Rocker Ski – die Revolution des Skisports?!

4. Januar 2013 - Gudrun Schlösser

Der Name allein klingt schon vielversprechend – Rocker, ein Wort mit dem man Andersartigkeit, Dynamik und Spritzigkeit verbindet – und so soll der neuartige Freeride-Ski auch sein. Durch seine deutlich breitere Form und die nach oben gebogenen Enden, liegt die Kontaktfläche des Skis – im Vergleich zu einem Carvingski – eher mittig. Dadurch ist der Rocker einfach zu beherrschen, gilt als sicher und zeichnet sich durch eine gute Wendigkeit aus. Grundsätzlich spricht der Rocker Ski jede Zielgruppe an und ist für alle Zwecke einsetzbar. Ehrlicherweise muss man jedoch sagen, dass die klassischen Pistenfahrer eher bei Carvingski bleiben sollten. Für Freeride-Fans bringt der Rocker jedoch einige Vorteile mit. Durch seine mittige Berührungsfläche ist er drehfreudiger, was eine einfachere und schnellere Schwungeinleitung möglich macht. Außerdem verzeiht er Fahrfehler leichter und spart die Kräfte des Fahrers, was möglichst langen Fahrspaß garantiert.

So viel zur Theorie. Ob es in der Praxis genauso aussieht, ist die Frage. Deshalb habe ich einen Tag den Test gemacht und mir einen Rocker-Ski ausgeliehen. Den ersten Unterschied bemerke ich schon beim Skiverleih. Das Aussehen unterscheidet sich deutlich von meinem Carvingski. Der Rocker ist breiter, kürzer und tatsächlich an beiden Enden nach oben gebogen. Da stimmen Theorie und Praxis also überein. Aber das eigentlich interessante kommt ja erst noch – der Praxistest.

Die ersten Abfahrten auf der Piste gestalten sich deutlich anders als erwartet. Die Schneelage meines Skis ist nicht besonders gut und der Werbeslogan „…liegt in der Kurve wie auf Schienen“ ist in diesem Fall eher unpassend. Von kraftsparendem Fahren kann auch noch nicht die Rede sein. Aber so schnell gebe ich nicht auf, der Tag ist noch lang.

Mit zunehmender Tageszeit ändert sich tatsächlich auch das Fahrverhalten meines Rocker, was zum einen an den Pisten- und Schneeverhältnissen liegen mag, zum anderen aber auch an meinem Fahrverhalten. Besonders klassische, längere Schwünge sind mit dem Rocker ein Vergnügen, für Carvingschwünge muss man weiterhin mehr Kraft aufbringen als erwartet.

Ein Freeride- Ski wäre kein Freeride-Ski wenn man mit ihm nicht auch mal ins Gelände geht. Und hier offenbaren sich mir die versprochenen Vorteile. Durch die mittige Kontaktfläche habe ich das Gefühl auf der Schneeoberfläche zu schwimmen und schwinge leichtfüßig den Berg hinab. Schade, dass die Abfahrt schon zu Ende ist, ich könnte unendlich so weiter fahren. Zum Glück gibt’s die Möglichkeit, ab zum Lift und gleich noch einmal.

Fazit: Der Rocker ist für sportliche Skifahrer eine super Alternative zum Carvingski. Um den optimalen Fahrspaß zu erleben, muss man den Rocker allerdings etwas längere Zeit einfahren und sich auf die Veränderungen, die die Technik mit sich bringt, einlassen. Es kommt aber nicht nur auf die eigenen fahrerischen Fähigkeiten an, auch die Schnee- und Pistenverhältnisse spielen eine Rolle. Am besten macht sich der Rocker dann aber tatsächlich auf den Freeridehängen.

Ich persönlich möchte den Rocker nicht gegen meinen Carvingski eintauschen, aber der Trend geht zum Zweitski…

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