöglicht aber das Fahren mit normalen Alpinschuhen und bietet eine gewohnte Sicherheitsauslösung.
Welche Steigfelle eignen sich für welche Schneeverhältnisse?
Mohairfelle eignen sich hervorragend für kalte, trockene Bedingungen und bieten beste Gleiteigenschaften. Nylonfelle sind besonders robust und bieten auf feuchtem oder hartem Schnee exzellenten Grip. Für die meisten Tourengeher bieten Mischgewebe aus 65 Prozent Mohair und 35 Prozent Nylon den idealen Kompromiss aus Gleitvermögen, Steigleistung und Haltbarkeit bei wechselnden Schneeverhältnissen.
Wie wird die passende Skilänge für Tourenski bestimmt?
Die optimale Länge von Allround-Tourenskis liegt etwa 5 bis 15 cm unter der eigenen Körpergröße. Kürzere Ski erleichtern das Handling und das Gehen von Spitzkehren im steilen Aufstieg. Längere Ski bieten dagegen bei der Abfahrt im Pulverschnee mehr Auftrieb und eine höhere Laufruhe.
Wie werden Steigfelle nach der Skitour richtig gepflegt und gelagert?
Steigfelle sollten nach dem Einsatz bei Raumtemperatur an einem schattigen Ort getrocknet werden. Sie dürfen niemals direkt auf die Heizung gelegt werden. Nach dem Trocknen werden die Klebeflächen mit einer Schutzfolie abgedeckt und die Felle trocken, staubfrei und bei kühlen Temperaturen gelagert.
Wann kommen Harscheisen bei einer Skitour zum Einsatz?
Harscheisen werden eingesetzt, sobald der Schnee hart gefroren oder vereist ist und die Steigfelle keinen ausreichenden Halt mehr bieten. Sie werden direkt an der Tourenbindung fixiert und verhindern so ein gefährliches Wegrutschen in steilen Traversen oder abgeblasenen Hangpassagen.