Welcher Ski passt zu mir? Tipps für den Skikauf

2. August 2017 - Katharina Teudt

Blutiger Anfänger, genussvoller Carver oder Draufgänger auf der schwarzen Piste – es gibt ganz unterschiedliche Fahrtypen. Zu jedem Skifahrer passt eine bestimmte Modell-Kategorie.

Kurz, lang, breit, schmal? Es gibt viele unterschiedliche Ski-Modelle.

Seit dem Siegeszug des Rocker-Skis vor einigen Jahren wurden immer neue Modellreihen für die verschiedensten Skifahrer-Bedürfnisse entwickelt. Mittlerweile gibt es nicht nur On- und Off-Piste-Skier, sondern Modelle, die sich durch ausgefeilten Radius, Kantengriff oder einen speziellen Material-Mix auszeichnen. Hier eine Übersicht über die gängigen Ski-Typen von Allround bis Freeride:

Allround-Carver

Geeignet für: Einsteiger und Genussfahrer

Der Allrounder ist ein Standardski, der mit dezenter Rocker-Aufbiegung und sanfter Taillierung gerutschte und gecarvte Schwünge erlaubt. Allrounder sind einfach zu drehen, haben ein verhältnismäßig geringes Gewicht und verzeihen Fahrfehler. Ein weiteres Argument für die Beliebtheit dieses Modells ist der Preis, der in der Regel weit unter dem der spezifischeren Modelle liegt. Die Mittelbreiten beim Allrounder liegen zwischen 72 und 76 mm. Bei der Skilänge empfiehlt sich die Faustregel Körpergröße minus 10 bis 20 cm.

Allmountain-Ski

Geeignet für: gute Pistenfahrer, die auch mal Abstecher ins Gelände unternehmen.

Allmountain-Ski sind überall gut fahrbar. Die griffige Kante gleitet stabil auf relativ harten Pisten. Durch den stärkeren Rocker und weicheren Kern kann der Allmountain auch im pulvrigen Tiefschnee gefahren werden. Die Mittelbreite ist mit ca. 85 mm breiter als die der Allrounder, erlaubt aber trotzdem noch ein entspanntes Pistencarven. Die gängigen Allmountain-Ski sind auf einen Einsatzbereich von 70 Prozent Piste und 30 Prozent Gelände ausgelegt. Die extremeren Modelle der Performance- und Free-Linien legen ihre Schwerpunkte jeweils stärker auf On-piste bzw. Off-piste.

Slalom-Carver

Geeignet für: erfahrene Skifahrer, die eine präzise Fahrtechnik beherrschen und schnell auf harter Piste unterwegs sind.

Mit diesen bissigen Brettern fahren Pistenprofis auf der scharfen Kante. Slalom-Carver sind spritzige Ski, die für enge Schwünge mit hoher Frequenz ausgelegt sind. Bei einer Taille von 63 mm schaffen sie einen Radius von 12 bis 13 Metern. Slalom-Modelle sind die einzigen Skier, die teilweise noch ohne Rocker verbaut werden, weswegen sie noch kürzer gefahren werden können. Die Faustregel für die Länge lautet Körpergröße minus 20 cm.

Race-Carver

Geeignet für: sportliche Rennfahrer, die einen agilen, spurtreuen Ski suchen.

Die sportliche Steigerung des Slalom-Carver ist der Riesenslalom-Ski, oder auch Race-Carver genannt. Diese langen Latten stammen aus dem Weltcup und sind primär für Profis konzipiert. Der größere Radius, härtere Flex und messerscharfe Kantengriff ist nichts für Einsteiger. Für diese Skier braucht man enorme Kraft in den Beinen und einigen Platz auf der Piste, denn die dynamischen Schwünge bei hoher Geschwindigkeit erreichen Radien von bis zu 20 m. Die empfohlene Länge entspricht in etwa der Körpergröße.

Sport-Carver

Geeignet für: fortgeschrittene Fahrer, die einen vielseitigen Ski schätzen.

Dieser sportliche Ski ist ein Mittelweg zwischen dem Slalom- und dem Race-Carver. Oft ist er vom technischen Aufbau ein Hybrid aus beiden Typen und wird somit zu einem tollen Allrounder im sportlichen Bereich. Mit einem mittelweiten Radius bedient er ambitionierte Fahrer, die auch mal genüsslich auf der Piste unterwegs sind.

Lady-Carver

Geeignet für: sportliche Frauen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Fast jeden Skityp gibt es auch in der Frauen-Variante. In Sachen Fahrverhalten besitzen die Damenmodelle die gleichen Eigenschaften wie die Herrenmodelle, sie sind jedoch an die weibliche Statur angepasst. Hier sind teilweise andere Materialien verbaut, sodass die Skier insgesamt leichter sind. Auch sitzt die Bindung etwas weiter vorne auf dem Ski, um bei geringerem Gewicht und Körpergröße die Kontrolle über das Gerät zu behalten. Die beste Länge für Lady-Modelle ist je nach Gewicht und Fahrkönnen in etwa Körpergröße +/- 5 cm.

Freeride

Geeignet für: erfahrene Tiefschneefans und Off-Piste-Fahrer.

Freeride-Modelle sind die breitesten Skier. Schließlich müssen sie im Tiefschnee gut aufschwimmen und Stabilität bieten. Ihre Mitte kann bis zu 130 mm breit sein, während mit Schaufel und Tail bis zu 50 Prozent vom Ski aufgebogen sind. Durch den starken Rocker und die breite Auflagefläche haben diese breiten Skier viel Auftrieb im Tiefschnee. Dafür ist die Taillierung eher gering ausgeprägt. Da der Ski durch seinen Aufbau recht schwer ist, sind kräftige Beine und eine gute Fahrtechnik im Gelände wichtig. Bei der Länge empfehlen sich bis zu 5 cm über Körpergröße, immer in Abhängigkeit des Körpergewichts und Fahrkönnens.

Freestyle-Ski

Geeignet für: verspielte Freestyler und Park-&-Pipe-Fahrer.

Freestyle-Ski sind Trick-Ski, die spielerisches Fahren im Snowpark und auf der Piste ermöglichen. Ihre Besonderheit ist der sogenannte Twin-Tip, bei dem Spitze und Ende des Skis ähnlich, bei einigen Modellen sogar identisch, aufgebogen sind. Es gibt praktisch keinen Unterschied zwischen vorne und hinten, sodass man z. B. gut rückwärtsfahren kann. Die Modelle sind sehr drehfreudig, aber gleichzeitig recht torsionssteif, um dem Druck bei Sprüngen und Tricks im Park Stand zu halten. Insgesamt sind es sehr lebendige Ski, die mit eher kürzeren Längen von etwa Körpergröße minus 5 cm gefahren werden.

Tourenski

Geeignet für: naturverbundene Tiefschneefahrer

Aus eigener Muskelkraft einen Tiefschneehang hinaufsteigen, um ihn danach genüsslich wieder hinunter zu fahren – das ist die absolute Freiheit des Tourengehers. Für diese Ansprüche müssen Tourenski verschiedene Eigenschaften erfüllen. Erst geht es an steile Anstiege, anschließend auf die Geländeabfahrt. Für den Aufstieg muss der Ski relativ leicht sein, weshalb Tourenski aus speziellen Materialien gebaut sind und teilweise minimalistische Bindungssysteme besitzen. Sie müssen trotz ihrer Leichtigkeit bei der Abfahrt im Gelände kontrollierbar bleiben, so haben sie oft breite Mitten und Rockerkonstruktionen. Auch in diesem Segment gibt es je nach Anforderung Modelle, die mehr für den Aufstieg oder eher für die Abfahrt konzipiert sind. Entsprechend variiert auch die empfohlene Länge.

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