Materialpflege – Ski übersommern richtig gemacht

22. Mai 2015 - Katharina Teudt

Damit die Skiausrüstung lange intakt bleibt, muss sie richtig gepflegt werden. Auch über die Sommermonate, wenn sie nicht genutzt wird. Der DSV gibt nützliche Tipps für die richtige Einlagerung des Materials.

Der Winter ist vorbei und bis auf die Hartgesottenen und Schneesüchtigen in den Sommerskigebieten ist für die meisten Skifahrer erstmal Pause. Für die geliebten Bretter und das restliche Equipment ist es nun Zeit für den Sommerschlaf. Man sollte die Geräte aber nicht einfach in den Keller stellen, denn das kann zu bösen Überraschungen wie Schimmelpilzen oder Rostflecken führen. Mit ein wenig Vorbereitung und einfachen Handgriffen wird das Material geschützt und ist am Anfang der nächsten Saison unversehrt einsetzbar.

Kanten vorbereiten Eine Präparierung der Skier, bevor diese in den Keller wandern, erscheint erst einmal unnötig. Doch verschlissene Kanten sind zum Beispiel anfällig für Flugrost, der Belag kann porös werden und Staub oder Schmutz dem Material zusetzen. Vor der Einlagerung sollten die abgefahrenen Skikanten daher mit einem Kantenschleifer abgezogen und ein frischer Belag aufgetragen werden, über den am besten noch mal schön heiß und großzügig drüber gewachst wird. So werden Rillen und kleine Kratzer gleich mit ausgemerzt und der Ski wird sozusagen für die Einlagerung versiegelt. Tipp: Das überschüssige Wachs nicht entfernen, das schützt die Kanten vor Oxidation und konserviert die Laufflächen geradezu. Da man meistens kein Schleifgerät zur Hand hat und auch ein gewisses Know-How zum Schleifen von Nöten ist, empfiehlt es sich, die Ski nach dem letzten Skitag einfach noch einmal zum Service-Mann seines Vertrauens zu bringen.

Bindung säubern Die Bindung ist ein technisch filigranes wie sensibles Element des Skis. Vor allem die Federn sollten von Schmutz befreit, mit Wasser gesäubert und die beweglichen Teile mit Spezialspray eingesprüht werden. Die Feder zu entspannen ist nicht notwendig, vielmehr besteht so die Gefahr, dass das Einspannen vor dem erneuten Gebrauch vergessen wird. Dann würde die Bindung falsch auslösen, was für den Fahrer ein hohes Risiko bedeutet. Ohnehin ist vor der ersten Abfahrt der Saison eine generelle Prüfung der Bindung durch einen Fachmann ratsam! Solch eine Prüfung sollte mindestens einmal pro Jahr durchgeführt und der Z-Wert neu eingestellt werden.

Skischuhe trocknen Die größte Gefahr bei Skischuhen ist der Schimmelpilz, der sich bei Raumtemperatur schnell im Innenfutter ausbreitet. Erste Regel also: Innenschuh aus der Schale holen und gut durchtrocknen lassen. Wahlweise kann auch ein Desinfektionsspray verwendet werden, wobei die Materialpflegeangaben des Herstellers zu beachten sind. Der Schale tut übrigens eine lichtgeschützte Umgebung mit gemäßigter Temperatur gut. Wenn alles komplett trocken ist, kommt der Innenschuh wieder in die Schale und die Schnallen werden geschlossen. Wenn die Schuhe richtig gelagert werden, können Innen- und Außenschuh aber auch separat aufbewahrt werden.

Auch die Bindung will gepflegt werden. © Mikael Damkier/shutterstock.de

Skistöcke, Protektoren und Helm pflegen Das ordentliche Reinigen und Trocknen gilt auch für die restliche Ausrüstung. Die Handschuhe, der Helm mit seinen Polsterungen, die Skibrille, die Handschuhe und auch die Protektoren müssen trocken und idealerweise frei von Schmutz sein. Andernfalls können auch sie Opfer von Schimmelbefall werden. Man glaubt gar nicht, worauf diese kleinen fiesen Pilze überall wachsen können! Vor allem bei Helm und Protektoren ist eine saubere Oberfläche von Vorteil, wenn man das Material auf Risse oder Defekte prüfen will.

Textilien reinigen Selbstverständlich sollte auch die regelmäßige Pflege der Skibekleidung sein. Das meint aber nicht das reine Waschen, sondern die besondere Fachreinigung von Funktionstextilien. Hierfür gibt es im Sportfachhandel verschiedene Wasch- und Pflegemittel, die bei der Waschmaschinen-Wäsche entweder ins Waschpulver-Fach oder direkt mit in die Trommel gegeben werden. Die Spezialmittel reinigen und öffnen die Poren in der Membran und stellen so deren Funktionalität und Atmungsaktivität wieder her. Weichspüler hingegen dürfen für Funktionstextilien keinesfalls benutzt werden! Nach dem Waschen sollten Jacken und Hosen außerdem imprägniert werden, um den Nässeschutz zu gewährleisten. Hierfür gibt es spezielle Sprays, deren Partikel durch vorsichtiges Einbügeln mit geringer Hitze fixiert werden.

Die Lagerung Der beste Lagerplatz für jegliches Material, vor allem aber für Ski und Board, ist ein trockener, kühler Raum im Keller. Ist es feucht oder schwanken die Temperaturen, kann sich Kondenswasser bilden und die Kanten rosten an, selbst wenn sie zuvor tip-top geschliffen wurden. Auch Kunststoffe und Textilien, also im Grunde die komplette Ausrüstung, sollte komplett trocken und gut verpackt gelagert werden. So kann nach einigen Monaten des Wartens alles frisch und unverbraucht ausgepackt und ohne Umschweife wieder gebraucht werden.

Darauf freuen wir uns schließlich schon jetzt am meisten!

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