Welcher Ski passt zu mir? Tipps für den Skikauf

3. Juli 2019 - SnowTrex

Seit dem Siegeszug des Rocker-Skis vor einigen Jahren wurden immer neue Modellreihen für die verschiedensten Skifahrer-Bedürfnisse entwickelt. Die Skiindustrie hat mittlerweile für jegliches Skifahrer-Bedürfnis eine eigene Modellreihe entwickelt. Je nach Radius, Kantengriff oder Verhältnis von Pisten- zu Tiefschneefahrten werden Skier nach diversen Modellen kategorisiert. Bei dieser Vielzahl an Skimodellen kann es schwierig sein, den Überblick zu bewahren und die richtige Wahl zu treffen. Worauf muss ich achten beim Kauf von Skiern? SnowTrex gibt einen Überblick über die Skimodelle.

Kurz, lang, breit, schmal? Es gibt viele unterschiedliche Ski-Modelle.

Skimodelle im Überblick

Skimodell Ski-Level Terrain
Allround-Carver / Sport-Carver Einsteiger & Genuss-Skifahrer Piste
Allmountain-Ski Alle Typen, v.a. gute Pistenfahrer mit gelegentlichen Geländefahrten Piste & Gelände/Off-Piste
Slalom-Carver Erfahrene Skifahrer mit präziser Technik Piste
Lady-Ski Speziell für Skifahrerinnen jeden Niveaus Piste
Race-Carver Extrem sportliche Skifahrer Piste
Freeride-Carver Tiefschnee- & Geländefahrer Gelände/Off-Piste
Freestyle-Ski Snowpark- & Skitrick-Fans Piste & SnowPark
Tourenski Skitourengeher Gelände/Off-Piste

Welcher Ski ist der richtige für mich?

Alle Ski-Modelle im Detail

Allround-Carver

Für Einsteiger und Genussfahrer!

Der Allrounder ist ein Standardski, der sich für Einsteiger und Genussskifahrer eignet. Mit sanfter Taillierung erlaubt dieses Modell gerutschte und gecarvte Schwünge. Allrounder sind einfach zu drehen, haben ein verhältnismäßig geringes Gewicht und verzeihen Fahrfehler. Ein weiteres Argument für die Beliebtheit dieses Modells beim Skikauf ist der Preis, der im Mittel deutlich unter dem der spezifischeren Modelle liegt. Die Mittelbreiten beim Allrounder liegen zwischen 72 und 76 mm, die Skilänge sollte etwa die Körpergröße minus 10 bis 20 cm betragen.

Allround-Carver und Allmountain-Ski sind die Klassiker unter den Skimodellen.

Allmountain-Ski

Für gute Pistenfahrer, die auch mal Abstecher ins Gelände unternehmen!

Der Name ist Programm: Allmountain-Ski sind überall zu Hause. Sie können mit griffiger Kante auf relativ harten Pisten, aber durch den weicheren Kern auch im pulvrigen Tiefschnee gefahren werden. Ihre Mittelbreite ist mit plus/minus 85 mm breiter als die der Allrounder, erlaubt aber dennoch ein geschmeidiges Pistencarven. Die gängigsten Allmountain-Ski sind auf einen Einsatzbereich von 70 % Piste und 30 % Gelände ausgelegt. Es gibt mit den „Performance“- und „Free“-Linien aber auch noch extremere Modelle, die ihre Schwerpunkte jeweils stärker auf On-Piste bzw. Off-Piste legen.

Slalom-Carver

Für erfahrene Skifahrer, die eine präzise Fahrtechnik beherrschen und schnell auf harter Piste unterwegs sind!

Mit diesen bissigen Ski fahren rasante Pistencracks auf der heißen Kante. Slalom-Carver sind spritzige Ski, die für enge Schwünge mit hoher Frequenz ausgelegt sind. Bei einer Taille von 63 mm schaffen sie einen Radius von 12 bis 13 m. Slalom-Modelle sind die einzigen Skier, die teilweise noch ohne Rocker, also ohne negative Vorspannung verbaut werden, weswegen sie kürzer gefahren werden können. Die Faustregel für die Länge lautet Körpergröße minus 20 cm.

Lady-Ski

Für sportliche Frauen mit unterschiedlichen Bedürfnissen!

Beinahe alle Skitypen gibt es auch in der Frauenvariante. Die Damenmodelle verfügen über die gleichen Eigenschaften wie die Herrenmodelle, sind aber an die weibliche Statur angepasst, sprich mit teilweise anderen Materialien verbaut und insgesamt leichter. Zudem sitzt die Bindung ein wenig weiter vorne, um auch bei geringerem Gewicht und Körpergröße die Kontrolle über den Ski zu behalten. Bei Damenskiern wird außerdem viel Wert auf Design und Optik gelegt. Die beste Länge für Lady-Modelle ist je nach Gewicht und Fahrkönnen in etwa die Körpergröße +/- 5 cm.

Für Frauen gibt es spezielle Lady-Ski.

Race-Carver

Für sportliche Rennfahrer, die einen spurtreuen Ski suchen!

Die sportliche Steigerung des Slalom- ist der Riesenslalom-Ski. Diese langen Ski sind wahre Weltcup-Skier und mit noch größerem Radius, härterem Flex und messerscharfem Kantengriff primär für Profis konzipiert. Für sie braucht man nicht nur enorme Kraft in den Beinen, sondern auch viel Platz auf der Piste, denn die dynamischen Schwünge bei hoher Geschwindigkeit erreichen Radien von bis zu 20 m. Die empfohlene Länge entspricht in etwa der Körpergröße.

Freeride-Carver

Für erfahrene Tiefschneefans und sichere Off-Piste-Fahrer!

Die breitesten Skier sind die Freeride-Modelle. Schließlich müssen sie im Tiefschnee gut aufschwimmen und Stabilität bieten. Ihre Mitte kann bis zu 130 mm breit sein, während mit Schaufel und Tail bis zu 50 % vom Ski aufgebogen sind. Durch den starken Rocker und die breite Auflagefläche haben diese Ski einen wunderbaren Auftrieb im Tiefschnee. Die Taillierung ist gering ausgeprägt, der Ski an sich dafür sehr schwer. Daher sind kräftige Beine und eine gute Fahrtechnik im Gelände unabdingbar. Als Faustregel für die richtige Länge gelten bis zu 5 cm über der eigenen Körpergröße, immer in Abhängigkeit des Körpergewichts und des Fahrkönnens.

Tiefschnee-Fans benötigen für maximales Vergnügen spezielle Freeride-Ski.

Freestyle-Ski

Für verspielte Freestyler und Snowpark-Fahrer!

Freestyle-Ski sind Trick-Ski, die spielerisches Fahren im Snowpark und auf der Piste ermöglichen. Ihre Besonderheit ist der sogenannte Twin-Tip, bei dem Spitze und Ende des Skis ähnlich, bei einigen Modellen sogar identisch, aufgebogen sind. Es gibt praktisch keinen Unterschied zwischen vorne und hinten, sodass man z. B. gut rückwärts fahren kann. Die Modelle sind sehr drehfreudig, aber gleichzeitig recht torsionssteif, um dem Druck bei Sprüngen und Tricks im Park Stand zu halten. Insgesamt sind es sehr lebendige Ski, die mit eher kürzeren Längen von etwa Körpergröße minus 5 cm gefahren werden.

Freestyle-Ski ermöglichen tolle Tricks im Snowpark und auf der Piste.

Tourenski

Für die naturverbundenen Tiefschneefahrer!

Tourenski müssen sowohl für steile Anstiege als auch für die anschließende Geländeabfahrt verschiedene Eigenschaften erfüllen. Sie sollten für den Aufstieg relativ leicht sein, weshalb sie aus speziellen Materialien gebaut sind und teilweise minimalistische Bindungssysteme tragen. Da sie trotz ihrer Leichtigkeit bei der Abfahrt im Gelände kontrollierbar bleiben müssen, besitzen sie oft breite Mitten und Rockerkonstruktionen. Je nach Anforderung gibt es Tourer, die speziell für den Aufstieg oder primär für eine sichere Abfahrt konzipiert sind. Dies sollte beim Skikauf bedacht werden, denn entsprechend variiert auch die empfohlene Länge.

Skitourengeher benötigen spezielle Tourenski.

Nach dem Skikauf kommt die Skipflege

Wer eigene Ski besitzt, der sollte diese auch stets gut pflegen. SnowTrex hat einige Tipps, wie man Ski selber wachst und pflegt. Nach dem Skikauf also nicht vergessen: Eigene Ski wollen auch gepflegt werden!

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