Ski & Board selber bauen – bei Build2Ride in Oberbayern

27. November 2015 - Katharina Teudt

Viele Ski- und Snowboardfahrer wünschen sich ein individuelles Modell, das exakt ihren Design-Wünschen entspricht. Das Team von Build2Ride aus dem oberbayerischen Farchant bietet für genau diese Klientel Skibauseminare an. Nach zwei Tagen Arbeit an der Werkbank hält jeder Teilnehmer sein ganz persönliches Unikat in den Händen.

Folie ab und fertig ist das gute Stück. © Build2Ride

Es weckt tiefste Zufriedenheit und auch einen gewissen Stolz, wenn man etwas mit den eigenen Händen gebaut hat. Erst recht, wenn es sich um so ein komplexes Sportgerät wie einen Ski oder ein Snowboard handelt. Die drei Bayern Florian Baumgärtel, Axel Forelle und Matthias Schmidlechner haben aus diesem Gefühl eine Geschäftsidee entwickelt: Build2Ride veranstaltet Wochenend-Seminare, in denen Wintersportler ihr eigenes Paar Ski oder Snowboard bauen können. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, denn die drei Gründer stehen während des Kurses mit Rat und Tat zur Seite. Schließlich sind sie selbst leidenschaftliche Ski- und Snowboardfahrer und kennen sich mit dem Material und dem gewünschten Endprodukt bestens aus.

Faszination Eigenbau

Warum nicht einfach ein fertiges Modell im Fachhandel kaufen? Axel Forelle, Geschäftsführer und Unternehmenssprecher von Build2Ride, definiert die Abgrenzung zu anderen Herstellern folgendermaßen: „Bei uns kommt der Sportler zum Ski. Und nicht wie im Handel andersherum. Die Konsequenz für den Sportler: Er muss das Beste daraus machen und Kompromisse eingehen. Wir hingegen begleiten den Kunden bei seinen Vorstellungen und führen ihn zu seinem perfekten Ski.“ Der Anspruch von Built2Ride ist es, den Kunden das einzigartige Gefühl zu vermitteln, ein individuelles Produkt entstehen zu lassen, welches ihren funktionalen und ästhetischen Ansprüchen gerecht wird. Dafür nehmen sie sich viel Zeit, besprechen vorab die genauen Wünsche der Kunden und was der Ski/das Board am Ende leisten soll. Axel: „Wir stehen den Teilnehmern mit unserer langjährigen Expertise im Skibereich zur Verfügung. Oft stellt sich nach langen Gesprächen heraus, dass die Kunden eigentlich was anderes bauen als sie ursprünglich geplant hatten. Insgesamt stehen dem Kunden neun Modellvarianten zur Verfügung. Diese sind mehrfach erprobt und haben sich bewiesen.“ Den Kundenwünschen sind letztlich so gut wie keine Grenzen gesetzt, man kann vom Racecarver bis zum Splitboard alles bauen.

Skikanten fixieren unter Anleitung der Profis.© Build2Ride

Ein Unikat entsteht

Die Seminare finden in einer urigen Werkstatt in Farchant bei Garmisch statt. Neben dem fertigen Produkt, das am Ende herauskommt, steht auch das handwerkliche Erlebnis im Fokus. Die Kursteilnehmer schlüpfen in die Rolle des Entwicklers, Designers und Technikers zugleich. Ob Konzipieren, Feilen, Schrauben, Sägen oder Laminieren, es wird alles selbst gemacht. Unter fachkundiger Anleitung führen die Jungs durch den Kurs. Verwendet werden überwiegend Hightech-Materialen und ins Brett kommen nur die feinsten Materialen wie Esche-Vollholz für den Kern oder Furnier von der Mooreiche oder aus Mahagoni. Ein besonderes Highlight ist die freie Wahl beim Design, denn hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es können Tücher, Diamantenstaub, Blattgold, Fotos, alte T-Shirts oder Buchstabensuppe verarbeitet werden. Einfach alles ist möglich. Nach zwei Tagen Arbeit hält dann am End jeder sein Unikat in den Händen.

Reges Treiben in der Build2RideWerkstatt.© David Schaeffler

Erweitertes Angebot

Das Konzept von Build2Ride ist so erfolgreich, dass es jüngst erweitert wurde. Kunden, die bereits ein Seminar besucht haben oder zeitlich sehr eingebunden sind, können jetzt bequem von Zuhause ihr Unikat konfigurieren, in zwei Tagen bauen lassen und dann im Werk abholen. Auch der Splitboard-Trend ist ein immer größeres Thema. „Bei Splitboards ist die Auswahl auf dem freien Markt aktuell begrenzt. Es gibt nur wenige Anbieter. Zudem sind industriell hergestellte Splitboards meist relativ teuer. Die optimale Alternative: selbst bauen“, empfiehlt Axel. So gehören auch die teilbaren Snowboards zum festen Repertoire bei Build2Ride.

Termine

Die Workshops finden an jedem Wochenende von Oktober bis Mai statt. Für eine ideale Betreuung ist die Teilnehmerzahl auf maximal zehn Personen begrenzt. Ab einer Gruppenstärke von sechs Personen sind Workshops auch während der Woche möglich. Die Teilnehmer sind bunt gemischt, es kommen Männer und Frauen im Alter von 14 bis 74 Jahren.

Das kostet der Spaß

In der Saison 2015/16 rechnen die Skibauer mit ca. 34 Seminaren und zusätzlichen Firmen-Incentives. Pro Saison bauen die Garmischer rund 500 Paar Ski. Das Personal wurde auf mittlerweile sechs Personen aufgestockt. All das hat sienen Preis. Das Basispaket inklusive Seminar- und Materialkosten beläuft sich auf 690 Euro. Wer zusätzliche Materialien und ausgefallene Wünsche hat, kann zwischen unterschiedlichen Designpaketen wählen.

Die Seminar-Unterlagen. © Marc Gilsdorf

Tipp

Wer sich erst einmal Inspiration holen möchte, kann im Showroom der Jungs in der Ludwigstraße in Garmisch-Partenkirchen vorbeischauen. Auf der 150 m² Ausstellungsfläche werden neben Skiern, Snowboards und Splitboards auch Bikes, Kite-, Wake-, Skate- und Longboards ausgestellt. Dazu gibt es jede Menge Furniere und Stoffe für mögliche Design-Varianten. Selbst wer nur ein Mindestmaß an Kreativität besitzt, wird hier sicher fündig.

Weitere Infos: www.build2ride.com

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