Lily Cam – Selfies vom Flugroboter

10. September 2015 - Katharina Teudt

Ein neues Technikspielzeug wird nächstes Jahr die Wintersportszene erobern: Die fliegende Lily Cam folgt ihrem Besitzer überallhin, filmt ihn beim Snowpark-Run oder schießt ein Panorama-Selfie aus bis zu 15 m Höhe.

Einfach loslassen und ab gehts. © Lily Robotics

GoPros waren gestern, jetzt kommt „Lily“. Der Quadrocopter mit vier Propellern ist das neueste Hightech-Spielzeug aus den USA für Action-Sportler. Es verkörpert die nächste Technik-Stufe nach der GoPro – und das mit einfachstem Funktionsprinzip: Diese Kamera filmt nicht nur und schießt Fotos, sie kann auch fliegen. Zum Starten wird sie einfach in die Luft geworfen und fliegt sofort von alleine. Es sind keinerlei Voreinstellungen nötig. Der Nutzer trägt einen Tracker bei sich, dem der Flugroboter dann via Funk folgt. Fährt man beispielsweise eine Piste ab, fliegt Lily treu hinterher und filmt von oben. Der Funk reicht bis zu 15 m über dem Kopf, sodass auch weitsichtige Panorama-Aufnahmen möglich sind.

Über eine Fernbedienung können verschiedene Flugmodi sowie die Landung initiiert werden. Über eine iOS- bzw. Android-App können weitere Einstellungen zum Flugmodus vorgenommen werden. Lily fliegt bis zu 40 km/h schnell und kann locker mit einem Snowboarder mithalten, der sich im Park bei ein paar Sprüngen filmen will oder einer Gruppe von Skifahrern, die sich gemeinsam bei ihrer Abfahrt ablichten lassen wollen. Hier muss niemand mehr hinter der Kamera stehen oder als lebendes Stativ für die GoPro herhalten. Lily erfasst mit zwei Kameras mit dem Blick nach unten und nach vorne eigenständig die Bewegungen des Sportlers.

Hightech mit Propeller-Antrieb Die futuristische Optik ist bei teuren Action-Gadgets oft die halbe Miete, so ist auch bei der Lily Cam das Gehäuse ein Hingucker. Es besteht aus schwarzem Polycarbonat und gebürstetem Aluminium, was jedoch auch einen praktischen Hintergrund hat. Es ist wasserfest, sodass es im Extremfall bis zu einem Meter unter Wasser funktioniert. Um Lily zu transportieren, wurde sie extra leicht und tragbar konzipiert. Sie wiegt 1,3 kg, die Propeller sind jeweils rund 8,2 cm hoch und die Seitenlängen rund 26 cm lang. Putziges Design-Detail: Die Status-LEDs sind zwei Halbkreise und erinnern an ein lachendes Augenpaar. Leuchten sie blau, ist Lily bereit zum Start.

Die fliegende Kamera Lily ist handlich und schick. © Lily Robotics

Die fliegende Kamera Lily ist handlich und schick. © Lily Robotics

Ein GPS-Tracker, optische Signale und ein Beschleunigungsmesser sollen den Flugroboter immer auf Kurs zu seinem Besitzer halten. Der Hersteller möchte allerdings nicht dafür garantieren, dass Lily allen Hindernissen rechtzeitig ausweicht. Fair enough. Die Kamera besitzt 12 Megapixel und speichert die aufgenommenen Bilder in Full-HD auf einer Micro-SD-Karte. Dank der Bildstabilisierung sind die Aufnahmen nicht verwackelt und flüssig. Die integrierten Lithium-Ionen-Batterien lassen sich innerhalb von zwei Stunden komplett aufladen, halten dafür aber nur ca. 20 Minuten Flugzeit durch. Man sollte sich also genau überlegen, welchen Run man filmen möchte, bevor man die nächste Steckdose aufsuchen muss.

Diesem Tracker folgt Lily überallhin. © Lily Robotics

Alles ferngesteuert Auch die runde Fernbedienung, der Lily stets folgt, ist mit ca. 6 cm Durchmesser recht handlich. Dazu ist sie wasserfest und besitzt einen Micro-USB-Anschluss zum Aufladen. Man kann sie an einem Armband am Handgelenk befestigen oder im Rucksack mitführen.

Über die Fernbedienung kann der Flugmodus von „Folgen“ auf „Umkreisen“ gewechselt und der Flug gestoppt werden, um Lily auf die Handfläche zurückzuholen. Über ein Mikrofon wird außerdem der Ton aufgezeichnet. Tipp: Es ist ratsam, den Tracker am Handgelenk zu tragen, denn wird die Batterie schwach, vibriert er und signalisiert so das nahende Ende des „Aus-Flugs“. Aber keine Sorge, abstürzen wird Lily nicht, sondern verringert bei Energie-Knappheit automatisch die Flughöhe und landet schließlich von allein.

Ist Lily keine Drohne? Das wichtigste Merkmal von Lily ist ihre Fähigkeit des automatisierten Verfolgens. Ihr Flug ist jedoch nicht steuerbar, sie folgt schlicht dem Funksignal. Die Defintion eines unbemannten Flugobjekts trifft insoweit zwar zu, doch das heimliche Ausspähen der Nachbarn beispielsweise wäre aufgrund der geringen Flugdistanz, der Abhängigkeit vom Tracker und einem gewissen Motorengeräusch wohl kaum möglich. Aufgrund dieser Tatsache wird auf der Lily-Website wohl auch das Wort Drohne vermieden. Schließlich wollten die Entwickler Antoine Balaresque (CEO) und Henry Bradlow damals, im Jahre 2013, keine Drohne, sondern eine fliegende Kamera zur Aufnahme von Action-Sportbildern entwickeln. Entsprechend lautet auch die Defintion von Lily in den FAQ. Mithilfe von Computer-Visions-Ingenieur Nghia Ho und Industriedesigner Robb Englin schufen Balresque und Bradlow schließlich ihre fliegende Kamera, auf die die Welt offenbar nur gewartet hatte. Nach der Ankündigung der weltweit ersten „Throw-and-shoot“-Kamera wurde das Imagevideo zur Lily Cam zum viralen Hit in den sozialen Netzwerken und die Nachfrage an den Hersteller Lily Robotics „explodierte“, wie es auf der Website heißt.

Auslieferung ab 2016 Bis Juni 2015 gab es bereits massig Vorbestellungen, deren Auslieferung für Februar 2016 geplant ist. Wer jetzt eine Lily Cam bestellt, kann ab Mai 2016 mit der Auslieferung rechnen. Derweil wird weiter unermüdlich an der Optimierung des Geräts gearbeitet – auf dass es noch leichter und funktionaler werde. Die fliegende Selfie-Erfüllung kostet momentan rund 1.000 US-Dollar (890 Euro) plus ca. 30 US-Dollar (27 Euro) Versandkosten.

Quelle: www.lily.camera

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